4   Bau und Ausrüstung

4.1   Bauliche Einrichtungen

4.1.1   Verkehrswege

4.1.1.1

Verkehrswege müssen in solcher Anzahl vorhanden und so beschaffen und bemessen sein, dass sie je nach ihrem Bestimmungszweck sicher begangen oder befahren werden können und neben den Wegen beschäftigte Personen durch den Verkehr nicht gefährdet werden.
Siehe auch Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 17/1,2 „Verkehrswege“.

4.1.1.2

Die lichte Mindesthöhe über den Wegen für den Gehverkehr soll 2,0 m betragen.

4.1.1.3

Die Breite der Wege für den Gehverkehr muss nach der Anzahl der beschäftigten Versicherten, die diese Wege benutzen (Einzugsgebiet), bemessen sein.
Tabelle 1: Breite der Wege
Anzahl der PersonenMindestbreite der Wege
bis 5
bis 20
über 20
0,85 m
1,00 m
1,25 m

4.1.1.4

Abweichend von Abschnitt 4.1.1.3 ist eine Mindestbreite von Verbindungsgängen in Ausnahmefällen von 0,6 m zulässig.
Die Mindestbreite reicht nicht aus, wenn in den Gängen Beförderungsmittel eingesetzt werden oder wenn wegen der Abmessung oder der Schwere der Last bei deren Handhabung eine unergonomische Körperhaltung eingenommen werden muss. In diesen Fällen sind die Gänge entsprechend breiter vorzusehen.

4.1.1.5

Die Wegbreiten nach Abschnitt 4.1.1.3 gelten auch für betriebliche Wege, die durch Einrichtungsgegenstände oder Waren begrenzt sind.

4.1.1.6

Die Breite der Wege für handbewegte Transportmittel richtet sich nach der Breite des Transportmittels oder des Ladegutes, wenn das Ladegut über das Transportmittel hinausragt. Zu der Breite des Transportmittels oder des Ladegutes ist ein Randzuschlag von 0,5 m, in Türöffnungen und anderen Wandöffnungen ein Randzuschlag von 0,3 m anzusetzen.

4.1.1.7

Wege für Transportmittel dürfen keine Löcher und Absätze aufweisen.
Absätze lassen sich durch Abschrägen vermeiden.

4.1.1.8

Die Neigung von Wegen für Transportmittel richtet sich nach den verschiedenen Arten der Transportmittel und deren Einsatz. Im Regelfall soll die Neigung 1:12,5 (8 %) nicht überschritten werden.

4.1.2   Fußböden

4.1.2.1

Fußböden in Arbeits- und Verkehrsbereichen müssen eben und rutschhemmend ausgeführt und leicht zu reinigen sein. In Arbeitsräumen, Arbeitsbereichen und auf Verkehrswegen, deren Fußböden nutzungsbedingt mit gleitfördernden Medien in Kontakt kommen, sind bei der Auswahl geeigneter Bodenbeläge besondere Anforderungen zu beachten.
Siehe auch Bauproduktengesetz, § 20 Abs. 1 und § 21 UVV „Allgemeine Vorschriften“ (VBG 1) und „Merkblatt für Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr“ (ZH 1/571).
Die Bewertungsgruppen der Rutschgefahr für Arbeitsräume und Bereiche sind Tabelle 2 zu entnehmen.
Tabelle 2: Bewertungsgruppen der Rutschgefahr (Auszug aus ZH 1/571)
Arbeitsräume und ArbeitsbereicheBewertungs-
gruppe der Rutschgefahr
Verdrängungsraum mit Kennzahl für das Mindestvolumen (Richtwert)
Allgemeine Arbeitsräume und -bereiche  
Eingangsbereiche*)R 9 
Treppen**)R 9 
Sozialräume
(z.B. Toiletten, Waschräume)
R 10 
Verkaufsstellen,  
Verkaufsräume  
Verkaufsräume,  
KundenräumeR 9 
Lagerräume  
Lagerräume für Öle und FetteR 12V 6
Werkstätten für Fahrzeuginstandhaltung  
Instandsetzungs- undR 11 
Wartungsräume  
Arbeits- und PrüfgrubeR 12V 4
WaschhalleR 11V 4
Die jeweils angegebene Bewertungsgruppe stellt einen Richtwert dar, von dem im Einzelfall unter Berücksichtigung der vorhandenen oder der zu erwartenden betrieblichen Verhältnisse abgewichen werden kann.
Fußnote *)
Eingangsbereiche sind die Bereiche, die durch Eingänge direkt aus dem Freien betreten werden und in die Feuchtigkeit von außen gelangen bzw. hereingetragen werden kann.
Fußnote **)
Treppen sind nur diejenigen, auf die Feuchtigkeit von außen gelangen bzw. hineingetragen werden kann. Hierzu zählen z.B. Treppen direkt hinter aus dem Freien betretbaren Eingängen.

4.1.2.2

Betretbare Abdeckungen müssen trittsicher sein.
Betretbare Abdeckungen sind z.B. Gitterroste, Bleche.
Der Begriff „trittsicher“ umfasst ausreichende Festigkeit, Ebenheit und Rutschhemmung.

