8   Prüfungen

Art und Umfang erforderlicher Prüfungen von Arbeitsmitteln zum szenischen Bewegen von Personen sowie die Fristen von wiederkehrenden Prüfungen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und festzulegen. Hierbei sind die zutreffenden Informationen des Arbeitsmittelherstellers im Hinblick auf Prüffristen, die betrieblichen Erfahrungen und sonstigen Informationen zum Stand der Technik zu berücksichtigen. Die Prüffrist kann ggf. in Abstimmung mit der für die Prüfung beauftragten Person verändert werden, wenn die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung und die Art der Nutzung dies ermöglichen bzw. erfordern. Relevante Faktoren sind z. B. das Instandhaltungsintervall und die Intensität der Benutzung. Dieses ist bei der Festlegung der Prüffristen schriftlich nachzuweisen.
Ebenso ist die für die Prüfung befähigte Person auszuwählen (siehe DGUV Grundsatz 315-390).
Arbeitsmittel zum szenischen Bewegen von Personen müssen vor der ersten Inbetriebnahme, nach wesentlichen Änderungen vor der Wiederinbetriebnahme und mindestens alle vier Jahre, durch ermächtigte Sachverständige bzw. Prüfsachverständigen (BetrSichV) geprüft werden. Zusätzlich müssen diese Arbeitsmittel mindestens jährlich durch eine befähigte Person geprüft werden.
Arbeitsmittel zum szenischen Bewegen von Personen, für die Prüfungen vorgeschrieben sind, dürfen nur verwendet werden, wenn diese Prüfungen durchgeführt und dokumentiert wurden, Muster eines Prüfprotokolls, siehe Anhang 9.
Prüfinhalte, die im Rahmen eines Konformitätsbewertungsverfahrens z. B. entsprechend der 9. Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (MaschVO) geprüft und dokumentiert wurden, müssen nicht erneut geprüft werden.

8.1   Prüfung nach Montage, Installation und vor der ersten Inbetriebnahme

 Entsprechend § 21 der DGUV Vorschrift 17 bzw. 18 „Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung“ darf der Auf- und Abbau von Geräten und Einrichtungen für artistische Darstellungen nur von den Artisten selbst oder ihren Beauftragten vorgenommen werden. Vor jeder Benutzung haben sich die Artisten selbst vom sicheren Zustand der Geräte und Einrichtungen zu überzeugen.
Arbeitsmittel zum szenischen Bewegen von Personen, deren Sicherheit von den Montagebedingungen abhängt, müssen vor der erstmaligen Verwendung und nach wesentlichen Änderungen vor der weiteren Verwendung von einem ermächtigten Sachverständigen bzw. Prüfsachverständigen (BetrSichV) geprüft werden.
Die Prüfung umfasst Folgendes:
  • die Kontrolle der vorschriftsmäßigen Montage oder Installation und der sicheren Funktion dieser Arbeitsmittel,
  • die rechtzeitige Feststellung von Schäden,
  • die Feststellung, ob die getroffenen sicherheitstechnischen Maßnahmen wirksam sind.
Arbeitsmittel und Arbeitsmittelsysteme, die z. B. für eine definierte Tournee oder wiederkehrend gleichbleibenden Aufbau konfiguriert werden, sind vor dem ersten Einsatz vor der Aufführung (z. B. Tournee) bzw. vor den Proben durch einen ermächtigten Sachverständigen zu prüfen.
Für die wiederkehrende Montage an jedem Betriebsort kann die Prüfung vor der jeweiligen Inbetriebnahme durch eine benannte, zur Prüfung befähigte Person unter der Leitung des ermächtigten Sachverständigen bzw. Prüfsachverständigen (BetrSichV), erfolgen. Hierzu ist in Abstimmung mit dem ermächtigten Sachverständigen bzw. Prüfsachverständigen (BetrSichV) für diese Prüfung ein qualitätsgesichertes Arbeitsverfahren zu entwickeln. In diesem qualitätsgesicherten Arbeitsverfahren müssen der erforderlichen Prüfumfang (z. B. Prüfung aller sicherheitsrelevanten Elemente und Funktionen) und Prüfkriterien festgelegt sein. Dieses Verfahren muss schriftlich festgelegt werden und die durchgeführten Prüfschritte sind bei jeder Prüfung zu dokumentieren.

8.2   Prüfung nach außergewöhnlichen Ereignissen

Bei außergewöhnlichen Ereignissen, die schädigende Auswirkungen auf die Sicherheit des Arbeitsmittels zum szenischen Bewegen von Personen, z. B. auf die des Flugwerkes, haben können und damit die sicherheitstechnischen Eigenschaften des Arbeitsmittels (in diesem des Flugwerkes) beeinflussen, muss das Arbeitsmittel einer besonderen Prüfung unterzogen werden. Dies ist insbesondere bei Unfällen, Einflüssen der Witterung oder längeren Zeiten der Nichtbenutzung erforderlich. Hierzu sollte eine fachkundige Beratung von z. B. einem ermächtigten Sachverständigen, einer Bühnen- und Studiofachkraft oder einer Fachkraft für Arbeitssicherheit erfolgen.