10.5   Tätigkeiten auf Baustellen, handwerkliche Tätigkeiten

Ortsveränderliche Verschäumungsanlagen können in bestimmten Anwendungsfällen nicht mit Absauganlagen ausgerüstet werden. Beispiele sind Isolierungsarbeiten auf Baustellen, die Isolierung von Tanks, Tätigkeiten mit Montageschaum aus Druckgasdosen und das Aufbringen von PU-Beschichtungsstoffen sowie das thermische Entfernen von Beschichtungsstoffen.
Wenn im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festgestellt wird, dass aufgrund der vorhandenen örtlichen und eventuell räumlichen Bedingungen AGW nicht eingehalten werden, sind zum Schutz der Beschäftigten Filtermasken, gebläseunterstützte Atemschutzgeräte mit Filtern oder von der Umgebungsluft unabhängige Atemschutzgeräte vorzusehen (siehe Abschnitt 12.1). Filtermasken sollen nur für kurzzeitige Tätigkeiten Verwendung finden, da die Gebrauchsdauer begrenzt ist und die Gefahrstoffkonzentration maximal 1 Vol.-% betragen darf.
Ungeeignet sind Filtermasken, sofern das PU-Reaktionsgemisch im Sprühverfahren verarbeitet wird und es zum Teil zu einer beträchtlichen Aerosolbildung kommen kann. Hierbei besteht die Gefahr der schnellen Verstopfung der Filter.
Bei Arbeiten im Freien und auf Baustellen darf auf Atemschutzmaßnahmen unter der Voraussetzung verzichtet werden, dass durch ausreichenden natürlichen Luftwechsel die Einhaltung der Luftgrenzwerte gesichert ist. Bei der Arbeit ist die Windrichtung zu berücksichtigen. Beim Einsatz von PU-Sprühschaumstoffsystemen sind besondere Regelungen der Systemhersteller zu beachten.
Druckgasdosen enthalten als Treibgas meist Kohlenwasserstoffgemische. Um Unfälle durch den Zerknall von Druckgasdosen zu vermeiden, sind die Hinweise auf der Druckgasdose zu befolgen. Bei Verwendung in engen Räumen oder Schächten und bei der Verwendung mehrerer Dosen können die Grenzwerte der Kohlenwasserstoffe überschritten werden. Zudem können sich explosionsfähige Gas-Luftgemische bilden.
Bei Anwendung lösemittelfreier PU-Klebstoffe auf der Basis von MDI auf Baustellen erfolgt der Auftrag manuell. Hier werden die Grenzwerte eingehalten.
Bei Einsatz als Injektionsmaterial werden die Materialien mit speziellen Pumpen mit Druck in die Fugen oder Risse eingepresst. Dabei werden sowohl einkomponentige (feuchtigkeitshärtend) als auch zweikomponentige Materialien verwendet.
Bei Dichtstoffen erfolgt die Applikation meist mit Kartuschen, aus denen das Material mit entsprechenden Handgeräten appliziert wird.
Kartuschen mit 2-Komponenten-Montageschäumen sollen nach der Aktivierung zügig verbraucht werden, da ansonsten Berstgefahr besteht.