4.1.3   Fenster, Türen und Tore

4.1.3.1   Allgemeines

Fenster, Türen und Tore müssen folgenden Anforderungen genügen:
  • Lage, Anzahl, Ausführung und Abmessungen von Fenstern, Türen und Toren müssen sich nach der Art und Nutzung der Räume richten.
  • In unmittelbarer Nähe von Toren, die vorwiegend für den Fahrzeugverkehr bestimmt sind, muss mindestens eine Tür für den Fußgängerverkehr vorhanden sein.
  • Türen und Tore müssen so angebracht sein, dass sie in aufgeschlagenem Zustand die nutzbare Breite vorbeiführender Verkehrswege nicht einengen.
  • Eingangstüren im Verkaufsbereich, die dem Publikumsverkehr dienen, müssen, auch wenn sie mit einem Windfang versehen sind, vom Kassenbereich aus überblickbar sein.
  • Außentüren im Verkaufsbereich, die nicht dem Publikumsverkehr dienen, insbesondere Personaleingangstüren, müssen selbstschließend und mit Sicherheitsschlössern ausgerüstet sein; sie dürfen sich von außen nur mit Schlüssel oder entsprechenden Elementen öffnen lassen. Die Türen müssen gegen Einbruch gesichert sein. Sie müssen einen Durchblick von innen nach außen gewähren und den Einblick von außen verhindern.
Die Durchblickmöglichkeit von innen nach außen bei gleichzeitiger Verhinderung des Einblickes von außen kann z.B. durch einen den örtlichen Gegebenheiten Rechnung tragenden Einbau eines Weitwinkelspions gewährleistet sein.
Für Türen im Verlauf von Rettungswegen siehe Abschnitt 4.1.4.

4.1.3.2   Einrichtung für die Handbetätigung

Handbetätigte Fenster, Türen und Tore müssen mit Einrichtungen, z.B. Klinken, Griffe, Kurbeln, Haspelketten, versehen sein, die das Öffnen und Schließen der Flügel gefahrlos ermöglichen.
Gefahrlos ist das Öffnen und Schließen der Flügel möglich, wenn die Einrichtungen für die Handbetätigung keine Quetsch- und Scherstellen mit festen oder beweglichen Teilen bilden und die Einrichtungen vom Fußboden aus betätigt werden können.

4.1.3.3   Sicherung gegen Abstürzen des Flügels

Fenster-, Tür- und Torflügel, die zum Öffnen angehoben oder abgesenkt werden, müssen so ausgeführt sein, dass bei Versagen eines Tragmittels ein Abstürzen des Flügels verhindert ist.
Einrichtungen, die das Abstürzen von Flügeln verhindern, sind z.B. Fangvorrichtungen, die im Falle der Absturzgefahr selbsttätig auf den Flügel oder das Bauteil, das mit den Flügeln fest verbunden ist (z.B. Wickelwelle), wirken und den Flügel halten.
Handbetätigte Flügel von Türen und Toren, die beim Öffnen auf Wellen aufgewickelt werden (z.B. Rollläden, Rolltore) oder in horizontal angeordnete Führungen einlaufen (z.B. Kipptore, Deckengliedertore) und deren Flügelgewicht durch Federn ausgeglichen ist, können gegen Herabfallen als gesichert angesehen werden, wenn der Anteil des Flügelgewichtes, der beim Versagen einer Feder nicht mehr ausgeglichen ist, 200 N (Newton) nicht überschreitet.

4.1.3.4   Sicherungen gegen Ausheben und Herausfallen

Flügel müssen gegen unbeabsichtigtes Verlassen der Führungen gesichert sein und dürfen nicht über ihre Endstellung hinauslaufen können.
Durch Gegenhalter oder Führungen, die die Laufrollen umfassen, sowie durch feste Endanschläge lassen sich das Ausheben und Herausfallen der Flügel verhindern.

4.1.3.5   Sicherungen gegen unbeabsichtigtes Zuschlagen

Flügel von handbetätigten Toren müssen in der Offenstellung gegen unbeabsichtigtes Zuschlagen durch besondere Einrichtungen, z.B. Torfeststeller, gesichert werden können. Diese Einrichtungen dürfen keine Stolperstellen bilden.

4.1.3.6   Lichtdurchlässige Türen und Wände

4.1.3.6.1
Bestehen lichtdurchlässige Flächen von Türen und Wänden aus nicht bruchsicherem Werkstoff und ist zu befürchten, dass sich Personen durch Zersplittern der Glasflächen verletzen können, müssen diese Flächen gegen Eindrücken geschützt sein. Dies gilt nicht für lichtdurchlässige Türflächen im oberen Drittel von Türen.
Siehe auch Abschnitt 3 der Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 10/5 „Glastüren, Türen mit Glaseinsatz“ und Merkblatt „Glastüren, Glaswände“ (ZH 1/551).
4.1.3.6.2
Türen, die zu mehr als drei Vierteln ihrer Fläche aus einem durchsichtigen Werkstoff bestehen, müssen in Augenhöhe so gekennzeichnet sein, dass sie deutlich wahrgenommen werden können.
4.1.3.6.3
Lichtdurchlässige Wände müssen gekennzeichnet sein, sofern sie nicht deutlich wahrgenommen werden können.
Siehe auch Abschnitt 3 der Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 8/4 „Lichtdurchlässige Wände“ und Abschnitt 2.4 der Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 10/5 „Glastüren, Türen mit Glaseinsatz“.

