Anhang 2

Ein- und Ausstiege, Aufstiege, Arbeitsplätze auf Fahrzeugen

1   Ein- und Ausstiege, Aufstiege

1.1   Stufenaufstiege und zugeordnete Haltemöglichkeiten, Ein- und Ausstiege zum Führerhaus

 BenennungAbmessungen in mmErläuterungen
1.1.1Abstand der untersten
Stufe vom
Boden
maximal 500; für
schwere Baustellen-
fahrzeuge,
Geländefahrzeuge und dergleichen:
maximal 650; für
Feuerwehrfahrzeuge:
maximal 625
im unbeladenen Zustand des Fahrzeuges; nach Führerhausrichtlinien maximal 650 mm ausreichend
1.1.2Abstand
der Stufen
maximal 400;
sofern technisch
notwendig und
Feuerwehrfahrzeuge:
maximal 500
Stufenabstände untereinander möglichst gleich; Abweichung maximal 10 %
1.1.3Auftrittstiefe der Stufenmindestens 80 
1.1.4Fußraumtiefemindestens 150Abstand von Vorderkante Stufe bis zum festen Bauteil
1.1.5Fußraumhöhemindestens 150empfohlen 190 mm
1.1.6Auftrittsbreite
der Stufen
mindestens 300empfohlen 400 mm, nach Führerhausrichtlinien für Führerhauseinstiege 230 mm ausreichend
1.1.7Trittsicherheit 
  • bei Trittstufen außen am Fahrzeug: z. B. Roste, Lochbleche, Streckbleche (gegebenenfalls auf Trägermaterial)
  • bei anderen Trittstufen (die nicht bewittert oder während der Fahrt eingeschmutzt werden können): z. B. Profilierung, Riffelbleche, geeignete Überzüge
1.1.8Haltemöglich-
keiten
 Aufstiegen müssen griffgünstig angebrachte Haltegriffe oder andere gleichwertige Halteeinrichtungen zugeordnet sein; Haltestangen oder Haltegriffe bei mehr als zweistufigen Aufstiegen sind so anzuordnen, dass sich eine Person jeweils gleichzeitig an drei Punkten abstützen kann; Feuerwehrfahrzeuge siehe DIN 14502-2
1.1.8.1Griffdurch-
messer, -
stärke
mindestens 16, maximal 38empfohlen werden 25 mm
1.1.8.2Grifflängemindestens 150Müll-/Abfallsammelfahrzeuge siehe Anhang 3
1.1.8.3Griffabstand
von
Bauteilen
mindestens 50Müll-/Abfallsammelfahrzeuge siehe Anhang 3
1.1.8.4Abstand
Unterkante
Haltegriff
vom Boden
maximal 1650Müll-/Abfallsammelfahrzeuge siehe Anhang 3
1.1.8.5Abstand
Oberkante
Haltegriff von der obersten Stufe (Führer-
hausboden)
mindestens 500empfohlen werden mindestens 900 mm;
Müll-/Abfallsammelfahrzeuge siehe Anhang 3

1.2   Leiteraufstiege, Sprossen und zugeordnete Haltemöglichkeiten

 BenennungAbmessungen in mmErläuterungen
1.2.1Abstand der untersten Sprosse vom Bodenmaximal 500;
sofern technisch
notwendig, z. B.
aufgrund von
Überhangwinkel,
Unterfahrschutz,
seitlichen
Schutzeinrichtungen,
maximal 650
im unbeladenen Zustand des Fahrzeuges; Leiterende gegebenenfalls klappbar ausführen
1.2.2Abstand der Sprossenmaximal 280;
Feuerwehrfahrzeuge:
maximal 300,
zwischen oberster
Sprosse und
dem Dach
maximal 350
gleichmäßig, ohne Unterbrechungen
1.2.3Auftrittstiefe der Sprossenmindestens 20 
1.2.4Fußraumtiefemindestens 150Abstand von Mitte Sprosse zum festen Bauteil
1.2.5Trittsicherheit z. B. Profilierung oder geeignete Überzüge
1.2.6Holmabstandmindestens 300
maximal 450;
Feuerwehrfahrzeuge
mindestens 250
 
