10.4   Diskontinuierliche ortsfeste Anlagen (Formschaumanlagen)

Diese Anlagen arbeiten im Allgemeinen nach dem Kreislaufprinzip. Die einzelnen Formen durchlaufen dabei folgende Abschnitte:
  • Öffnen der Form,
  • Vorbereiten der Form zum Einfüllen,
  • Einfüllen der Reaktionsmischung,
  • Aufschäumen,
  • Entnehmen der Formteile,
  • gegebenenfalls Heizen vor bzw. nach Entformen (evtl. Heiztunnel),
  • gegebenenfalls Kühlen der frischen Formteile,
  • Nacharbeiten der Formteile.
Um die in den einzelnen Abschnitten in Abhängigkeit von Arbeitsbedingungen und Dampfdruck austretenden Gefahrstoffe abzuführen, ist es zweckmäßig, hinter den Formen, gegenüber den Arbeitsplätzen, eine Flächenabsaugung anzubringen. Sie sollte so ausgeführt sein, dass auch oberhalb und unterhalb der Form abgesaugt werden kann.
In Abhängigkeit vom Diisocyanat, insbesondere bei leichtflüchtigen, wie TDI, und in Abhängigkeit vom Endprodukt sind beim Einfüllen und beim Öffnen der Form erhöhte Isocyanatemissionen möglich.
Beim Befüllen mit Reaktionsgemisch sowie während des Aufschäumvorgangs verdrängt das sich ausdehnende Reaktionsgemisch ein Luft-/Gasgemisch aus der Form. An diesen Stationen sind effektive Absauganlagen erforderlich. Gleiches trifft auch auf Anlagen zum Ausschäumen von Hohlräumen zu, z. B. bei der Herstellung von Kühlschränken, Kühltheken und allen Arten von Formteilen.
Eine effektive Absauganlage ist auch bei der Nachbearbeitung von Weichschäumen, z. B. in Walkstationen, notwendig, oder beim Schneiden frischer Schäume, da beim Öffnen der Schaumzellen verstärkt mit Emissionen von Gasen und Dämpfen zu rechnen ist.