Anlage VIIId (Anlage VIII Nummer 4)
Untersuchungsstellen zur Durchführung von Hauptuntersuchungen, Sicherheitsprüfungen, Untersuchungen der Abgase und wiederkehrende Gasanlagenprüfungen
(Fundstelle: BGBl. I 2012, 756–761; bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

1   Zweck und Anwendungsbereich

1.1

Hauptuntersuchungen, Sicherheitsprüfungen, Untersuchungen der Abgase, Untersuchungen der Abgase von Krafträdern und wiederkehrende Gasanlagenprüfungen (im Folgenden als HU, SP, AU, AUK und GWP bezeichnet) sind unter gleichen Voraussetzungen und nach gleichen technischen Standards durchzuführen.

1.2

Die nachstehenden Vorschriften gelten für Untersuchungsstellen, an denen HU und/oder SP und/oder AU und/oder AUK und/oder GWP durchgeführt werden.

2   Untersuchungsstellen

An Untersuchungsstellen werden HU und/oder SP und/oder AU und/oder AUK und/oder GWP durchgeführt. Sie werden wie folgt unterteilt:

2.1   Prüfstellen

2.1.1   Prüfstellen allgemein

An Prüfstellen werden regelmäßig HU, SP, AU, AUK und GWP von amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfern oder Prüfingenieuren, im Folgenden als aaSoP oder PI bezeichnet, durchgeführt. Prüfstellen müssen sich während der Durchführung der Untersuchungen und Prüfungen in der ausschließlichen Verfügungsgewalt der Technischen Prüfstellen oder amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen befinden.

2.1.2   Prüfstellen von Technischen Prüfstellen

2.1.2.1

Die Technischen Prüfstellen unterhalten zur Gewährleistung eines flächendeckenden Untersuchungsangebots ihre Prüfstellen an so vielen Orten, dass die Mittelpunkte der im Einzugsbereich liegenden Ortschaften nicht mehr als 25 km Luftlinie von den Prüfstellen entfernt sind. In besonderen Fällen können die in Nummer 4.1 der Anlage VIII genannte(n) Stelle(n) Abweichungen zulassen oder einen kürzeren Abstand festlegen.

2.2   Prüfstützpunkte

An Prüfstützpunkten werden unter Inanspruchnahme der technischen Einrichtungen einer in die Handwerksrolle eingetragenen Kraftfahrzeugwerkstatt oder eines entsprechenden Fachbetriebs, dazu zählen auch Kraftfahrzeugwerkstätten zur Betreuung eines Fuhrparks, der entsprechend Nummer 2.2 der Anlage VIIIc geeignet und rechtlich befugt ist, festgestellte Mängel nach Maßgabe von Nummer 3.1.4.5 der Anlage VIII zu beheben, HU und/oder SP und/oder AU und/oder AUK und/oder GWP durchgeführt.

2.3   Prüfplätze

Auf Prüfplätzen dürfen nur Fahrzeuge des eigenen Fuhrparks, dazu zählen alle Fahrzeuge eines Halters oder Betreibers, oder land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge mit Vmax/zul. ≤ 40 km/h untersucht und/oder geprüft werden.

2.4   Anerkannte Kraftfahrzeugwerkstätten zur Durchführung von SP und/oder AU und/oder AUK und/oder GWP

SP und/oder AU und/oder AUK und/oder GWP dürfen durch dafür anerkannte Kraftfahrzeugwerkstätten in den im Anerkennungsbescheid bezeichneten Betriebsstätten oder Zweigstellen durchgeführt werden.

3   Ausstattung und bauliche Gegebenheiten von Untersuchungsstellen, Mess- und Prüfgeräte

3.1

Die Mindestanforderungen an Untersuchungsstellen ergeben sich aus der Tabelle am Ende dieser Anlage.

3.2

Die Einhaltung der für die eingesetzten Mess-/Prüfgeräte geltenden Vorschriften oder Herstellervorgaben für die Kalibrierung sind von der Inhaberin oder vom Inhaber oder von der Nutzerin oder vom Nutzer der Untersuchungsstelle sicherzustellen. Werden die Vorschriften nicht eingehalten, ist die Durchführung von HU, SP, AU, AUK und GWP bis zur Wiederherstellung des ordnungsgemäßen Zustandes unzulässig.

