3.7   Grundreinigung

Zusätzlich zur Unterhaltsreinigung werden zum Werterhalt des Gebäudes bei der Grundreinigung in größeren Zeitabständen hartnäckige Verschmutzungen, abgenutzte Pflegefilme oder andere Rückstände entfernt, die das Aussehen der Oberfläche beeinträchtigen. Hierbei werden Maschinen, wie Einscheibenmaschinen oder Sprühextraktionsgeräte, verwendet und es kommen spezielle Reinigungsprodukte zum Einsatz. Daher ergeben sich besondere Anforderungen an die Organisation des Arbeitsschutzes, bei der Planung und Ausführung der Tätigkeiten.
Abb. 71 Hinweis Rutschgefahr

Hinweis Rutschgefahr
Symbol: Paragraf
Rechtliche Grundlagen
Piktogramm für Information
Weitere Informationen
  • DGUV Information 203-006 „Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen“
  • DGUV Information 204-006 „Anleitung zur Ersten Hilfe“
  • DGUV Information 208-016 „Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten“
  • Fachthema „Hautschutz bei der Arbeit“, BG BAU Abruf Nr.: 717
  • Gefahrstoffdatenbanksysteme (z. B. WINGIS unter www.wingis.de)
  • Baustein-Merkheft der BG BAU, Abrufnr. 406: „Gebäudereiniger“
Zeichnung: Pylon
Gefährdungen
Bei der Grundreinigung können insbesondere folgende Gefährdungen auftreten
  • Rutschgefahr durch Arbeit in der Reinigungsflotte
  • Einsatz von Reinigungsmitteln mit erhöhter Gefährdung (kennzeichnungspflichtige Produkte)
  • Feuchtarbeit
  • Absturz von Leitern
  • Elektrische Gefährdung durch den Einsatz von Maschinen ohne Schutzisolierung
  • Heben und Tragen schwerer Einrichtungsgegenstände oder Reinigungsmaschinen (z. B. Einscheibenmaschinen vom Fahrzeug zum Einsatzort)
  • mechanische Gefährdung beim Treibtellerwechsel der Einscheibenmaschinen
Zeichnung: zwei Zahnräder
Maßnahmen
Die erforderlichen Schutzmaßnahmen ergeben sich aus den örtlichen Gegebenheiten, den Arbeitsverfahren und dem eingesetzten Personal.
Stolpern, Rutschen, Stürzen
Sensibilisieren Sie Ihre Beschäftigten in Bezug auf Unfallschwerpunkte, wie glatte/feuchte Böden, unaufgeräumte Örtlichkeiten oder Fehltritte auf Treppen.
Sorgen Sie dafür, dass die Beschäftigten geeignetes – mindestens fersenumschließendes –feuchtigkeitsdichtes Schuhwerk mit Rutschhemmung verwenden. Schuhe/Stiefel der Kategorie S3/S5 erfüllen diese Anforderungen.
Abb. 70 Einscheibenmaschine mit PRCD-S
 Einscheibenmaschine mit PRCD-S
Umgang mit Reinigungsmitteln und Feuchtarbeit
Ermitteln Sie, ob es sich bei den auszuführenden Tätigkeiten um Feuchtarbeit handelt und stimmen Sie gegebenenfalls die Maßnahmen darauf ab.
Grundreiniger sind Reinigungsmittel, die Reizungen oder Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden verursachen können. Besteht Spritzgefahr, z. B. beim Ansetzen der verdünnten Reinigungsflotte, ist als Augenschutz eine Korbbrille zu tragen. Als Handschutz eignen sich Chemikalienschutzhandschuhe aus Naturlatex, Nitril- oder Butylkautschuk. Einmal- Chemikalienschutzhandschuhe sind ungeeignet.
Als Körperschutz sind geschlossene, langärmelige Arbeitskleidung sowie Gummistiefel oder flüssigkeitsdichte Schuhe erforderlich.
Werden Grundreiniger eingesetzt, die die Stoffe 2-Butoxyethanol oder Limonen enthalten (GISCODE: GG60, GG90), müssen die Arbeiten bei geöffneten Fenstern und Türen durchgeführt werden. Trotzdem kann der Arbeitsplatzgrenzwert überschritten und zusätzlich Atemschutz (z. B. Halbmaske mit Gasfilter A1) erforderlich werden.
Grundreiniger ohne 2-Butoxyethanol oder Limonen sind vorzuziehen. Bei diesen sind auch Überschreitungen von Arbeitsplatzgrenzwerten nicht zu erwarten. Dennoch sollte der Arbeitsbereich auch beim Einsatz dieser Produkte nach Möglichkeit gut gelüftet werden.
Beim Einsatz von Grundreinigungsmitteln sind aufgrund der hohen Gefährdung bei Augen- oder Hautkontakt sofortige Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderlich. Nach Augenkontakt ist 10 Minuten unter fließendem Wasser bei gespreizten Lidern zu spülen. Es ist immer eine augenärztliche Sprechstunde aufzusuchen. Nach Hautkontakt sind betroffene Stellen mindestens 15 Minuten unter fließendes kaltes Wasser zu halten.
Saure Grundreinigungsmittel dürfen nicht in Kontakt mit hypochlorithaltigen Reinigungsmitteln kommen, da sonst giftiges Chlorgas entsteht.
Absturz von Leitern
Vermeiden Sie möglichst den Einsatz von Leitern, indem Sie z. B. teleskopierbare Arbeitsmittel einsetzen. Ist dies nicht möglich, prüfen Sie den Einsatz von Arbeitsbühnen.
Lässt sich der Leitereinsatz nicht umgehen, wählen Sie die sicherste Art der Leiter aus (z. B. Podestleiter). Unterweisen Sie Ihr Personal im Umgang mit dem ausgewählten Arbeitsmittel.
Elektrische Gefährdung
Nicht schutzisolierte Maschinen und Geräte können sicher betrieben werden, wenn Schutzadapter mit Schutzleiterüberwachung (PRCD-S) verwendet werden oder wenn sichergestellt ist, dass nur geprüfte Steckdosen mit vorgeschaltetem FI- Schutzschalter vorhanden sind.
Schutzisolierte Maschinen sind gekennzeichnet mit folgendem Symbol:
Bei diesen ist nur ein Schutzadapter ohne Schutzleiterüberwachung (PRCD) erforderlich.
Heben und Tragen
Stellen Sie beim Entladen und Transport schwerer Maschinen wie Einscheibenmaschinen entsprechende Transport- und Tragehilfen zur Verfügung, sofern diese maschinenseitig nicht vorhanden sind. Gegebenenfalls sollte beim Entladen und Transport zum Einsatzort eine zweite Person eingesetzt werden.
Mechanische Gefährdung
Weisen Sie Ihre Beschäftigten darauf hin, dass bei elektrisch betriebenen Maschinen vor dem Werkzeugwechsel (z. B. Treibteller oder Pad) die Stromzufuhr zu unterbrechen oder das unbeabsichtigte Einschalten zu verhindern ist.