4.1.3.7   Kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore

Kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore müssen den „Richtlinien für kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore“ (ZH 1/494) entsprechen.

4.1.4   Rettungswege, Notausgänge

4.1.4.1

Rettungswege und Notausgänge müssen so angelegt sein, dass durch Anzahl, Bauart und Zustand ein schnelles und sicheres Verlassen der Arbeitsplätze und Räume gewährleistet ist.

4.1.4.2

Rettungswege und Notausgänge müssen als solche deutlich erkennbar und dauerhaft gekennzeichnet sein und auf möglichst kurzem Weg ins Freie oder in einen sicheren Bereich führen. Auf sie ist zusätzlich hinzuweisen, wenn sie nicht von jedem Arbeitsplatz aus gesehen werden können.
Kennzeichnung siehe UVV „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz“ (VBG 125).

4.1.4.3

Türen im Verlauf von Rettungswegen müssen als solche gekennzeichnet sein und in Fluchtrichtung aufschlagen, sie müssen sich von innen ohne fremde Hilfsmittel jederzeit leicht öffnen lassen, solange sich Personen in dem Raum befinden.
Siehe auch „Merkblatt für Verschlüsse für Türen von Notausgängen“ (ZH 1/265).

4.1.5   Treppen

4.1.5.1

Hinsichtlich Gestaltung bzw. Ausführung von Treppen gilt das Bauordnungsrecht der jeweiligen Bundesländer.
Siehe auch „Merkblatt für Treppen“ (ZH 1/113).

4.1.5.2

Die freien Seiten der Treppen, Treppenabsätze und Treppenöffnungen müssen durch Geländer gesichert sein. Diese müssen so ausgeführt sein, dass Personen nicht hindurchstürzen können. Die Höhe der Geländer muss lotrecht über der Stufenvorderkante mindestens 1,0 m betragen.

4.1.5.3

Treppen mit mehr als vier Stufen müssen mit einem Handlauf ausgerüstet sein. Dieser muss so geformt sein, dass er ein sicheres Umgreifen ermöglicht. An den freien Seiten der Treppen müssen Handläufe ohne Unterbrechung über den gesamten Treppenlauf geführt werden. Die Enden der Handläufe müssen so gestaltet sein, dass man daran nicht hängen bleiben oder abgleiten kann.
In einigen Bundesländern ist bereits ab drei Stufen ein Handlauf erforderlich.

4.1.6   Leitern

4.1.6.1   Allgemeines

Leitern müssen der UVV „Leitern und Tritte“ (VBG 74) entsprechen. Sie müssen nach Art und Größe für den Einsatzzweck geeignet sein. Leitern müssen ausreichend tragfähig und gegen übermäßiges Durchbiegen, starkes Schwanken und Verwinden gesichert sein.
Leicht gebaute Leitern, die z.B. für den Einsatz im Haushalt angeboten werden, sind im Regelfall für die Nutzung an Tankstellen nicht geeignet.

4.1.6.2   Anlegeleitern

4.1.6.2.1
Anlegeleitern, die zur Preisauszeichnung an Tankstellen benutzt werden, müssen durch Einrichtungen gegen Abrutschen des Leiterkopfes und des Leiterfußes gesichert werden können.
Sicherungen gegen Abrutschen des Leiterfußes sind je nach Art und Beschaffenheit der Aufstellfläche geeignete Fußausbildungen, z.B. Stahlspitzen, Gummifüße.
Einrichtungen gegen Abrutschen des Leiterkopfes sind z.B. Aufsetz-, Einhak- und Einhängevorrichtungen.
4.1.6.2.2
Die Standfläche zum Aufstellen der Leiter muss ausreichend groß und eben sein sowie die notwendige Tragfähigkeit besitzen. Der Zugang muss die Anforderungen an Verkehrswege im Freien erfüllen.

4.1.7   Arbeitsgruben

4.1.7.1

Arbeitsgruben müssen mit mindestens zwei Treppen ausgestattet sein, deren Neigungswinkel ≤45° betragen muss. Die Treppen sollen jeweils an den Enden der Grube liegen.

4.1.7.2

Abweichend von Abschnitt 4.1.7.1 ist
  • ein Neigungswinkel von 60° zulässig, wenn eine der Treppen als Notausstieg benutzt wird,
  • bei Arbeitsgruben bis 5 m Länge, gemessen in Werkstattflurebene, an Stelle einer zweiten Treppe auch ein anderer trittsicherer Aufstieg zulässig.

