12.1   Atemschutz (127)

Besteht die Gefahr des Einatmens von Isocyanaten oder weiteren bei der PU-Herstellung verwendeten Gefahrstoffen, sind geeignete Atemschutzgeräte bereitzustellen und zu benutzen. Die Bereitstellung und Benutzung muss erfolgen, wenn Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) oder Biologische Grenzwerte (BGW) nicht eingehalten werden können. Die Gefahr des Einatmens dieser Stoffe in gefährlichen Konzentrationen besteht, z. B. bei der Beschichtung größerer Flächen, auch im Freien, häufig auch bei Arbeiten mit PU-Beschichtungsstoffen sowie bei Probenahme, Reparaturarbeiten und bei unkontrollierten Betriebszuständen. (28) (52) (53)
Atemschutzgeräte werden nach ihrer Wirkungsweise in
  • Isoliergeräte (unabhängig von der Umgebungsatmosphäre wirkend) und
  • Filtergeräte (abhängig von der Umgebungsatmosphäre wirkend) unterteilt.
Geeignete Filtergeräte sind:
  • Gasfilter (Schadstoffe liegen nur gasförmig vor)
    • Filtertyp A, Kennfarbe braun, oder auch
    • Filtertyp B, Kennfarbe grau
  • Partikelfilter (Schadstoffe liegen nur als feste oder flüssige Aerosole vor):
    • Filterklasse P2 oder P3, Kennfarbe weiß
  • Kombinationsfilter (Schadstoffe liegen sowohl gasförmig als auch als feste oder flüssige Aerosole vor):
    • A P2 oder A P3, Kennfarbe braun/weiß, oder auch
    • B P2 oder B P3, Kennfarbe grau/weiß
    jeweils als filtrierende Halbmaske, oder in Verbindung mit einer Halb- oder Vollmaske.
Die Einsatzgrenzen der jeweiligen Filter in Verbindung mit dem verwendeten Atemanschluss sind zu beachten.
Die Herstellerangaben in den Sicherheitsdatenblättern sind zu berücksichtigen.
Es ist zu beachten, dass die Filter durch Aerosole schnell verstopfen können.
Die verwendeten Filter müssen spätestens nach Ablauf der vorgesehenen Tragezeit ersetzt werden. Filter, die im benutzten Zustand nicht gelagert werden dürfen, sind spätestens zum Schichtende zu ersetzen.
Geeignete Isoliergeräte sind:
  • Schlauchgeräte mit Helm oder Haube
  • Schlauchgeräte mit Halb- oder Vollmaske
  • Pressluftatmer mit Vollmaske
Die Einsatzgrenzen der Isoliergeräte in Verbindung mit dem verwendeten Atemanschluss sind zu beachten.
Wenn keine Kenntnisse über die Gefahrstoff- und Sauerstoffkonzentrationen in der Umgebungsatmosphäre vorliegen, sind grundsätzlich Isoliergeräte mit einer Vollmaske und Lungenautomat zu verwenden.
Bei Arbeiten mit PU-Beschichtungsstoffen in engen oder schlecht belüfteten Räumen, Tanks, Kesseln und anderen Behältern darf nur mit Isoliergeräten gearbeitet werden.
Da das Tragen von Atemschutzgeräten (abhängig vom Gerätetyp) in der Regel eine körperliche Belastung darstellt, gibt die DGUV Regel 112-190 „Benutzung von Atemschutzgeräten“ Tragezeitbegrenzungen vor. Als Anhaltspunkt kann davon ausgegangen werden, dass bei Vorliegen einer Tragezeitbegrenzung auch eine arbeitsmedizinische Vorsorge entsprechend der Einteilung nach Arbeitsmedizinischer Regel AMR 14.2 angeboten oder veranlasst werden muss. (127) (14)
Gebläsefiltergeräte mit einer Haube mit einem Gesamtgewicht unter 3 kg sind keiner Tragezeitbegrenzung unterworfen. Deshalb sind derartige Filtergeräte wo möglich zu bevorzugen.
Atemschutzgeräte sind außerhalb der gefährdeten Bereiche, jedoch für die Beschäftigten schnell erreichbar, aufzubewahren.