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BG-Regel

Sicheres Arbeiten in der Gummiindustrie

DGUV Regel 113-010 (bisher BGR 221)
Stand: März 2008

Berufsgenossenschaftliche Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BG-Regeln) sind Zusammenstellungen bzw. Konkretisierungen von Inhalten z. B. aus
  • staatlichen Arbeitsschutzvorschriften (Gesetze, Verordnungen)
    und/oder
  • berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (Unfallverhütungsvorschriften)
    und/oder
  • technischen Spezifikationen
    und/oder
  • den Erfahrungen berufsgenossenschaftlicher Präventionsarbeit.
BG-Regeln richten sich in erster Linie an den Unternehmer und sollen ihm Hilfestellung bei der Umsetzung seiner Pflichten aus staatlichen Arbeitsschutzvorschriften oder Unfallverhütungsvorschriften geben sowie Wege aufzeigen, wie Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren vermieden werden können.
Der Unternehmer kann bei Beachtung der in BG-Regeln enthaltenen Empfehlungen, insbesondere den beispielhaften Lösungsmöglichkeiten, davon ausgehen, dass er damit geeignete Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren getroffen hat. Andere Lösungen sind möglich, wenn Sicherheit und Gesundheitsschutz in gleicher Weise gewährleistet sind. Sind zur Konkretisierung staatlicher Arbeitsschutzvorschriften von den dafür eingerichteten Ausschüssen technische Regeln ermittelt worden, sind diese vorrangig zu beachten.

Vorbemerkung

Diese für das Herstellen und Verarbeiten von Gummi erarbeitete BG-Regel konkretisiert die anzuwendenden Rechtsvorschriften, beschreibt den Stand der Technik im Hinblick auf die zu treffenden Maßnahmen und kann daher als allgemein anerkannte Regel für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit betrachtet werden.
Diese BG-Regel bietet dem Betreiber eine praxisorientierte Unterstützung bei der Erfüllung der Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung und der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1). Abschnitt 5 enthält Gefährdungen und Schutzmaßnahmen, die bei den meisten Arbeitsbereichen zu beachten sind. Abschnitt 6 beschreibt die für einzelne Tätigkeiten/Arbeitsmittel typischen Gefährdungen in Verbindung mit speziellen Schutzmaßnahmen. Auf Rechtsgrundlagen und ergänzende Informationen wird hingewiesen. Dabei wird entsprechend dem in den BG-Informationen „Gefährdungsbeurteilung – Durchführung“ (BGI 570) und „Gefährdungsbeurteilung – Gefährdungskatalog“ (BGI 571) aufgezeigten Ablauf vorgegangen.
Ihre besondere Praxisfreundlichkeit erhält diese BG-Regel durch die Aufnahme erläuternder Fotos, Grafiken und Tabellen. Sie stellt damit für den Unternehmer und die Beschäftigten in der Gummiindustrie ein umfassendes Regelwerk für Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes dar.
Fußnote Betriebssicherheitsverordnung
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1   Anwendungsbereich

Diese Regel findet Anwendung auf das Herstellen und Verarbeiten von Gummi.
Zu den Produkten aus Gummi gehören z. B.:
  • Fahrzeugreifen,
  • technische Artikel und
  • Gebrauchsgüter.
Die Regel weist auf Gefährdungen hin, die beim Umgang mit Stoffen, Zubereitungen und technischen Einrichtungen auftreten können und beschreibt geeignete Schutzmaßnahmen.

2   Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser BG-Regel werden folgende Begriffe bestimmt:

2.1

Chemikalien sind Einsatzstoffe, die die Eigenschaften von Mischungen beeinflussen.

2.2

Als Einsatzstoffe werden alle Stoffe bezeichnet, die dem Kautschuk zugemischt werden.

2.3

Für „Elastomere“ wird in dieser BG-Regel der Begriff „Gummi“ verwendet.

2.4

Füllstoffe sind pulverförmige oder granulierte Stoffe, unter anderem Einsatzstoffe.

2.5

Gebrauchsgüter (Fertigwaren) sind Artikel, deren Be- und Verarbeitung abgeschlossen ist.

2.6

Gummi ist das weitmaschig vernetzte hochelastische polymere Endprodukt.

2.7

Haftvermittler sind Stoffe, die die Verbindung zwischen Gummi und anderen Materialien ermöglichen.

2.8

Hilfsstoffe sind z. B. Weichmacher, Antioxidantien, Alterungsschutzmittel, Lichtschutzmittel, Lösemittel.

2.9

Kautschuk ist der unvernetzte polymere Rohstoff, aus dem das Fertigerzeugnis Gummi hergestellt wird.

2.10

Konfektionieren ist das Nachbearbeiten bzw. Vervollständigen von unvulkanisierten und vulkanisierten technischen Gummiartikeln (z. B. Aufbaumaschinen für Reifen und Luftfedern).

2.11

Als Mischung bezeichnet man den mit Einsatzstoffen vermischten Kautschuk.

2.12

Durch die Betätigung der Befehlseinrichtung für den Not-Halt (auch „Pilzschalter“ genannt) sollen die gefahrbringenden Bewegungen der Maschine so schnell wie möglich stillgesetzt werden. Das primäre Ziel besteht darin, Gefährdungen, die durch kraftbetätigte Bewegungen hervorgerufen werden, so schnell wie möglich zu beseitigen, wobei gegebenenfalls auch Sicherungsbewegungen (z. B. das Auseinanderfahren von Walzen) ausgeführt werden müssen.
Hinweis: Zum Begriff „Not-Halt“ siehe DIN EN ISO 13 850 „Sicherheit von Maschinen – Not-Halt – Gestaltungsgrundsätze“. Im Gegensatz zum Not-Halt bezieht sich das Ausschalten im Notfall – Not-Aus – auf Risiken, die durch elektrische Spannungen verursacht werden. Siehe hierzu auch Abschnitt 4.6 der BG-Information „Maschinen, Sicherheitskonzepte und Schutzeinrichtungen“ (BGI 5049).

2.13

Technische Gummiartikel werden in technische Güter eingebaut.

2.14

Trennmittel sind flüssige oder feste Stoffe, die das Haften von Mischungen oder Gummi, z. B. an Werkzeugen, verhindern.

2.15

Unter Umschlagen werden verstanden: Anliefern, innerbetrieblicher Transport, Lagern, Bereitstellen am Arbeitsplatz, Beschicken und Entleeren von Anlagen.

2.16

Verdeckungen sind trennende Schutzeinrichtungen.

2.17

Vulkanisation ist der Vorgang oder das Verfahren, bei dem Kautschuk aus dem plastischen in den elastischen Zustand (Gummi) übergeht.

2.18

Unvulkanisierte Halbzeuge sind Rohlinge, Streifen, Platten usw. aus Mischungen – mit oder ohne Festigkeitsträger.

2.19

Vulkanisationschemikalien sind Stoffe, die die Vulkanisation beeinflussen oder ermöglichen.

2.20

Weichmacher sind technische Öle, die die Härte der Gummimischungen beeinflussen.

2.21

Zubereitungen sind aus zwei oder mehreren Stoffen bestehende Gemenge, Gemische oder Lösungen.

2.22

Zweihandsteuerungen dürfen nur eingesetzt werden, wenn die Maschine bestimmungsgemäß durch nur einen Maschinenführer bedient werden kann. Dieser muss von der Zweihandsteuerung aus den Gefahrbereich einsehen können.

3   Rechtliche Grundlagen

Zur Verhütung von Arbeitsunfällen und zum Gesundheitsschutz der Versicherten hat der Unternehmer nach den §§ 3 und 4 Arbeitsschutzgesetz und § 2 der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1) Maßnahmen nach den Arbeitsschutzvorschriften zu treffen. Diese Maßnahmen müssen dem Stand von Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene entsprechen sowie die sonstigen gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigen. Der Unternehmer hat die getroffenen Maßnahmen nach § 3 Arbeitsschutzgesetz auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Versicherten anzustreben.
Welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind, hat der Unternehmer nach § 5 Arbeitsschutzgesetz und § 3 Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1) durch eine Beurteilung der für die Versicherten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln. Diese Verpflichtung wird in anderen Regelwerken konkretisiert, z. B. der Betriebssicherheitsverordnung, der Gefahrstoffverordnung, den BG-Regeln für den Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung sind zu dokumentieren.
Hinweise zu Durchführung und Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung enthält die BG-Information „Gefährdungsbeurteilung – Durchführung“ (BGI 570).
  • Arbeitsstätten müssen entsprechend der Arbeitsstättenverordnung einschließlich ihres Anhangs so eingerichtet und betrieben werden, dass von ihnen keine Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten ausgehen.
  • Maschinen und Anlagen müssen der Maschinenrichtlinie 98/37/EG, dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz, den Verordnungen zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz, dem Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten und der Niederspannungsrichtlinie 2006/95/ EG entsprechen.
    Die europäischen Richtlinien werden durch harmonisierte Normen konkretisiert. Deren Anwendung ist freiwillig. Werden diese Normen angewendet, kann man davon ausgehen, dass die grundlegenden Sicherheitsanforderungen der Richtlinien eingehalten sind (Vermutungswirkung). Werden diese Normen nicht angewendet, muss ein mit der Norm vergleichbares Sicherheitsniveau erreicht werden. Sind keine harmonisierten Normen vorhanden, können nationale Spezifikationen nach Artikel 5 Abs. 1 der Maschinenrichtlinie hilfreich sein, z. B. BG-Regeln.
    Verwendungsfertige Maschinen, die nach dem 1. Januar 1995 in den Verkehr gebracht worden sind, müssen mit Konformitätserklärung und Betriebsanleitung geliefert werden und die CE-Kennzeichnung aufweisen. Dadurch dokumentiert der Hersteller, dass seiner Auffassung nach die Maschine allen einschlägigen Richtlinien der EG entspricht (für Anhang IV-Maschinen gilt dies nur unter bestimmten Voraussetzungen). Ein GS-Zeichen zeigt an, dass die Maschine von einer zugelassenen Prüfstelle geprüft worden ist und den geltenden Sicherheitsvorschriften, also auch den anzuwendenden europäischen Richtlinien, entspricht.
    Wurde eine Maschine nur mit Herstellererklärung geliefert – ist sie nicht verwendungsfertig – ist der Betreiber verantwortlich, die Konformität der Maschine herzustellen und nachzuweisen.
    Altmaschinen müssen dem Stand der Technik zum Zeitpunkt ihres erstmaligen Inverkehrbringens entsprechen. Dieser Stand der Technik ist im Wesentlichen durch die Unfallverhütungsvorschriften beschrieben worden, die zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens gegolten haben. Einige dieser Unfallverhütungsvorschriften sind inzwischen außer Kraft gesetzt worden. Unfallverhütungsvorschriften (auch zurückgezogene) können unter www.dguv.de (Suchwort „Medien/Datenbanken“) eingesehen werden. Mindestens müssen jedoch die Anforderungen von Anhang 1 Nr. 1 und 2 der Betriebssicherheitsverordnung eingehalten sein. Dazu kann es aufgrund des Unfallgeschehens in Einzelfällen notwendig sein, Nachrüstungen vorzunehmen, die über das Niveau der zum Zeitpunkt der Herstellung der Altmaschine geltenden Unfallverhütungsvorschrift hinausgehen. Dazu gibt es Empfehlungen des Fachausschusses Chemie, abzurufen über die Homepage der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (www.bgchemie.de → Prävention → Maschinensicherheit).
    Die in dieser BG-Regel aufgeführten Gefährdungen und Schutzmaßnahmen betreffen Neu- und Altmaschinen; wesentliche zusätzliche Anforderungen an Neumaschinen sind durch ein gelbes Raster hervorgehoben.
  • Der Unternehmer hat nach der Betriebssicherheitsverordnung die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, damit nur Arbeitsmittel (dies sind Maschinen, Geräte, Werkzeuge oder Anlagen, die bei der Arbeit benutzt werden) ausgewählt und den Versicherten bereitgestellt werden, die für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet sind und bei deren bestimmungsgemäßer Benutzung Sicherheit und Gesundheitsschutz der Versicherten gewährleistet sind.
    Nach § 5 der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1) hat der Unternehmer bei der Beschaffung von technischen Arbeitsmitteln dem Auftragnehmer schriftlich die allgemein anerkannten sicherheitstechnischen Regeln aufzugeben. Die Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet den Arbeitgeber ferner in § 4 dazu, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit nur Arbeitsmittel bereitgestellt werden, die für die Bedingungen am Arbeitsplatz geeignet sind und bei deren bestimmungsgemäßer Benutzung Sicherheit und Gesundheitsschutz der Versicherten in vollem Umfang gewährleistet sind. Zur Umsetzung dieser Anforderungen können folgende organisatorische Maßnahmen hilfreich sein:
    • Mitwirkung der Fachkraft für Arbeitssicherheit beim Bestellvorgang (z. B. Freigabe des Kaufvertrages erst nach deren Stellungnahme).
    • Schulung der Mitarbeiter der Einkaufsabteilung (z. B. Vermittlung von Kenntnissen über die Bedeutung von harmonisierten Normen oder über Anforderungen aus dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz).
    • Bereitstellung von Listen mit einschlägigen harmonisierten Normen.
    • Anforderung von Betriebsanleitungen vor der Bestellung, Bewertung der Betriebsanleitung durch Fachabteilungen mit dem Ziel, Defizite in der Sicherheit aufzudecken.
    • Freigabe der Zahlungen an den Maschinenhersteller erst nach einer sicherheitstechnischen Abnahme der Maschine.
    Der sichere Zustand muss auch nach Instandhaltungsarbeiten gegeben sein. Ist es nicht möglich, Sicherheit und Gesundheitsschutz der Versicherten in vollem Umfange zu gewährleisten, hat der Unternehmer geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Gefährdung möglichst gering zu halten. Bei den Vorkehrungen und Maßnahmen hat er die Gefährdungen zu berücksichtigen, die mit der Benutzung des Arbeitsmittels selbst verbunden sind und die am Arbeitsplatz durch Wechselwirkung der Arbeitsmittel untereinander oder mit Arbeitsstoffen oder der Arbeitsumgebung hervorgerufen werden können (Gefährdungsbeurteilung nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung).
  • Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, Zubereitungen und bestimmten Erzeugnissen hat der Unternehmer nach der Gefahrstoffverordnung Vorkehrungen zu treffen, um Versicherte vor arbeitsbedingten und sonstigen Gesundheitsgefahren und die Umwelt vor stoffbedingten Schädigungen zu schützen. Es sind alle dem Stand der Technik entsprechenden technischen und organisatorischen Maßnahmen zu treffen. Lassen sich dadurch nicht alle Gefährdungen vermeiden, sind wirksame persönliche Schutzausrüstungen (PSA) entsprechend den Vorgaben der PSA-Benutzungsverordnung zu verwenden. Sie müssen der Verordnung über das Inverkehrbringen von persönlichen Schutzausrüstungen (8. GPSGV) entsprechen.
Fußnote Betriebssicherheitsverordnung
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Fußnote Gefahrstoffverordnung
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Fußnote Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten
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Fußnote Anhang 1 Nr. 1 und 2 der Betriebssicherheitsverordnung
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Fußnote Betriebssicherheitsverordnung
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Fußnote Betriebssicherheitsverordnung
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Fußnote § 4
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Fußnote § 3 der Betriebssicherheitsverordnung
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Fußnote Gefahrstoffverordnung
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4   Arbeitsbereiche und Tätigkeiten

Die Betriebe der Gummiindustrie stellen die unterschiedlichsten Produkte her, z. B. Fahrzeugreifen, Förderbänder, Antriebsriemen, Formartikel, Dichtungen, Schläuche aber auch Handschuhe, Stiefel, Bälle, Schlauchboote.
Die folgende Tabelle zeigt typische Arbeitsbereiche und Tätigkeiten beim Herstellen und Verarbeiten von Gummi.
Herstellen und Verarbeiten von Gummi
UmschlagHerstellen
von
Mischungen
Verarbeiten
von
Mischungen
und unvulkani-
sierten Halbzeugen
Diskontinu-
ierliche
Vulkanisation
Kontinuier-
liche
Vulkanisation
Nachbe-
arbeiten,
Konfektionieren
Qualitäts-
kontrolle
Weiter- und Wiederver-
wertung
System-
fertigung
Oberflächen-
behandlung
Instand-
halten,
Reinigen
Abschnitt 6.1Abschnitt 6.2Abschnitt 6.3Abschnitt 6.4Abschnitt 6.5Abschnitt 6.6Abschnitt 6.7Abschnitt 6.8Abschnitt 6.9Abschnitt 6.10Abschnitt 6.11
Stückgut- und Containerumschlag Abschnitt 6.1.1Zerkleinern von Kautschukballen Abschnitt 6.2.1Arbeiten an Walzwerken Abschnitt 6.3.1Arbeiten an Reifenheizern Abschnitt 6.4.1Arbeiten an UHF-Anlagen Abschnitt 6.5.1Mechanisches Nachbearbeiten Abschnitt 6.6.1Physikalische und chemische PrüfungReifenrund-
erneuerung Abschnitt 6.8.1
Montage- und Konfektio-
nierungs-
arbeiten
Vorbehandeln von Festigkeits-
trägern und Verbundmaterial Abschnitt 6.10.1
Maschinen, Anlagen Abschnitt 6.11.1
Arbeiten an Silos und Tanks Abschnitt 6.1.2Abwiegen der Einsatzstoffe Abschnitt 6.2.2Arbeiten an Kalandern Abschnitt 6.3.2Arbeiten an
Pressen und Spritzgießma-
schinen Abschnitt 6.4.2
Arbeiten an Heißluftanlagen
und IR-Heizkanälen
Abschnitt 6.5.2
Thermisches Nachbearbeiten Abschnitt 6.6.2 Herstellen von Regenerat Abschnitt 6.8.2 Spritzen, Lackieren, Kleben, Beflocken, Beschichten, Tauchen Abschnitt 6.10.2Formen Abschnitt 6.11.2
 Arbeiten an Innenmischern Abschnitt 6.2.3Arbeiten an Extrudern Abschnitt 6.3.3Arbeiten an Vulkanisier-
kesseln und
-schränken Abschnitt 6.4.3
Arbeiten an Salzbadanlagen Abschnitt 6.5.3     Arbeitsplätze Abschnitt 6.11.3
 Arbeiten an Walzwerken Abschnitt 6.2.4Arbeiten an Wickelmaschinen Abschnitt 6.3.4 Arbeiten an
Trommel-
und Bandvulka-
nisieranlagen
(„Auma“)
Abschnitt 6.5.4
      
 Kühlen und Ablegen Abschnitt 6.2.5Arbeiten an Schneid- und Trennmaschinen Abschnitt 6.3.5        
 Einsatz von Trennmitteln Abschnitt 6.2.6Arbeiten an Streichmaschinen Abschnitt 6.3.6        
 Schneiden und Trennen von Mischungen Abschnitt 6.2.7Herstellen von Drahtkernen Abschnitt 6.3.7        
  Arbeiten an Mischern und Rührwerken Abschnitt 6.3.8        
  Konfektionieren Abschnitt 6.3.9        
  Einsatz von Trennmitteln Abschnitt 6.3.10        
   Arbeitsbereiche
  
   Tätigkeiten
Dabei werden die Arbeitsbereiche wie folgt charakterisiert:
  • Umschlagen
    Die Ausgangsstoffe werden in flüssiger, pastöser, fester schütt- und rieselfähiger Form (pulverförmig, schuppenförmig, grob- und feinkörnig, granuliert) sowie in fester kompakter Form verwendet. Die Anlieferung erfolgt mit Tank-, Silo-, Container- oder Lastfahrzeugen.
  • Herstellen von Mischungen
    Entsprechend der Rezeptur werden die Ausgangsstoffe überwiegend in Innenmischern und Walzwerken zu Mischungen verarbeitet.
  • Verarbeiten von Mischungen
    Je nach beabsichtigter Verwendung werden die Mischungen zu unvulkanisierten Halbzeugen verarbeitet, z. B. Rohlinge, Streifen, Platten, Granulat bzw. Pellets, Gummilösungen.
  • Diskontinuierliche Vulkanisation
    Die Mischungen werden durch Temperatur und gegebenenfalls Druck in diskontinuierlich arbeitenden Maschinen vernetzt. Häufig verwendete Maschinen sind Reifenheizer, Pressen, Spritzgießmaschinen, Vulkanisierkessel und -schränke.
  • Kontinuierliche Vulkanisation
    Die Mischungen werden durch Temperatur und gegebenenfalls Druck in kontinuierlich arbeitenden Anlagen vernetzt. Vielfach eingesetzt werden UHF-Anlagen, Heißluftanlagen, Salzbadanlagen, Trommel- und Bandvulkanisieranlagen („Auma“).
  • Nachbearbeiten
    Vulkanisierte Artikel werden mechanisch bearbeitet, z. B. durch Schneiden, Stanzen, Bohren, Schleifen.
  • Konfektionieren
    Unvulkanisierte oder vulkanisierte Halbzeuge werden zusammengefügt.
  • Qualitätskontrolle
    Es wird festgestellt, ob die Produkteigenschaften den vorgegebenen Anforderungen entsprechen.
  • Weiter- und Wiederverwertung
    Für den ursprünglich vorgesehenen Zweck nicht mehr brauchbare Gummiprodukte werden aufgearbeitet.
  • Systemfertigung
    Es werden einbaufertige Systeme hergestellt.
  • Oberflächenbehandlung
    Es werden die Eigenschaften von Oberflächen beeinflusst.
  • Instandhalten, Reinigen
In den vorstehend genannten Arbeitsbereichen bzw. bei den Tätigkeiten sind Gefährdungen/Belastungen möglich durch
  • organisatorische Faktoren,
  • Arbeitsplatzgestaltung,
  • ergonomische Faktoren,
  • mechanische Einwirkungen,
  • elektrischen Strom,
  • Stoffe,
  • Brände/Explosionen,
  • biologische Arbeitsstoffe,
  • spezielle physikalische Einwirkungen,
  • psychische Belastungsfaktoren,
  • sonstige Gefährdungs- und Belastungsfaktoren.
Für jeden Arbeitsbereich bzw. für jede Tätigkeit sind die vorhandenen Gefährdungen/Belastungen zu ermitteln und geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen. Hinweise und Hilfsmittel enthält die BG-Information „Gefährdungsbeurteilung – Durchführung“ (BGI 570), nachstehend BGI 570 genannt. Gleichartige oder ähnliche Tätigkeiten können gemeinsam betrachtet werden.
Bei der Gefährdungsbeurteilung ist nicht nur der Normalbetrieb zu betrachten. Wesentlicher Bestandteil ist auch die Beurteilung von Betriebsstörungen, Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten. Zu berücksichtigen ist, dass hier auch betriebsfremde Personen tätig werden können (z. B. Schlosser, Elektriker, Reinigungspersonal, Leiharbeitnehmer) die mit den möglichen Gefährdungen nicht so vertraut sind wie das Bedienpersonal.
Bei der Beurteilung helfen die Bausteine in den Abschnitten 5 und 6 dieser BG-Regel. Ergänzende Hinweise enthält die BG-Information „Gefährdungsbeurteilung – Gefährdungskatalog“ (BGI 571), nachstehend BGI 571 genannt.