4.1.7.3

Steigleitern sind als Aufstieg weniger geeignet; Steigeisen sind unzulässig.

4.1.8   Beleuchtung

4.1.8.1   Beleuchtungseinrichtungen

Beleuchtungseinrichtungen in Arbeitsräumen und auf Verkehrswegen müssen so angeordnet und ausgelegt sein, dass sich aus der Art der Beleuchtung keine Unfall- oder Gesundheitsgefahren für Personen ergeben können. Die Beleuchtung muss sich nach der Art der Sehaufgabe richten.
Fußnote § 7 Abs. 3 Arbeitsstättenverordnung
Hinweis zum Querverweis:
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4.1.8.2   Beleuchtungsstärken

Leuchten müssen so ausgewählt und angeordnet sein, dass mindestens die in der Tabelle 3 angegebenen Nennbeleuchtungsstärken erreicht werden; die Stärke der Allgemeinbeleuchtung muss mindestens 15 Lux betragen:
Tabelle 3: Nennbeleuchtungsstärken (Auszug aus DIN 5035-2).
Art der Arbeitsstätten,
Verkehrswege, Tätigkeiten
Nennbeleuchtungsstärke
in Lux
in Gebäuden
Lagerräume mit Suchaufgabe bei nicht gleichartigem Lagergut
100
Treppen in einer Höhe von 0,2 m über der Stufenoberfläche100
Waschbereich100
Verkaufsräume (Shop)300
Tankstellenwerkstatt300
Kassenarbeitsplätze500
im Freien
Betriebliche Verkehrszonen im Freien
20

4.1.8.3   Lichtschalter

Lichtschalter müssen leicht zugänglich angebracht und in Arbeitsräumen selbstleuchtend sein. Sie müssen in der Nähe der Zu- und Ausgänge angebracht sein. Dies gilt nicht, wenn die Beleuchtung zentral oder automatisch geschaltet wird. Selbstleuchtende Lichtschalter sind bei vorhandener Orientierungsbeleuchtung nicht erforderlich.
Siehe auch Bauproduktengesetz.

4.1.8.4   Türaußenbereiche

Die Türaußenbereiche von Eingängen ohne Publikumsverkehr müssen allgemein überblickbar und mit einer ausreichenden Außenbeleuchtung versehen sein. Diese muss von innen schaltbar sein.
Als zusätzliche Sicherungsmaßnahme wird empfohlen, die Außenbeleuchtung des Eingangsbereiches so über eine Zeitschaltuhr zu steuern, dass dieser Bereich ausreichend lange vor und nach den Öffnungszeiten ausgeleuchtet ist.
Bei einem Einsatz von Infrarot-Bewegungsmeldern ist auf eine ausreichend lange (größer 10 min.) Schaltdauer und auf die zusätzliche Möglichkeit der Einschaltung von innen zu achten.
Siehe auch Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 7/3 „Künstliche Beleuchtung“ und ASR 41/3, „Künstliche Beleuchtung für Arbeitsplätze und Verkehrswege im Freien“, DIN 5034 „Tageslicht in Innenräumen“.

4.2   Tankeinrichtungen

4.2.1

Abgabeeinrichtungen (Zapfsäulen) dürfen vor Gebäuden nur aufgestellt werden, wenn der Abstand der Abgabeeinrichtungen zu Türen oder anderen Öffnungen, durch die Dampf/Luft-Gemische hindurchtreten können, mindestens 2 m beträgt und das Zapfventil auf der der Tür bzw. anderen Wandöffnung abgewandten Seite der Abgabeeinrichtung angeordnet ist. Zwischen dem zu betankenden Fahrzeug und einer Tür oder anderen Wandöffnung muss ein Abstand von mindestens 1 m eingehalten sein.

4.2.2

Abgabeeinrichtungen dürfen vor Gebäuden nicht aufgestellt werden, wenn dadurch der einzige Fluchtweg aus dem Gebäude behindert wird.

4.2.3

Abgabeeinrichtungen müssen so aufgestellt und gesichert sein, dass sie nicht umstürzen oder durch Fahrzeuge angefahren werden können.
Dies wird erreicht, wenn die Abgabeeinrichtungen erhöht auf einem allseitig überragenden Sockel oder auf einer durch Kantsteine begrenzten Insel aufgestellt oder durch Prellsteine, Radabweiser oder ähnliche Einrichtungen (Anfahrschutz) geschützt sind.

4.3   Verkaufsstelle

4.3.1   Verkaufseinrichtungen

4.3.1.1

Verkaufstische und Verkaufstheken müssen so beschaffen sein, dass die Ware und die Einrichtungen gefahrlos gehandhabt werden können.
Dies gilt insbesondere für die Warenanlagen in Bedienungstheken, z.B. Kühltheken.

4.3.1.2

Umrandungen von Verkaufstischen und -theken müssen ausreichend fest und gegen Herausfallen gesichert, ihre Kanten und Ecken abgerundet sein.
Siehe auch „Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in Verkaufsstellen“ (BG 30/J29).

