3.6   Baureinigung

Unter Baureinigung versteht man Reinigungstätigkeiten sowohl während der Bauzeit (Bauzwischenreinigung) als auch zum Ende der Bauzeit (Bauschlussreinigung). Die Bauzwischenreinigung umfasst das Entfernen von grober Verschmutzung bis hin zur Bauschuttbeseitigung im laufenden Baubetrieb. Durch die Situation „Baustelle“ und die Gewerke übergreifenden Tätigkeiten sind zur Gewährleistung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes der Beschäftigten besondere Anforderungen gestellt. Bauschlussreinigung ist die Reinigung nach Abschluss der Bauarbeiten zur Übergabe des Objektes an Nutzende.
Abb. 68 Bauentstauber

Bauentstauber
Symbol: Paragraf
Rechtliche Grundlagen
Abb. 69 Grobschmutz mit Schaufel aufnehmen

Grobschmutz mit Schaufel aufnehmen
Piktogramm für Information
Weitere Informationen
  • DGUV Information 203-006 „Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen“
  • DGUV Information 212-024 „Gehörschutz
  • Fachthema „Hautschutz bei der Arbeit“ (BG BAU Abr. Nr. 717)
  • Baustein-Merkheft „Gebäudereiniger“, BG BAU Abr. Nr. 406
Zeichnung: Pylon
Gefährdungen
Bei der Baureinigung können insbesondere folgende Gefährdungen auftreten:
  • Stolpern, Rutschen, Stürzen (z. B. durch Bodenunebenheiten, Baumaterialien, Bodenöffnungen und unaufgeräumte Verkehrswege)
  • Elektrische Gefährdung durch Maschineneinsatz oder vorhandene elektrische Betriebsmittel
  • Verätzung, Reizung und Entfettung der Haut durch Umgang mit Reinigungsmitteln
  • Gefährdung durch Staub
  • Mechanische Gefährdung (z. B. stoßen, stechen, schneiden)
  • Absturz von hochgelegenen Arbeitsplätzen
  • Lärm
Zeichnung: zwei Zahnräder
Maßnahmen
Die erforderlichen geeigneten Schutzmaßnahmen ergeben sich aus den örtlichen Voraussetzungen und dem eingesetzten Personal.
Stolpern, Rutschen, Stürzen
Sensibilisieren Sie Ihre Beschäftigten hinsichtlich der auf der Baustelle erhöhten SRS- Gefährdung. Achten Sie insbesondere auf die Sicherung kleinerer Bodenöffnungen.
Arbeitsplätze und Verkehrswege müssen ausreichend beleuchtet sein.
Bei der Baureinigung sind grundsätzlich Sicherheitsschuhe (S3) zu tragen.
Elektrische Gefährdung
Der Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln erfordert einen besonderen Anschlusspunkt, der durch eine vorgeschaltete Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (mit 30 mA Bemessungsdifferenzstrom) geschützt ist.
Stellen Sie sicher, dass nur geprüfte elektrische Betriebsmittel zum Einsatz kommen. Nutzen Sie keine fremden ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmittel.
Umgang mit Reinigungsmitteln
Bei der Baureinigung werden z. B. Boden-, Oberflächen-, Glas- und Sanitärreiniger eingesetzt. Grobe Verschmutzungen erfordern häufig den Einsatz von Konzentraten, die für Ihre Beschäftigten besondere Gesundheitsgefahren darstellen.
Dabei müssen Haut und Augen Ihres Personals geschützt werden. Sorgen Sie dafür, dass Schutzbrillen und geeignete Schutzhandschuhe, z. B. aus Naturlatex, Nitril oder Polychloropren (gegebenenfalls mit Baumwollunterziehhandschuhen) getragen werden. Das Tragen von Atemschutz ist in der Regel nicht erforderlich.
Nach der Arbeit oder bei längeren Unterbrechungen sollten die Hände mit hautpflegenden Salben eingecremt werden.
Erstellen Sie Betriebsanweisungen für den Umgang mit den jeweiligen Konzentraten und unterweisen Sie Ihre Beschäftigten.
Gefährdung durch Staub
Vermeiden Sie durch die Auswahl geeigneter Arbeitsmittel oder -verfahren, wie den Einsatz von Industriestaubsaugern der Staubklasse M oder die Verwendung von Bindemitteln, die Entstehung von gesundheitsschädlichen Stäuben am Arbeitsplatz.
Mechanische Gefährdung
Zum Schutz vor spitzen und scharfkantigen Gegenständen bei Entsorgungsarbeiten ist geeigneter Handschutz zur Verfügung zu stellen, der einer erhöhten mechanischen Einwirkung standhält.
Hier können robuste Lederhandschuhe eingesetzt werden.
Gegen herabfallende Gegenstände und Anstoßgefährdung sind Industrieschutzhelme zu tragen.
Gegen Eintritt in spitze Gegenstände oder herabfallende Teile schützen Sicherheitsschuhe der Kategorie S3.
Absturz
Arbeitsplätze und Verkehrswege müssen so beschaffen sein, dass sie jederzeit ein sicheres Arbeiten ermöglichen. Besteht die Gefahr des Absturzes müssen tragfähige Geländer oder Abdeckungen vorhanden sein.
Beim Einsatz oder der Nutzung von Gerüsten beachten Sie die erforderliche Prüfung durch eine zur Prüfung befähigte Person.
Lärm
Bei lärmintensiven Tätigkeiten in der Baustellenumgebung ist dem Personal geeigneter Gehörschutz zur Verfügung zu stellen.
Fußnote TRGS 559
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 01.04.2020 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
Hier geht's weiter zur Publikation TRGS 559.