12.3   Körperschutz

12.3.1   Allgemeines

Zum Schutz des Gesichtes sind Schutzschirme und Vollmasken geeignet. In Abhängigkeit von dem Ausmaß der möglichen Gefährdung sind zusätzlich Schürzen, Stiefel und Vollschutzanzüge aus geeigneten Materialien zu tragen; Hinweise gibt die DGUV Regel 112-189 „Benutzung von Schutzkleidung“. Es ist darauf zu achten, dass keine Gefahrstoffe in die Stiefel gelangen können. Arbeitskleidung, einschließlich der Unterwäsche, sollte wie bei Tätigkeiten mit anderen brennbaren Stoffen nicht aus Textilien bestehen, die im Brandfall ein gefährliches Schmelzverhalten zeigen können. (129) (126)

12.3.2   Handschutz (85) (129)

Isocyanate reagieren bei Hautkontakt mit Bestandteilen der Haut und führen so zu schlecht entfernbaren Verschmutzungen. Darüber hinaus können Irritationen sowie Allergien hervorgerufen werden. Deshalb sind bei Tätigkeiten mit Isocyanaten geeignete Schutzhandschuhe zu tragen, wenn Hautkontakt nicht sicher ausgeschlossen ist.
Da Gefahrstoffe unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, ist eine allgemeine Angabe von geeigneten Handschuhmaterialien nicht möglich. Die geeigneten Handschuhmaterialien sind deshalb immer dem vom Hersteller bereitgestellten Sicherheitsdatenblatt für den jeweiligen Gefahrstoff zu entnehmen. In den Datenbanken GESTIS (ausführlich), GisChem und WINGIS werden die jeweils geeigneten Handschuhmaterialien angegeben. (165) (158) (168)
Schutzhandschuhe müssen den Spezifikationen der Verordnung (EU) 2016/425 (4) und den harmonisierten Normen genügen.
Bei der Auswahl der Schutzhandschuhe sind die mechanische und thermische Belastung, die Dauer der Einwirkung und die Möglichkeit der Benetzung zu berücksichtigen. Die Durchbruchzeit (Permeationszeit) in Minuten kann den Informationen der Hersteller der Schutzhandschuhe entnommen werden. Empfohlen wird, die Schutzhandschuhe nur für ein Drittel der angegebenen Durchbruchzeit zu tragen. (32)
Treten bei den Tätigkeiten mit Isocyanaten nur gelegentlich Spritzer auf oder muss nur mit kurzfristigem Hautkontakt gerechnet werden, können Schutzhandschuhe verwendet werden, deren Durchbruchzeit unter einer Stunde liegt.
Kontaminierte Schutzhandschuhe sind zu entsorgen.
Für Tätigkeiten mit festen PU-Produkten reichen in der Regel beschichtete Baumwollhandschuhe.
Bei lösemittelhaltigen Systemen hängt die Handschuhauswahl wesentlich von der Art des Lösemittels ab.
Bei der Herstellung und Verarbeitung heißer PU-Produkte sind thermisch beständige Arbeitshandschuhe zu verwenden (z. B. Lederhandschuhe beim Entnehmen heißer PU-Formteile).
Weitere Hinweise zu geeigneten Schutzhandschuhen sind den Sicherheitsdatenblättern der PU-Hersteller zu entnehmen. Unter Berücksichtigung der Informationen der Schutzhandschuh-Hersteller hat die Unternehmerin oder der Unternehmer eine Betriebsanweisung (und einen Hand- und Hautschutzplan) zu erstellen.
Benetzte Schutzhandschuhe müssen so ausgezogen werden, dass Hautkontakt mit der kontaminierten Außenfläche vermieden wird. Das richtige An- und Ausziehen von Schutzhandschuhen ist im Rahmen der Unterweisung zu üben. Für Unterweisungen kann das Sicherheitskurzgespräch SKG 033 „Handschutz“ oder die kurz & bündig-Schrift KB 002 „Hand- und Hautschutz“ verwendet werden. (85) (122) (89)
Die DGUV Regel 112-192 „Benutzung von Schutzhandschuhen“ ist zu beachten. (129)