5   Gefährdungskatalog – Übergreifende Maßnahmen

5.1   Gefährdung durch organisatorische Faktoren  Symbol

5.1.1   Unterweisung

Fehlende Information
  • Erstunterweisung vor Aufnahme der Tätigkeit insbesondere über
    • Normalbetrieb
    • Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung (Bedeutung und Pflicht zur Beachtung), Alarm- und Rettungsplan
    • Verhalten bei Unfällen, Bränden und Betriebsstörungen
  • Kurze, wiederkehrende Unterweisungen, möglichst häufig, mindestens einmal jährlich, insbesondere
    • von neuen Mitarbeitern
    • bei Arbeitsplatzwechsel
    • nach längerer Pause (z. B. Mutterschutz, Wehrdienst)
    • von besonders schutzbedürftigen Personen (z. B. Jugendliche, Schwangere, Behinderte, Personen, die nach einem schweren Arbeitsunfall eingegliedert werden)
    • von Leiharbeitnehmern, Fremdfirmenmitarbeitern, Reinigungspersonal, sonstigen Betriebsfremden
  • Durchführung der Unterweisung
    • in Gruppengesprächen unter aktiver Beteiligung der Teilnehmer
    • unter Berücksichtigung der Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisungen
    • arbeitsplatzbezogen
  • Auch über betriebsspezifische Abweichungen vom Normalbetrieb unterweisen
  • Unterweisung bei neuen Erkenntnissen bezüglich Gefährdungen und Belastungen (z. B. nach Unfällen, Beinahunfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen)
  • Unterweisung bei Vorliegen neuer oder anderer Gefährdungen und Belastungen (z. B. neue oder geänderte Maschinen, Verfahren, Tätigkeiten, Stoffe)
  • Unterweisung bei Änderung oder Einführung neuer Notfall-, Rettungs- und Alarmierungssysteme
  • Sicherstellen, dass gemäß Unterweisung gearbeitet wird
  • Regelmäßiges Training sicherer Verhaltensweisen und von Notfallmaßnahmen
  • Dokumentation der Unterweisung einschließlich Unterschrift der Teilnehmer
  • Siehe auch Abschnitt 5.1.10 dieser BG-Regel
Fußnote § 9 BetrSichV
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Fußnote § 14 Abs. 2 GefStoffV
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Fußnote TRGS 555
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5.1.2   Arbeitsplatzbezogene Betriebsanweisung

Fehlende Information
  • Erstellen von arbeitsplatz-, arbeitsbereichs- oder tätigkeitsbezogenen Betriebsanweisungen auf der Basis von Gefährdungsbeurteilungen
  • Beschreiben von Verhalten und Maßnahmen bei Gefährdungen und Belastungen im Normalbetrieb und bei betriebstypischen Abweichungen
  • Verfahrensanweisungen zur Durchführung von Wartung und Reparaturarbeiten erstellen, insbesondere die dabei anzuwendenden Schutzmaßnahmen festlegen (z. B. Verwendung von Abstützungen für schwere Maschinenteile bei Arbeiten am Hydrauliksystem)
Bei der Erarbeitung von Betriebsanweisungen für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen können in der Fachliteratur veröffentlichte oder durch spezielle Programme elektronisch erstellte Musterbetriebsanweisungen helfen. Musterbetriebsanweisungen finden sich z. B. auf der Homepage der BG Chemie, elektronisch erstellen lassen sie sich für viele Stoffe z. B. mit www.gischem.de oder www.gestis.de. Abbildung 1b zeigt eine mit www.gischem.de erstellte Betriebsanweisung, Abbildung 1a eine Fassung, die unter www.bgchemie.de/formularshop heruntergeladen werden kann. Unbedingt beachten: Jede Musterbetriebsanweisung muss den betrieblichen Gegebenheiten angepasst werden.
Rechtsgrundlagen und Informationen:
§ 9 BetrSichV; § 14 Abs. 1 GefStoffV; TRGS 555; BGI 566; BGI 578; interaktives Programm zum Erstellen von Betriebsanweisungen unter https://ssl.gischem.de/oeb/index.htm
Abbildung 1a: Betriebsanweisung für den Umgang mit Kohlenwasserstoffgemischen – Muster 1
Abbildung 1a: Betriebsanweisung für den Umgang mit Kohlenwasserstoffgemischen – Muster 1
Abbildung 1b: Betriebsanweisung für den Umgang mit Kohlenwasserstoffgemischen – Muster 2
Abbildung 1b: Betriebsanweisung für den Umgang mit Kohlenwasserstoffgemischen – Muster 2
Abbildung 1b: Betriebsanweisung für den Umgang mit Kohlenwasserstoffgemischen – Muster 2
Abbildung 1b: Betriebsanweisung für den Umgang mit Kohlenwasserstoffgemischen – Muster 2
Abbildung 2: Betriebsanweisung für den Umgang mit Gummiwalzwerk und Kalander – Muster
Abbildung 2: Betriebsanweisung für den Umgang mit Gummiwalzwerk und Kalander – Muster
Abbildung 3: Betriebsanweisung für das Tragen von Gehörschutz – Muster
Abbildung 3: Betriebsanweisung für das Tragen von Gehörschutz – Muster
Fußnote § 9 BetrSichV
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Fußnote § 14 Abs. 1 GefStoffV
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Fußnote TRGS 555
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5.1.3   Koordinieren von Arbeiten

Innerbetriebliches Koordinieren
  • Gegenseitige Absprache, Abstimmung und Information aller Beschäftigten (auch von Zeitarbeitnehmern) und Vorgesetzten, insbesondere auch bei Instandhaltungsarbeiten, um Gefährdungen durch unbeabsichtigtes Anlaufen von Maschinen (Abschnitt 5.4.4 dieser BG-Regel) zu verhindern
Einsatz von Fremdfirmen
Koordinieren auf Baustellen

5.1.4   Gefährliche Arbeiten

Einzelarbeitsplätze
Hinweis: Beurteilungskriterien siehe BG-Information „Auswahlkriterien für Einrichtungen zur Einleitung von Rettungsmaßnahmen an Einzelpersonen“ (BGI 667)
Arbeiten in Behältern und engen Räumen
Fehlende Erlaubnisscheine (z. B. Feuerarbeiten, Behältereinstiege, Elektroarbeiten, Öffnen geschlossener Systeme, Ausschachtarbeiten, Gerüstarbeiten)
  • Funktionsfähigkeit sicherheitstechnischer Einrichtungen vor der Inbetriebnahme von Maschinen überprüfen

5.1.5   Benutzen persönlicher Schutzausrüstungen

Auswahl und Benutzung
  • Geeignete und wirksame persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung stellen (z. B. gemäß Sicherheitsdatenblatt nach GefStoffV, Betriebsanweisung)
    M05 Fußschutz benutzen
    M05 Fußschutz benutzen
  • Persönliche Schutzausrüstungen in der Betriebsanweisung konkret benennen (z. B. nicht „Chemikalienschutzhandschuhe“, sondern „grüne Kunststoffhandschuhe“)
Fußnote GefStoffV
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Fußnote § 9 Abs. 2
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Fußnote 3 GefStoffV
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5.1.6   Erste-Hilfe-Systeme

Ersthelfer, Sanitäter, Erste-Hilfe-Material und -Einrichtungen

5.1.7   Alarm- und Rettungsmaßnahmen

Schadensfall
  • Alarmplan aufstellen
  • Flucht- und Rettungsplan aufstellen
  • Sammelplätze festlegen
  • Über Alarm- und Rettungsmaßnahmen unterweisen
  • Maßnahmen üben
  • Das Retten von Personen muss auch bei Energieausfall gewährleistet sein; eventuell benötigte Hilfswerkzeuge ständig bereit halten
E16 Sammelstelle
E16 Sammelstelle
Rechtsgrundlagen und Informationen:
§ 13 GefStoffV; § 4 Abs. 4 ArbStättV; § 22 BGV A1 i. V. m. Abschnitt 4.4 BGR A1; BGI 560
Fußnote § 13 GefStoffV
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5.1.8   Hygiene

Reinhalten der Arbeitsstätte
Hygiene beim Umgang mit Gefahrstoffen
Umkleideräume
Waschgelegenheiten, Waschräume

5.1.9   Arbeitsschutzorganisation

Verantwortlichkeiten
Betreuung durch Fachkraft für Arbeitssicherheit
Betreuung durch Betriebsarzt
Unterstützung durch Sicherheitsbeauftragte
Beteiligung des Betriebsrates
Arbeitsschutzausschuss

5.1.10   Allgemeine Kommunikation

Kommunikationsstil
Regelmäßige Kommunikation
Anlassbezogene Kommunikation (z. B. bei Veränderungen, Mängeln, Unfällen, Ereignissen, Beinaheunfälle)

5.1.11   Prüfpflichten

Mängel an Arbeitsmitteln (Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder Anlagen)
Hinweis: Ein Beispiel für eine Prüfliste ist in Anhang 3 der BG-Information „Spritzgießmaschinen“ (BGI 749) abgedruckt. Die Liste kann unter www.bgchemie.de/formularshop heruntergeladen werden.
Fußnote (TRBS 1203)
Hinweis zum Querverweis:
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Fußnote § 10 der Betriebssicherheitsverordnung
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Fußnote Abschnitt 3 der Betriebssicherheitsverordnung
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Fußnote TRBS 1201
Hinweis zum Querverweis:
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Fußnote Abschnitte 3.3.1
Hinweis zum Querverweis:
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Fußnote 3.5.1 der TRBS 1201
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Fußnote § 3 Abs. 3 der Betriebssicherheitsverordnung
Hinweis zum Querverweis:
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Fußnote § 15 der Betriebssicherheitsverordnung
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 03.02.2015 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
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Fußnote § 3 Abs. 3 der Betriebssicherheitsverordnung
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 03.02.2015 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
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Fußnote Abschnitt 3.3 der TRBS 1201
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Fußnote TRBS 1203
Hinweis zum Querverweis:
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Fußnote § 11 der Betriebssicherheitsverordnung
Hinweis zum Querverweis:
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Fußnote § 19 der Betriebssicherheitsverordnung
Hinweis zum Querverweis:
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Fußnote Abschnitt 4.2 der TRBS 1201
Hinweis zum Querverweis:
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5.2   Gefährdung durch Arbeitsplatzgestaltung  Symbol

5.2.1   Arbeitsräume

Raumgröße
Bewegungsfläche

5.2.2   Verkehrswege

In Räumen und im Freien
Türen und Tore
Laderampen
Treppen
Steigleitern, Steigeisengänge
Rettungswege, Notausgänge
Rangfolge bei der Auswahl von Zugängen (Rampen, Treppen, Treppenleitern, Steigleitern):
  • Zugang direkt vom Boden oder von einer Ebene
  • Rampen oder Treppen
    Rampen müssen einen Steigungswinkel von weniger als 10°, Treppen von mindestens 30° bis höchstens 38° aufweisen.
  • Leitern
    Wegen der erhöhten Sturzgefahr und der größeren körperlichen Anstrengung sind diese Zugänge nach Möglichkeit zu vermeiden.
    Leitern dürfen nur verwendet werden
    • bei geringem Höhenunterschied,
    • wenn abzusehen ist, dass die Zugänge nur sehr selten benutzt werden,
    • wenn keine großen Gegenstände transportiert werden müssen,
    • wenn sie zur selben Zeit nur von einer Person benutzt werden müssen und
    • wenn absehbar ist, dass über die Leiter keine Verletzten zu transportieren sind.
Hinweis zur Ermittlung der Zugangshäufigkeit: Es ist die gesamte Nutzungsdauer der Maschine zu berücksichtigen. Daher ist eine Treppenleiter oder Steigleiter nicht die geeignete Lösung, wenn der Zugangsweg häufig benutzt wird, z. B. während des Zusammenbaus oder der Montage der Maschine oder während periodischer Hauptinstandhaltungen.
Rechtsgrundlagen und Informationen: DIN EN ISO 14 122

5.2.3   Sturz auf der Ebene, Ausrutschen, Stolpern, Umknicken, Fehltreten

Verunreinigungen (z. B. Gleit- und Trennmittel)
Witterungsbedingte Glätte
Bodenunebenheiten, Höhenunterschiede (> 4 mm)
Herumliegende Teile
Unzureichende Form und Größe der Trittfläche
Falsches Schuhwerk

5.2.4   Absturz

Zusammenbruch oder Umkippen des Standobjektes
Abrutschen oder Abgleiten von z. B. Leiter, Podest
Überschreiten der Begrenzung hoch gelegener Flächen
Durchbrechen durch Dächer
Hineinstürzen in Bodenöffnungen
Witterungsbedingte Rutschgefahr (z. B. Eis, Feuchtigkeit)
  • Nur von sicheren Arbeitsplätzen aus bedienen (Beschicken, Störungen beseitigen), nicht auf die Maschinen steigen

5.2.5   Enge Räume

Zwischen festen Maschinenteilen
Arbeiten in Behältern (z. B. Innenmischer, Kessel, Rührwerke, Silos, Tanks, Gräben, Schächten)
Siehe auch Abbildung 4

5.2.6   Arbeiten am Wasser

Trifft in der Regel nicht zu
Abbildung 4: Erlaubnisschein für Arbeiten in Behältern und engen Räumen (Befahrerlaubnis) – Muster
Abbildung 4: Erlaubnisschein für Arbeiten in Behältern und engen Räumen (Befahrerlaubnis) – Muster

5.3   Gefährdung durch ergonomische Faktoren  Symbol

5.3.1   Schwere körperliche Arbeit

Handhaben von Lasten (z. B. Großreifen, Mischungspuppen, Spulen, Trommeln, Rollen, Halbzeuge, Formen)
Ungünstig gestaltete Arbeitsplätze

5.3.2   Einseitig belastende körperliche Arbeit

Sich ständig wiederholende Arbeitsgänge (z. B. Stückgutumschlag, Konfektionieren)
Wiederkehrende Bewegungen kleiner Muskeln der Finger, Hände, Arme mit relativ hoher Bewegungsfrequenz (z. B. Konfektionieren, Nacharbeiten)
Zwangshaltungen (Hocken, Knien, Stehen, Sitzen, Liegen, verdreht, gebeugt, überstreckt (Überkopf))
Beengte Raumverhältnisse
Halten

5.3.3   Beleuchtung

Beleuchtungsstärke
  • Verschmutzungen (Dämpfe, Stäube) an Beleuchtungskörpern beseitigen
  • Bei Prüfarbeitsplätzen sind über den in der Arbeitsstätten-Richtlinie „Künstliche Beleuchtung“ (ASR 7/3) vorgegebenen Rahmen hinausgehende Maßnahmen sinnvoll, z. B. besonders hohe Leuchtdichten bei der Prüfung dunkler Teile sicherstellen (Orientierungswert 1000 Lux)
  • Auf erhöhte Leuchtdichte beim Einsatz älterer Personen achten (50 % mehr zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr, Verdopplung ab dem 55. Lebensjahr – siehe z. B. www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/A15.html)
  • Blendung durch Art der Beleuchtung vermeiden (insbesondere beim Einsatz älterer Personen)
Leuchtdichteverteilung im Gesichtsfeld (Kontraste)
Direkt- und Reflexblendung
Örtliche Gleichmäßigkeit
Zeitliche Gleichmäßigkeit
Lichtrichtung und Schattigkeit
  • Beleuchtungskörper so anbringen, dass für räumliches Sehen erforderliche Schattigkeit/Kontrast entstehen
Lichtfarbe und Farbwiedergabe
Farbgestaltung
Lichtausfall

5.3.4   Klima

Luftqualität
Lufttemperatur
Hitze-/Kältearbeitsplätze
Luftfeuchte
Luftgeschwindigkeit
Wärmestrahlung

5.3.5   Informationsaufnahme

Monitore, Displays
Optische Signale (Anzeigen)
Akustische Signale
Gefahrensignale
Sicherheitskennzeichen
Handzeichen

5.3.6   Wahrnehmungsumfang

Zu hohe Informationsdichte
Ermüdung oder verringerte Aufmerksamkeit durch Monotonie
Ausnahmesituationen

5.3.7   Erschwerte Handhabbarkeit von Arbeitsmitteln

Bedienelemente (Stellteile)
Von Hand geführte Werkzeuge/Handwerkzeuge (z. B. Messer, Scheren)
Schneiden bei sich bewegenden Produkten
  • Nur vorne abgerundete Messer verwenden, soweit das betriebstechnisch möglich ist
  • Messer mit sicherem Griff verwenden (der Hand angepasster, ergonomisch gestalteter Griff mit „Nase“, die Abrutschen der Hand zur Schneide verhindert)
  • Ausschneiden der Mischungen auf der Walze eines Walzwerkes mit dem Handmesser: unter der Mitte der Walze vom Körper weg schneiden

5.3.8   Steharbeitsplätze

Belastung von Wirbelsäule und Beinen, Arbeitshöhe, Kopfhaltung, Greifraum

5.3.9   Bildschirmarbeitsplätze

Bildschirm/Blendung, Tastatur, Arbeitsfläche und dergleichen

5.4   Mechanische Gefährdung  Symbol

Maschinen fallen unter den Anwendungsbereich der Maschinenrichtlinie (98/37/EG), in der grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen für das Inverkehrbringen von Maschinen festgelegt sind. Konkretisiert werden diese grundlegenden Anforderungen in arbeitsmittelspezifischen harmonisierten Normen für einzelne Maschinen.
Für Auswahl, Bereitstellung und Betrieb von Maschinen sind die Betriebssicherheitsverordnung und gegebenenfalls Unfallverhütungsvorschriften heranzuziehen (siehe Hinweise in Abschnitt 6 dieser BG-Regel).
Hinweis: Mit Inkrafttreten der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGV A1) zum 1.1. 2004 sowie auf Grund einer Bedarfsprüfung wurden zahlreiche Unfallverhütungsvorschriften außer Kraft gesetzt. Damit nach § 7 Abs. 2 der Betriebssicherheitsverordnung zur Beurteilung älterer Maschinen, Geräte und Einrichtungen auch weiterhin die bislang gültigen Texte der Unfallverhütungsvorschriften sowie der gegebenenfalls zugehörigen Durchführungsanweisungen eingesehen werden können, stehen die Texte dieser Unfallverhütungsvorschriften unter www.bgchemie.de/medienshop und www.dguv.de (Suchwort „Medien/Datenbanken“) noch zur Verfügung.
Fußnote Betriebssicherheitsverordnung
Hinweis zum Querverweis:
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Fußnote § 7 Abs. 2 der Betriebssicherheitsverordnung
Hinweis zum Querverweis:
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5.4.1   Ungeschützte bewegte Maschinenteile

Quetschstellen
Scherstellen
Stoßstellen
Schneidstellen
Stichstellen
Einzugstellen
Fangstellen
Rechtsgrundlagen und Informationen:
Anhang I Abschnitt 2.8 BetrSichV; § 2 9. GPSGV i. V. m. Anhang I Nr. 1.1.2, 1.1.3, 1.3.4, 1.3.7, 1.3.8, 1.4 Maschinenrichtlinie, BGI 5049
Abbildung 5: Maße für das Hindurchreichen durch Öffnungen nach DIN EN 294:1992
Abbildung 5: Maße für das Hindurchreichen durch Öffnungen nach
1) Wenn die Länge einer schlitzförmigen Öffnung ≤ 65 mm ist, wirkt der Daumen als Begrenzung
und der Sicherheitsabstand kann auf 200 mm reduziert werden.
2) Die Abmessungen der Öffnung e entsprechen der Seite einer quadratischen, dem Durchmesser
einer kreisförmigen und der kleinsten Abmessung einer schlitzförmigen Öffnung.
Für Öffnungen > 120 mm müssen die Sicherheitsabstände gegen Hinüberreichen über schützende Konstruktionen angewendet werden.
Fußnote Anhang I Abschnitt 2.8 BetrSichV
Hinweis zum Querverweis:
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5.4.2   Teile mit gefährlichen Oberflächen

Ecken, Kanten, Spitzen, Schneiden, Rauigkeiten und dergleichen

5.4.3   Transportmittel

Anfahren, Aufprallen, Überfahren, Umkippen, Abstürzen, Quetschen

5.4.4   Unkontrolliert bewegte Teile

Unberechtigtes Ingangsetzen von Maschinen
  • Maschinen mit abschließbarem Hauptschalter: Hauptschalter vor Beginn der Arbeiten in der Aus-Stellung mit einem Schloss sichern; den Schlüssel trägt die Person bei sich, die die Arbeiten ausführt
  • Maschinen, die mit Dampf, Druckluft, Hydraulikflüssigkeit betrieben werden: Ventile in den Zuführungsleitungen abschließen und Druckspeicher entspannen; den Schlüssel trägt die Person bei sich, die die Arbeiten ausführt
  • Maschinen ohne verschließbare Hauptbefehlseinrichtung: Lösen und Sichern des Steckers oder Entfernen der Sicherungen oder Öffnen des Trennschalters, Sichern gegen Wiedereinschalten und Einschaltprobe vor Ort oder mechanische Trennung von Antrieb und Arbeitsmaschine
  • Siehe auch Abschnitt 5.1.3 dieser BG-Regel
Abbildung 6: Sicherung eines Hauptschalters mit Schlössern
Abbildung 6: Sicherung eines
Hauptschalters mit Schlössern
Kippende Teile (z. B. Ladegut, Stapel)
Pendelnde Teile (z. B. Kranlasten)
Rollende oder gleitende Teile (z. B. Fässer)
Herabfallende Teile (z. B. Werkzeuge), sich lösende Teile
Durch Schwerkrafteinfluss herabsinkende Teile
  • Bei Teilen, die durch Schwerkrafteinfluss herabsinken können, mechanische oder hydraulische verriegelte Hochhaltevorrichtungen oder sicherheitsrelevante Steuerungen vorsehen (z. B. Sicherungsbolzen, Haltebolzen am Klappsattel des Innenmischers)
Berstende und wegfliegende Teile, z. B. auch an rotierenden Werkzeugen
  • Ausreißsichere Hydraulikschlauchleitungen verwenden
  • Bei Arbeiten mit Druckluft (Entformen, Reinigen) Augen- und Gesichtsschutz sowie Gehörschutz benutzen
Unter Druck austretende Medien (z. B. Gase, Flüssigkeiten)
  • Spritzschutzeinrichtungen verwenden
  • Unter Druck stehende Schlauch- oder Rohrleitungen vor dem Öffnen entspannen und entleeren
  • Aus Druckentlastungseinrichtungen austretende gefährliche Medien gefahrlos ableiten
  • Geeignete Schlauchkupplungen verwenden (siehe BG-Information „Schlauchleitungen, sicherer Einsatz“ (BGI 572))
  • Schlauchleitungen regelmäßig prüfen (siehe BG-Information „Schlauchleitungen, sicherer Einsatz“ (BGI 572))
  • Gesichtsschutz, Körperschutz benutzen (siehe Merkblatt „Persönliche Schutzausrüstung“ (A 008) der BG Chemie)
Transport von Maschinen
  • Hinweise in der Betriebsanleitung beachten
  • Festlegen, mit welchen Hebezeugen transportiert werden soll
  • Vorhandene Anschlagpunkte verwenden
  • Auf Schwerpunkt achten
  • Gewicht berücksichtigen

