3.9   Reinigung von Verkehrsmitteln

Die Reinigung von Verkehrsmitteln umfasst neben Bussen und Bahnen auch Flugzeuge. Der Umfang der Reinigungsarbeiten beinhaltet neben der Innen- oft auch die Außenreinigung des jeweiligen Verkehrsmittels. Bei der Unterhaltsreinigung, der Sanitär-, Glas- und Sonderreinigung ergeben sich zusätzliche Gefährdungen durch die sehr begrenzten Reinigungszeiten, die engen Einsatzbereiche sowie die Arbeitsumgebung.
Abb. 75 Auf dem Weg zur Flugzeugreinigung

Auf dem Weg zur Flugzeugreinigung
Symbol: Paragraf
Rechtliche Grundlagen
Abb. 76 Busreinigung
 Busreinigung
Abb. 77 In der Bahn

In der Bahn
Piktogramm für Information
Weitere Informationen
  • DGUV Information 201-021 „Sicherheitshinweise für Arbeiten im Gleisbereich von Eisenbahnen“
  • DGUV Information 203-006 „Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen“
  • DGUV Information 212-016 „Warnkleidung“
  • Fachthema „Hautschutz bei der Arbeit“, BG BAU Abr. Nr.: 717
  • Gefahrstoffdatenbanksysteme (z. B. WINGIS unter www.wingis.de)
Zeichnung: Pylon
Gefährdungen
In den Bereichen der Verkehrsmittelreinigung können folgende Gefährdungen auftreten
  • Stolpern, Rutschen und Stürzen
  • elektrische Gefährdungen
  • Gefahrstoffe (Graffitientfernung, Desinfektion)
  • Angefahren und Überfahren werden durch Betriebsverkehr
  • Stoßen, Schneid- und Stichverletzung
  • Biostoffe (z. B. Blut, Fäkalien, Erbrochenes, kontaminierte Kanülen/Spritzen)
Zeichnung: zwei Zahnräder
Maßnahmen
Während die Außenreinigung von Verkehrsmitteln überwiegend in speziellen Waschstraßen, bzw. -anlagen mit wenig Zugangsmöglichkeiten erfolgt, müssen für die Innenreinigung oft lange Wege zu den Innenreinigungswaschplätzen zurückgelegt werden. Aus den örtlichen Gegebenheiten, wie auch aus den Besonderheiten der Arbeitsplätze in den Verkehrsmitteln ergeben sich die nachfolgenden Maßnahmen:
Stolpern, Rutschen, Stürzen
Achten Sie darauf, dass die Verkehrswege zu den Arbeitsplätzen, aber auch die Arbeitsplätze in den Verkehrsmitteln so gestaltet sind, dass diese sicher begangen, bzw. befahren werden können. Verkehrswege müssen frei sein von Hindernissen, Stolperfallen und Öffnungen, in die man hineintreten kann. Sorgen Sie dafür, dass nur festgelegte Verkehrswege genutzt werden.
Stellen Sie Ihrem Personal in vorgegebenen Bereichen, wie Betriebshöfen, S3 Sicherheitsschuhe zur Verfügung und sorgen Sie dafür, dass diese getragen werden. Weisen Sie Ihren Beschäftigten darauf hin, zum Ein- und Ausstieg nur sichere Zugänge zu verwenden (z. B. Innenreinigungsbühnen oder Einstiegshilfen). Sorgen Sie für eine ausreichende Beleuchtung.
Elektrische Gefährdung
Für die Versorgung der elektrischen Betriebsmittel sind Speisepunkte mit Fehlerstromschutzeinrichtungen (RCD) erforderlich, stellen Sie deren Vorhandensein sicher.
Bevor Reinigungsarbeiten in der unmittelbaren Nähe von Freileitungen (z. B. Oberleitungen) durchgeführt werden sollen, müssen Sie den Betreiber darüber informieren. Er gibt Maßnahmen zum sicheren Arbeiten in der Nähe unter Spannung stehender Leitungen vor. Gegebenenfalls muss die Leitung durch den Betreiber freigeschaltet werden. Dazu ist eine entsprechende Terminplanung notwendig.
Zeichnung: Faust mit Daumen nach oben
Stellen Sie Ihren Beschäftigten akkubetriebene Maschinen zur Verfügung.
Gefahrstoffe (Einsatz von Reinigungsmitteln, Graffitientfernung)
Bei der Reinigung von Verkehrsmitteln kommen Reinigungs- und Desinfektionsmittel sowie Graffiti-Entferner zum Einsatz, die zu einer erhöhten Gefährdung führen können. Informieren Sie sich anhand der Angaben im Sicherheitsdatenblatt oder in der GISBAU-Information über die gefährlichen Eigenschaften des Produkts und die erforderlichen Schutzmaßnahmen.
Berücksichtigen Sie bei der Festlegung geeigneter Schutzmaßnahmen das angewendete Arbeitsverfahren (z. B. Sprühen) sowie die Arbeitsumgebung und -bedingungen, z. B. Lüftungsverhältnisse oder Überkopfarbeiten. Erstellen Sie hierüber eine Betriebsanweisung.
Abb. 78 Graffitientfernung auf dem Betriebshof

Graffitientfernung auf dem Betriebshof
Angefahren und Überfahren werden durch Betriebsverkehr
Tragen Sie dafür Sorge, dass gekennzeichnete/vorgegebene Wege genutzt werden und bei Werksverkehr geeignete Warnkleidung getragen wird. Stimmen Sie Zeitfenster für die Reinigungsarbeiten mit den auftraggebenden Betrieben ab und sorgen Sie für deren Einhaltung.
Stoßen, Schneid- und Stichverletzungen
Sorgen Sie dafür, dass Ihre Beschäftigten nicht in Behältnisse greifen. Stellen Sie Aufnahmehilfen (z. B. Greifzangen) zur Verfügung.
Biostoffe
Da bei der Reinigung von Verkehrsmitteln ein Kontakt mit Kontaminationen, z. B. mit Blut, Fäkalien, Erbrochenem, kontaminierten Kanülen/Spritzen, nicht auszuschließen ist, müssen entsprechende Schutzmaßnahmen mittels einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt und im Anschluss festgelegt werden. Meist werden hierbei primär hygienische Maßnahmen ausreichen.
Je nach Einzelfall sind zusätzliche Vorkehrungen zum Schutz der betroffenen Beschäftigten zu treffen.