5.1   Auswahl der Personen

Die gesundheitliche Eignung der Personen, die mit einem Arbeitsmittel zum szenischen Bewegen von Personen bewegt werden sollen, ist fachkundig z. B. unter Mitwirkung einer geeigneten Ärztin bzw. eines geeigneten Arztes zu beurteilen. Da die ärztliche Beurteilung einer Eignung die Kenntnis der konkreten Einsatzbedingungen voraussetzt, ist hierzu idealerweise die zuständige Betriebsärztin bzw. der zuständige Betriebsarzt mit Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ mit der Festlegung von Kriterien, die eine Eignung einschränken, zu beauftragen. Hierbei sind die Grundsätze der Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen (siehe DGUV Information 250-010 „Eignungsuntersuchungen in der betrieblichen Praxis“). Die Kriterien können vom Unternehmer bzw. der Unternehmerin für eine Befragung der zu fliegenden Person vor jedem Flugvorgang genutzt werden. Beispielsweise könnte eine Medikamenteneinnahme oder Vorerkrankung einer szenisch bewegten Person Einschränkungen bedeuten, die dann weiter fachkundig zu beurteilen sind. Bei Verwendung von Flugwerken ist zudem ein praktischer Hängetest mit den besonderen beim geplanten szenischen Vorgang auftretenden Körperhaltungen und -bewegungen (z. B. Kopf niedriger als der Rumpf, Saltos) durchzuführen.
Abb. 7 Manuell geführtes transportables Flugwerksystem

Manuell geführtes transportables
Flugwerksystem
© Fa. HOAC
Hinweis: Bei gefährlichen szenischen Vorgängen dürfen nur fachlich und körperlich geeignete Personen eingesetzt werden.
Bei einem gefährlichen szenischen Vorgang wird in der Regel das für allgemeine Arbeitsvorgänge tolerable Risiko überschritten. Darstellungen mit besonderen gesundheitlichen Risiken, z. B. Hängen über Kopf, erfordern eine besonders sorgfältige Auswahl und Begleitung der Personen unter Beteiligung der zuständigen Betriebsärztin bzw. des zuständigen Betriebsarztes. Unabhängig von der Feststellung der gesundheitlichen Eignung sollten die betreffenden Personen bei Bedarf je nach Gefährdung eine arbeitsmedizinische Beratung durch die Betriebsärztin bzw. den Betriebsarzt erhalten (als Angebots- oder Wunschvorsorge).
Personen, die erkennbar unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder anderen berauschenden Mitteln stehen, dürfen nicht mit einem Arbeitsmittel zum szenischen Bewegen von Personen bewegt werden.
Personen, die konkret vor der Aufführung Bedenken oder Beschwerden äußern oder bei denen aktuell der Anschein der Nichteignung besteht, dürfen für die Aufführung nicht eingesetzt werden. Auch bei einer vor Aufnahme einer szenischen Darstellung mit ärztlicher Unterstützung festgestellten gesundheitlichen Eignung (z. B. Befragung der szenisch bewegten Person) kann es dann unter Umständen sinnvoll sein, den Einsatz dieser Personen von dem erneuten Nachweis einer gesundheitlichen Eignung abhängig zu machen.