5.5   Elektrische Gefährdung  Symbol

5.5.1   Grundsätze

Umgang mit elektrischen Betriebsmitteln

5.5.2   Gefährliche Körperströme

Berühren unter Spannung stehender Teile
Berühren leitfähiger Teile, die im Fehlerfall unter Spannung stehen

5.5.3   Lichtbögen

Kurzschlüsse
Schalthandlungen unter Last
E-Schweißen

5.6   Gefährdung durch Stoffe  Symbol

Beim Herstellen von Gummi wird eine Vielzahl von Stoffen eingesetzt. Einige davon sind unter toxikologischen Gesichtspunkten kritisch. Neben den Einsatzstoffen sind auch die Reaktionsprodukte, die bei der Vulkanisation gebildet werden, bei der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Die häufigsten Gesundheitsgefahren beim Herstellen und Verarbeiten von Gummi aber auch beim Lagern, Umschlag, Abwiegen und bei der Probenahme gesundheitsgefährdender Einsatzstoffe treten auf durch
  • Einatmen von Dämpfen, Aerosolen und Stäuben, die akute oder chronische Effekte auslösen können
    und
  • Hautkontakt, der zu chronischen Hautbeschwerden, Sensibilisierung, Aufnahme von schädlichen Stoffen in den Körper oder zu Verätzungen führen kann.
Beispiele für gesundheitsgefährdende Stoffe sind:
  • Vulkanisationschemikalien
    Z. B. Dithiomorpholin, dieser Stoff reizt Augen und Haut und wirkt sensibilisierend.
  • Mercaptobenzothiazol
    Der Vulkanisationsbeschleuniger ist möglicherweise krebserzeugend, stark sensibilisierend, allergisierend, reizt Augen, Atemwege und Lunge.
  • Diethanolamin
    Wirkt sehr stark ätzend auf die Haut.
  • N-Nitrosamine
    Sie können als sekundäre Reaktionsprodukte auftreten, besonders bei der Vulkanisation und Lagerung. Bei Tierversuchen lösen N-Nitrosamine Krebs aus.
  • Alterungsschutzmittel
    Sie können sowohl sensibilisierend als auch reizend auf Augen und Schleimhäute wirken.
  • Weichmacher
    Als Weichmacher werden Weichmacheröle oder synthetische Weichmacher eingesetzt. Einige reizen Augen und Schleimhäute. Außerdem besteht bei einigen der Verdacht auf krebserzeugendes Potenzial. Bei höheren Temperaturen (z. B. bei der Vulkanisation) können gesundheitsgefährdende Weichmacherdämpfe auftreten.
  • Lösemittel
    Sie werden bei einigen Verarbeitungsschritten als Gleitmittel beim Schneiden und Trennen eingesetzt. Für die üblicherweise verwendeten Lösemittel (z. B. Toluol, Xylol, Benzine) sind Grenzwerte festgelegt (siehe TRGS 900 und TRGS 903).
  • Talkum
    Talkum kann mit Asbest verunreinigt sein.
Sonstige Hilfsmittel oder Zuschlagstoffe (z. B. Pigmente, Haftmittel, Trennmittel, Treibmittel, Flammschutzmittel) bedürfen einer Einzelbewertung.
Aufgrund der Vielzahl der Chemikalien (siehe Liste im Anhang 1 dieser BG-Regel), die beim Herstellen von Gummi eingesetzt werden, ist eine pauschale Gefährdungsbeurteilung nicht möglich, es bedarf einer Einzelfallbetrachtung.
Hierfür stehen Stoffdaten auch im Internet zur Verfügung, z. B. in der von den Berufsgenossenschaften betreuten GESTIS-Stoffdatenbank (www.dguv.de – Suchwort „Gestis“). Für gesetzlich geregelte und viele in großen Mengen verwendete Stoffe enthält sie Informationen für den sicheren Umgang wie z. B. Wirkung der Stoffe auf den Menschen, erforderliche Schutzmaßnahmen und Erste-Hilfe-Maßnahmen. Zusätzlich wird über wichtige physikalisch-chemische Daten und spezielle gesetzliche und berufsgenossenschaftliche Regelungen informiert.
Im branchenspezifischen Gefahrstoffinformationssystem der BG Chemie GisChem (www.gischem.de) können für die Herstellung technischer Gummiartikel die relevanten Stoff- und Produktgruppendatenblätter sowie entsprechende Entwürfe für Betriebsanweisungen abgerufen werden.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund, und die BG Chemie haben Schutzleitfäden für eine gute Arbeitspraxis für bestimmte Tätigkeiten mit Chemikalien entwickelt. Diese Schutzleitfäden und eine vereinfachte Gefährdungsbeurteilung nach dem „Einfachen Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe“ sind Handlungshilfen für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ohne Arbeitsplatzgrenzwert und können helfen, die Forderungen der Gefahrstoffverordnung zu erfüllen. Zu finden sind sie z. B. unter www.gefahrstoffwissen.de

5.6.1   Gesundheitsschädigende Wirkung von Gasen, Dämpfen, Aerosolen, flüssigen und festen Stoffen

Einatmen
Einwirkung auf Augen und Schleimhäute
Einwirkung von N-Nitrosaminen
N-Nitrosamine können z. B. freigesetzt werden
  • beim und nach dem Abtragen des alten Gummis,
  • bei der Vulkanisation der neuen Laufstreifen
    und
  • bei der Lagerung von Gummiartikeln, die nitrosaminbildende Komponenten enthalten
  • Zum Belegen der Reifen Rohstoffe verwenden, die frei von Nitrosaminbildnern sind
  • N-Nitrosamine an der Entstehungsstelle absaugen
  • Zusätzliche technische Lüftung der Arbeitsbereiche vorsehen
  • Arbeits- und Pausenbereiche räumlich trennen
  • Ablagerungen von Gummistaub und -abrieb sofort beseitigen
  • Gummiteile nicht in Arbeitsbereichen (zwischen)lagern
  • Ausreichende Lüftung der Lagerbereiche vorsehen, z. B. durch technische Lüftung, aber auch durch häufiges Öffnen der Fenster
  • In geschlossenen Räumen keine Dieselstapler einsetzen

5.6.2   Hautbelastungen

Aufnahme von Gefahrstoffen durch die Haut
Durchbruch von Gefahrstoffen (Permeation)
Feuchtigkeit (z. B. flüssigkeitsdichte Schutzhandschuhe)
Starke Verschmutzung
Abrasive Hautreinigung (z. B. stark scheuernde Reinigungsmittel)
Da auch sensibilisierende Stoffe eingesetzt werden, sind Maßnahmen zur Verringerung der Hautbelastung besonders wichtig.

5.6.3   Sonstige Einwirkungen

Belastung durch Gerüche
Sauerstoffmangel
Fremdgaskonzentration

5.7   Gefährdung durch Brände/Explosionen  Symbol

5.7.1   Brandgefahr durch Feststoffe, Flüssigkeiten, Gase

Zu brennbaren Stoffen, die unter die Gefahrstoffverordnung fallen, siehe auch Abschnitt 5.6 dieser BG-Regel.
Brandlast
Brandentstehung
Brandausbreitung
Erhöhte Brandgefahr durch brennbare Flüssigkeiten
  • beim Transport, Lagern und Umfüllen
  • beim Einsatz als Gleit- und Kühlmittel beim Trennen und Schneiden
  • bei der Oberflächenbehandlung von Festigkeitsträgern
Erhöhte Brandgefahr durch Gummistaub beim Zerkleinern, Schleifen sowie Herstellen von Regenerat
  • Lüftungsanlagen dem Stand der Sicherheitstechnik entsprechend ausrüsten, insbesondere auch Brandschutzklappen und Reinigungsöffnungen vorsehen (siehe BG-Regel „Arbeitsplatzlüftung – Lufttechnische Maßnahmen“ (BGR 121))
Fußnote Anhang III Abschnitt 1 GefStoffV
Hinweis zum Querverweis:
Die GefStoffV wurde am 26.11.2010 (nach Erscheinen dieser Publikation) durch eine novellierte Fassung abgelöst, deren Aufbau teilweise von der hier verlinkten Fassung abweicht. Hier geht's weiter zur GefStoffV.

5.7.2   Gefahren durch explosionsfähige Atmosphäre

Explosionsfähige Atmosphäre kann als brennbares Gas/Luft-Gemisch, als Dampf/Luft-Gemisch (Nebel) oder als Staub/Luft-Gemisch vorliegen. Solche Gemische können in der Gummiindustrie z. B. auftreten beim
  • Arbeiten in Löseräumen,
  • Beflocken von Gummiteilen,
  • Aufbringen von Primer, Lacken, Gleitmitteln und der anschließenden Trocknung,
  • Herstellen bestimmter Mischungen (Silicamischungen können bei der Herstellung Ethanol freisetzen, damit kann die Entstehung einer explosionsfähigen Atmosphäre verbunden sein),
  • pneumatischen Fördern von Feststoffen (z. B. Schwefel, Vulkanisationschemikalien),
  • Verarbeiten mit Staubentwicklung (z. B. Verwiegen, Silobetrieb).
Eine Explosion aufgrund einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre kann durch entsprechend energiereiche Zündquellen ausgelöst werden. Als Zündquellen kommen z. B. offene Flammen bei Instandhaltungsarbeiten, aber auch Funkenbildung durch elektrostatische Entladungen in Frage. Mit Entladungen ist z. B. zu rechnen beim
  • Mastizieren von Rohgummi,
  • Abwickeln von nicht leitfähigem Gewebe, Gummi, Kunststoff- oder Papierbahnen,
  • Abziehen nichtleitfähiger Folien von ihrem Untergrund,
  • Fördern oder Umfüllen organischer Lösemittel sowie pulverförmiger Harze,
  • Versprühen von Flüssigkeiten,
  • Benutzen nicht ableitfähiger Schuhe und Kleidung (Abschnitte 3.5.1 und 3.5.3 der TRBS 2153* bzw. Merkblatt T 033* der BG Chemie).
Zur Funkenbildung kommt es meist dann, wenn die Ladungsunterschiede nicht gefahrlos durch Erdung und Potenzialausgleich abgeleitet werden.
Zündung von
  • Gas/Luft-Gemischen (Nebel)
  • Dampf/Luft-Gemischen
  • Staub/Luft-Gemischen
  • Zoneneinteilung vornehmen: Gase und Dämpfe Zonen 0, 1, 2; Stäube Zonen 20, 21 und 22 (früher 10 und 11)
  • Explosionsschutzdokument erstellen (§ 6 Betriebssicherheitsverordnung)
  • Gase, Dämpfe, Stäube an der Austrittsstelle absaugen und ohne Gefahr für Mensch und Umwelt entsorgen
  • Lösemittelkonzentrationen so gering wie möglich halten
  • Staubablagerungen (z. B. im Mischsaal oder Abwiegebereich) mit Staubsaugern, vorzugsweise in Ex-Ausführung, entfernen
  • Zündquellen ausschließen
  • Anlagenteile erden
Rechtsgrundlagen und Informationen: Dr. Berthold Dyrba: „Praxishandbuch Zoneneinteilung – Einteilung explosionsgefährdeter Bereiche in Zonen“
Fußnote *
in Vorbereitung
Fußnote (§ 6 Betriebssicherheitsverordnung)
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 03.02.2015 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
Hier geht's weiter zur Publikation BetrSichV.

5.7.3   Thermische Explosionen (durchgehende Reaktionen)

Trifft in der Regel nicht zu

5.7.4   Physikalische Explosionen

Siehe Abschnitt 6.5.3 dieser BG-Regel und Abschnitt 7.4 der BGI 571

5.7.5   Explosivstoffe (Sprengstoffe)

Trifft in der Regel nicht zu

5.7.6   Sonstige explosionsgefährliche Stoffe

Für bestimmte Gummiprodukte werden Peroxide zum Vernetzen eingesetzt. Schutzmaßnahmen sind insbesondere im Lager und beim Mischen erforderlich. Nur benötigte Mengen am Arbeitsplatz bereithalten.

5.8   Biologische Gefährdung  Symbol

Trifft in der Regel nicht zu

5.9   Gefährdung durch spezielle physikalische Einwirkungen  Symbol

5.9.1   Lärm

Sandstrahlen von Festigkeitsträgern und Formen
Plötzliches Austreten komprimierter Luft (z. B. auf Walzwerken, aus Mischern, Extrudern)
Arbeiten mit Druckluft (z. B. Entformen, Ausblasen)
Arbeiten mit ungeeigneten Werkzeugen (z. B. Schlagschraubern)
Kryostatische Reinigung von Formen (Trockeneisstrahlen mit Kohlendioxid-Pellets)
Pneumatische Förderung
Hacker, Schredder

5.9.2   Ultraschall

Ultraschallgeräte werden eingesetzt beim Schneiden, Ablängen und Reinigen von Werkstücken.
Luftgeleiteter Schall
Festkörpergeleiteter Schall

5.9.3   Ganzkörperschwingungen

Ganzkörperschwingungen können auftreten beim Fahren von Flurförderzeugen in extremen Situationen.
Ganzkörperschwingungen

5.9.4   Hand-Arm-Schwingungen

Hand-Arm-Schwingungen können auftreten bei Hand gehaltenen und geführten Werkzeugen.
Schlagschrauber

5.9.5   Nichtionisierende Strahlung

Nichtionisierende Strahlung wird z. B. eingesetzt in IR-Heizkanälen und Lasermessgeräten.
UV-Strahlung
IR-Strahlung
Laserstrahlung

5.9.6   Ionisierende Strahlung

Röntgenstrahlung wird z. B. eingesetzt in Prüfanlagen der Reifenendkontrolle, in Forschungs- und Entwicklungslabors, radioaktive Strahlung bei Dicken- und Füllstandsmessgeräten.
Röntgenstrahlung
Radioaktive Strahlung

5.9.7   Elektromagnetische Felder

5.9.8   Kontakt mit heißen oder kalten Medien

Heiße Oberflächen (z. B. an Vulkanisationsanlagen, Walzwerken, Temperschränken)
Heiße Flüssigkeiten (z. B. Heizmedien)
Heiße Dämpfe (z. B. Wasserdampf)
Heiße Gase (z. B. Heißluftvulkanisation)
Abbildung 7: Oberflächentemperaturen, bei denen in der Regel noch nicht mit Verbrennungen der Haut gerechnet werden muss
MaterialKontaktdauer
1 min10 min
Unbeschichtete Metalle51 °C48 °C
Kunststoffe/Gummi60 °C48 °C
Holz60 °C48 °C
Tiefkalte Medien (z. B. flüssiger Stickstoff, Kohlendioxid-Pellets)
Rechtsgrundlagen und Informationen:
DIN EN ISO 13 732-1

5.9.9   Elektrostatik

Zu Gefahren und Schutzmaßnahmen in explosionsgefährdeten Bereichen siehe Abschnitt 5.7.2 dieser BG-Regel.
Schreckreaktionen verbunden mit unkoordinierten Bewegungen (z. B. bei Abwickelprozessen, Herstellen von rußfreien Mischungen)

5.9.10   Überdruck

Versagen von drucktragenden Wandungen
Undichtigkeiten von Anlagen
Freisetzen von Medien, z. B. bei Flüssigkeitsstrahlern, Druckluftpistolen

5.10   Psychische Belastungsfaktoren  Symbol

5.10.1   Über-/Unterforderung

Schwierigkeitsgrad und Komplexität der Tätigkeit, Monotonie und dergleichen

5.10.2   Handlungsspielraum, Verantwortung

Entscheidungsspielraum, Aufgabenvollständigkeit, Zeitmanagement und dergleichen

5.10.3   Sozialbedingungen

Verhältnis zu Vorgesetzten, Bestätigung, Konflikte, Kommunikation und dergleichen

5.10.4   Arbeitszeitregelungen

Nachtarbeit, Wechselschicht, Überstunden und dergleichen

5.10.5   Alkohol- und Drogenmissbrauch

Alkohol, Medikamente, Nikotin, Schnüffelstoffe, illegale Drogen

5.11   Sonstige Gefährdungs- und Belastungsfaktoren  Symbol

5.11.1   Außendiensttätigkeit

Trifft in der Regel nicht zu

5.11.2   Menschen

Unachtsamkeit, Gleichgültigkeit, Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und dergleichen

5.11.3   Tiere

Trifft in der Regel nicht zu

5.11.4   Pflanzen

Trifft in der Regel nicht zu

6   Gefährdungskatalog – Einzeltätigkeiten

6.1   Umschlag

Unter Umschlag werden Lager- und Transportprozesse von Stückgut und Containerware (begast und unbegast) verstanden.

6.1.1   Stückgut- und Containerumschlag

Als Stückgut werden alle Gebinde außer Containern bezeichnet, z. B. Fässer, palettierte Waren, Maschinenteile.
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Schwere körperliche Arbeit
Handhaben schwerer Lasten
  • Prüfen, ob die Richtwerte für das Heben und Tragen möglichst unterschritten werden
  • Lastgewichte verringern (z. B. kleinere Gebinde)
  • Transport- und Tragehilfen zur Verfügung stellen
  • Auf die richtige Körperhaltung achten
Rechtsgrundlagen und Informationen:
LasthandhabV; BGI 641
Teile mit gefährlichen Oberflächen
Ecken, Kanten
Spitzen, Schneiden
Rauigkeit
Z. B. schadhafte Paletten, Gitterboxen, raue Holzpaletten, scharfkantige Verpackungsbänder
  • Arbeiten automatisieren
  • Qualitätskontrolle durchführen
  • Technische Hilfsmittel verwenden
    (siehe BG-Information „Transport von Hand“ (BGI 641))
  • Spitze und scharfe Gegenstände (z. B. Messer, Scheren) sicher aufbewahren (z. B. im Köcher)
  • Schadhafte Teile aussortieren (z. B. Paletten)
  • Geeignete Schutzhandschuhe, gegebenenfalls Schutzkleidung benutzen (siehe Merkblatt „Persönliche Schutzausrüstung“ (A 008) der BG Chemie)
    M06 Schutzhandschuhe benutzen
    M06 Schutzhandschuhe benutzen
Gesundheitsschädigende Wirkung von Stoffen
Undichte Gebinde
  • Undichte Gebinde und ausgetretene Stoffe beseitigen
  • Persönliche Schutzausrüstungen bereitstellen (siehe Merkblatt „Persönliche Schutzausrüstung“ (A 008) der BG Chemie)
Begaste Container
  • Kontakt mit dem Begasungsmittel ausschließen, z. B. durch Belüften

6.1.2   Arbeiten an Silos und Tanks

In Silos werden feste Einsatzstoffe (z. B. Ruß und andere Füllstoffe), in Tanks flüssige Einsatzstoffe (z. B. Weichmacher) gelagert.
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Enge Räume
Arbeiten in Silos und Tanks
  • Maßnahmen zur Störungsbeseitigung schriftlich in Arbeits-Erlaubnisschein festlegen
  • Kontrolle der Maßnahmen durch Aufsichtführenden
Rechtsgrundlagen und Informationen: BGR 117-1
Gesundheitsschädigende Wirkung von Stoffen
Austreten von Stoffen
Staubbelastung bei pneumatischer Förderung (insbesondere von Ruß in geschlossenen Räumen)
  • Dichtheit von Silos, Tanks, Befüll- und Entleereinrichtungen sicherstellen

6.2   Herstellen von Mischungen

6.2.1   Zerkleinern von Kautschukballen

Das Zerkleinern von Kautschuk erfolgt in Kautschukspaltern und Kreismessermaschinen. Schneidmühlen werden zur Zerkleinerung von Gummi verwendet.
Abbildung 8: Kautschukspalter (Werkfoto) mit trennenden Schutzeinrichtungen
Abbildung 8: Kautschukspalter (Werkfoto) mit trennenden Schutzeinrichtungen
Abbildung 9: Kautschukspalter mit Zweihandsteuerung
Abbildung 9: Kautschukspalter
mit Zweihandsteuerung
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Messer
  • Alle zum Schneiden nicht benutzten Maschinenteile verkleiden
  • Kautschukspalter
    • z. B. durch Schutzeinrichtungen so sichern, dass niemand in den Bereich des Messers greifen kann
    • Störungen im Schneidbereich (z. B. durch Verkanten der Ballen) nur nach Abschalten der Maschine, Beseitigen von Restenergien (z. B. Druckluft entspannen, gegebenenfalls Messer fixieren) und nur mit langen Werkzeugen (z. B. Haken) beseitigen
  • Kreismessermaschinen
    • Maschinen mit starren oder beweglichen Schutzhauben ausrüsten, die fest mit der Maschine verbunden sind
    • Bewegliche Teile der Hauben mit dem Antrieb der Maschine verriegeln
  • Schneidmühlen
    • Beschickungsöffnung so ausbilden, dass die Messer nicht erreicht werden können oder
    • Mit dem Antrieb verriegelte Deckel mit Zuhaltung oder Zeitverzögerung (Nachlauf!) verwenden
  • Mit leicht und gefahrlos erreichbaren Not-Befehlseinrichtungen (Not-Halt) ausstatten
    Hinweis zum Begriff Not-Halt: In neueren Normen ist nicht mehr von Not-Aus, sondern von Not-Halt die Rede, wenn es um das Stillsetzen von gefahrbringenden Bewegungen geht.
  • Wirksamkeit der Not-Befehlseinrichtungen vor Schichtbeginn prüfen
  • Bei Instandhaltungsarbeiten Rotor gegen unbeabsichtigte Bewegungen sichern (z. B. mit Holzkeil)
  • Siehe auch Abschnitt 5.2.4 dieser BG-Regel
Rechtsgrundlagen und Informationen:
DIN EN 12 012
Gefährliche Oberflächen
Scharfe Kanten aufgeschnittener Verpackungsbänder
  • Bei der Entsorgung persönliche Schutzausrüstungen benutzen, z. B. Schutzhandschuhe, Schutzbrille
Unkontrolliert bewegte Teile
Unter Spannung stehende Verpackungsbänder
  • Spezielle Schneidvorrichtung (mit Bandendenhalter) benutzen
Abbildung 10: Schneidvorrichtung mit Bandendenhalter
Abbildung 10:
Schneidvorrichtung mit
Bandendenhalter