4.3.2   Kassenarbeitsplatz

4.3.2.1   Bauliche Anforderungen

Kassenarbeitsplätze müssen unter Berücksichtigung ergonomischer Gesichtspunkte gestaltet sein. Der freie Bewegungsraum darf nicht kleiner als 0,8 m x 0,6 m sein.
Siehe auch Merkblatt „Kassentische“ (BG 30/86) und „Mindestanforderungen für Kassenarbeitsplätze“.

4.3.2.2   Zugänge

Im Bereich der Zugänge von Kassen dürfen keine Bordbretter, Schwellen und sonstige Erhöhungen über der Fußbodenoberfläche des Kassenarbeitsplatzes vorhanden sein. Dies gilt nicht für Leisten, die ein ungewolltes Herausrollen des Kassenstuhles über die Podestkante verhindern. Die Zugänge müssen mindestens 0,6 m breit sein.

4.3.2.3   Telefon

4.3.2.3.1
In unmittelbarer Nähe der Arbeitsplätze muss leicht und ständig erreichbar ein amtsberechtigtes oder ein sogenanntes Notruf-Telefon, das mit Zieltasten für gespeicherte Rufnummern ausgestattet ist, vorhanden sein. Die Rufnummern der hilfebringenden Stellen müssen deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht sein.
Hilfebringende Stellen sind z.B. Rettungsleitstellen und Polizeidienststellen.
4.3.2.3.2
Der Telefonanschluß muss auch außerhalb des Gebäudes gegen mechanische Beschädigungen des Kabels geschützt sein, insbesondere wenn eine Überfallmeldeanlage nach Abschnitt 4.3.2.4 vorhanden ist.

4.3.2.4   Überfallmeldeanlage

4.3.2.4.1
Zusätzlich zu Abschnitt 4.3.2.3 wird bei erhöhter Gefährdung eine Überfallmeldeanlage (ÜMA) empfohlen. Der Alarm muss zu einer oder mehreren Stellen weitergeleitet werden, die während der Arbeitszeit des Tankstellenpersonals die Einleitung hilfeleistender Maßnahmen gewährleisten.
Eine erhöhte Gefährdung ist z.B. bei folgenden Bedingungen gegeben:
  • Dunkelheit, insbesondere Nachtbetrieb zwischen 22 Uhr und 6 Uhr,
  • in Zeiten geringer Kundenfrequentierung,
  • keine Einsicht- oder Überwachungsmöglichkeit durch die Umgebung,
  • geringer Personalbestand,
  • regelmäßig hohe Bargeldbestände,
  • in den letzten 30 min vor Betriebsschluss.
Siehe auch:
DIN VDE 0833-1 „Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall; Allgemeine Festlegungen“,
DIN VDE 0833-3 „Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall, Festlegungen für Einbruch- und Überfallmeldeanlagen“.
4.3.2.4.2
Eine unverzügliche Weiterleitung des Alarms wird durch Überfallmeldeanlagen mit
  • Anschluss an Übertragungsanlagen für Gefahrenmeldungen (ÜAG) bei der Polizei mit permanenter Überwachung des ständig geschalteten Übertragungsweges,
  • Alarmweiterleitung an Übertragungsanlagen für Gefahrenmeldungen (ÜAG) bei einer mit Hilfsmaßnahmen beauftragten Stelle (z.B. Wach- und Sicherheitsunternehmen) mittels eines Automatischen Wähl- und Übertragungsgerätes (AWUG),
  • Alarmweiterleitung mittels eines Automatischen Wähl- und Ansagegerätes (AWAG) zu beauftragten Stellen/Personen (keine Alarmempfangszentrale erforderlich),
gewährleistet. Dabei müssen alarmempfangende Stellen von den alarmgebenden Stellen so getrennt sein, dass sie in den Überfall nicht unmittelbar einbezogen werden können.
Die Voraussetzungen, unter denen eine direkte Alarmweiterleitung zur Polizei genehmigt werden kann, sind in der „Richtlinie für Überfall- und Einbruchmeldeanlagen mit Anschluss an die Polizei (ÜEA)“ geregelt und werden auf Anfrage von der zuständigen Polizeibehörde mitgeteilt.

4.3.2.5   Sicherungssysteme

Zum Schutze der Versicherten müssen alle Bargeldbestände, die den erforderlichen Wechselgeldbetrag übersteigen, so gesichert sein, dass der Anreiz zu Überfällen nachhaltig verringert wird.
Dieses Schutzziel kann z.B. erreicht werden durch den Einbau einer oder mehrerer der nachstehend aufgeführten Sicherungssysteme:
  • Zeitverschlussbehältnisse,
  • Geldschränke (Wertschutzschränke),
  • Banknotenautomaten,
  • durchschusshemmende Schirme in Verbindung mit durchbruchhemmenden Abtrennungen,
  • durchschusshemmende Abtrennungen,
  • Nachtschalter.
Auch der Einsatz von optischen Raumüberwachungsantagen dient dazu, den Anreiz zu Überfällen zu verringern.
Diese Systeme sind in Anhang 1 beschrieben.