3.3

Die Messgeräte nach den Nummern 20, 21 und 22 der Tabelle müssen über Einrichtungen verfügen oder mit Einrichtungen verbunden sein, die die zur Identifizierung erforderlichen Daten der zu untersuchenden Kraftfahrzeuge nach den Nummern 6.8.2.1 und 6.8.2.2 der Anlage VIIIa einschließlich der ermittelten Messwerte aufnehmen, speichern und bei Untersuchungen nach Nummer 3.1.1.1 der Anlage VIII in Form eines Nachweises ausdrucken. Die eingesetzte Softwareversion der Messgeräte muss zu Prüfungszwecken angezeigt werden können.

3.4

Die zulässigen Softwareversionen für Messgeräte nach Nummer 3.3 und das Datum, ab dem diese Softwareversionen spätestens anzuwenden sind, sowie Richtlinien über Anforderungen an Mess- und Prüfgeräte, für die keine eichrechtlichen Vorschriften bestehen, werden vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit Zustimmung der zuständigen obersten Landesbehörden im Verkehrsblatt veröffentlicht.

3.5

Die erforderlichen Vorgaben nach Anlage VIIIe für Einrichtungen nach Nummer 25 der Tabelle müssen dem jeweils aktuellen Stand entsprechen. Die Vorgaben müssen spätestens sechs Wochen nach Bereitstellung durch die Zentrale Stelle bei den Untersuchungen und Prüfungen angewendet werden. Es ist sicherzustellen, dass die jeweils angewendete Software der Einrichtung nach Nummer 25 der Tabelle mit dem letzten Aktualisierungsstand gekennzeichnet und auf dem Untersuchungsbericht und Prüfprotokoll (§ 29 Absatz 9) angegeben wird.

4   Abweichungen

4.1

An Prüfstützpunkten und Prüfplätzen ist eine ständige Ausstattung mit den nach Nummer 3.1 vorgeschriebenen und in der Tabelle unter den Nummern 5, 6, 10, 12 bis 15 und 17 bis 26 bis 25 aufgeführten Prüfgeräten dann entbehrlich, wenn sichergestellt ist, dass die für die jeweiligen Untersuchungen/Prüfungen notwendigen Geräte von den durchführenden Personen mitgeführt und bei HU, SP, AU, AUK und GWP eingesetzt werden.

4.2

Von der nach Nummer 3.1 vorgeschriebenen Ausstattung mit Mess- und Prüfgeräten sind Abweichungen an Untersuchungsstellen zulässig, wenn an diesen nur bestimmte Fahrzeugarten untersucht oder geprüft werden. Die zulässigen Abweichungen ergeben sich aus der Tabelle am Ende dieser Anlage; sie sind der zuständigen Anerkennungsstelle nach Nummer 4 der Anlage VIII oder Nummer 1.1 der Anlage VIIIc zu melden.