6.2.2   Abwiegen von Einsatzstoffen

Die Einsatzstoffe werden von Hand oder mit automatisch gesteuerten Anlagen abgewogen.
Abbildung 11: Anlage zum Abwiegen von Einsatzstoffen
Abbildung 11:
Anlage zum Abwiegen
von Einsatzstoffen
Abbildung 12: Saugheber
Abbildung 12: Saugheber
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Teile mit gefährlichen Oberflächen
Spitzen, Schneiden
Z. B. Öffnen von Gebinden mit Scheren und Messern, Zerkleinern von kompakten Einsatzstoffen mit Messern.
  • Arbeiten automatisieren
  • Spitze und scharfe Gegenstände (z. B. Messer, Scheren) sicher aufbewahren (z. B. im Köcher)
  • Schadhafte Teile aussortieren (z. B. Paletten)
  • Geeignete Schutzhandschuhe, gegebenenfalls Schutzkleidung benutzen (siehe Merkblatt „Persönliche Schutzausrüstung“ (A 008) der BG Chemie)
    M06 Schutzhandschuhe benutzen
    M06 Schutzhandschuhe
benutzen
Schwere körperliche Arbeit
Handhaben schwerer Lasten
  • Prüfen, ob die Richtwerte für das Heben und Tragen möglichst unterschritten werden
  • Lastgewichte verringern (z. B. kleinere Gebinde)
  • Transport- und Tragehilfen zur Verfügung stellen
  • Auf die richtige Körperhaltung achten
Rechtsgrundlagen und Informationen:
LasthandhabV; BGI 641
Gesundheitsschädigende Wirkung von Stoffen
Undichte Gebinde, ausgetretene Stoffe
  • Undichte Gebinde und ausgetretene Stoffe beseitigen
  • Persönliche Schutzausrüstungen bereitstellen (siehe Merkblatt „Persönliche Schutzausrüstung“ (A 008) der BG Chemie)
  • Siehe auch Abschnitt 5.6 dieser BG-Regel

6.2.3   Arbeiten an Innenmischern

Innenmischer (mit einer oder mehreren Kammern) dienen der Herstellung von Gummimischungen. Die Mischungsbestandteile werden z. B. über ein Förderband oder von Hand in den Füllschacht eingetragen und durch Einwirken von rotierenden Knetwerkzeugen unter Krafteinwirkung eines im Einfüllschacht beweglichen Stempels gemischt.
Abbildung 13: Innenmischer – Prinzipskizze
Abbildung 13:
Innenmischer –
Prinzipskizze
Abbildung 14: Innenmischer
Abbildung 14: Innenmischer
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Absturz
Hineinstürzen in Bodenöffnungen
  • Einfüllöffnungen z. B. mit mindestens 1 m hohem Geländer mit Fuß- und Knieleiste sichern, wenn Beschäftigte beim Beschicken oder Reinigen in den Mischer stürzen können (Abschnitt 2 der ASR 12/1–3)
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Quetsch- und Scherstellen an der Einfüllöffnung (kraftbetätigte Einfüllklappe, umlaufende Knetwerkzeuge)
  • Bei Beschickung von Hand Einfüllöffnung so ausbilden, dass die Knetwerkzeuge nicht mit den Händen erreicht werden können
  • Bedienungselement für Einfüllklappe so weit von der Gefahrstelle entfernt anordnen und so auslegen, dass der Beschicker während des Schließvorgangs nicht in die Einfüllöffnung greifen kann
Quetsch- und Scherstellen an der Auswurföffnung (hydraulisch betätigte Klapp- oder Schiebesattel, umlaufende Knetwerkzeuge)
  • An der Auswurföffnung Gefahrstellen durch Schiebe- oder Sattelbewegungen so durch trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen) sichern, dass ein Hineingreifen verhindert wird
Rechtsgrundlagen und Informationen:
DIN EN 12 013
Unkontrolliert bewegte Teile
In der Mischkammer hängen gebliebenes Produkt
Bei Störungen aus dem Mischer fallendes Produkt
  • Nicht unter Produkt aufhalten – Produkt kann jederzeit, auch bei stehendem Mischer herunterfallen
Gesundheitsschädigende Wirkung durch Stoffe
Austritt von Staub, Rauch und gegebenenfalls gesundheitsgefährdenden Dämpfen
  • Einfüllöffnung während des Mischvorgangs durch eine von Hand oder Kraft betätigte Einfüllklappe verschlossen halten
  • Staubabdichtungen an den Rotoren verhindern den Austritt von Gefahrstoffen oder toxischen Gemischen, daher: kontrollieren und gegebenenfalls instand setzen
Gefahren durch explosionsfähige Atmosphäre
Explosionsfähige Gemische (Staub/Luft, Alkohol/Luft)
Bei der Herstellung von Silicamischungen entsteht als Reaktionsprodukt Ethanol. Die freigesetzte Menge kann dabei so groß sein, dass sich in Verbindung mit Luft eine explosionsfähige Atmosphäre in unmittelbarer Umgebung des Mischers bilden kann. Durch eine Gefährdungsbeurteilung ist das Explosionsrisiko zu ermitteln. Die Belange des Umwelt- und Gefahrstoffrechtes sind zu berücksichtigen.
Abbildung 15: Beispiele für Maßnahmen bei Arbeiten in oder an Innenmischern
  • Innenmischer durch Betätigen der Hauptbefehlseinrichtung (Hauptschalter) stillsetzen, gegen unbeabsichtigtes Ingangsetzen sichern (Warnschild genügt nicht!)
  • Hilfseinrichtungen, ggf. vor- bzw. nachgeschaltete Maschinen (z. B. Ausschneidewerk, Transportbänder), stillsetzen und gegen unbeabsichtigtes Ingangsetzen sichern
  • Sattel und Stempel mechanisch oder hydraulisch gegen Herabfallen sichern
  • Sauerstoffmessungen durchführen
  • Trittsichere Einstiegshilfen verwenden
  • Rettungsgeschirr benutzen
  • Vor der Inbetriebnahme Schutzvorrichtungen wieder anbringen und auf Funktionsfähigkeit prüfen
  • Eine eventuell vorhandene radioaktive Füllstandsanzeige abschirmen
  • Schriftliche Befahrerlaubnis ausstellen

6.2.4   Arbeiten an Walzwerken

Walzwerke werden zum Herstellen, Vorwärmen oder Weiterverarbeiten von Gummimischungen verwendet.
Abbildung 16: Walzwerk, Stockblender – Prinzipskizze
Abbildung 16: Walzwerk, Stockblender – Prinzipskizze
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Benutzen persönlicher Schutzausrüstungen
Auswahl und Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen
  • Schutzhandschuhe, die gegebenenfalls bei Arbeiten an Walzwerken benutzt werden müssen, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung für den Einzelfall auswählen (insbesondere Schutz gegen Schnittverletzungen und hohe Temperaturen)
Erschwerte Handhabbarkeit von Arbeitsmitteln
Von Hand geführte Werkzeuge/Handwerkzeuge (z. B. Messer, Scheren)
Schneiden bei sich bewegenden Produkten
  • Nur vorne abgerundete Messer verwenden, soweit das betriebstechnisch möglich ist
  • Messer mit sicherem Griff verwenden (der Hand angepasster, ergonomisch gestalteter Griff mit „Nase“, die Abrutschen der Hand zur Schneide verhindert)
  • Ausschneiden der Mischungen auf der Walze eines Walzwerkes mit dem Handmesser: unter der Mitte der Walze vom Körper weg schneiden (siehe Abbildung 18)
Abbildung 17: Empfehlenswertes Messer – Beispiel
Abbildung 17: Empfehlenswertes Messer – Beispiel
Abbildung 18: Ausschneiden der Mischung auf einer mit Schaltstange gesicherten Walze
Abbildung 18:
Ausschneiden der
Mischung auf einer mit
Schaltstange gesicherten
Walze
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Spalt zwischen den Walzen (Einzug von Händen, loser Kleidung)
Schlaufenbildende und beutelnde Gummimischungen
  • Einzugstellen, die im Arbeits- und Verkehrsbereich liegen, durch trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen) sichern, um zu verhindern, dass die Einzugstellen durch Hineingreifen, Herumgreifen, Übergreifen oder Untergreifen erreicht werden können
  • Lassen sich Einzugstellen aus verfahrenstechnischen Gründen nicht durch trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen) sichern: Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion über die gesamte Länge der Einzugstelle installieren (z. B. Lichtvorhänge, Lichtgitter, Lichtschranken, Pendelklappen, Schaltleisten, zwangsläufig wirkende Schaltstangen (Abbildungen 19, 20), Schaltleinen, Schaltplatten oder Schaltmatten) (BG-Information „Maschinen-Sicherheitskonzepte und Schutzeinrichtungen“ (BGI 5049))
  • Können Schutzeinrichtungen aus funktionstechnischen Gründen nicht installiert werden: Walzwerk so aufstellen, dass die Walzeneinzugstelle schwer erreichbar ist
    Dies ist z. B. gegeben bei Walzendurchmessern > 500 mm und einem Höhenabstand zwischen der Standfläche des Beschäftigten und der Walzenoberkante von mindestens 1,35 m (siehe Anwendungsbereich und Abschnitt 5.1.1.4.1 DIN EN 1417).
    Zusätzliche Not-Befehlseinrichtungen (Not-Halt) vorsehen, die über die gesamte Länge der Einzugstelle auslösbar sind:
    1. Besonders hohen Schutz bieten Schaltstangen in Brust- oder Hüfthöhe (horizontale Auslösekraft der Schaltstange höchstens 150 N) – diese sind daher den nachstehenden Lösungen vorzuziehen
    2. Vor den Walzen in Kniehöhe angebrachte Schaltbleche
    3. Gespanntes Seil, das nicht höher als 600 mm über der Walzenoberkante und nicht höher als 1800 mm über dem Standplatz des Beschäftigten angebracht ist und einen vorgespannten Seilzugschalter auslöst (Reißleinen oberhalb des Walzwerks sind als Schutzmaßnahmen allein nicht ausreichend)

    Die Not-Befehlseinrichtungen müssen auch den Stockblender stillsetzen. Gefahrstellen auf der Rückseite der Walzen sind entsprechend abzusichern.
    Hinweis zum Begriff Not-Halt: In neueren Normen ist nicht mehr von Not-Aus, sondern von Not-Halt die Rede, wenn es um das Stillsetzen von gefahrbringenden Bewegungen geht.
  • Nach Betätigen einer Schutzeinrichtung müssen die Walzen nach weniger als 1/3 Umdrehung im Leerlauf stehen bleiben
    und
    nach Stillstand selbsttätig auf eine Mindestspaltweite von 50 mm auseinander fahren bzw. durch eine Befehlseinrichtung oder von Hand mittels Werkzeug auseinander gefahren werden können; sie müssen in der Offenstellung gegen unbeabsichtigtes Zusammenfahren gesichert werden können; Entsichern nur von Hand
    ODER
    selbsttätig zurücklaufen (reversieren); Rücklauf zwischen 1/3 und 2/3 des Walzenumfangs bzw. gezielt zurückgedreht werden können
  • Walzwerke mit einem Walzendurchmesser zwischen 400 und 500 mm müssen mit Schaltstangen gesichert werden, der Höhenabstand muss mindestens 1,15 m betragen (siehe auch „Sichere Chemiearbeit“ 3, 1998, Seite 28)
  • Not-Befehlseinrichtungen (Not-Halt) mindestens einmal pro Woche (besser bei jedem Schichtbeginn) auf Funktionsfähigkeit prüfen
  • An kleinen Walzwerken (Durchmesser < 400 mm) trennende Schutzeinrichtungen anbringen
    Sind trennende Schutzeinrichtungen aus verfahrenstechnischen Gründen (z. B. bei sehr steifen Gummimischungen) nicht anwendbar, müssen leicht erreichbare Not-Befehlseinrichtungen (z. B. in Form von Schaltbügeln in der Nähe des Einzugspalts) vorgesehen werden. In diesem Fall darf der Nachlauf höchstens 1/4 des Walzenumfangs betragen.
  • Stockblender, soweit verfahrenstechnisch möglich, so hoch anbringen (möglichst höher als 2,50 m), dass Gefahrstellen (z. B. Einzugstellen) nicht erreicht werden
    ODER
    an Stockblendern Not-Befehlseinrichtungen (Not-Halt) installieren, die
    • über die gesamte Länge der Gefahrstelle auszulösen sind und
    • Stockblender und Walzwerk gleichzeitig stillsetzen und
  • Das Retten von Personen muss auch bei Energieausfall gewährleistet sein; eventuell benötigte Hilfswerkzeuge ständig bereit halten
  • Notfallmaßnahmen in der Betriebsanweisung festschreiben, Mitarbeiter unterweisen, mindestens einmal jährlich Rettungsübungen durchführen
  • Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten nur bei stillgesetztem Walzwerk durchführen; ist das nicht möglich, Einzugstellen sichern
Rechtsgrundlagen und Informationen:
DIN EN 1417
Abbildung 19: Randbedingungen für das Anbringen von Schaltstangen
Abbildung 19: Randbedingungen für das Anbringen von Schaltstangen
Teile mit gefährlichen Oberflächen
Spitzen, Schneiden
Z. B. Streifen- und Kantenschneidvorrichtungen
  • Streifenschneider verwenden, die bei einem Unfall schnell und ohne Hilfsmittel entfernt werden können
  • Spitze und scharfe Gegenstände (z. B. Messer, Scheren) sicher aufbewahren (z. B. im Köcher)
  • Vor Schnitt- und Stichverletzungen schützende Handschuhe, gegebenenfalls Schutzkleidung benutzen (siehe Merkblatt „Persönliche Schutzausrüstung (A 008) der BG Chemie)
Abbildung 20: Sicherung von Einzugstellen an Walzen durch Schaltstange (nachgerüstete Altanlage)
Abbildung 20: Sicherung von Einzugstellen an Walzen durch Schaltstange (nachgerüstete Altanlage)
Abbildung 21: Sicherung von kleinen Walzwerken (Durchmesser < 400 mm)
Abbildung 21: Sicherung von kleinen Walzwerken (Durchmesser < 400 mm)
Kontakt mit heißen oder kalten Medien
Kontakt mit heißen oder kalten Medien
  • An jeder Walze Kühlmöglichkeit mit viel Wasser vorsehen
Fußnote § 9 Abs. 2
Hinweis zum Querverweis:
Die GefStoffV wurde am 26.11.2010 (nach Erscheinen dieser Publikation) durch eine novellierte Fassung abgelöst, deren Aufbau teilweise von der hier verlinkten Fassung abweicht. Hier geht's weiter zur GefStoffV.
Fußnote 3 GefStoffV
Hinweis zum Querverweis:
Die GefStoffV wurde am 26.11.2010 (nach Erscheinen dieser Publikation) durch eine novellierte Fassung abgelöst, deren Aufbau teilweise von der hier verlinkten Fassung abweicht. Hier geht's weiter zur GefStoffV.

6.2.5   Kühlen und Ablegen

Zum Kühlen ausgewalzter Mischungen dienen Fellkühlanlagen und Streifenableger.
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Schneidvorrichtungen
  • Schwenkbereich des Ablegers sichern, z. B. durch nicht übersteigbare verriegelte Einzäunungen (Höhe > 1,60 m)
  • Maschinen nur in stillgesetztem Zustand instand halten
  • Auf Restenergien achten, z. B. pneumatische, hydraulische (sie können sich während der Arbeiten entspannen!)
Abbildung 22: Fellkühlanlage, Prinzipskizze und Ansicht
Abbildung 22: Fellkühlanlage, Prinzipskizze und Ansicht

6.2.6   Einsatz von Trennmitteln

Nach Einsatzgebiet werden unterschieden
  • Trennmittel für Kautschukmischungen,
  • Formentrennmittel
    und
  • Dorntrennmittel.
Trennmittel für Kautschukmischungen verhindern das Zusammenkleben von Mischungen. Zur Anwendung kommen Kreide, Talkum und Metallseifen (Stearate) in fester oder flüssiger Form. Für Formen- und Dornentrennmittel werden zum Teil auch organische Produkte (Wachse, Silikon) verwendet. Talkum kann – mineralogisch bedingt – mit einem geringen Asbestfaseranteil versetzt sein. Es ist sicherzustellen, dass nur asbestfreie und quarzarme Qualitäten zum Einsatz kommen.
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Sturz auf der Ebene, Ausrutschen
Ausrutschen auf verschütteten/ausgetretenen Trennmitteln
  • Verschüttete/ausgetretene Trennmittel sofort beseitigen
Gesundheitsschädigende Wirkung von Stoffen
Stäube (Silicose, Asbestose)
  • Stäube an der Austrittsstelle gefahrlos absaugen
  • Technische Raumlüftung vorsehen
Rechtsgrundlagen und Informationen:
BGR 121
Nicht gezielte Tätigkeiten
Biologische Gefährdung
  • Keimwachstum überprüfen
  • Mit Keimen behaftete Trennmittel austauschen und gefahrlos entsorgen

6.2.7   Schneiden und Trennen von Mischungen

Zu den Schneid- und Trennmaschinen gehören z. B. Kreismesser, Stanzmesser, Hackmesser, Schlagscheren und Einstechmesser. Sie werden eingesetzt zum Schneiden von Mischungen, Halbzeugen und fertigen Produkten.
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Messer
  • Alle zum Schneiden nicht benutzten Messerteile verkleiden
  • Bei Horizontalschneidmaschinen zusätzlich trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen) gegen seitliches Hineingreifen installieren
  • Bei Vertikalschneidmaschinen zusätzlich höhenverstellbare trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen) im Messerbereich vorsehen
  • An Hackmessern bieten Zweihandsteuerungen (DIN EN 574) einen ausreichenden Schutz, wenn sie von einer Person bedient werden; eine Fußbedienung darf nur installiert werden, wenn der Hub nicht mehr als 4 mm beträgt oder das Werkzeug gegen unbeabsichtigtes Hineingreifen geschützt ist
  • Materialien nur mit Hilfswerkzeugen (Schieber, Haken) unter den Messern wegnehmen
  • Ruhendes Messer gegen unbeabsichtigtes Erreichen und gegen unkontrollierte Bewegungen sichern
  • Handschuhe benutzen, die vor Schnittverletzungen schützen
Quetschstellen, Scherstellen, Einzugstellen
  • Niederhalter mit Schutzeinrichtungen ausrüsten
  • Vor- und nachgeschaltete Maschinen, z. B. Prick- und Auszugswalzen, sicher abdecken

6.3   Verarbeiten von Mischungen und unvulkanisierten Halbzeugen

6.3.1   Arbeiten an Walzwerken

Zu Gefährdungen und Schutzmaßnahmen siehe Abschnitt 6.2.4 dieser BG-Regel.

6.3.2   Arbeiten an Kalandern

Kalander werden zum exakten Herstellen von Platten und zum Gummieren technischer Gewebe verwendet.
Abbildung 23: Kalander – Prinzipskizze
Abbildung 23: Kalander – Prinzipskizze
Abbildung 24: 4-Walzen-Kalander
Abbildung 24: 4-Walzen-Kalander
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Benutzen persönlicher Schutzausrüstungen
Auswahl und Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen
  • Schutzhandschuhe, die gegebenenfalls bei Arbeiten an Walzwerken benutzt werden müssen, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung für den Einzelfall auswählen (insbesondere Schutz gegen Schnittverletzungen und hohe Temperaturen)
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Spalt zwischen den Walzen (Einzug von Händen, loser Kleidung)
  • Einzugstellen, die im Arbeits- und Verkehrsbereich liegen, durch Verdeckungen, Umzäunungen oder Distanzvorrichtungen nach DIN EN 294 sichern, um zu verhindern, dass die Einzugstellen durch Hindurchgreifen, Herumgreifen, Übergreifen oder Untergreifen erreicht werden können
  • Lassen sich Einzugstellen aus verfahrenstechnischen Gründen nicht durch Verdeckungen, Umzäunungen oder Distanzvorrichtungen nach DIN EN 294 sichern: Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion über die gesamte Länge der Einzugstelle installieren (z. B. Lichtvorhänge, Lichtgitter, Lichtschranken, Pendelklappen, Schaltleisten, zwangsläufig wirkende Schaltstangen, Schaltleinen, Schaltplatten oder Schaltmatten) (BGI 5049)
  • Können Schutzeinrichtungen aus funktionstechnischen Gründen nicht installiert werden: Not-Befehlseinrichtungen (Not-Halt) vorsehen, die über die gesamte Länge der Einzugstelle auslösbar sind
    Beispiel: Gespanntes Seil, das nicht höher als 600 mm über der Walzenoberkante und nicht höher als 1800 mm über dem Standplatz des Beschäftigten angebracht ist und einen vorgespannten Seilzugschalter auslöst
  • Nach Betätigen einer Schutzeinrichtung müssen die Walzen nach weniger als 1/3 Umdrehung im Leerlauf stehen bleiben
    Bei neuen Maschinen (in Verkehr gebracht nach Inkrafttreten der Maschinenrichtlinie am 1.1.1995) müssen die Walzen nach Stillstand selbsttätig auf eine Mindestspaltweite von 50 mm auseinander fahren bzw. durch eine Befehlseinrichtung oder von Hand mittels Werkzeug auseinander gefahren werden können; sie müssen in der Offenstellung gegen unbeabsichtigtes Zusammenfahren gesichert werden können; Entsichern nur von Hand.
  • Not-Befehlseinrichtungen (Not-Halt) anbringen, die jederzeit leicht mit Händen, Kopf, Brust, Bauch oder Knien wirksam betätigt werden können
  • Not-Befehlseinrichtungen (Not-Halt) mindestens einmal pro Woche (besser bei jedem Schichtbeginn) auf Funktionsfähigkeit prüfen
  • Eingezogene Körperteile durch Erweitern des Walzenspalts befreien; eventuell benötigte Hilfswerkzeuge ständig bereit halten; Beschäftigte unterweisen, mindestens einmal jährlich Rettungsübungen durchführen
  • Mischungspuppen- oder streifen nur mit geballter Faust oder besser mit Hilfseinrichtungen andrücken
  • Geeignete Messer verwenden
  • Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten nur bei stillgesetztem Kalander durchführen; ist das nicht möglich, Einzugstellen sichern
Rechtsgrundlagen und Informationen:
DIN EN 12 301
Teile mit gefährlichen Oberflächen
Spitzen, Schneiden
Z. B. Streifen- und Kantenschneidvorrichtungen
  • Streifenschneider verwenden, die bei einem Unfall schnell und ohne Hilfsmittel entfernt werden können
  • Spitze und scharfe Gegenstände (z. B. Messer, Scheren) sicher aufbewahren (z. B. im Köcher)
  • Vor Schnitt- und Stichverletzungen schützende Handschuhe, gegebenenfalls Schutzkleidung benutzen (siehe Merkblatt „Persönliche Schutzausrüstung“ (A 008) der BG Chemie)
Fußnote § 9 Abs. 2
Hinweis zum Querverweis:
Die GefStoffV wurde am 26.11.2010 (nach Erscheinen dieser Publikation) durch eine novellierte Fassung abgelöst, deren Aufbau teilweise von der hier verlinkten Fassung abweicht. Hier geht's weiter zur GefStoffV.
Fußnote 3 GefStoffV
Hinweis zum Querverweis:
Die GefStoffV wurde am 26.11.2010 (nach Erscheinen dieser Publikation) durch eine novellierte Fassung abgelöst, deren Aufbau teilweise von der hier verlinkten Fassung abweicht. Hier geht's weiter zur GefStoffV.

