3.3   Weitere Roh- und Hilfsstoffe

Je nach Einsatzgebiet können für die Herstellung von Polyurethanen neben den Isocyanaten und Polyolen eine Vielzahl weiterer Hilfs- und Zuschlagstoffe erforderlich sein, insbesondere
  • Katalysatoren, meist tertiäre Amine und deren Gemische, metallorganische Verbindungen, wie Organozinnverbindungen oder Kaliumacetat und Titanverbindungen;
  • Treibmittel, wie Wasser, Kohlenwasserstoffe (z. B. Pentan), Kohlendioxid, Fluorkohlenwasserstoffe (z. B. Tetrafluorpropen);
  • Flammschutzmittel, z. B. Aluminiumhydroxid, Ammoniumpolyphosphat, Melamin, Tetrabromphthalsäureester, Trichlorpropylphosphat (TCPP), Triethylphosphat (TEP);
  • Füllstoffe und Verstärker, z. B. Ruß, Kreide, Schwerspat, Silikate, Glasfasern;
  • Farbgebende Stoffe, z. B. anorganische und organische Pigmente, Ruß, Titandioxid;
  • Lösemittel, z. B. Ethylacetat, Methylethylketon, Kohlenwasserstoffe;
  • Schaumstabilisatoren, z. B. Polyethersiloxane;
  • Trennmittel, z. B. Wachse, Silikone, Metallseifen;
  • Alterungsschutzmittel, z. B. sterisch gehinderte Phenole, Benzoxazole, Polycarbodiimid;
  • Verkappungsmittel, z. B. Oxime, Phenol, ε-Caprolactam;
  • Spezielle Zusatzstoffe, z. B. Antistatika;
  • Haftvermittler wie Aminosilane;
  • UV-Schutzmittel.
Hinweise zu Gesundheitsgefahren sind im Abschnitt 6.2 beschrieben.

3.3.1   Katalysatoren

Tertiäre aliphatische Amine werden vielfach als Katalysatoren zur Einstellung der Reaktivität bei der PU-Herstellung eingesetzt. Typische Beispiele sind: Triethylamin und höhere Trialkylamine, 2-Dimethylaminoethanol (DMEA), N-Methyl-morpholin (NMM), Diazabicyclo(2.2.2)octan (DABCO) oder N,N-Dimethylcyclohexyl-amin (DMCHA).
Solche Aminkatalysatoren sind meist flüchtige, in der Regel brennbare Substanzen mit einem typischen, ammoniakartigen Geruch.
Aber auch zinnorganische Verbindungen, z. B. Zinn-2-ethylhexanoat (Zinndioctoat) und DBTL (Dibutylzinndilaurat) werden verwendet.
Die zinnorganischen Katalysatoren sind nicht flüchtige Flüssigkeiten, die unter dem Einfluss von Feuchtigkeit an katalytischer Aktivität verlieren.
Abbildung 3: Reaktionen bei der Herstellung von Polyurethanen
Abbildung 3: Reaktionen bei der Herstellung von Polyurethanen
Zur Katalyse der sogenannten Poly-Isocyanurat-Reaktion (PIR-Reaktion – Trimerisierungsreaktion in Abbildung 3) im Hartschaum wird beispielsweise Kaliumoctoat eingesetzt.

3.3.2   Treibmittel

Als physikalische Treibmittel werden leicht flüchtige, zum Teil brennbare Substanzen, z. B. Pentan, Methylenchlorid oder Fluorkohlenwasserstoffe eingesetzt. Für die Herstellung von Weichschäumen mit niedriger Rohdichte wird auch flüssiges Kohlendioxid als Treibmittel eingesetzt – wofür eine besondere Ausrüstung benötigt wird.
Bei chemischen Treibmitteln werden die Gase durch chemische Reaktion erzeugt, z. B. Kohlendioxid als Treibmittel durch die Reaktion von Wasser mit Isocyanaten.

3.3.3   Sonstige

In Beschichtungsstoffen, Klebstoffen und Trennmitteln können verschiedene Lösemittel verwendet werden, z. B. Kohlenwasserstoff-Gemische, Methylethylketon, Aceton, Butyl- und Methoxypropylacetat sowie Ethylacetat.
Über die Eigenschaften von Lösemitteln und über Gefahren und Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit ihnen informieren die DGUV Information 213-072 „Lösemittel“ (Merkblatt M 017 der BG RCI), die zugehörigen Sicherheitsdatenblätter sowie Stoffdatenbanken (z. B. GESTIS, GisChem, WINGIS). (96) (98) (165) (158) (168)