5   Durchschusshemmende Abtrennungen

Erfolgt die Sicherung von Arbeitsplätzen mit Bargeldbeständen mit durchschusshemmenden Abtrennungen, müssen diese so befestigt sein, dass sie sich auch bei Einwirkungen durch Körperkraft oder einfache Werkzeuge nicht lösen:
Eine dem Schutzziel entsprechende Ausführung und Befestigung wird z.B. erreicht, wenn
  • die verwendeten Materialien in Stärke und Ausführung mindestens der Widerstandsklasse B2/C2 mit Splitterschutz nach DIN 52 290 entsprechen,
  • Scheiben aus Verbundsicherheitsglas mit einem Seitenverhältnis von mehr als 2:1 mindestens dreiseitig gerahmt sind oder durch formschlüssige Befestigungen verhindert ist, dass die Scheiben sich bei Bruch lösen, oder
  • offene Fugen zwischen den einzelnen Bauelementen keinesfalls größer als 3 mm sind,
  • durchschusshemmende Abtrennungen im allgemeinen so ausgeführt sind, dass ihr Abstand von der Decke höchstens 40 mm beträgt,
  • in durchschusshemmende Abtrennungen integrierte Tresenelemente durchgehend durchschusshemmend ausgeführt sind und Sprech- und Durchreichöffnungen so ausgebildet sind, dass direkte Schüsse auf die zu schützenden Personen nicht möglich sind.
Bei Sprech- und Durchreichöffnungen sind direkte Schüsse auf die zu schützenden Personen nicht möglich, wenn z.B. bei
  • überlappenden Konstruktionen das Abstandsmaß höchstens 30 mm beträgt und dabei ein Verhältnis der Überlappung zum Abstand von mindestens 2:1 eingehalten wird,
  • festen Zahlmulden sowie bei Schiebemulden die lichte Höhe höchstens 30 mm beträgt,
  • Schiebemulden mit einer lichten Höhe von mehr als 30 mm eine Durchgriffmöglichkeit z.B. durch feste oder gegenläufige Abdeckungen in jeder Stellung der Mulden verhindert ist.
    Siehe auch
    Türen von durchschusshemmenden Abtrennungen, die vom Verkaufsraum in den gesicherten Bereich führen, müssen durchschusshemmend, selbstschließend und von außen nur mit einem Schlüssel oder vergleichbaren Verschlussmitteln zu öffnen sein. Die Türen müssen Durchblick von innen nach außen gewähren.
    Geeignet sind hydraulische Türschließer, in die Türen eingebaute Federbänder oder bei schweren Türen mit Steigung.
    Der Durchblick von innen nach außen kann z.B. durch den Einbau eines geeigneten Weitwinkelspions gewährleistet sein.
    Fenster von durchschusshemmend abgetrennten Bereichen, die ohne Hilfsmittel von außen erreichbar sind, müssen mit Sicherungen gegen Einstieg sowie gegen Einblick von außen ausgerüstet sein.
    Fenster gelten als von außen ohne Hilfsmittel erreichbar, wenn die Höhe zwischen Fensterunterkante und dem Erdboden oder einer entsprechenden Aufstandsfläche weniger als 2 m beträgt.
    Sicherungen gegen Einstieg können z.B. sein:
    • Festverglasungen,
    • fest verankerte Vergitterungen mit einem Abstand von höchstens 0,15 m für die senkrechten Stahlstäbe (Mindestmaterialstärke 18 mm),
    • Fenster mit Kippbeschlägen oder Sperrsystemen, die bei vertikalen Öffnungen nicht mehr als 0,15 m Öffnungsweite und bei horizontalen Öffnungen nicht mehr als 0,20 m Öffnungsweite zulassen.
    Sicherungen gegen Einblick können z.B. sein:
    • Sichtblenden,
    • entsprechend eingestellte Lamellentore
      oder
    • dichte Gardinen und Übervorhänge, deren Wirksamkeit nicht durch die Innenraumbeleuchtung oder durch Gegenlicht aufgehoben wird.