6.3.3   Arbeiten an Extrudern

Mit Extrudern, dazu gehören auch Strainer, werden z. B. Stränge, Schläuche, Profile und flache Bahnen hergestellt. Extruder werden mit Granulat, Streifen oder Fellen über Trichter beschickt. Festigkeitsträger können ebenfalls zugeführt werden.
Abbildung 25: Beschickungsöffnung am Extruder
Abbildung 25:
Beschickungsöffnung
am Extruder
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Schwere körperliche Arbeit
Handhaben von Lasten
  • Schwere Werkzeuge (z. B. Spritzköpfe) nur mit dafür geeigneten Hebeeinrichtungen (z. B. Hubtisch) wechseln
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Bewegte Teile (z. B. die sich drehende Schnecke)
  • Beschickungsöffnungen so ausführen, dass die Hand nicht an die Schnecke gelangen kann
  • Trichter so mit dem Extruder verbinden, dass sie nur mit einem Werkzeug entfernt werden können
    Das Werkzeug darf nicht von der Schnecke erfasst werden können
  • Wegklappbare Einfüllvorrichtungen mit zwangsläufig wirkenden Abschaltungen ausrüsten
  • Bei schwenkbaren Spritzköpfen Quetsch- und Scherstellen am Extruderkopf absichern
  • Zum Beseitigen von Materialstauungen geeignete Haken, Stopfer zur Verfügung stellen und benutzen
Rechtsgrundlagen und Informationen:
DIN EN 1114
Unkontrolliert bewegte Teile
Herabfallende Teile
  • Schwere Spritzköpfe nur mit den dafür vorhandenen Hebeeinrichtungen wechseln
  • Spritzköpfe, Schablonen, Werkzeug und Mundstücke auf sicheren Plätze ablegen
  • Mit Mischungen beladene Paletten gegen Hochziehen sichern
Kontakt mit heißen oder kalten Medien
Heiße Teile
  • Beim Auswechseln kalter und heißer Spritzköpfe, Mundstücke und Siebscheiben Schutzhandschuhe und Sicherheitsschuhe tragen und einwandfreies und zweckentsprechendes Werkzeug benutzen

6.3.4   Arbeiten an Wickelmaschinen

Auf Wickelmaschinen werden Gummi- oder Gewebebahnen bzw. Profile auf- oder abgewickelt. Um ein Verkleben der einzelnen Gummibahnen beim Wickeln zu verhindern, werden zwischen jede Lage z. B. Leinen oder Kunststofffolien eingebracht.
Abbildung 26: Absicherung einer Wickelstelle mit Lichtschranke
Abbildung 26: Absicherung einer Wickelstelle mit Lichtschranke
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Einzug von Körperteilen
Herabfallende Wickelstangen
Elektrostatische Entladungen
  • Gefahrstellen zum Schutz gegen Hineingreifen oder Einziehen von Körperteilen sichern (z. B. vorne durch trennende Schutzeinrichtungen wie Umzäunungen oder Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion wie Lichtschranken, Schaltmatten; seitlich durch trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen))
  • Wickelhülsen oder Klemmvorrichtungen verwenden, wenn Wickelstangen nicht über ausreichendes Haftvermögen verfügen
  • Über die gesamte Wickelbreite auslösbare Not-Befehlseinrichtungen (Not-Halt) installieren (geeignet sind z. B. Bügel-, Seil- und Klappenschalter – Seil muss vorgespannt sein; Not-Halt-Schalter allein sind nicht zulässig)
    Hinweis zum Begriff Not-Halt: In neueren Normen ist nicht mehr von Not-Aus, sondern von Not-Halt die Rede, wenn es um das Stillsetzen von gefahrbringenden Bewegungen geht.
  • Fußverletzungen durch herabfallende Wickelstangen und Rollen durch Sicherheitswickelfutter oder Fangarme unterhalb der Futter vermeiden
  • Das Anlegen von Hand ist nur zulässig
    • im Freilauf
    • oder bei verringerter Geschwindigkeit im Tippbetrieb
    • oder bei einer Bahnzugkraft (200 N), bei der Mitarbeiter nicht gefährdet werden
  • Vor dem Betreten von Wickelmaschinen Hauptschalter ausschalten und gegen Wiedereinschalten sichern
  • Prüfen von Not-Befehlseinrichtungen (Not-Halt):
    • Sichtprüfung auf Schäden mindestens einmal pro Woche
    • Funktionsprüfung bei der Wartung
  • Siehe auch Abschnitte 5.1.5 und 5.9.9 dieser BG-Regel
Rechtsgrundlagen und Informationen:
DIN EN 13 418

6.3.5   Arbeiten an Schneid- und Trennmaschinen

Zu den Schneid- und Trennmaschinen gehören z. B. Kreismesser, Bandmesser, Stanzmesser, Hackmesser, Schlagscheren und Einstechmesser. Sie werden eingesetzt zum Schneiden von Mischungen, Halbzeugen und fertigen Produkten.
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Messer
  • Alle zum Schneiden nicht benutzten Messerteile verkleiden
  • Trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen) mit mindestens 850 mm Abstand zum Messer gegen seitliches Hineingreifen anbringen
  • Trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen) an der Bedienseite mit den Messerantrieben und dem kraftbetriebenen Seitenanschlag verriegeln
  • Für das Beladen eine zusätzliche trennende Schutzeinrichtung (Verdeckung) vor dem Messer anbringen
  • Bei Vertikalschneidmaschinen zusätzlich höhenverstellbare trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen) im Messerbereich vorsehen
  • Vertikalbandmesserschneidmaschinen so aufstellen, dass die Tischhöhe mindestens 750 mm beträgt
  • An Hackmessern bieten Zweihandsteuerungen (DIN EN 574) einen ausreichenden Schutz, wenn sie von einer Person bedient werden; eine Fußbedienung darf nur installiert werden, wenn der Hub nicht mehr als 4 mm beträgt oder das Werkzeug gegen unbeabsichtigtes Hineingreifen geschützt ist
  • Materialien nur mit Hilfswerkzeugen (Schieber, Haken) unter den Messern wegnehmen, oder ruhendes Messer gegen unbeabsichtigtes Erreichen sichern
  • An Band- und Kreismessern schnittfeste Schutzhandschuhe benutzen
Abbildung 27: Bandmesser-Spaltmaschine zum Schneiden fertiger Produkte
Abbildung 27: Bandmesser-Spaltmaschine zum Schneiden fertiger Produkte
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Quetschstellen, Scherstellen, Einzugstellen
  • Niederhalter mit Schutz versehen oder als Gefahrstelle kennzeichnen
  • Vor- und nachgeschaltete Maschinen, z. B. Prick- und Auszugswalzen, sicher abdecken
Rechtsgrundlagen und Informationen: DIN EN 14 886

6.3.6   Arbeiten an Streichmaschinen

In Streichmaschinen werden Stoffe (Gewebe) mit Gummilösung beschichtet.
Die Gewebe laufen dabei durch eng gestellte Auftragsrakelvorrichtungen, wobei ein dünner Lösungsfilm auf das Gewebe gestrichen wird.
Zur Streichmaschine gehört ein der Rakelvorrichtung nachgeschalteter Trocknungsteil, in dem durch Wärmeeinwirkung Lösemittel verdampft.
Zur Reinigung der Umluft eignen sich Lösemittel-Rückgewinnungsanlagen („Sicherheitsregeln für Anlagen zum Entfernen von Gasen und Dämpfen organischer Lösemittel aus der Abluft nach dem Adsorptionsverfahren Lösemittel-Adsorptionsanlagen“ (ZH 1/595))
Abbildung 28: Streichanlage mit lokaler Absaugung
Abbildung 28: Streichanlage mit lokaler Absaugung
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Einzug von Körperteilen
Quetsch- und Scherstellen
  • Gefahrstellen zum Schutz gegen Hineingreifen oder Einziehen von Körperteilen sichern (z. B. durch trennende Schutzeinrichtungen wie Umzäunungen oder Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion wie Lichtschranken, Schaltmatten)
  • Über die gesamte Breite auslösbare Not-Befehlseinrichtungen (Not-Aus) installieren
  • Die Reinigung der Walzen während des Betriebs ist nur zulässig, wenn
    • ausschließlich von der Auslaufseite gereinigt wird
    • oder der Walzenspalt mindestens 120 mm beträgt (Tabelle 3 der DIN EN 294)
    • oder geeignete technische Maßnahmen getroffen wurden, die ein Einziehen verhindern
Explosionsfähige Atmosphäre
Brennbare Lösemittel
  • Ausreichende natürliche und technische Raumlüftung vorsehen
  • Lösemitteldämpfe möglichst nah an der Maschine absaugen
  • Ex-Zonen einteilen und beachten
  • Streichmaschinen durchgängig erden, hinter dem Rakel Erdungszungen oder Ionisatoren anbringen
  • Für Rollen, Walzen und Zylinder ableitfähige Materialien verwenden
  • Maschinen auf ableitfähigem Boden aufstellen
  • Nur ableitfähige Spachtel oder Kellen (z. B. mit Metallgriffen) benutzen
  • Geeignete Löschmittel in Maschinennähe bereithalten Schaum-, Pulver- oder CO2-Löscher)

6.3.7   Herstellen von Drahtkernen

In Anlagen zum Herstellen von Drahtkernen werden Stahldrähte mittels Extrudern mit Gummi ummantelt (als „Wulst“ bezeichnet) und zu Kernen für Reifen und andere Produkte aufgewickelt und abgehackt.
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Einzug von Körperteilen an der Auf- und Abwickelstelle
Scherstellen an Umlenkvorrichtungen
  • Gefahrstellen zum Schutz gegen Hineingreifen oder Einziehen von Körperteilen sichern (z. B. durch trennende Schutzeinrichtungen wie Umzäunungen oder Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion wie Lichtschranken, Schaltmatten)
  • Siehe auch Abschnitt 6.3.3 und Abschnitt 6.3.4 dieser BG-Regel
Trennvorrichtungen
Handlingsgeräte, Roboter
  • Quetsch- und Scherstellen gegen Zugriff sichern (z. B. Verkleidungen, Verdeckungen)

6.3.8   Arbeiten an Mischern und Rührwerken

In Mischern werden flüssige oder pastöse Zubereitungen drucklos durch Bewegen von fest eingebauten Mischwerkzeugen oder des Mischbehälters homogenisiert. Die Behälter können zusätzlich mit Einbauten ausgerüstet sein.
Rührwerke bestehen aus einer Rührwelle mit einem Rührer, der durch einen Motor angetrieben wird und in einen Behälter (Rührbehälter) eintaucht. Rührer können unterschiedliche Formen haben, z. B. Scheiben (Dissolverscheiben), Propeller. Der Behälter kann fest am Rührwerk angebracht oder wegnehmbar sein. Bei manchen Ausführungen lässt sich das Rührwerk auf- und abfahren. Mit Rührwerken werden Einsatzstoffe zu homogenen Zubereitungen verarbeitet und feste Stoffe dispergiert.
Abbildung 29: Rührwerk
Abbildung 29: Rührwerk
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Einzugstellen am Antrieb
  • Zugriff zu Gefahrstellen (z. B. Zahnräder, Keilriemen) durch feststehende trennende oder durch bewegliche verriegelte Verkleidungen verhindern (Sicherheitsabstände nach DIN EN 294 einhalten)
Gefahrstellen durch umlaufende Teile (z. B. Mischer-/Rührerwelle, Misch-/Rührwerkzeuge, Knetschaufeln, Schnecken) im Bereich von Behälteröffnungen (z. B. Einfüll-, Auslauf-, Sicht-, Probenahme-, Reinigungsöffnungen)
  • Zugriff zu Gefahrstellen durch feststehende trennende Schutzeinrichtungen verhindern (z. B. Einfüll- und Auslauftrichter, Gitterroste, Gitterstäbe, geschlossene Zu- oder Abführungen des Mischgutes, eingebaute Umlenkbleche)
    ODER durch bewegliche, aber verriegelte Schutzeinrichtungen
  • Ohne Werkzeug lösbare Schutzeinrichtungen: mit dem Antrieb des Mischers/Rührers koppeln und bei gefährlichem Nachlauf verriegeln und zuhalten
  • Mit Werkzeug lösbare Schutzeinrichtungen nur verwenden, wenn ein häufiges Entfernen der Schutzeinrichtung nicht erforderlich ist (häufiges Entfernen heißt nach DIN EN 953 mehr als einmal pro Schicht)
  • Ein Anlauf des Mischers/Rührers darf erst möglich sein, wenn die Schutzeinrichtungen wirksam sind
  • Durch Schutzeinrichtungen sicherstellen, dass Misch-/Rührorgane beim Entleeren mit geöffnetem Deckel nicht erreicht werden können
  • Für das Entfernen von Anbackungen im Fülltrichter langstielige Hilfswerkzeuge (Mindestlänge 40 cm) zur Verfügung stellen und benutzen
Fangstellen im Bereich des Rührwerkzeuges (z. B. an Kupplung, Rührwelle, Rührer)
  • Umlaufende Teile (z. B. die Rührwelle) mindestens bis zur maximalen Füllstandshöhe gegen Zugriff sichern (z. B. durch feststehende und einstellbare trennende Schutzeinrichtungen, wie Schutzrohr)
    Ist ein Zugriff möglich: trennende Schutzeinrichtungen um den Rührbehälter installieren; Zugang zum Rührbehälter über eine mit Positionsschalter gesicherte Öffnung
Anlauf des Mischers/Rührers möglich, obwohl Misch-/Rührwerkzeuge nicht im Behälter
  • Können Misch-/Rührwerkzeuge und umlaufende Abstreifer aus dem Füllgut herausbewegt bzw. der Behälter entfernt werden, darf ein Einschalten nur erfolgen können, wenn sich das Werkzeug im Behälter befindet
    Sinnvoll ist die Installation von Verriegelungen, die das Betätigen des Misch-/Rührwerkes nur gestatten, wenn sich dieses im Behälter befindet (z. B. Schalter für die Höhenverstellung des Rührkopfes und Spannzange für den Rührbehälter mit integriertem Schalter)
  • Bei ortsbeweglichen Mischern/Rührern unbefugtes Einschalten verhindern (z. B. durch abschließbares Stellteil)
  • Bei Hand-, Anklemm- und Hängerührwerken sind auch andere Schutzmaßnahmen zulässig (siehe Abschnitt 5.1.3 der BG-Information „Rührwerke“ (BGI 661))
  • Ist das nicht möglich, sind besondere Maßnahmen erforderlich (z. B. abschließbares Stellteil; Stecker in einen abschließbaren Kasten legen; ortsbeweglichen Mischer/Rührer in einem verschlossenen Raum abstellen)
Gefahrstellen am Behälter (z. B. Quetschungen durch sich schließende Deckel oder schwenkbare oder sich bewegende Behälter)
  • Bei kraftbetätigten Deckeln: Quetschstelle zwischen Deckel und Behälter sichern (z. B. Schließen gegen Federdruck oder durch eine Zweihandsteuerung nach DIN EN 574)
  • Bei schwenkbaren Behältern Gefahrstellen durch die Schwenkbewegung des Behälters sichern durch:
    • Feststehende trennende Schutzeinrichtungen nach Abschnitt 5.3.2.2 der DIN EN ISO 12 100-2
    • Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung, wenn der Gefahrbereich vom Bedienpult eingesehen werden kann (der Gefahrbereich gilt auch als einsehbar, wenn Einsichthilfen, z. B. Spiegel oder Überwachungskamera, verwendet werden)
    • Besteht die Gefahr der Verletzung nur vom Steuerpult aus und nur für den Maschinenführer, so ist eine Zweihandsteuerung nach DIN EN 574, Typ III C mit Selbstüberwachung und synchroner Betätigung der Stellteile zulässig
  • Taumelmischer, Trommelmischer: unter Beachtung der Sicherheitsabstände gemäß DIN EN 294 durch Umzäunungen oder berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen (z. B. Lichtvorhang) sichern; der Gefahrbereich muss vom Bedienpult aus einsehbar sein
Gefahrstellen an Kipp-, Dreh- oder Hubvorrichtungen für Behälter oder Deckel
  • Bewegliche Behälter oder Deckel in jeder Stellung gegen Absturz sichern (z. B. Gegengewicht, mechanische Arretierung)
  • Zusätzliche Maßnahmen ergreifen (z. B. Zweihandsteuerung nach DIN EN 574, Typ III C mit Selbstüberwachung und synchroner Betätigung der Stellteile) wenn Gefahrstellen innerhalb von Sicherheitsabständen (nach DIN EN 294) liegen
Mitdrehen nicht arretierter Behälter, Scher- und Quetschstellen an Deckeln, Stoßstellen bei ortsveränderlichen Behältern
  • Behälter durch festen Stand, Fixieren am Maschinenrahmen oder eine Arretierung gegen Mitdrehen durch das Füllgut sichern
  • Bei kraftbetätigten Arretierungen Zugriff zu gefährlichen Bewegungen und Quetschstellen verhindern (z. B. durch feststehende trennende Schutzeinrichtungen)
  • Bei kraftbetätigten Deckeln die Quetschstelle zwischen Deckel und Rührbehälter sichern (z. B. Schließen gegen Federdruck oder durch eine Zweihandsteuerung nach DIN EN 574 für das Absenken des Deckels)
Einzug-, Scher- und Quetschstellen an der Rührwerkshubvorrichtung
  • Rührwerkskopf in jeder Stellung gegen Absturz sichern
  • Zusätzliche Maßnahmen ergreifen, wenn Gefahrstellen innerhalb von Sicherheitsabständen nach DIN EN 294 liegen
Einzug von Körperteilen
  • Enganliegende Kleidung tragen, gegebenenfalls Haarschutznetze und -hauben benutzen
  • Keine Handschuhe benutzen
Rechtsgrundlagen und Informationen:
BGI 5049

6.3.9   Konfektionieren

Bearbeiten, Vervollständigen von unvulkanisierten und vulkanisierten technischen Gummiartikeln (z. B. Aufbaumaschinen für Reifen und Luftfedern, Herstellen chirurgischer Gummiartikel, Herstellen von Dichtungssystemen, Montage von Schlauchleitungen).
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Abbildung 30: Handarbeitsplatz
Abbildung 30: Handarbeitsplatz
Abbildung 31: Wickelmaschine
Abbildung 31: Wickelmaschine
Durch Betätigen des Fußschalters wird die Maschine freigeschaltet; die Maschinenbewegung wird jedoch erst ausgelöst, wenn der Scanner feststellt, dass sich 1,5 Sekunden nach Betätigen des Fußschalters niemand mehr im Schutzfeld aufhält.
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Einzug von Körperteilen
  • Gefahrstellen zum Schutz gegen Hineingreifen oder Einziehen von Körperteilen sichern (z. B. vorne durch trennende Schutzeinrichtungen wie Umzäunungen oder Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion wie Lichtschranken, Schaltmatten; seitlich durch trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen))
  • Über die gesamte Arbeitsbreite auslösbare Not-Befehlseinrichtungen (Not-Halt) installieren (geeignet sind z. B. Bügel-, Seil- und Klappenschalter – Seil muss vorgespannt sein; Not-Halt-Schalter allein sind nicht zulässig)
    Hinweis zum Begriff Not-Halt: In neueren Normen ist nicht mehr von Not-Aus, sondern von Not-Halt die Rede, wenn es um das Stillsetzen von gefahrbringenden Bewegungen geht.
Das Anlegen von Hand ist nur zulässig bei verringerter Geschwindigkeit im Tippbetrieb

6.3.10   Einsatz von Trennmitteln

Siehe Abschnitt 6.2.6 dieser BG-Regel.

6.4   Diskontinuierliche Vulkanisation

Vulkanisation einzelner Werkstücke in Formen sowie Vulkanisation vorgefertigter Teile in z. B. Vulkanisierschränken und -kesseln.