1.2.7Holmführung senkrecht; Neigung bis zu 70° gegen die Waagerechte zulässig; gebogene, den Fahrzeugaufbauten folgende Holme sind ungeeignet; Trittflächen bei jeder Holmführung waagerecht
1.2.8Haltemöglich-
keit am
oberen
Leiterende
 durch Holmverlängerung, klappbaren Haltegriff oder Geländer
Höhemindestens 1000
Durchmessermindestens 16
maximal 38;
Feuerwehrfahrzeuge
siehe DIN 14502-2
empfohlen werden 25 mm
1.2.9Ausziehbare,
klappbare
Leitern
 leichtgängig, ohne Quetsch- und Scherstellen, kein Durchpendeln oder Durchdrücken (Nachgeben) in Arbeitsstellung; gegen unbeabsichtigte Bewegungen während der Fahrt formschlüssig zu sichern
Aufstieg und Übergang zum Laufsteg
Aufstieg und Übergang zum Laufsteg
Fußraumtiefe
Fußraumtiefe
Beispiel ungeeigneter Steigleiterform
Beispiel ungeeigneter Steigleiterform
Beispiele von rutschhemmenden Sprossenquerschnitten mit einer Auftrittstiefe von mindestens 20 mm
Beispiele von rutschhemmenden Sprossenquerschnitten mit einer Auftrittstiefe von mindestens 20 mm

1.3   Einzeltrittaufstiege an Bordwänden und zugeordnete Haltemöglichkeiten

Aufstiege mit Einzeltritten sollen nur vorgesehen werden, wenn Leitern oder Trittstufen nicht angebracht werden können; Einzeltritte können auch beweglich (klappbar, verschiebbar) angeordnet sein, z. B. als Klapptritte.
 BenennungAbmessungen in mmErläuterungen
1.3.1Abstand des unteren
Einzeltrittes vom Boden
maximal 650empfohlen werden 500 mm
1.3.2Einzeltrittbreite für einen Fußmindestens 160empfohlen werden 200 mm
1.3.3Einzeltritttiefe = Fußraumtiefemindestens 150 
1.3.4Senkrechter
Abstand der Einzeltritte
maximal 400gleiche Abstände zwischen den Einzeltritten und zwischen oberem Einzeltritt und dem zu erreichenden Arbeitsplatz/der Ladefläche
1.3.5Seitlicher
Versatz
mehrerer
übereinander angeordneter Einzeltritte
 ohne Unterschneidung
1.3.6Zahl der beweglich angeordneten Einzeltritte (Klapptritte)maximal 2
Tritte
 
1.3.7Haltemög-
lichkeiten
 durch ergonomisch angeordnete Haltegriffe an Eckrungen oder Bordwänden oder Haltestange (ausziehbar); Maße siehe Abbildung
1.3.8Bei Klapp-
tritten auf Bordwand
 Durchpendeln der Bordwand muss vermieden sein
1.3.9Bei verschieb-
baren
Einzeltritten
 geeignete Arretierung vorsehen
Klapptritt-Aufstieg an einer Bordwand
Klapptritt-Aufstieg an einer Bordwand
Zu Klapptritt-Aufstiegen gehören zweckmäßig angeordnete Haltemöglichkeiten. Solche können z. B. in die Eckrunge integriert oder klappbar ausgeführt sein.

