4.3.2.4   Überfallmeldeanlage

4.3.2.4.1
Zusätzlich zu Abschnitt 4.3.2.3 wird bei erhöhter Gefährdung eine Überfallmeldeanlage (ÜMA) empfohlen. Der Alarm muss zu einer oder mehreren Stellen weitergeleitet werden, die während der Arbeitszeit des Tankstellenpersonals die Einleitung hilfeleistender Maßnahmen gewährleisten.
Eine erhöhte Gefährdung ist z.B. bei folgenden Bedingungen gegeben:
  • Dunkelheit, insbesondere Nachtbetrieb zwischen 22 Uhr und 6 Uhr,
  • in Zeiten geringer Kundenfrequentierung,
  • keine Einsicht- oder Überwachungsmöglichkeit durch die Umgebung,
  • geringer Personalbestand,
  • regelmäßig hohe Bargeldbestände,
  • in den letzten 30 min vor Betriebsschluss.
Siehe auch:
DIN VDE 0833-1 „Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall; Allgemeine Festlegungen“,
DIN VDE 0833-3 „Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall, Festlegungen für Einbruch- und Überfallmeldeanlagen“.
4.3.2.4.2
Eine unverzügliche Weiterleitung des Alarms wird durch Überfallmeldeanlagen mit
  • Anschluss an Übertragungsanlagen für Gefahrenmeldungen (ÜAG) bei der Polizei mit permanenter Überwachung des ständig geschalteten Übertragungsweges,
  • Alarmweiterleitung an Übertragungsanlagen für Gefahrenmeldungen (ÜAG) bei einer mit Hilfsmaßnahmen beauftragten Stelle (z.B. Wach- und Sicherheitsunternehmen) mittels eines Automatischen Wähl- und Übertragungsgerätes (AWUG),
  • Alarmweiterleitung mittels eines Automatischen Wähl- und Ansagegerätes (AWAG) zu beauftragten Stellen/Personen (keine Alarmempfangszentrale erforderlich),
gewährleistet. Dabei müssen alarmempfangende Stellen von den alarmgebenden Stellen so getrennt sein, dass sie in den Überfall nicht unmittelbar einbezogen werden können.
Die Voraussetzungen, unter denen eine direkte Alarmweiterleitung zur Polizei genehmigt werden kann, sind in der „Richtlinie für Überfall- und Einbruchmeldeanlagen mit Anschluss an die Polizei (ÜEA)“ geregelt und werden auf Anfrage von der zuständigen Polizeibehörde mitgeteilt.