6.4.1   Arbeiten an Reifenheizern

Reifen werden in Reifenheizern, in denen das Reifenprofil vorgegeben ist, vulkanisiert. Besonderheit gegenüber der Vulkanisation anderer Formartikel: die Formkörper werden nicht nur von außen, d. h. von der Pressform, sondern auch von innen geheizt (z. B. mittels Heizschlauch, Heizbalg, Heizmembran). Die Beheizung erfolgt mit Dampf von ca. 180 °C.
In modernen Reifenheizern ist ein Gummizylinder (Heizbalg) fest eingebaut, der den zylindrischen Reifenrohling formt, in die beheizte Form presst, und gleichzeitig von innen heizt. In Reifenheizern anderer Bauart wird statt des Heizbalgs eine ebenfalls fest eingebaute Heizmembran aus Gummi als Heizschlauchersatz verwendet. Nach Beendigung der Vulkanisation wird die Heizmembran in einen unter der Form angeordneten Zylinder gezogen.
Abbildung 32: Reifenheizer
Abbildung 32: Reifenheizer
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Quetsch- und Scherstellen
  • Gefahrbereich der sich schließenden Form durch trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen) oder Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion sichern (z. B. durch einen am Oberteil der Form angeordneten Schaltbügel oder eine berührungslos wirkende Schutzeinrichtung)
  • Durch einen gesteuerten Programmablauf sicherstellen, dass der Reifenheizer erst öffnet (mechanisch oder hydraulisch), wenn der Heizbalg druckentlastet ist

6.4.2   Arbeiten an Pressen und Spritzgießmaschinen

Maschinen, mit denen unter Druck und bei erhöhter Temperatur Formartikel in Vulkanisierformen hergestellt werden. Man unterscheidet:
Pressen sind Maschinen zur diskontinuierlichen Herstellung von Formteilen aus Kunststoff- oder Kautschukformmassen, die im Wesentlichen aus einer oder mehreren Schließeinheiten, Antrieben und Steuerungen und möglicherweise Zusatzeinrichtungen bestehen.
Bei Spritzgießmaschinen wird die Formmasse in einen separaten Hohlraum im Werkzeug eingegeben und unter dem Druck des Presskolbens in den formgebenden Hohlraum des Werkzeugs gepresst. Die Bewegung des Presskolbens kann entweder direkt durch die Schließbewegung des Werkzeugs oder durch einen separaten Zylinder bewirkt werden.
Zu Gefährdungen und Schutzmaßnahmen siehe BG-Information „Spritzgießmaschinen“ (BGI 749).
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Benutzen persönlicher Schutzausrüstungen
Auswahl und Benutzen persönlicher Schutzausrüstungen
  • Bei Arbeiten mit Druckluft (Entformen, Reinigen) Augen oder Gesichtsschutz sowie Gehörschutz benutzen
  • Bei der Entnahme heißer Teile Schutzhandschuhe oder geeignete Hilfsmittel benutzen
Abbildung 33: Presse – Prinzipskizze
Abbildung 33: Presse – Prinzipskizze
Abbildung 34: Spritzgießmaschine
Abbildung 34:
Spritzgießmaschine
Abbildung 35: Zweihandsteuerung an einer Spritzgießmaschine
Abbildung 35:
Zweihandsteuerung
an einer Spritzgießmaschine
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Quetsch- und Scherstellen
  • Hineineingreifen in bewegliche Werkzeuge/Formen durch geeignete Schutzeinrichtungen verhindern
  • Zweihandsteuerungen (Typ III C nach DIN EN 574) dürfen an Pressen nur eingesetzt werden (DIN EN 289:2004), wenn
    • die Maschine nur von einer Person bedient wird,
    • diese Person den Gefahrbereich überblicken kann,
    • der vom Hersteller angegebene Sicherheitsbereich eingehalten wird,
    • beide Schalter gleichzeitig gedrückt werden müssen
      und
    • Gefahrstellen von hinten nicht und von den Seiten soweit technisch möglich nicht erreicht werden
      Hinweis: Maschinen mit Zweihandsteuerungen sind nach Anhang IV der Maschinenrichtlinie prüfpflichtig
      Zweihandsteuerungen dürfen an neuen Pressen nur eingesetzt werden, wenn es nicht möglich ist, BWS oder trennende Schutzeinrichtungen einzusetzen.
  • Bewegliche trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen) und berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen mit dem Antrieb der Presse verriegeln
  • Formen formschlüssig sichern
  • Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen selbstüberwachend ausführen
  • Neue hydraulische Spritzgießmaschinen/Pressen mit Oberkolben mit zwei Hochhalteeinrichtungen ausrüsten
    Das können sein
    • zwei Ventile, die direkt am Zylinder angebracht oder über Bördelverschraubungen mit dem Zylinder verbunden sind oder
    • ein Ventil und eine mechanische Einrichtung, die über dem gesamten Hub wirksam ist
  • Bei neuen großen Spritzgießmaschinen/Pressen (Aufspannplatte > 800 mm, Hub > 500 mm) mit Oberkolben eine der Hochhalteeinrichtungen mechanisch ausführen und über den gesamten Kolbenhub wirksam werden lassen
  • Die Hochhalteeinrichtungen so ausführen, dass sich der Ausfall jeder Einrichtung selbsttätig durch Betriebshemmung der neuen Spritzgießmaschine/Presse bemerkbar macht
  • Bei neuen hydraulischen Oberkolbenpressen mit zwei hydraulischen Hochhalteeinrichtungen zusätzlich eine mechanische Hochhalteeinrichtung für die obere Endlage einbauen
Einzugstellen (Einlaufstelle, Füllstelle der Plastifizierschnecke)
  • Einlaufstelle zur Schnecke so gestalten, dass Finger und Hand nicht in den Einzugsbereich der Schnecke gelangen können (Abstände nach DIN EN 294 und 349)
Rechtsgrundlagen und Informationen:
DIN EN 289; BGI 5049
Gesundheitsschädigende Wirkung von Stoffen
Vulkanisationsdämpfe
  • Vulkanisationsdämpfe an der Austrittsstelle gefahrlos absaugen
  • Technische Raumlüftung vorsehen
Rechtsgrundlagen und Informationen:
BGR 121
Fußnote § 9 Abs. 2
Hinweis zum Querverweis:
Die GefStoffV wurde am 26.11.2010 (nach Erscheinen dieser Publikation) durch eine novellierte Fassung abgelöst, deren Aufbau teilweise von der hier verlinkten Fassung abweicht. Hier geht's weiter zur GefStoffV.
Fußnote 3 GefStoffV
Hinweis zum Querverweis:
Die GefStoffV wurde am 26.11.2010 (nach Erscheinen dieser Publikation) durch eine novellierte Fassung abgelöst, deren Aufbau teilweise von der hier verlinkten Fassung abweicht. Hier geht's weiter zur GefStoffV.

6.4.3   Arbeiten an Vulkanisierkesseln und -schränken

Gummiartikel können in liegenden oder stehenden (Topfkessel) geschlossenen Behältern unter Druck oder drucklos vulkanisiert werden. Die erforderliche Temperatur im Inneren wird durch Heißluft, Dampf oder auch durch Wasser erzeugt. Betriebsdrücke bis höchstens 15 bar sind üblich.
Abbildung 36: Vulkanisierkessel
Abbildung 36: Vulkanisierkessel
Zum Beschicken oder Entleeren haben die Vulkanisierkessel einen Deckel, der bei modernen Aggregaten mit einem Bajonettverschluss verriegelt wird und an einem Schwenkarm bewegt werden kann. Bei älteren Geräten werden die Deckel zum Teil mit Klammerschrauben gehalten. Auf bestimmungsgemäßen Sitz ist zu achten.
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Unkontrolliert bewegte Teile
Wegfliegende Teile
  • An Schnellverschlüssen von Druckbehältern der Gruppe IV müssen alle zwei Jahre äußere Prüfungen von einem Sachverständigen durchgeführt werden (TRB 801 Nr. 17)
    Die Prüfung erstreckt sich auf die Untersuchung der einwandfreien Beschaffenheit Druck tragender Teile der Schnellverschlüsse, insbesondere hinsichtlich unzulässiger Abnutzung und Korrosion sowie der Funktionsfähigkeit der Sicherheitseinrichtung der Schnellverschlüsse
Gesundheitsschädigende Wirkung von Stoffen
Vulkanisationsdämpfe
  • Vulkanisationsdämpfe an der Austrittsstelle gefahrlos absaugen (Abbildung 36)
  • Technische Raumlüftung vorsehen
Rechtsgrundlagen und Informationen:
BGR 121
Brandgefahr durch Stoffe
Wärmestau in der Gummimischung
  • Vulkanisierkessel genau nach Betriebsanweisung aufheizen
Kontakt mit heißen oder kalten Medien
Austreten von überhitztem Kondensat
  • Durch technische Maßnahmen sicherstellen, dass Druckbehälter nur in drucklosem Zustand und nach Abkühlen unter Siedetemperatur geöffnet werden können

6.5   Kontinuierliche Vulkanisation

Die Mischungen werden in kontinuierlich arbeitenden Anlagen in Form gebracht und vernetzt.

6.5.1   Arbeiten an UHF-Anlagen

UHF-Anlagen bestehen aus der Mikrowellen-(UHF)-Vorwärmung und der anschließenden Heißluftstrecke.
Die Mikrowellenenergie wird durch Magnetrone (Generatoren) erzeugt und in den Behandlungskanal eingespeist. Das führt zu einer Schwingungsanregung der polaren Moleküle und zur inneren Erwärmung der Mischung.
In der Heißluftstrecke erfolgt dann die Nachvulkanisation durch bis zu 250 °C erwärmte Luft. Gleichzeitig werden freiwerdende Dämpfe, z. B. aus Weichmacherölen, sowie Schmutzteilchen ausgeblasen.
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Brandgefahr durch Stoffe
Brandgefahr durch freiwerdende Dämpfe
Sie können infolge von Inhomogenitäten der Mischung (Metallteile!) durch die Strahlung gezündet werden.
Häufig greifen die Brände dann auf die Abluftkanäle über.
  • Brandschutzklappen in der Abluftanlage vorsehen
  • Kanalwände und Abluftkanäle regelmäßig reinigen (Kondensate entfernen)
  • Schadstoffhaltige Luft beseitigen
  • Im Brandfall Generator abschalten
  • Brände mit CO2 oder Stickstoff löschen
Abbildung 37: Mikrowellenanlage
Abbildung 37: Mikrowellenanlage
Elektromagnetische Felder
Direkte Einwirkung elektromagnetischer Felder auf den Körper (Augen, Gehirn, Keimdrüsen und andere Organe können geschädigt, Herzschrittmacher gestört werden)
  • Bevorzugt Anlagen verwenden, die nach dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz geprüft sind (sie weisen neben dem CE-Zeichen auch das GS-Zeichen auf)
  • Aufstellungs- und Betriebsanleitungen der Hersteller beachten
  • Generator erst einschalten, wenn die Anlage beschickt ist und alle Öffnungen geschlossen sind
  • Öffnungen dem Profilquerschnitt anpassen, d. h. weitestgehend geschlossen halten
  • Vulkanisation von Profilen mit kleinen Querschnitten: zugehörige Reduziereinsätze (z. B. Blenden, λ/4-Fallen, Absorber) in den Endstücken des Kanals einbauen
  • Dichtflächen an Deckeln und Klappen regelmäßig reinigen bzw. bei Bedarf erneuern
  • Streustrahlung an den Dichtflächen und Kanalwänden messen (beachten: metallarmierte Profile können wie Sendeantennen wirken); Messergebnisse dokumentieren
  • Verbotszeichen P11 „Verbot für Personen mit Herzschrittmacher“ anbringen
P11: Verbot für Personen
mit Herzschrittmacher
P11: Verbot für Personenmit Herzschrittmacher
Rechtsgrundlagen und Informationen:
EMV-Richtlinie, www.stmugv.bayern.de (Suchwort „Elektrosmog“),
www.vbg.de (Suchwort „Funkanwendungen“)

6.5.2   Arbeiten an Heißluftanlagen und IR-Heizkanälen

Die Heißluftvulkanisation erfolgt in Ein- oder Dreietagenanlagen. Sie sind direkt nach dem Extruder oder nach einer UHF-Anlage installiert. Vulkanisiert wird mit Heißluft bis 320 °C.
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Brandgefahr durch Stoffe
Entzündung von Verunreinigungen
  • Brandschutzklappen in der Abluftanlage vorsehen
  • Absaugungen an den Ein- und Austrittsöffnungen anbringen
  • Kanalwände und Abluftkanäle regelmäßig reinigen (Kondensate entfernen)
  • Löschmittel für Anlagen und Vulkanisationsgut in der Betriebsanweisung festlegen
Kontakt mit heißen oder kalten Medien
Heiße Gummiteile
  • Bedienungsklappen während des Betriebs geschlossen halten
  • Schutzhandschuhe und eventuell Unterarmschutz benutzen

6.5.3   Arbeiten an Salzbadanlagen

In Salzbadanlagen werden die extrudierten Gummiprofile durch eine heiße Salzschmelze geführt. Sie besteht meistens aus einem eutektischen Gemisch von Kaliumnitrat, Natriumnitrat und Natriumnitrit mit einem Schmelzpunkt von ca. 140 °C. Bei verschiedenen Anwendungen können auch Gemische aus Lithium- und Kaliumnitrat eingesetzt werden; bei diesen Gemischen kann von einer geringeren Gefahr für Beschäftigte und Umwelt ausgegangen werden.
Die Dichte der Salzschmelze ist größer als die von Gummi. Die Gummiprofile müssen daher entweder mit einem höhenverstellbaren endlosen Stahlband unter die Oberfläche der Schmelze gedrückt oder ständig mit Salzschmelze berieselt werden.
P04: Mit Wasser löschen verboten
P04: Mit Wasser löschen verboten
P17: Mit Wasser spritzen verboten
P17: Mit Wasser spritzen verboten
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Gesundheitsschädigende Wirkung von Stoffen
Gefährdung durch Salz
  • Bei Betriebsstörungen und Instandhaltungsarbeiten Exposition gegen Salzstäube vermeiden, z. B. persönliche Schutzausrüstungen benutzen
Brandgefahr durch Stoffe
Entzündung organischer Stoffe
Organische Stoffe verbrennen bei der erhöhten Temperatur und dem erhöhten Sauerstoffanteil des Salzbades sehr heftig. Ein Brand verlöscht erst, wenn der organische Körper verbrannt ist oder entfernt wurde. Es können sich auch Schäume entzünden, die sich durch Reaktion zwischen Gummimischungen und den Salzen bilden.
  • Bäder sauber halten
  • Ablagerungen auf den Bädern, auch Schäume, in regelmäßigen Abständen abschöpfen
  • Reißt ein Profil, sofort alle Stücke aus dem Bad entfernen
  • Feuerlöschmittel bereithalten:
    • Trockener Sand eignet sich zum Abdecken brennender Salzbäder und der aus brennenden Bädern entfernten organischen Körper
    • Kohlendioxid oder Stickstoff eignen sich zum Löschen brennender Abluftkanäle
    • Nicht mit Wasser löschen!
  • Absaugkanäle regelmäßig reinigen
Physikalische Explosionen
Kontakt mit Wasser
  • Wasser fernhalten
  • Nur trockene Stoffe zuführen
  • Nicht mit Wasser löschen
Kontakt mit heißen oder kalten Medien
Ca. 250 °C heiße Salzschmelze
Heiße Badteile
Heißer Dampf, verspritzende Salzschmelze, wenn Wasser in das Salzbad gelangt
  • Bedienungsklappen während des Betriebs geschlossen halten
  • Stahlband nur im Stillstand oder bei geschlossenen Bedienungsklappen absenken oder hochfahren
  • Zum Entfernen und Hineinlegen von Gegenständen sowie zum Abschöpfen der Oberfläche nur langstielige Werkzeuge verwenden
  • Kontakt mit Wasser ausschließen, Verbotszeichen P04 „Mit Wasser löschen verboten“ und P17 „Mit Wasser spritzen verboten“ anbringen
  • Keine Kleidung aus synthetischen Materialien tragen
  • Persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung stellen und benutzen: bei Arbeiten an offenen Bädern und beim Entsorgen erstarrter Salzschmelze z. B. hitzebeständige Schürzen und lange, eng anliegende Schutzhandschuhe, Gesichtsschutz, geschlossene Sicherheitsschuhe
  • Leicht erreichbare Augenduschen installieren und kennzeichnen

6.5.4   Arbeiten an Trommel- und Bandvulkanisieranlagen („Auma“)

Mit einer Automatischen Mattenvulkanisierungsanlage (Trommel- und Bandvulkanisieranlage bzw. Rotations/-Vulkanisationsmaschine) können dünne Kalanderfolien und -platten, beschichtete Gewebe, Bänder, Riemen und auch vorgeformte Artikel (z. B. Keilriemen) direkt im Anschluss an Kalander und Beschichtungsprozess vulkanisiert werden. Die Auma besteht aus einer beheizten, langsam rotierenden Stahltrommel und einem endlos geschweißten Stahlblechband, das durch zwei Umlenkrollen und eine Spannwalze an die Trommel gepresst wird. Das zu vulkanisierende Material läuft zwischen Trommel und Stahlband ein, wird auf die Trommel gepresst und dabei vulkanisiert.
Abbildung 38: Auma – Prinzipskizze
Abbildung 38: Auma – Prinzipskizze
Abbildung 39: Auma
Abbildung 39: Auma
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Ungeschützte bewegte Maschinenteile
Einzugstellen, Quetschstellen
  • Zugängliche Einzugstellen an der Trommel bzw. beim Aufnehmen von Gummiartikeln und Gewebe sichern
  • Not-Befehlseinrichtungen (Not-Halt) anbringen
    Hinweis zum Begriff Not-Halt: In neueren Normen ist nicht mehr von Not-Aus, sondern von Not-Halt die Rede, wenn es um das Stillsetzen von gefahrbringenden Bewegungen geht.
Kontakt mit heißen oder kalten Medien
Heiße Teile
  • Berührungsschutz gegen Verbrennungen an heißen Teilen der Auma vorsehen
  • Gegebenenfalls persönliche Schutzausrüstungen benutzen

6.6   Nachbearbeiten, Konfektionieren

Beim Nachbearbeiten werden die Teile entweder
  • mechanisch (z. B. mit Messern, Schleif- und Bohrmaschinen oder mit Flüssigkeiten unter hohem Druck)
    oder
  • thermisch (hohe oder tiefe Temperaturen) bearbeitet.
Zu Schutzmaßnahmen siehe insbesondere Abschnitte 5.3.1, 5.1.5, 5.4.2, 5.9.8. Persönliche Schutzausrüstungen sind z. B. zu benutzen beim Nähen dicker Materialien wegen der Gefahr eines Nadelbruchs (Schutzbrille) und beim Kleben größerer Flächen mit lösemittelhaltigen Klebstoffen (Atemschutz).

6.6.1   Mechanisches Nachbearbeiten

Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Unkontrolliert bewegte Teile
Mit Flüssigkeiten unter hohem Druck werden Gummiartikel formgebend getrennt und Durchbrüche ausgeschnitten.
Flüssigkeitsstrahl
Wegfliegende Teile
  • Bevorzugt mechanisch geführte Spritzeinrichtungen verwenden
  • Not-Halt-Einrichtungen gut erreichbar installieren
    Hinweis zum Begriff Not-Halt: In neueren Normen ist nicht mehr von Not-Aus, sondern von Not-Halt die Rede, wenn es um das Stillsetzen von gefahrbringenden Bewegungen geht.
  • Von Hand gehaltene Spritzeinrichtungen nur von einem sicheren Standplatz aus betätigen
  • Betätigungseinrichtung nicht in Einschaltstellung festsetzen
  • Größe der Düsen und Betriebsüberdruck so aufeinander abstimmen, dass der Rückstoß sicher beherrscht wird
  • Bei Arbeitsunterbrechung und bei Arbeitsende Betätigungseinrichtung der Spritzeinrichtung gegen unbeabsichtigtes Betätigen sichern (außer Druckerzeuger wird automatisch abgeschaltet)
  • Spritzschutz verwenden, wenn mit dem Rückprall von abgelösten Oberflächenteilen zu rechnen ist
Wasserstrahl kann über Arbeitsbereich hinaus bewegt werden
  • Bewegungsbereich begrenzen

6.6.2   Thermisches Nachbearbeiten

Es sind die in Abschnitt 5, insbesondere in Abschnitt 5.9.8, dieser BG-Regel zusammengestellten Maßnahmen zu beachten.

6.7   Qualitätskontrolle

Zur Sicherstellung der Produktqualität gibt es eine Vielzahl von chemischen, physikalischen und anwendungstechnischen Prüfungen.
Zu den grundlegenden Anforderungen an Arbeitsplätze der Qualitätskontrolle wird auf die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten Maßnahmen verwiesen. Bei speziellen Prüfmethoden, z. B. zerstörende Werkstoffprüfung, Röntgenprüfung, sind dem Einzelfall angemessene zusätzliche Maßnahmen erforderlich.

6.8   Weiter- und Wiederverwertung

Hierzu gehören z. B. die Runderneuerung von Reifen, die Herstellung von Regenerat aber auch die Weiterverwertung von Altgummi zu anderen Produkten, z. B. Ölbinder, Tartanbahnen, Spielplatzbeläge, geräuscharme Straßenbeläge.

6.8.1   Reifenrunderneuerung

Zur Runderneuerung müssen die Reifen zunächst geschält, geraut und gebürstet werden. Nach dem Aufbringen einer neuen Lauffläche ist noch eine Wärmebehandlung (Vulkanisation) erforderlich.
Bei der Runderneuerung fallen Schälgut und Raumehl an.
Abbildung 40: Reifenrunderneuerung (Schutzeinrichtungen entfernt)
Abbildung 40: Reifenrunderneuerung (Schutzeinrichtungen entfernt)
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten:
Teile mit gefährlichen Oberflächen
Rauwerkzeuge
  • Rauwerkzeug bis auf den zum Rauen erforderlichen Teil durch trennende Schutzeinrichtungen (Verdeckungen) sichern
  • Nur Rauwerkzeuge verwenden, deren Nachlaufzeit 1 Sekunde nicht übersteigt
  • Nur solche von Hand zu führenden Rauwerkzeuge verwenden, deren Bediengriffe mit Zweihandsteuerungen (siehe Abschnitt 2.22 dieser BG-Regel) und zusätzlich mit Selbstüberwachung und synchroner Betätigung der Stellteile ausgerüstet sind
  • Wird der Rauvorgang unterbrochen, d. h. das Rauwerkzeug vom Reifen entfernt, Schutzklappe schließen
Schleifmaschinen
  • Sichere Befestigung der Schleifkörper vor Arbeitsbeginn prüfen
  • Handschleifmaschinen mit beiden Händen führen um Abrutschen vom Reifen oder Hängenbleiben in der Kleidung zu vermeiden
Brandgefahr durch Stoffe
Selbstentzündung von Raumehl
Zündung von Raumehl durch z. B. glühende Stahldrahtteile und Funken
  • Abfälle regelmäßig entfernen
  • An Lagerstellen Brandschutzmaßnahmen treffen, z. B. Feuerlöscheinrichtungen bereitstellen, Brandmelder installieren
Weitere besondere Schutzmaßnahmen in Abschnitten 5.4.1, 5.6 dieser BG-Regel.

6.8.2   Herstellen von Regenerat

Zum Herstellen von Regenerat werden die aufzuarbeitenden Teile zumeist
  • nach einer thermischen Behandlung (zum Brechen der Schwefelbrücken) im Schredder oder Brecherwalzwerk zerkleinert
    oder
  • gegebenenfalls nach Kühlung fein gemahlen.
Durch thermische Belastungen beim Herstellen von Regenerat entstehen eine Vielzahl von Gefahrstoffen durch die Spaltung von Schwefelbrücken und die thermische Zersetzung von Additiven. Gefahrstoffmessungen erlauben eine Abschätzung der Exposition sowie die Festlegung geeigneter Maßnahmen um gesundheitsgefährdende Gefahrstoffkonzentration im Arbeitsbereich zu vermeiden.
Zu Schutzmaßnahmen siehe insbesondere Abschnitte 5.4, 5.6, 5.9.1, 5.9.8 dieser BG-Regel.

6.9   Systemfertigung

Montage- und Konfektionierarbeiten werden mit unterschiedlichen, meist sehr speziellen Maschinen oder manuell ausgeführt.
Zu Schutzmaßnahmen siehe insbesondere Abschnitt 5.4 dieser BG-Regel.

6.10   Oberflächenbehandlung

6.10.1   Vorbehandeln von Festigkeitsträgern und Verbundmaterial

Das Vorbehandeln von Festigkeitsträgern und Verbundmaterial erfolgt auf unterschiedlichen Maschinen in halb- oder vollautomatischen Verfahren. Dabei werden auch Gefahrstoffe verwendet (z. B. Entfettungsmittel, Grundiermittel, Primer, Haftmittel).
Abbildung 41: Beschichtung von Metallteilen mit Haftvermittlern
Abbildung 41: Beschichtung von Metallteilen mit Haftvermittlern
Zu Schutzmaßnahmen siehe insbesondere Abschnitte 5.3.1, 5.4, 5.6, 5.7, 5.9.1, 5.9.8 dieser BG-Regel.