4.3.2.6   Einrichtungen zum bargeldlosen Zahlungsverkehr

Bargeldloser Zahlungsverkehr reduziert die Kassenbestände und verringert auf diese Weise den Anreiz zu Überfällen.
Eine Verringerung der Kassenbestände wird z.B. erreicht durch
  • EC-cash,
  • Kreditkarten,
  • Flottenkarten,
  • Mehrfachwasch- und Geldwertkarten.

4.3.2.7   Kennzeichnung

An den Eingangstüren und an der Kasse muss deutlich erkennbar und dauerhaft sowie leicht verständlich darauf hingewiesen sein, dass die Geldbestände gesichert sind und die Sicherungssysteme von den Versicherten nicht beeinflusst werden können.
Leicht verständliche Hinweise sind z.B. Piktogramme.

4.3.3   Regale

4.3.3.1   Standsicherheit von Regalen

Die Standsicherheit von Regalen muss in jedem Betriebszustand gegeben sein. Hierbei sind neben der zulässigen Nutzlast auch die auftretenden Kräfte beim Ein- und Auslagern zu berücksichtigen.
Siehe auch „Richtlinien für Lagereinrichtungen und -geräte“ (ZH 1/428).

4.3.3.2   Sicherung gegen Herabfallen von Lagergut

Nicht für die Be- und Entladung vorgesehene Seiten von Regalen müssen gegen Herabfallen von Lagergut gesichert sein. Die Dimensionierung der Sicherungen muss den Abmessungen und Lasten des Lagergutes entsprechen.
Siehe auch „Richtlinien für Lagereinrichtungen und -geräte“ (ZH 1/428).

4.4   Fahrzeug-Instandhaltung

4.4.1   Fahrzeughebebühnen

4.4.1.1

Hebebühnen müssen der UVV „Hebebühnen“ (VBG 14) entsprechen.

4.4.1.2

Hebebühnen müssen so aufgestellt sein, dass im Bewegungsbereich des Lastaufnahmemittels und der Last Quetschgefahren vermieden sind. Quetschgefahren sind vermieden, wenn zwischen dem Lastaufnahmemittel oder der Last und festen Teilen der Umgebung ein Mindestabstand von 0,5 m eingehalten ist.

4.4.2   Schweißanlagen

4.4.2.1   Allgemeines

Einrichtungen zum Schweißen müssen der UVV „Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren“ (VBG 15) entsprechen. Arbeitsplätze müssen unter Berücksichtigung von Verfahren, Werkstoffen und Einsatzbedingungen so eingerichtet sein, dass die Atemluft von gesundheitsgefährlichen Stoffen freigehalten wird. Für kurzzeitige Schweißarbeiten sind Absaugvorrichtungen im Regelfall nicht erforderlich.
Als kurzzeitige Schweißarbeit gilt, wenn die Brenndauer der Flamme oder des Lichtbogens täglich nicht mehr als 1/2 Stunde oder wöchentlich nicht mehr als 2 Stunden beträgt.
Im übrigen sind Aufgaben zur Lüftung nach Tabellen 1 und 2 der UVV „Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren“ (VBG 15) zu entnehmen.

4.4.2.2   Gasschweißanlagen

Gasschweißanlagen müssen so beschaffen sein, dass
  • Gasrücktritt und Flammendurchschlag von Brenngasen, Sauerstoff oder Druckluft verhindert wird,
  • Gasflaschen gegen Umfallen gesichert sind,
  • Gasschläuche den zu erwartenden Beanspruchungen standhalten, dauerhaft mit der vorgeschriebenen Kennfarbe versehen sind und gegen Abgleiten von den Schlauchtüllen gesichert sind,
  • geeignete Gasanzünder zum sicheren Zünden von Brennern zur Verfügung stehen.

4.4.2.3   Elektroschweißanlagen

Elektroschweißanlagen müssen so beschaffen sein, dass
  • durch eine ausreichende Schutzart ein direktes Berühren aktiver Teile vermieden ist. Ein indirektes Berühren ist durch eine geeignete Schutzklasse und Isolierung des Schweißstromkreises gegen den Versorgungsstromkreis und gegen den Schutzleiter zu sichern,
  • Schweißleitungsanschlüsse bei angeschlossener Schweißleitung einen vollständigen Schutz gegen direktes Berühren gewährleisten,
  • Schweißleitungen einschließlich Schweißstromrückleitungen isoliert sind, einen ausreichenden Querschnitt besitzen und den betrieblich zu erwartenden thermischen und mechanischen Beanspruchungen standhalten.

4.4.3   Schleifmaschinen

4.4.3.1   Allgemeines

Einrichtungen zum Schleifen müssen den Unfallverhütungsvorschriften „Metallbearbeitung; Schleifkörper, Pließt- und Polierscheiben; Schleif- und Poliermaschinen“ (VBG 7n6) und „Schleif- und Bürstwerkzeuge“ (VBG 49) entsprechen.