5   Schlussbestimmungen

Veränderungen bei Untersuchungsstellen, welche ihre Anerkennung beeinflussen können, sind der Anerkennungsstelle nach Nummer 4.1 der Anlage VIII oder Nummer 1.1 der Anlage VIIIc unaufgefordert mitzuteilen. Bei Zuwiderhandlung gegen die Nummern 1 bis 4 kann die Untersuchungs- und/oder Prüftätigkeit in den betreffenden Untersuchungsstellen untersagt werden.
Ausstattung und bauliche Gegebenheiten von Untersuchungsstellen, Mess- und Prüfgeräte zu Nummer 3
 1234567
Unter-
suchungs-
stellen/
Anforderungen
PrüfstellenPrüfstütz-
punkte
PrüfplätzeAnerkannte Kraftfahrzeugwerkstätten zur Durchführung von
SPAUAUKGWP
1. GrundstückLage und Größe müssen ordnungs-
gemäße HU/AU/SP an zu erwartender Zahl von Fahrzeugen gewährleisten.
Muss so beschaffen sein, dass Störungen im öffentlichen Verkehrsraum durch den Betrieb nicht entstehen.Geeigneter Platz zur Durchführung einer HU/
AU/SP an mindestens einem Fahrzeug muss vorhanden sein.
Mindest
größe ergibt sich aus 2.
Mindest
größe ergibt sich aus 2.
Mindest
größe ergibt sich aus 2.
Mindest
größe ergibt sich aus 2.
2. Bauliche AnforderungenPrüfhalle muss festeingebaute Prüf­ein­rich­tungen über­decken. Ihre Ab­mes­sungen richten sich nach der Anzahl der Prüfgassen und deren Ausrüstung. Die Länge und Höhe wird durch den Einbau der jeweiligen Prüfgeräte und die Ab­mes­sungen der zu unter­su­chen­den Fahr­zeuge be­stimmt.Ausreichend bemessene Halle oder überdachter Platz in Abhängigkeit von den zu untersuchen-
den Fahrzeugen
(z. B. nur Fahrzeuge bis zu einer bestimmten zul. Gesamtmasse).
Aus­reichend be­mes­se­ne Halle oder über­dach­ter Platz, wo ein Last­kraft­wa­gen­zug ge­prüft wer­den kann.Ausreichend bemessene Halle oder geschlossener Prüfraum. Die Größe richtet sich nach der Art der zu unter­suchenden Kraft­fahr­zeuge ent­sprechend der An­er­ken­nung (z. B. nur Fahrzeuge bis zu einer bestimmten zul. Ge­samt­masse).Geeigneter und geschlossener Prüfraum, wo mindestens ein Kraftrad untersucht werden kann.Ausreichend bemessene Halle oder überdachter Platz in Abhängigkeit von den zu un­ter­su­chenden Fahrzeugen
(z. B. nur Fahrzeuge bis zu einer bestimmten zul. Gesamt­masse).
3. Grube, Hebebühnen oder Rampe mit ausreichender Länge und Beleuchtungs-
möglichkeit sowie mit Einrichtung zum Freiheben der Achsen oder Spieldetektoren
XX
Jedoch entbehrlich, sofern nur Krafträder untersucht werden.
X
Jedoch entbehrlich, sofern nur Fahrzeuge mit Vmax./zul ≤ 40 km/h untersucht werden.
XX
Jedoch ohne Einrichtung zum Freiheben der Achsen oder Spieldetektoren.
4. Ortsfester BremsprüfstandXX1)X1)X1)
5. Schreibendes BremsmessgerätX2)X2)X2)X2)
6. Prüfgerät zur Funktions-
prüfung von Druckluftbrems-
anlagen
X3)X3)X3)X3)
7. Druckluft-
beschaffungs-
anlage ausreichender Größe und Leistung
X
8. Füll- und Entlüftergerät sowie Pedalstütze (Prüfung) für Hydraulik-
bremsanlagen
X4)
9. Mess- und Prüfgeräte       
9.1 zur Prüfung einzelner Bremsaggregate und BremsventileX5)
9.2 zur Prüfung des LuftpressersX5)
10. Bandmaß oder anderes Längenmess-
mittel (≥ 20 mm), Zeitmesser
XXXNur Zeitmesser
11. Scheinwerfer-
einstellprüfgerät und ebene Fläche für die Aufstellung des Fahrzeugs
XXX6)
12. Prüfgerät für die elektrischen Verbindungs-
einrichtungen zwischen Kraftfahrzeug und Anhänger
XXX
13. Lehren für die Überprüfung von Zugösen und Bolzen der Anhänger-
kupplung,
X7)X7)X7)X7)
Zugsattelzapfen, X7)X7)X7)X7)
Sattelkupp-
lungen,
X7)X7)X7)X7)
Kupplungs-
kugeln
XXXX
14. Messgeräte zur Messung der Spitzenkraft nach Anhang V der Richtlinie 2001/85/EGX8)X8)X8)X8)
15. Prüfgerät zur Funktions-
prüfung von Geschwindig-
keitsbegrenzern
X9)X9)X9)
16. Ausstattung mit Spezialwerk-
zeugen nach Art der zu erledigenden Montagearbeiten
X
17. Messgerät zur Ermittlung der Temperatur des MotorsXXXXX