6.10.2   Spritzen, Lackieren, Kleben, Beflocken, Beschichten, Tauchen

Die aus der Vulkanisation kommenden Gummiformteile oder Profile können je nach Einsatzzweck weiter bearbeitet werden. Typische Arbeitsgänge sind Spritzen von Decklacken, Aufsprühen von Klebstoffen und anschließende Beflockung, Beschichten mit Trennmittel, Tauchen in Präparationen. Besonders zu beachten ist der Einsatz von toxischen, sensibilisierenden oder brennbaren Gefahrstoffen.
Zu Schutzmaßnahmen siehe insbesondere Abschnitte 5.6 und 5.7. Besonders zu beachten ist auch der Schutz benachbarter Arbeitsplätze.

6.11   Instandhalten, Reinigen

Arbeiten zur Instandhaltung und Reinigung werden außerhalb des Produktionszyklus durchgeführt. Aufgrund der Abweichung vom bestimmungsgemäßen Betrieb können häufig andere oder neue Gefährdungen auftreten.

6.11.1   Maschinen, Anlagen

Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten, insbesondere 5.6, 5.7:
Unkontrolliert bewegte Teile
Herunter fallende, berstende und wegfliegende Teile (z. B. Bruchstücke, Späne, Schleifkörperteile)
  • Absinken von hochgehaltenen schweren Maschinenteilen durch mechanische oder hydraulische Sicherungen verhindern
  • Bei Arbeiten mit Druckluft Augen- und Gesichtsschutz sowie Gehörschutz benutzen

6.11.2   Formen

Reste der Kautschukmischungen und Trennmittel setzen sich nach längerem Gebrauch in den Formen ab und verschlechtern die Qualität der Formteile.
Üblich ist die Reinigung mit Strahlmitteln in verschiedenen Verfahren oder mit Chemikalien wie Laugen und Lösemitteln auch unter Verwendung von Ultraschall und Laserstrahlen.
Neben den folgenden sind zusätzlich die in Abschnitt 5 dieser BG-Regel zusammengestellten übergreifenden Maßnahmen zu beachten, insbesondere 5.6, 5.7, 5.9.1, 5.9.2, 5.9.5:
Unkontrolliert bewegte Teile
Berstende und wegfliegende Teile (z. B. Bruchstücke, Späne, Schleifkörperteile)
Gesundheitsschädigende Wirkung von Stoffen
Einatmen von Dämpfen und Aerosolen oder Strahlmittelstäuben in gesundheitsgefährdenden Konzentrationen
Schädigung der Haut durch Lösemittel oder reizende und ätzende Stoffe
Aufnahme von Stoffen durch die Haut
  • Zum Strahlen nur silikogenfreie Strahlmittel verwenden, z. B. Glasperlen, Schlackegranulat, Walnussschalen, CO2-Pellets
  • Strahlmittel nur in geschlossenen Kabinen, die von außen bedient werden, einsetzen oder mit abgesaugten Werkzeugen
  • Tauchbäder mit Chemikalien stets geschlossen halten
  • Muss an offenen Tauchbädern gearbeitet werden oder besteht die Möglichkeit des Kontakts mit Säuren und Laugen (z. B. beim Umfüllen): geeignete persönliche Schutzausrüstungen benutzen (z. B. Schutzbrille und Gesichtsschutz, lange Gummihandschuhe, Gummistiefel, Gummischürze)

6.11.3   Arbeitsplätze

Zu Schutzmaßnahmen siehe insbesondere Abschnitte 5.6 und 5.7 dieser BG-Regel.

Anhang 1: Beim Herstellen von Gummi häufig verwendete Chemikalien

Mastikationsmittel
Vukanisationschemikalien
  • Vulkanisiermittel
    • Schwefel
    • Schwefelspender
    • Schwefelfreie Vernetzungsmittel
    • Peroxide
  • Vulkanisationsbeschleuniger
    • Anorganische Vulkanisationsbeschleuniger
    • Organische Vulkanisationsbeschleuniger
  • Beschleunigeraktivatoren
  • Vulkanisationsverzögerer
Alterungsschutzmittel
  • Oxidationsschutzmittel (Antioxidantien)
    • Verfärbende Produkte
    • Nicht verfärbende Produkte
    • Sonstige Produkte
  • Ermüdungsschutzmittel
  • Ozonschutzmittel (Antiozonantien)
  • Lichtschutzmittel
  • Hydrolyseschutzmittel
  • Schutzmittel gegen Metallvergiftung (Kautschukgiftalterung)
  • Desaktivatoren
  • Schutzmittel gegen Reversion und Nachvernetzung (Reversionsschutzmittel und Anticyclisierungsmittel)
Füllstoffe
  • Ruß
  • Silica
Weichmacher
  • Mineralölweichmacher
  • Weichmacher aus Naturprodukten
  • Synthetische Weichmacher
Pigmente
  • Anorganische Pigmente
  • Organische Pigmente
Verarbeitungshilfsmittel
  • Gleitmittel
  • Klebrigmacher
  • Faktis
  • Füllstoffaktivatoren/Haftvermittler
Treibmittel
  • Anorganische Treibmittel
  • Organische Treibmittel
Haftmittel
  • Gummi Gewebe Haftmittel
  • Gummi Metall Haftmittel
  • Flockkleber, Primer
Sonstige Hilfsmittel
  • Anticyclisierungsmittel
  • Replastiziermittel
  • Emulgatoren
  • Flammschutzmittel
  • Lösemittel
  • Trennmittel/Formentrennmittel
  • Oberflächenbehandlungsmittel
  • Regeneriermittel
  • Härter
  • Geruchsverbessernde Stoffe
  • Antistatika
  • Termitenschutzmittel
  • Antimikrobiell wirkende Substanzen
  • Gleitlacke

Anhang 2: Allgemeine Checkliste für die Erstinbetriebnahme von Maschinen

Die in dieser Checkliste abgefragten Anforderungen stellen Basisanforderungen dar, die in der Maschinenrichtlinie enthalten sind. Die Anforderungen gelten für alle Maschinen. Mit dieser Checkliste können je nach Erfordernissen und Betriebserfahrung auch Checklisten für Wiederholungsprüfungen zusammengestellt werden.
Nr.Anforderungja/
nein
Erforderliche
Maßnahmen
Kommentare/Rechtsquelle
I. Formale Voraussetzungen für die Inbetriebnahme
Maschinen, die nach dem 1. Januar 1995 in den Verkehr gebracht wurden
1Liegt für die Maschine eine Konformitätserklärung vor?  Für jede allein funktionsfähige Maschine, die nach dem 1. Januar 1995 in Verkehr gebracht wurde, muss als Voraussetzung für die Inbetriebnahme eine EG-Konformitätserklärung vorliegen (§ 7 der BetrSichV, § 3 Abs. 1 der 9. GPSGV). Eine Konformitätserklärung muss auch erstellt werden, wenn mehrere Maschinen als Gesamtheit von Maschinen zusammenwirken. Der Maschinenhersteller ist verpflichtet, eine Konformitätserklärung der Maschine beizufügen.
2
Enthält die Konformitätserklärung mindestens folgende Angaben?
  • Name und Anschrift des Maschinenherstellers
  • Beschreibung der Maschine
  • Alle einschlägigen EU-Richtlinien, denen die Maschine entspricht
  • Gegebenenfalls eine Auflistung der angewendeten harmonisierten C-Normen
  • Gegebenenfalls nationale technische Normen und Spezifikationen, die angewandt wurden
  • Angaben zum Unterzeichner der Konformitätserklärung
  Es muss die vollständige Anschrift des Herstellers vorhanden sein. Neben der genauen Typbezeichnung soll die Bezeichnung der Maschine, z. B. „Warmformmaschine“, aufgeführt werden.
Neben der Maschinenrichtlinie ist z. B. beim Vorhandensein von elektrischen Betriebsmitteln zusätzlich die EG-Niederspannungsrichtlinie und die EMV-Richtlinie aufzuführen.
3Ist die Konformitätserklärung in deutscher Sprache abgefasst?  Die Konformitätserklärung muss in der Sprache des Verwenderlandes abgefasst sein.
4Ist an der Maschine (oder der Gesamtheit von Maschinen) das CE-Zeichen vorhanden?  Die CE-Kennzeichnung ist neben der Konformitätserklärung die zweite formale Voraussetzung für die Inbetriebnahme der Maschine. (Anhang I, Nr. 1.7.3 der Maschinenrichtlinie)
5Sind alle wichtigen Kenndaten an der Maschine dauerhaft angebracht?
  • Hersteller (Name, Anschrift),
  • Typ,
  • Baujahr,
  • Betriebsdaten (Druck, Spannung, Gewicht).
  Anhang I Nr. 1.7.3 der Maschinenrichtlinie, DIN EN 60 204-1
II. Anforderungen an die Betriebsanleitung (BA)
6Wurde die Maschine mit einer Betriebsanleitung in deutscher Sprache ausgeliefert?  Die EG-Maschinenrichtlinie verlangt vom Maschinenhersteller, dass eine Betriebsanleitung in der Sprache des Verwenderlandes mitgeliefert werden muss (Anhang I Nr. 1.7.4 der Maschinenrichtlinie).
7Enthält die Betriebsanleitung Informationen über die bestimmungsgemäße Verwendung der Maschine und wird sie so eingesetzt?  Zur bestimmungsgemäßen Verwendung gehören z. B. Angaben über die zulässigen Aufstellungsbedingungen (Feuchtigkeit, Ex-Bereiche, Temperaturbereiche), Rohstoffe, Qualifikationen des Personals, usw. Ferner sollte beschrieben werden, welche Rohstoffe z. B. nicht in der Maschine verarbeitet werden dürfen.
8Sind in der Betriebsanleitung Angaben über die Kennwerte der Energieversorgung vorhanden?  Hierzu gehören z. B. Angaben über
  • Spannung, Frequenz, Stromstärke,
  • Eigenschaften der Druckluftversorgung Druck, Ölgehalt),
  • zulässige Ölsorten für Hydraulikaggregate.
9Enthält die Betriebsanleitung Hinweise über Restrisiken?  Hierzu können z. B. Angaben zählen über
  • heiße Oberflächen,
  • scharfe Kanten, z. B. an Werkzeugen,
  • unter Druck stehende Maschinenteile,
  • Energiespeicher, z. B. elektrische Kondensatoren, Druckspeicher, große Leitungsvolumina, Zylinder,
  • elektrische Betriebsmittel, die nach Ausschalten des Hauptschalters weiterhin unter Spannung stehen,
  • nicht über verriegelte Schutzeinrichtungen gesicherte gefahrbringende Bewegungen.
10Werden in der Betriebsanleitung Hinweise über die Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen gegeben?  Es ist darauf zu achten, dass die Hinweise über die persönlichen Schutzausrüstungen möglichst konkret abgefasst sind, z. B. schnittfeste Handschuhe.
11Enthält die Betriebsanleitung alle notwendigen Hinweise über den Transport der kompletten Maschine?  Hierzu zählen insbesondere Angaben über
  • das Gewicht der Maschine,
  • die Lage des Schwerpunkts,
  • die Lage der Anschlagpunkte (mit Skizze),
  • die Verwendung von Transporteinrichtungen.
12Werden von der Betriebsanleitung alle Betriebszustände und Betriebsarten der Maschine bezüglich ihrer sicherheitstechnischen Relevanz behandelt?  Hierzu zählen insbesondere
  • Handbetrieb, Automatikbetrieb,
  • Verhalten bei Störungen,
  • Durchführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten,
  • Fehlersuche, Störungsbeseitigung,
  • Einrichten der Maschine,
  • Entsorgung von Gebrauchsmaterial (z. B. Schmierstoffe).
13Enthält die Betriebsanleitung Informationen über die Inbetriebnahme?  Hierzu können z. B. zählen
  • Anforderungen an Befestigungselemente (Verankerung im Boden, Maßnahmen zur Vibrationsdämpfung),
  • Anschließen der Energieversorgung,
  • Elektrischer Überlastschutz in der Energieversorgung,
  • Notwendiger Platzbedarf (z. B. unter Berücksichtigung von Schaltschränken),
  • Aufstellungsplan mit ausreichenden Angaben.
14Werden in der Betriebsanleitung die Schutzeinrichtungen, deren Wirkungsweise und Überprüfung beschrieben?  Hierzu zählen insbesondere
  • Beschreibung der trennenden (verriegelten) Schutzeinrichtungen,
  • Überprüfung von Positionsschaltern,
  • Wirkungsweise von Not-Halt-Einrichtungen,
    Hinweis zum Begriff Not-Halt: In neueren Normen ist nicht mehr von Not-Aus, sondern von Not-Halt die Rede, wenn es um das Stillsetzen von gefahrbringenden Bewegungen geht.
  • Wirkung von Zweihandsteuerungen,
  • Beschreibung der Wirkungsweise von berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen (BWS),
  • Festlegung von Prüfintervallen.
15Werden die an der Maschine vorhandenen Stellteile und deren Auswirkungen auf die Maschinenfunktion beschrieben?  Hierunter fallen z. B. auch Hinweise für den „Handbetrieb“ bei dem die übliche automatische) Abfolge von Maschinenfunktionen (Bewegungen) aufgehoben ist und es durch die nun mögliche andere Reihenfolge zu unsicheren Zuständen kommen kann.
Des Weiteren sind die Auswirkungen nach Betätigung von Not-Halt-Einrichtungen zu beschreiben (z. B. Entspannung von Hydrospeichern).
16Sind Anleitungen zur Fehlererkennung und Fehlerortung sicherheitsrelevanter Zustände vorhanden?  Zweckmäßig ist eine Fehleranalyse z. B. in Form von Tabellen (welcher Mangel liegt welchem Verhalten der Maschine zugrunde, wie ist der Mangel zu beseitigen) oder softwaregestützter Systeme.
17Sind Angaben zur Instandhaltung sicherheitsrelevanter Bauteile vorhanden?  Hierzu zählen insbesondere Angaben über
  • Art und Häufigkeit von Inspektionen,
  • Angaben zu Inspektionseingriffen, die nur durch Fachpersonal durchgeführt werden dürfen,
  • Austauschintervalle für Verschleißteile, z. B. für Hydraulik-Schlauchleitungen, mechanische Bremsen.
18Werden Sicherheitshinweise in der Betriebsanleitung durch besondere Symbole hervorgehoben?  Die Symbole erleichtern es dem Leser, wesentliche Sicherheitshinweise schnell aufzufinden, z. B. solche, die auf mögliche Restrisiken hinweisen.
19Enthält die Betriebsanleitung ein Inhaltsverzeichnis bzw. ein Stichwortverzeichnis?  Diese Anforderung sollte ab einem Umfang von ca. 20 Seiten eingehalten werden.
20Enthält die Betriebsanleitung Angaben über die von der Maschine verursachten Lärmemissionen?  Folgende Angaben müssen nach Anhang I Nr. 1.7.4 der Maschinenrichtlinie enthalten sein:
  • Der A-bewertete äquivalente Dauerschalldruckpegel an den Arbeitsplätzen des Bedienpersonals, wenn er über 70 dB(A) liegt. Ist dieser Pegel niedriger als oder gleich 70 dB(A), genügt die Angabe „70 dB(A)“. Weist die Maschine mehrere Arbeitsplätze auf, können Mittelwerte angegeben werden.
  • Der Schallleistungspegel der Maschine, wenn der A-bewertete äquivalente Dauerschalldruckpegel an den Arbeitsplätzen des Bedienpersonals über 85 dB(A) liegt. Mit dem Schallleistungspegel kann abgeschätzt werden, welche Lärmpegelerhöhung mit der Maschine nach dem Aufstellen verbunden ist
III. Betriebsanweisung
Auf der Basis der Betriebsanleitung des Herstellers muss vor der ersten Inbetriebnahme eine Betriebsanweisung vorliegen und mit den Beschäftigten durchgesprochen werden.
21Ist die Betriebsanweisung strukturiert und übersichtlich aufgebaut?  Folgende Struktur wird empfohlen:
  • Maschinenart, Standort
  • Mitgeltende Betriebsanweisungen, z. B. für andere Betriebszustände, wie Wartung
  • Gefährdungen, die von der Maschine ausgehen
  • Schutzmaßnahmen (persönliche Schutzausrüstungen, Schutzeinrichtungen an der Maschine, Verhalten)
  • Verhalten, z. B. bei Störungen und Unfällen
  • Prüfungen
  • Folgen bei Nichtbeachtung (insbesondere gesundheitliche Folgen)
  • Unterschrift des Vorgesetzten
22Geht die Betriebsanweisung neben dem ungestörten Betrieb auch auf Wartungs-, Rüst- und Reparaturarbeiten sowie die Störungsbeseitigung ein?  Es ist gegebenenfalls. auch die Benutzung von Hilfseinrichtungen zu beschreiben.
23Werden die Gefährdungen, die von der Maschine ausgehen, beschrieben?  Es ist auf die wesentlichen Gefährdungen ohne die Wirkung von Schutzeinrichtungen hinzuweisen.
24Wird die Durchführung von Prüfungen festgelegt?  Zeitintervall und Dokumentation.
25Wird das Verhalten bei festgestellten Mängeln festgelegt?  Wird das Verhalten bei festgestellten Mängeln festgelegt?
IV. Sicherheitstechnische Überprüfung
Die folgenden Anforderungen beruhen auf der Maschinenrichtlinie und der DIN EN ISO 12 100-2.
26Sind alle Schutzeinrichtungen, wie in der Betriebsanleitung beschrieben, an der Maschine vorhanden?  Es soll hier zunächst lediglich die Vollständigkeit der Schutzeinrichtungen auf der Basis der Betriebsanleitung überprüft werden.
27Sind für alle gefahrbringenden Bewegungen Schutzeinrichtungen vorhanden?  Bei nicht gesicherten Gefahrstellen ist zu prüfen, ob technische Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik möglich sind.
28Ist das Sicherheitskonzept so gewählt, dass keine Anreize zum Umgehen von Schutzeinrichtungen bestehen?  Das Sicherheitskonzept muss alle „Lebensphasen“ berücksichtigen, z. B. Automatikbetrieb, Wartung, Einrichten. Dauert z. B. das Einrichten der Maschine mit den Schutzeinrichtungen für den Automatikbetrieb erheblich länger als ohne diese Einrichtungen, besteht ein Anreiz zum Umgehen.
29Sind für große Maschinen mit hintertretbaren Bereichen zusätzliche Schutzeinrichtungen vorhanden?  Die Schutzeinrichtungen sollen verhindern, dass eine Person, die sich im hintertretbaren Bereich aufhält, beim Starten der Maschine durch eine zweite Person gefährdet wird. Maßnahmen dagegen können z. B. sein:
  • Aufenthaltsüberwachungen (z. B. Trittmatten),
  • akustische Anlaufwarnungen,
  • Unterteilung der Maschine in überschaubare Segmente,
  • gute Einsehbarkeit in den hintertretbaren Bereich vom Bedienpult aus,
  • Quittiersysteme an Zugangstüren,
  • Schlüsselsysteme.
30Die Schutzeinrichtungen müssen nach Anhang I Nr. 1.4.1 der Maschinenrichtlinie   Erläuterungen:
a. ausreichend stabil sein,  a. Trennende Schutzeinrichtungen sind ausreichend stabil, wenn sie den betrieblichen Belastungen standhalten.
b. dürfen keine zusätzlichen Gefährdungen hervorrufen,  b. Kraftbetätigte trennende Schutzeinrichtungen müssen beispielsweise an der Schließkante eine Schaltleiste aufweisen, wenn die Schließkraft Verletzungen hervorrufen kann.
c. dürfen nicht auf einfache Weise umgangen oder unwirksam gemacht werden können,  c. Umgehbarkeit stellt z. B. bei großen Austragsöffnungen ein Problem dar. Hier können z. B. Lichtschrankensysteme mit Muting (kurzzeitiges Ausblenden von Schutzeinrichtungen) eingesetzt werden.
d. müssen ausreichend Abstand zum Gefahrbereich haben,  d. Dies ist insbesondere bei Zweihandsteuerungen und bei BWS zu beachten.
e. dürfen die Beobachtung des Arbeitszyklus nicht mehr als notwendig einschränken,  e. Eingeschränkte Beobachtungsmöglichkeiten können zum Umgehen von Schutzeinrichtungen führen.
f. müssen Wartungs-, Instandhaltungs- und Einrichtarbeiten möglichst ohne Demontage der Schutzeinrichtungen zulassen.  f. Damit soll das Inbetriebnehmen der Maschine ohne funktionsfähige Schutzeinrichtungen vermieden werden.
31Sind heiße oder sehr kalte Oberflächen mit Schutzeinrichtungen versehen, die Verletzungen vermeiden?  Ausnahmen sind für den Wirkbereich von Maschinen zulässig. Die maximal zulässigen Temperaturwerte sind in der DIN EN ISO 13 732-1 festgelegt.
32Ist ein ausreichender Schutz auch für Einrichtarbeiten vorgesehen?  Für Einrichtarbeiten müssen immer Schutzeinrichtungen vorgesehen werden. Es ist nicht zulässig, die für den Normalbetrieb vorgesehenen Schutzeinrichtungen außer Kraft zu setzen, ohne dass andere Schutzeinrichtungen wirksam werden. Dieses Umschalten darf nur mittels eines abschließbaren Betriebsartenwahlschalters möglich sein.
In Anhang I Nr. 1.2.5 der Maschinenrichtlinie wird gefordert:
„Ist bei bestimmten Arbeitsgängen ein Betrieb der Maschine bei aufgehobener Schutzwirkung der Schutzeinrichtungen erforderlich, so sind der entsprechenden Wahlschalterstellung folgende Steuerungsvorgaben zuzuordnen:
  • die Automatiksteuerung wird gesperrt;
  • es sind nur Bewegungen möglich, wenn die Befehlseinrichtungen kontinuierlich betätigt werden (Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung);
  • gefährliche Bewegungen von Teilen sind nur unter verschärften Sicherheitsbedingungen möglich, z. B. reduzierte Geschwindigkeit, reduzierte Leistung, Schrittbetrieb oder sonstige geeignete Vorkehrungen) und Gefahren, die sich aus Befehlsverkettungen ergeben, werden ausgeschaltet;
  • Maschinenbewegungen, die aufgrund einer direkten oder indirekten Einwirkung auf maschineninterne Sensoren eine Gefahr darstellen können, werden gesperrt.“
33Sinken schwere Maschinenteile beim Bruch von Hydraulik- oder Pneumatikleitungen oder beim Ausfall der Energie nicht herab?  Dieses Risiko muss immer durch zwangsläufig wirksame Schutzeinrichtungen vermieden werden, z. B. Rückschlagventile, mechanische Hochhaltungen.
34Sind die Schutzeinrichtungen, so wie in der Betriebsanleitung beschrieben, wirksam?  Durch die Überprüfung soll sichergestellt werden, dass Mängel durch Fehler in der Verkabelung im Schaltschrank aufgedeckt werden. Es ist z. B. zu prüfen, ob alle gefahrbringenden Bewegungen in die Verriegelungen mit einbezogen sind. Die Überprüfung ist auf alle Betriebsarten anzuwenden.
35Weisen die Schutzeinrichtungen eine ausreichende Schutzwirkung auf?  Im Rahmen dieser Überprüfung ist festzustellen, ob gefahrbringende Bewegungen ausreichend schnell zum Stillstand kommen und die Schutzeinrichtungen nicht leicht umgehbar sind: diese Anforderung ist erfüllt, wenn z. B. die Maße der trennenden Schutzeinrichtung die Anforderungen der DIN EN 294 erfüllen und die Sicherheitsabstände für BWS und Zweihandschaltungen der DIN EN 999 entsprechen (der Sicherheitsabstand soll an der Maschine angegeben sein).
36Lassen sich fest angebrachte trennende Schutzeinrichtungen nur mit Hilfe von Werkzeugen lösen?  Rändelschrauben oder Flügelmuttern sind zur Befestigung nicht zulässig.
37Sind Piktogramme, wie in der Betriebsanleitung aufgeführt, zur Warnung vor Restgefahren vorhanden?  Piktogramme sind z. B.:
  • Blitzpfeil auf gelben Grund zur Warnung vor gefährlicher elektrischer Spannung,
  • Warnung vor heißen Oberflächen.
38Ist für jede Energieart ein abschließbarer Hauptschalter vorhanden?  Der jeweilige Hauptschalter muss in der Aus-Stellung abschließbar sein, ein Vorhängeschloss reicht aus. Derartige Hauptschalter sind auch für die Pneumatik erhältlich. Für hydraulische Systeme kann der elektrische Hauptschalter die Abschaltfunktion übernehmen, wenn in der Aus-Stellung auch der Druckerzeuger (Hydraulikpumpe) abgeschaltet wird. Bei einem Nennstrom < 16 A und einer Nennleistung < 3 kW kann eine Steckverbindung die Hauptschalterfunktion übernehmen.
39Ist ein ausreichender Berührschutzschutz (Fingersicherheit) im elektrischen Schaltschrank gewährleistet?  Durch diese Maßnahme soll sichergestellt werden, dass bei Eingriffen im Schaltschrank (z. B. bei der Störungssuche, beim Einstellen von Grenzwerten) spannungsführende Teile nicht ungewollt berührt werden können.
40Sind alle elektrischen Betriebsmittel ausreichend gekennzeichnet?  Erfahrungsgemäß kommt es zwischen Hersteller und Käufer von Maschinen häufig zu Unstimmigkeiten wegen der Kennzeichnung von elektrischen Leitern im Schaltschrank. Die einschlägige Norm (DIN EN 60 204-1) ist in dieser Hinsicht nicht eindeutig formuliert. Es wird daher empfohlen, bei neuen Maschinen hier eine Klarstellung im Kaufvertrag vorzunehmen. Diese Vorgehensweise ist im Übrigen in DIN EN 60 204-1 ausdrücklich vorgesehen.
41Treten Risiken auf nach Ausfall und anschließender Wiederkehr der Energieversorgung?  Es ist insbesondere nicht zulässig, dass nach Energiewiederkehr bei aktiven Schutzeinrichtungen gefahrbringende Bewegungen unerwartet auftreten. Dieser Mangel tritt gelegentlich in elektropneumatischen Steuerungen auf.
42Wirkt die Not-Halt-Einrichtung so wie in der Betriebsanleitung beschrieben?  Die Not-Halt-Einrichtung sollte in der Regel die gefahrbringenden Bewegungen schnellstmöglich stillsetzen. Darüber hinaus soll gespeicherte Energie (insbesondere im Bereich der Pneumatik und Hydraulik) so weit wie möglich gefahrlos freigesetzt werden. Das Absinken schwerer Maschinenteile darf mit dem Betätigen des Not-Halt nicht verbunden sein.
43Lassen sich die Bereiche der Maschine, die zum Bedienen bestimmungsgemäß aufgesucht werden müssen, sicher begehen?  Hier ist insbesondere bei großen Maschinen zu überprüfen, ob alle notwendigen Arbeitsbühnen und sonstigen Aufstiege vorhanden sind. Die Auswahl der Zugänge (z. B. Treppe oder steiler Aufgang) und deren Ausführung ist in der Normenreihe DIN EN 14 122 beschrieben.
44Ist die elektrische Sicherheit der Maschine gewährleistet?  Hier ist insbesondere die Überprüfung der Maßnahmen gegenüber gefährlicher Körperdurchströmung angesprochen. Die Frage ist insbesondere beim Zusammenbau größerer Maschinen beim Betreiber von Bedeutung. Es ist sicherzustellen, dass die Messungen nach DIN EN 60 204-1 (Schutzleiterwiderstand, Isolationsmessung) durchgeführt und dokumentiert werden.
45Lassen sich Schutzeinrichtungen durch Unter- oder Übergreifen umgehen?  In erster Linie ist zu überprüfen, ob die Schutzeinrichtungen nicht leicht umgehbar sind. Dies ist der Fall, wenn die Anforderungen der DIN EN 294 und DIN EN 811 eingehalten werden.
46Wurden die Schutzeinrichtungen, wie in der Spezifikation der Betriebsanleitung vorgesehen, eingebaut?  Es ist z. B. zu überprüfen, ob der eingebaute Lichtvorhang das richtige Auflösungsvermögen aufweist (Angabe auf Typenschild prüfen oder Prüfstab verwenden).
47Entspricht die Ausführung der Maschinensteuerung dem zu sichernden Risiko?  Bei hohen Risiken (z. B. bei zyklischen Eingriffen in Gefahrbereiche mit hoher Verletzungsschwere) müssen die Schutzeinrichtungen und die Maschinensteuerung redundant und fehlererkennend aufgebaut sein. Merkmale hierfür sind z. B.:
  • zwei Positionsschalter (PS) an trennenden Schutzeinrichtungen, beim Versagen eines PS lässt sich die Maschine nicht mehr starten,
  • für das Stoppen gefahrbringender Bewegungen sind 2 Ventile vorhanden, beim Versagen eines Ventils lässt sich die Maschine nicht mehr starten,
  • die BWS entspricht dem Typ 4 nach DIN EN 61496 (Angabe muss am Typenschild der BWS stehen),
  • die Zweihandsteuerung entspricht dem Typ IIIC nach DIN EN 574.
Fußnote § 7 der BetrSichV
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 03.02.2015 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
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Anhang 3: Vorschriften und Regeln