4.4.3.2   Schleifmaschinen für Handschliff

Schleifmaschinen für Handschliff müssen so beschaffen sein, dass
  • nachstellbare Schutzhauben aus zähem Werkstoff angebracht sind,
  • Werkstückauflagen nachstellbar sind,
  • Schutzfenster gegen Funkenflug aus nicht splitterndem Glas oder ähnlichem Werkstoff bestehen und durch Gelenke einstellbar sind.

4.4.3.3   Trennschleifer

4.4.3.3.1
Trennschleifer müssen so beschaffen sein, dass die Schleifkörper nur bis zu der zulässigen Höchstumfangsgeschwindigkeit betrieben werden können.
4.4.3.3.2
Schutzhauben von Trennschleifern brauchen nicht nachstellbar zu sein.

4.4.4   Lackiereinrichtungen

Für Lackierarbeiten, die über den in Abschnitt 5.4.4 beschriebenen Umfang hinausgehen, müssen Einrichtungen nach den Unfallverhütungsvorschriften „Verarbeitung von Beschichtungsstoffen“ (VBG 23) und „Trockner für Beschichtungsstoffe“ (VBG 24) vorhanden sein.
Für die Durchführung von Lackierarbeiten und für die Lacktrocknung sind besondere Schutzmaßnahmen zur Verhütung von Bränden und Explosionen sowie zur Vermeidung von Gesundheitsschäden zu treffen.

4.4.5   Kompressoren mit Druckbehältern und Druckleitungen

4.4.5.1

Kompressoren mit Druckbehältern und Druckleitungen müssen so gebaut und installiert sein, dass sie der Druckbehälterverordnung und der UVV „Verdichter“ (VBG 16) entsprechen.

4.4.5.2

Druckminderventile müssen entsprechend den Herstellerangaben richtig eingestellt sein.

4.4.6   Reifenarbeiten

4.4.6.1   Radauswuchtmaschinen

Ortsfeste Radauswuchtmaschinen müssen entsprechend § 2 der Maschinenverordnung durch Einrichtungen gesichert sein, wenn Personen durch wegfliegende oder umlaufende Teile gefährdet werden können.
Dies wird z.B. erreicht, wenn sie mit einer Schutzhaube betrieben werden können, die das umlaufende Rad verdeckt, und wenn das Ingangsetzen der Maschine bei geöffneter Schutzhaube nicht möglich ist.
Eine Schutzhaube ist in der Regel nicht erforderlich, wenn die Drehzahl 100 U/min nicht überschritten wird.

4.4.6.2   Auffangeinrichtungen beim Füllen von Luftreifen

Beim Füllen von Luftreifen müssen Schutzeinrichtungen vorhanden sein, soweit eine Gefahr durch das fortfliegende Rad oder Teile davon besteht. Dies gilt nicht für Luftreifen, die am Fahrzeug befestigt sind.
Als Schutzeinrichtungen gelten z.B. Schutzgestelle, in die das Rad hineingestellt werden kann, oder bodenverankerte Sicherungsbügel oder -ketten.
Von einer Gefahr durch das fortfliegende Rad oder Teilen davon ist nicht auszugehen, wenn
  • das Rad sicher befestigt ist,
  • der Reifen an ungeteilten Felgen montiert ist
    und
  • der Reifen nicht über den höchstzulässigen Fülldruck befüllt werden kann.

4.4.7   Laden von Akkumulatoren

4.4.7.1

In Laderäumen von Akkumulatoren müssen Einrichtungen vorhanden sein, die zur Vermeidung von Explosionsgefahren für eine ausreichende Lüftung sorgen.
Es ist darauf zu achten, dass vorhandene Lüftungsöffnungen frei bleiben bzw. die technische Lüftung eingeschaltet wird.
Siehe DIN VDE 0510 „VDE-Bestimmungen für Akkumulatoren und Batterie-Anlagen“.

4.4.7.2

Ladeeinrichtungen, Starthilfegeräte und elektrische Messgeräte zum Messen des Ladezustandes müssen so ausgerüstet sein, dass beim An- und Abklemmen der Anschlussleitungen kein elektrischer Lichtbogen in der Nähe der Gasaustrittsöffnungen der Akkumulatoren entstehen kann.
Dies wird erreicht, wenn in den Geräten oder Zuleitungen Einrichtungen vorhanden sind, die ein stromloses An- und Abklemmen ermöglichen.
Derartige Einrichtungen können z.B. sein:
  • mechanische Schalter,
  • elektronische Schaltungen,
  • ähnliche Bauteile.

4.4.8   Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen den betrieblichen und örtlichen Sicherheitsanforderungen genügen. Insbesondere sind § 3 UVV „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (VBG 4), die entsprechenden DIN VDE-Bestimmungen sowie in explosionsgefährdeten Räumen, in denen brennbare Flüssigkeiten der Gefahrklasse AI verwendet werden, die „Richtlinien für die Vermeidung der Gefahren durch explosionsfähige Atmosphäre – Explosionsschutz-Richtlinien – (EX-RL)“ (ZH 1/10) in Verbindung mit der DIN VDE 0165 „Errichtung elektrischer Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen“ zu beachten.

