10.6   Tätigkeiten mit PU-Beschichtungsstoffen und PU-Klebstoffen

Für Tätigkeiten mit PU-Beschichtungsstoffen und -lacken sowie mit isocyanathaltigen Klebstoffen sind wegen möglicher Isocyanat- und gegebenenfalls Lösemittelexpositionen effektive Be- und Entlüftungsmaßnahmen zu ergreifen.
Insbesondere sind mögliche Dämpfe direkt an der Entstehungsstelle durch eine geeignete Absaugung zu erfassen und Produkte mit einem möglichst niedrigen Gehalt an monomeren Isocyanaten einzusetzen.
Dabei ist sicherzustellen, dass die Beschäftigten keinen Gasen, Dämpfen und Aerosolen in gesundheitsgefährlicher Konzentration ausgesetzt werden. Dies gilt unter anderem auch für das Abdunsten und Trocknen frisch lackierter Teile und für Arbeiten an Fassschmelzanlagen. Mit besonders hohen Gefahrstoffkonzentrationen ist beim Auftragen von Beschichtungs- und Klebstoffen auf erhitzte Teile, beim Einbrennen sowie beim Verspritzen und Versprühen erwärmter isocyanathaltiger Gemische zu rechnen. Bei diesen Arbeiten müssen in der Regel zusätzlich geeignete persönliche Schutzausrüstungen getragen werden.
Ist bei Beschichtungs- und Klebearbeiten in geringem Umfang mit Grenzwertüberschreitungen zu rechnen, genügt die Verwendung persönlicher Schutzausrüstungen.
Weitere Informationen enthält die DGUV Information 213-094 „Sicheres Arbeiten beim Herstellen von Beschichtungsstoffen“. (77)
Im Bereich Druck und Papierverarbeitung kommen Grenzwertüberschreitungen üblicherweise nicht vor. Es stehen Klebstoffe mit geringen Gehalten an monomeren Isocyanaten zur Verfügung (siehe auch DGUV Information 213-715). Lacke enthalten nur Spuren von monomeren Isocyanaten. Dämpfe werden in Kaschieranlagen, Klebebindern, Druckmaschinen etc. direkt an der Entstehungsstelle abgesaugt (siehe auch TRGS 430 und Katalog der Expositionsszenarien auf der Seite der BAuA). (146) (37) (172)