18. Geräte zur Prüfung von Schließwinkeln, Zündzeitpunkt und MotordrehzahlX10)X10)X10)X10)X11)
19. CO-Abgasmessgerät oder Abgasmessgerät für Fremd-
zündungs-
motoren
X10)X10)X10)X10)X
20. Abgasmessgerät für Fremd-
zündungs-
motoren
XXX12)X13)
21. Abgasmessgerät für Kompressions-
zündungs-
motoren
XXX12)X14)X15)
22. Prüf- und Diagnosegerät zur Prüfung von OBD-KfzXXX12)X
23. Messgerät für Geräusch-
messung
XXX
24. Prüfmittel für die Gasanlagen-
prüfung: Lecksuchspray für die zu prüfenden Betriebsgase (LPG, CNG) zum Auffinden von Gasundichtig-
keiten
X16)X16)X16)X
25. Einrichtungen für die Systemdaten-
prüfung und/oder Prüfungen über die elektronische Fahrzeug-
schnittstelle
XXXX17)
26. Fußkraft-
messgerät (Bremsanlagen)
X19)X18)X18)X18)
Fußnote
(+++ Anlage VIIId: Zur Anwendung vgl. § 72 Abs. 2 Nr. 9 +++) Anlage VIIId Nr. 4.1: IdF d. Art. 1 Nr. 13 Buchst. f V v. 10.5.2012 I 1086 mWv 1.6.2012; bzgl. Kursivdruck – Änderungsanweisung hätte ggf. richtig lauten müssen „In Nummer 4.1 wird die Angabe „Nummern 5, 6, 11, 13 bis 16 und 18 bis 25“ durch die Angabe „Nummern 5, 6, 10, 12 bis 15 und 17 bis 26“ ersetzt.“
Fußnote 1)
Ausstattung nicht erforderlich, wenn ausschließlich Fahrzeuge mit Vmax/zul.≤ 40 km/h geprüft werden oder die nicht auf Bremsenprüfstand geprüft werden können.
Fußnote 2)
Ausstattung nicht erforderlich, wenn ausschließlich Fahrzeuge untersucht werden, bei denen für die Bremsprüfung ein schreibendes Bremsmessgerät nicht erforderlich ist oder Einrichtungen nach 25 vorhanden sind.
Fußnote 3)
Ausstattung nur erforderlich, wenn Fahrzeuge mit Druckluftbremsanlagen untersucht und geprüft werden.
Fußnote 4)
Ausstattung nur erforderlich, wenn Fahrzeuge mit Hydraulikbremsanlagen geprüft werden; Beschränkung in Anerkennung aufnehmen.
Fußnote 5)
Entfällt, wenn die aufgeführten Teile nicht instand gesetzt, sondern nur ausgetauscht werden.
Fußnote 6)
Ausstattung entbehrlich, wenn nur Kraftfahrzeuge mit Vmax/zul. ≤ 40 km/h untersucht werden und eine senkrechte Prüffläche und ebene Fläche für die Aufstellung des Fahrzeugs vorhanden ist.
Fußnote 7)
Ausstattung nur erforderlich, wenn Lastkraftwagen, Sattelzugmaschinen, Zugmaschinen, selbstfahrende Arbeitsmaschinen, Kraftomnibusse, Anhänger und Sattelanhänger untersucht und geprüft werden.
Fußnote 8)
Ausstattung nur erforderlich, wenn Kraftomnibusse mit mehr als 22 Fahrgastplätzen untersucht und geprüft werden.
Fußnote 9)
Jedoch entbehrlich, sofern nur Kraftfahrzeuge untersucht werden, die nicht mit Geschwindigkeitsbegrenzern ausgerüstet sind.
Fußnote 10)
Jedoch entbehrlich, sofern nur Kraftfahrzeuge untersucht werden, die unter den Anwendungsbereich der Nummer 1.2.1.1 Buchstabe a der Anlage VIII fallen.
Fußnote 11)
Geräte zur Prüfung von Schließwinkel und Zündzeitpunkt entbehrlich; bordeigene Drehzahlmessgeräte an Krafträdern sind zulässig.
Fußnote 12)
Jedoch entbehrlich, sofern nur Kraftfahrzeuge mit Vmax/zul. ≤ 40 km/h oder die nach Nummer 1.2.1.2 Anlage VIII von der Durchführung der AU befreit sind untersucht werden.
Fußnote 13)
Jedoch entbehrlich, sofern nur Kraftfahrzeuge untersucht werden, die mit Kompressionszündungsmotor angetrieben werden.
Fußnote 14)
Jedoch entbehrlich, sofern nur Kraftfahrzeuge untersucht werden, die mit Fremdzündungsmotor angetrieben werden.
Fußnote 15)
Jedoch entbehrlich, sofern nur Krafträder untersucht werden, die mit Fremdzündungsmotor angetrieben werden.
Fußnote 16)
Ausstattung nur erforderlich, wenn GWP durchgeführt werden.
Fußnote 17)
Ausstattung nur für die Prüfung über die elektronische Schnittstelle erforderlich.
Fußnote 19)
Ausstattung erforderlich für Prüfstellen der Technischen Prüfstellen.
Fußnote 18)
Ausstattung nur erforderlich, wenn Einrichtungen nach 25 nicht vorhanden sind.