Verbindliche Rechtsnormen sind Gesetze, Verordnungen und der Normtext von Unfallverhütungsvorschriften. Abweichungen sind nur mit einer Genehmigung der zuständigen Behörde bzw. des zuständigen Unfallversicherungsträgers (z. B. Berufsgenossenschaft) erlaubt. Voraussetzung für die Erteilung einer Ausnahme ist, dass die Ersatzmaßnahme ein mindestens ebenso hohes Sicherheitsniveau gewährleistet.
Keine verbindlichen Rechtsnormen sind Durchführungsanweisungen von Unfallverhütungsvorschriften, BG-Regeln, BG-Informationen, Merkblätter, DIN-/VDE-Normen. Sie gelten als wichtige Bewertungsmaßstäbe und Regeln der Technik, von denen abgewichen werden kann, wenn die gleiche Sicherheit auf andere Weise erreicht wird.
Fundstellen im Internet
Schriften der BG Chemie sowie ein umfangreicher Teil des staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften und Regelwerkes (über 1300 Titel) sind im Kompendium Arbeitsschutz der BG Chemie verfügbar.
Die Nutzung des Kompendiums im Internet ist kostenpflichtig. Ein kostenfreier, zeitlich begrenzter Probezugang wird angeboten. Weitere Informationen unter www.kompendium-as.de.
Aktuelle Unfallverhütungsvorschriften, BG-Regeln, BG-Grundsatze und viele BG-Informationen sowie die Texte zuruckgezogener Unfallverhütungsvorschriften und weiterhin gültiger ZH 1-Schriften sind in der BGVR-ONLINE-DATENBANK auf der Homepage der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung unter www.dguv.de (→ Prävention → Medien/Datenbanken) zu finden.
Zahlreiche aktuelle Informationen bietet die Homepage der BG Chemie unter www.bgchemie.de.
Ausgewählte Anhänge und Vordrucke aus Merkblättern und BG-Regeln sowie ergänzende Arbeitshilfen werden im Downloadcenter Prävention unter www.bgchemie.de/formularshop zur Verfügung gestellt.
Nachstehend sind die insbesondere zu beachtenden einschlägigen Vorschriften, Regeln und andere Schriften zusammengestellt (siehe auch www.bgchemie.de/medienshop).
1.   Gesetze, Verordnungen
Bezugsquellen: Buchhandel oder Carl Heymanns Verlag KG, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln, Internet: www.heymans.com
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) mit Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS), insbesondere:
TRBS 1201: Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen
TRBS 1201 Teil 1: Prüfung von Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen und Überprüfung von Arbeitsplätzen in explosionsgefährdeten Bereichen
TRBS 1203: Befähigte Personen – Allgemeine Anforderungen
TRBS 1203 Teil 1: Befähigte Personen – Besondere Anforderungen – Explosionsgefährdungen
TRBS 1203 Teil 2: Befähigte Personen – Besondere Anforderungen – Druckgefährdungen
TRBS 2152: Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre – Allgemeines
TRBS 2152 Teil 1: Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre – Beurteilung der Explosionsgefährdung
TRBS 2152 Teil 2: Vermeidung oder Einschränkung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre
TRBS 2153: Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen (in Vorbereitung)
TRB 801 Nr. 17: Druckbehälter mit Schnellverschlüssen
(weitere Technische Regeln können unter www.baua.de heruntergeladen werden. Leitlinie zur Betriebssicherheitsverordnung (LV 35) des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik unter http://lasi.osha.de/publications/)
PSA-Benutzungsverordnung – (PSA-BV)
Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV)
Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) mit hierzu erlassenen Verordnungen, insbesondere:
1. GPSGV: Niederspannungsverordnung
8. GPSGV: Verordnung über das Inverkehrbringen von persönlichen Schutzausrüstungen
9. GPSGV: Maschinenverordnung
11. GPSGV: Explosionsschutzverordnung
14. GPSGV: Druckgeräteverordnung
Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten (EMVG)
Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) mit Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), insbesondere:
TRGS 400: Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
TRGS 401: Gefährdung durch Hautkontakt – Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen
TRGS 420: Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK) für die Gefährdungsbeurteilung
TRGS 500: Schutzmaßnahmen
TRGS 555: Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten
TRGS 560: Luftrückführung beim Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen
TRGS 900: Arbeitsplatzgrenzwerte
TRGS 903: Biologische Grenzwerte
Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) mit Technischen Regelen für Arbeitsstätten/Arbeitsstätten-Richtlinien (ASR), insbesondere:
ASR A 1.3: Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
ASR A 2.3: Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan
ASR 5: Lüftung
ASR 7/3: Künstliche Beleuchtung
ASR 7/4: Sicherheitsbeleuchtung
ASR 8/1: Fußböden
ASR 12/1-3: Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände
(Leitlinien zur Arbeitsstättenverordnung (LV 40) des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik unter http://lasi.osha.de/publications/.
Die vor dem 12.8.2004 bekannt gemachten ASR gelten bis zur Überarbeitung und Bekanntmachung der Neufassung fort, längstens jedoch bis 13.8.2010 (§ 8 Abs. 2 ArbStättV).)
Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)
Mutterschutzgesetz (MuSchG)
Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV)
Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)
Bezugsquellen: Buchhandel oder Bundesanzeiger Verlag, Postfach 100534, 50445 Köln, Internet: www.bundesanzeiger.de
Druckgeräterichtlinie: Richtlinie 97/23/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. Mai 1997 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Druckgeräte
Maschinenrichtlinie: Richtlinie 98/37/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Juni 1998 zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten für Maschinen (Neufassung gilt ab 29.12.2009)
Niederspannungsrichtlinie: Richtlinie 2006/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2006 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend elektrische Betriebsmittel zur Verwendung innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen
2.   Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
Bezugsquellen: Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie, Postfach 10 14 80, 69021 Heidelberg, Internet: www.bgchemie.de,
Jedermann-Verlag, Postfach 10 31 40, 69021 Heidelberg, Internet: www.jedermann.de und Carl Heymanns Verlag KG, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln, Internet: www.heymanns.com
Unfallverhütungsvorschriften
Grundsätze der Prävention (BGV A1)
Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (BGV A3)
Arbeitsmedizinische Vorsorge (BGV A4)
Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (BGV A8)
BG-Regeln
Grundsätze der Prävention (BGR A1)
Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104)
Behälter, Silos und enge Räume – Teil 1: Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen (BGR 117-1)
Laboratorien (BGR 120)
Arbeitsplatzlüftung – Lufttechnische Maßnahmen (BGR 121)
Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern (BGR 133)
Einsatz von Feuerlöschanlagen mit sauerstoffverdrängenden Gasen (BGR 134)
Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen (BGR 139)
Einsatz von Schutzkleidung (BGR 189)
Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190)
Benutzung von Fuß- und Beinschutz (BGR 191)
Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz (BGR 192)
Benutzung von Kopfschutz (BGR 193)
Einsatz von Gehörschützern (BGR 194)
Einsatz von Schutzhandschuhen (BGR 195)
Benutzung von Hautschutz (BGR 197)
Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz (BGR 198)
Benutzen von persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten aus Höhen und Tiefen (BGR 199)
BG-Informationen
Persönliche Schutzausrüstungen (BGI 515)
Sicherheit durch Unterweisung (BGI 527)
Fruchtschädigungen – Schutz am Arbeitsplatz (BGI 537)
Hand- und Hautschutz (BGI 540)
Vorbeugender Brandschutz (BGI 560)
Brandschutz (BGI 562)
Brandschutz bei Schweiß- und Schneidarbeiten (BGI 563)
Betriebsanweisungen für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen (BGI 566)
Gefährdungsbeurteilung – Warum? Wer? Wie? (BGI 570)
Gefährdungsbeurteilung – Gefährdungskatalog (BGI 571)
Schlauchleitungen (BGI 572)
Sicherheit durch Betriebsanweisungen (BGI 578)
Transport von Hand (BGI 641)
Rührwerke (BGI 661)
Auswahlkriterien für Einrichtungen zur Einleitung von Rettungsmaßnahmen an Einzelpersonen (BGI 667)
Spritzgießmaschinen (BGI 749)
Explosionsschutz – Häufig gestellte Fragen und Antworten (BGI 5027)
Maschinen – Sicherheitskonzepte und Schutzeinrichtungen (BGI 5049)
ZH 1/595: Anlagen zum Entfernen von Gasen und Dämpfen organischer Lösemittel aus der Abluft nach dem Adsorptionsverfahren
Bezugsquellen: Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie, Postfach 10 14 80, 69021 Heidelberg, Jedermann-Verlag, Postfach 10 31 40, 69021 Heidelberg
Merkblatt A 008: Persönliche Schutzausrüstungen
Merkblatt A 011: Nachweis über durchgeführte Unterweisungen für den Verantwortungsbereich
Merkblatt T 033: Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen (in Vorbereitung)
3.   Normen
Bezugsquelle: Beuth-Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin, Internet: www.beuth.de
DIN EN 201: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Spritzgießmaschinen; Sicherheitsanforderungen
DIN EN 201/A1: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Spritzgießmaschinen; Sicherheitsanforderungen
DIN EN 289: Kunststoff- und Gummimaschinen; Pressen; Sicherheitsanforderungen
DIN EN 294: Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefahrstellen mit den oberen Gliedmaßen
DIN EN 349: Sicherheit von Maschinen; Mindestabstände zur Vermeidung des Quetschens von Körperteilen
DIN EN 574: Sicherheit von Maschinen; Zweihandschaltungen; Funktionelle Aspekte; Gestaltungsgrundsätze
DIN EN 811: Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefahrstellen mit den unteren Gliedmaßen
DIN EN 953: Sicherheit von Maschinen; Trennende Schutzeinrichtungen; Allgemeine Anforderungen an Gestaltung und Bau von feststehenden und beweglichen trennenden Schutzeinrichtungen
DIN EN 1114-1: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Extruder und Extrusionsanlagen; Teil 1: Sicherheitsanforderungen für Extruder
DIN EN 1114-2: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Extruder und Extrusionsanlagen; Teil 2: Sicherheitsanforderungen für Kopfgranulatoren
DIN EN 1114-3: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Extruder und Extrusionsanlagen; Teil 3: Sicherheitsanforderungen für Abzüge
DIN EN 1417: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Walzwerke; Sicherheitsanforderungen
DIN EN 1612-1: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Reaktionsgießmaschinen; Teil 1: Sicherheitsanforderungen an Misch- und Dosiereinheiten
DIN EN 1612-2: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Reaktionsgießmaschinen; Teil 2: Sicherheitsanforderungen an Reaktionsgießanlagen
DIN EN 12 012-1: Kunststoff- und Gummimaschinen; Zerkleinerungsmaschinen; Teil 1: Sicherheitsanforderungen für Schneidmühlen
DIN EN 12 012-2: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Zerkleinerungsmaschinen; Teil 2: Sicherheitsanforderungen für Stranggranulatoren
DIN EN 12 012-3: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Zerkleinerungsmaschinen; Teil 3: Sicherheitsanforderungen für Walzenzerkleinerer
DIN EN 12 013: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Innenmischer; Sicherheitsanforderungen
DIN EN 12 301: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Kalander; Sicherheitsanforderungen
DIN EN 12 409: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Warmformmaschinen; Sicherheitsanforderungen
DIN EN 13 418: Gummi- und Kunststoffmaschinen; Wickelmaschinen für flache Bahnen; Sicherheitsanforderungen
DIN EN 14 886: Kunststoff- und Gummimaschinen; Bandmessermaschinen für Blockschaum; Sicherheitsanforderungen
DIN EN 60 204-1: Sicherheit von Maschinen; Elektrische Ausrüstung von Maschinen; Teil 1: Allgemeine Anforderungen
DIN EN ISO 12 100-2: Sicherheit von Maschinen; Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze; Teil 2: Technische Leitsätze
DIN EN ISO 13 732-1: Ergonomie der thermischen Umgebung; Bewertungsverfahren für menschliche Reaktionen bei Kontakt mit Oberflächen; Teil 1: Heiße Oberflächen
DIN EN ISO 13 850: Sicherheit von Maschinen; Not-Halt; Gestaltungsgrundsätze
DIN EN ISO 14122-1: Sicherheit von Maschinen; Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen; Teil 1: Wahl eines ortsfesten Zugangs zwischen zwei Ebenen
4.   Medien
Bezugsquelle: Jedermann-Verlag, Postfach 103140, 69021 Heidelberg, www.jedermann.de
CD-ROM „Kompendium Arbeitsschutz“: Vorschriften und Regelwerk, Symbolbibliothek, Programme für Durchführung und Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung (GefDok und GefDoklight) Vorschriften und Regelwerk sowie die Symbolbibliothek können auch online abgefragt werden (kostenpflichtig).
Bezugsquelle: Buchhandel
Dr.-Ing. Berthold Dyrba: „Praxishandbuch Zoneneinteilung – Einteilung explosionsgefährdeter Bereiche in Zonen“, ISBN 3-542-26395-9
Fußnote Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) mit Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS), insbesondere:
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 03.02.2015 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
Hier geht's weiter zur Publikation BetrSichV.
Fußnote TRBS 1201: Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 06.08.2012 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
Hier geht's weiter zur Publikation TRBS 1201.
Fußnote TRBS 1203: Befähigte Personen – Allgemeine Anforderungen
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 17.03.2010 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
Hier geht's weiter zur Publikation TRBS 1203.
Fußnote Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten (EMVG)
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 14.12.2016 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
Hier geht's weiter zur Publikation EMVG.
Fußnote Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) mit Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), insbesondere:
Hinweis zum Querverweis:
Die GefStoffV wurde am 26.11.2010 (nach Erscheinen dieser Publikation) durch eine novellierte Fassung abgelöst, deren Aufbau teilweise von der hier verlinkten Fassung abweicht. Hier geht's weiter zur GefStoffV.
Fußnote TRGS 400: Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 17.12.2010 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
Hier geht's weiter zur Publikation TRGS 400.
Fußnote TRGS 401: Gefährdung durch Hautkontakt – Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 01.06.2008 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
Hier geht's weiter zur Publikation TRGS 401.
Fußnote TRGS 500: Schutzmaßnahmen
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 10.10.2019 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
Hier geht's weiter zur Publikation TRGS 500.
Fußnote TRGS 555: Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 15.01.2013 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
Hier geht's weiter zur Publikation TRGS 555.
Fußnote TRGS 903: Biologische Grenzwerte
Hinweis zum Querverweis:
Die gewünschte Publikation wurde am 04.02.2013 abgelöst. Die neuen Inhalte weichen deutlich von den alten Inhalten ab.
Hier geht's weiter zur Publikation TRGS 903.

Bildnachweis

Abbildungen für diese BG-Regel wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
Abbildungen Titelbild, 14, 21, 26, 28, 31, 32, 34, 36, 40, 41:
Continental AG
Jädekamp 30, 30419 Hannover
www.conti-online.com
Abbildung 1a:
www.gischem.de
Abbildungen 1b, 3, 9, 17,18, 29, 30, 35:
Meteor Gummiwerke K. H. Bädje GmbH & Co. KG
Ernst-Deger-Str. 9, 31167 Bockenem
www.meteor.de
Abbildung 2:
Manfred Rüssel
Melissenweg 40, 04158 Leipzig
Abbildung 5:
BG Druck und Papierverarbeitung
Rheinstr. 6 – 8, 65185 Wiesbaden
www.bgdp.de
Abbildung 6:
CEF Safety Systems BV
Delftweg 69, NL-2289 BA Rijswijk (ZH)
www.cefsafety.com
Abbildung 8:
Joh. Reinartz Nachf.
Mainstraße 85, 41469 Neuss
Abbildungen 10, 25:
Henniges Automotive GmbH & Co. KG
Am Buchholz 4, 31547 Rehburg Loccum
www.henniges.de
Abbildung 11:
Zeppelin Silos & Systems GmbH
Leutholdstr. 108 88045 Friedrichshafen
www.zeppelin-industry.de
Abbildung 12:
J. Schmalz GmbH
Aacher Straße 29, 72293 Glatten
www.schmalz.com
Abbildungen 13, 16, 19, 23, 33, 38:
Jedermann-Verlag
Postfach 103140, 69021 Heidelberg
www.jedermann.de
Abbildung 20:
Dipl.-Ing. Herbert Neukel
Weidelsburgstraße 5, 34466 Wolfhagen
Abbildung 22:
VMI EPE Holland BV
P.O. Box 161, NL-8160 AD Epe
www.vmi-group.com
Abbildungen 24, 37, 39:
KraussMaffei Berstorff GmbH
Postfach 61 03 60, 30603 Hannover
www.berstorff.de oder www.kraussmaffai.com
Abbildung 27:
Fecken-Kirfel GmbH & Co. KG Maschinenfabrik
Prager Ring 1 – 15, 52070 Aachen
www.fecken-kirfel.de
Copyright für die nicht genannten Abbildungen:
BG Chemie.
Hinweis:
Die vorhergehende Fassung vom Februar 2002 wurde vollständig überarbeitet.