2   Arbeitsplätze auf Fahrzeugen

2.1   Laufstege

 BenennungAbmessungen in mmErläuterungen
2.1.1Laufstegbreitemindestens 400;
Feuerwehrfahr-
zeuge:
mindestens 300
Zwischenräume vom Laufsteg zum Bauteil vermeiden oder möglichst gering halten
2.1.2Laufsteglängemindestens 500
über die Außenkante
der letzten zu
betätigenden
Einrichtung
hinausragend
 
2.1.3Trittsicherheit rutschhemmende Roste ausreichender Tragfähigkeit; Riffelbleche sind ungeeignet, z. B. bei Vereisung; Feuerwehrfahrzeuge siehe DIN 14502-2
2.1.4Laufsteg-
anordnung
 auf beiden Seiten der zu betätigenden Einrichtung, bei schrägliegenden Aufbauten waagerecht
2.1.5Laufsteg-
verbindungs-
stücke
zwischen zu betätigenden Einrichtungen
 gleiche Höhe und Ausführung wie Laufstege
Doppelter Laufsteg mit Verbindungsstück
Doppelter Laufsteg mit Verbindungsstück
Doppelter Laufsteg
Doppelter Laufsteg

2.2   Arbeitsplätze (Bühnen) und Standflächen

 BenennungAbmessungen in mmErläuterungen
2.2.1Arbeitsplätze an zu betätigenden Einrichtungen
des Fahrzeug-
aufbaus
 möglichst großflächig aus rutschhemmenden Rosten
2.2.2Arbeitsbühne
für einen Dom
 sie muss die Außenkanten des Domes allseitig um mindestens 500 mm umgeben
2.2.3Arbeitsbühne für mehrere DomeBreite mindestens
Domdeckeldurch-
messer + 2 x 400
die Länge richtet sich nach der Zahl der Dome; sie muss über die Außenkante des letzten Domes mindestens 500 mm hinausragen
2.2.4Standflächen zur Betätigung und Wartung fahrzeug-
eigener Aggregate
mindestens
400 x 500
aus rutschhemmenden Rosten
Arbeitsbühne für einen Dom
Arbeitsbühne für einen Dom
Auslegen der Domwanne bei Koffertanks
Auslegen der Domwanne bei Koffertanks
Arbeitsfläche bei mehreren stehenden Behältern
Arbeitsfläche bei mehreren stehenden Behältern

2.3   Absturzsicherungen

 BenennungAbmessungen in mmErläuterungen
2.3.1Geländer Geländer bestehen aus Stützen, Handlauf, Knieleiste und Fußleiste. Ein Geländer ist als sicher anzusehen, wenn mögliche Belastungen aufnehmen kann. Geländer und Pfosten müssen derart bemessen und die Verankerung und Verbindung der Geländerteile so ausgeführt sein, dass das Geländer einer an seiner Oberkante angreifenden Horizontalkraft von 300 N standhält.
2.3.2Betätigung
klappbarer oder versenkbarer Konstruktionen
 leichtgängig, ohne Quetsch- und Scherstellen; in Arbeitsstellung feststellbar, Sicherung gegen unbeabsichtigtes Aufstellen und gegen Fahrgeräusche
2.3.3Handlaufhöhemindestens 1000 
2.3.4Knieleistein halber
Geländerhöhe
 
2.3.5FußleisteHöhe 50 
Hinweise
  1. Geländer – wo feststehende Anbringung nicht möglich – so klappen oder absenken, dass Laufstege und Arbeitsplätze (Bühnen) sicher begehbar bleiben, wenn das Geländer, z. B. infolge unzureichender Höhe der Ladestelle, nicht aufgestellt werden kann.
  2. Seile anstelle von Handläufen sind nicht zulässig, ausgenommen bei Autotransportern; siehe dazu § 24 Abs. 5 Nr. 1. Seile anstelle von Knieleisten sind zulässig.
  3. Für Feuerwehrfahrzeuge siehe auch § 24 Abs. 5 Nr. 2.
Laufsteg mit feststehendem Geländer
Laufsteg mit feststehendem Geländer
Arbeitsbühne mit freistehendem Geländer, z. B. bei Chemikalienfahrzeugen
Arbeitsbühne mit freistehendem Geländer, z. B. bei Chemikalienfahrzeugen
Geländer parallel zum Laufsteg klappbar
Geländer parallel zum Laufsteg klappbar
Seitlich klappbares Geländer
Seitlich klappbares Geländer