5.3   Bewegungsvorgang

Die Bewegungsrichtung des Arbeitsmittels zum szenischen Bewegen von Personen, z. B. das Flugwerk sowie die Bahn der daran befestigten Lasten, sind jeweils so auszulegen, dass eine Kollision mit festen und beweglichen Teilen von Dekorationselementen bzw. Aufbauten vorbeigleiten und ein Anprallen ausgeschlossen wird. Es dürfen keine Gefahrstellen, z. B. aufgrund von gefährlichen Oberflächen oder durch Quetsch- oder Scherstellen entstehen. Besonders zwischen einem bewegten Personenaufnahmemittel und Elementen der Umgebung (z. B. Bühnenbauteile, Bühnenbild) können diese leicht auftreten. Möglicherweise auftretende Luftströmungen, die die Flugbahn der Last beeinflussen könnten, sind gegebenenfalls zu berücksichtigen.
Die Beschleunigungen, Verzögerungen und Geschwindigkeiten sind den persönlichen Voraussetzungen der geflogenen Personen und den baulichen Bedingungen des szenischen Aufbaus und der baulichen Einrichtungen der Veranstaltungsstätte anzupassen. Die jeweils angemessene Geschwindigkeit der Bewegung des Flugwerkes mit der Person ist in der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Gefährlich könnten insbesondere Pendelbewegungen sein, die bei der Beschleunigung und dem Abbremsen der Last entstehen können.
Es sind nur szenisch notwendige Gegenstände mitzuführen. Mitgeführte Gegenstände, die unbeabsichtigt herabfallen und dadurch eine Gefährdung erzeugen können, sind gegen Herabfallen zu sichern.
Für das „Starten“ und insbesondere für das „Landen“ sind Bereiche vorzusehen, an denen dies gefahrlos möglich ist.
Zwischen dem Bedienpersonal des Arbeitsmittels zum szenischen Bewegen von Personen und jeder bewegten Person muss bei allen Bewegungen Sichtverbindung oder eine vergleichbare unmittelbare Kommunikationsmöglichkeit (z. B. Kontrollposten, Kameraüberwachung) bestehen. Es sind praxistaugliche Zeichen, mit der szenisch bewegten Person für Notfälle zu vereinbaren (z. B. vor der Brust gekreuzte Arme) und zu proben.
Abb. 8 Szenisches Bewegen mit einem Raumanzug
 Szenisches Bewegen mit einem Raumanzug
© Kai Uwe Oesterhelweg
Besonderheiten bei der Benutzung von Handkonterzügen
Bei der Betätigung des Flugwerkes durch Muskelkraft muss (z. B. durch Auskontern der Last, Feststelleinrichtung, Selbsthemmung aus der Bewegung) gewährleistet werden, dass auch bei Verlust der Antriebs- oder Haltekraft gefährliche Zustände ausgeschlossen sind. Beim Auskontern ist die Konterlast so zu bemessen, dass sie geringfügig leichter ist als die tatsächlich angehängte Last. Dadurch wird bei Verlust der Antriebs- oder Haltekraft eine unkontrollierte Bewegung der darstellenden Person nach oben verhindert.
Manuell bewegte Arbeitsmittel, zum Beispiel Handkonterzüge, müssen mit einer Einrichtung zum Auskontern der Last und einer Feststelleinrichtung ausgerüstet sein. Das Prinzip der Selbsthemmung aus der Bewegung muss gewährleistet sein.