4.4.9   Einrichtungen zum Ableiten von Gasen, Dämpfen und Stäuben

4.4.9.1

Es müssen Einrichtungen vorhanden sein, die brennbare, giftige oder gesundheitsschädliche Gase, Dämpfe und Stäube aus den Arbeitsräumen abführen.
Angaben über Maßnahmen zur Lüftung von Arbeitsgruben sind in Abschnitt 4.15 der „Sicherheitsregeln für die Fahrzeug-Instandhaltung“ (ZH 1/454) enthalten.

4.4.9.2

Abgase von Verbrennungs- und Feuerungsanlagen müssen gefahrlos ins Freie geleitet werden können, sofern nicht durch behördliche Genehmigung erlaubt wird, die Verbrennungs- und Feuerungsanlagen ohne Abgasanlage zu betreiben.
Andere Feuerungsanlagen können z.B. Werkstattbeheizungen sein.

4.5   Fahrzeugwascheinrichtungen

4.5.1   Fahrzeugwaschanlagen

4.5.1.1   Allgemeines

Fahrzeugwaschanlagen müssen den „Richtlinien für Fahrzeugwaschanlagen“ (ZH 1/543) entsprechen.

4.5.1.2   Sicherheitsabstand

Im Arbeits- und Verkehrsbereich muss zwischen kraftbewegten Teilen von Fahrzeugwaschanlagen und festen Teilen der Umgebung bis zu einer Höhe von 2 m der jeweiligen Standfläche von Versicherten ein Sicherheitsabstand von mindestens 0,5 m vorhanden sein.
Feste Teile der Umgebung sind z.B. Gebäudeteile, Verstrebungen, Geländer.

4.5.1.3   Selbsttätig wirkende Einrichtungen

Kann der Sicherheitsabstand nach Abschnitt 4.5.1.2 aus baulichen Gründen nicht eingehalten werden, müssen die zwischen den kraftbewegten Teilen und der Umgebung gebildeten Quetsch- und Scherstellen durch besondere, selbsttätig wirkende Einrichtungen gesichert sein, die bei Berührung oder Auslösung durch eine Person die gesamte Anlage unverzüglich zum Stillstand bringen.
Solche Einrichtungen sind z.B. Schaftleisten, Schaltstangen, Seilzüge, Lichtschranken in Verbindung mit einer Steuerung, die einen Wiederanlauf der stillgesetzten Bewegung erst nach Betätigung eines hierfür vorgesehenen Stellteils ermöglicht.

4.5.1.4   Quetsch- und Scherstellen

Quetsch- und Scherstellen, die von Anlageteilen untereinander gebildet werden, müssen unter Berücksichtigung der von ihnen ausgehenden Gefahren und ihrer Sicherungsmöglichkeiten entweder verkleidet, verdeckt oder umwehrt sein. Die Schutzeinrichtungen müssen dauerhaft und fest angebracht sein.

4.5.1.5   Elektrische Betriebsmittel und Leitungen

Elektrische Betriebsmittel und Leitungen in Fahrzeugwaschanlagen müssen zur Verwendung in feuchten und nassen Räumen geeignet sein. Sie müssen den mechanischen Beanspruchungen durch die Bewegungsabläufe von Fahrzeugwaschanlagen standhalten und den allgemeinen anerkannten Regeln der Elektrotechnik entsprechen.

4.5.1.6   Elektrische Betriebsmittel im Nassbereich

Elektrische Betriebsmittel im Nassbereich von Fahrzeugwaschanlagen müssen mindestens der Schutzart IP 54 nach EN 60 529/ DIN VDE 0470-1 „Schutzarten durch Gehäuse (IP Code)“ entsprechen.

4.5.1.7   Befehlseinrichtungen

Fahrzeugwaschanlagen müssen mit Befehlseinrichtungen zum Ingangsetzen und Stillsetzen ausgerüstet sein, durch deren Betätigen Beginn und Ende der Bewegungsabläufe bestimmt werden können.

4.5.1.8   Not-Befehlseinrichtungen

Fahrzeugwaschanlagen müssen mit Not-Befehlseinrichtungen (Not-Aus) ausgerüstet sein, deren Stellteile deutlich erkennbar sowie leicht und gefahrlos erreichbar angeordnet sind.

4.5.1.9   Kennzeichnung

Auf jeder Fahrzeugwaschanlage müssen deutlich erkennbar und dauerhaft die folgenden Mindesthinweise angebracht sein:
  • Name und Anschrift des Herstellers,
  • das CE-Zeichen,
  • Bezeichnung der Serie oder des Typs,
  • gegebenenfalls Seriennummer,
  • Baujahr.

4.5.2   Flüssigkeitsstrahler

Flüssigkeitsstrahler müssen den „Richtlinien für Flüssigkeitsstrahler (Spritzgeräte)“ (ZH 1/406) entsprechen.