10.15.1   Druckaufbau in Gebinden (Fässer, Kannen)

Durch Vorhandensein oder Eintritt von Wasser – auch schon in sehr geringen Mengen – und nachfolgender Bildung von Kohlendioxid kann sich in Isocyanatgebinden Druck aufbauen. Meist wird dies durch Bombierung der Behälter erkannt. Da nicht ohne Weiteres feststellbar ist, ob direkte Berstgefahr besteht, sollte ein unter Druck stehendes Gebinde an seinem bisherigen Ort verbleiben.
Je nach Stärke der Ausbeulung ist zu entscheiden, mit welcher Maßnahme der Gebindedruck entspannt wird:
  • durch Öffnen der Belüftungsöffnung des Gebindes oder
  • durch Lochen des Gebindes mit einem geeigneten Werkzeug (siehe Abbildung 13), das Arbeiten aus Deckung oder sicherer Entfernung erlaubt.
Abbildung 13: Vorrichtung zum Anstechen bombierter Gebinde
Abbildung 13: Vorrichtung zum Anstechen bombierter Gebinde
Sofern es sich um in brennbaren Lösemitteln gelöste Isocyanate handelt, sind Zündquellen im Arbeitsbereich strikt zu vermeiden (siehe Kapitel 13).
Vom Produktlieferanten sind im Einzelfall Empfehlungen zur Entsorgung einzuholen.