8.2.3.2   Dermale Gefährdung (32) (37)

Bezüglich der Hautgefährdung sind sämtliche Tätigkeiten zu berücksichtigen, bei denen ein direkter Hautkontakt mit isocyanathaltigen Gemischen, Zwischen- oder noch nicht ausreagierten Endprodukten besteht. Beispiele für den Hautkontakt sind das Öffnen von Verpackungen, das Herstellen von Gemischen (2-Komponentensysteme), das Handhaben noch nicht vollständig ausreagierter Produkte oder das Nachbearbeiten (z. B. Schneiden, Schleifen) von Erzeugnissen. Es ist zu beachten, dass bei Verwendung von Lösemitteln die Hautresorption der Isocyanate deutlich erhöht werden kann.
Eine geringe Hautgefährdung kann für die mechanische Bearbeitung von weitgehend ausreagierten Produkten angenommen werden.
Eine mittlere Hautgefährdung ist für den Hautkontakt mit Isocyanaten bzw. PU-Produkten unmittelbar bei und kurz nach der Herstellung anzunehmen.
Bei einem wiederholten oder lang andauernden Hautkontakt muss von einer hohen Hautgefährdung ausgegangen werden (siehe TRGS 401 „Gefährdung durch Hautkontakt – Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen“). (32)
Auch ein Hautkontakt kann prinzipiell eine Atemwegssensibilisierung auslösen.
Bei der Herstellung von PU-Schäumen mit Wasser als Treibmittel können sich die entsprechenden Diamine der eingesetzten Diisocyanate bilden [4,4'-Methylendianilin (MDA) oder 2,4-Toluylendiamin (TDA)]. Der europäische Verband der Blockweichschaumhersteller (EUROPUR) hat für die Vergabe des „CertiPUR-Siegels“ eine Obergrenze von 5 ppm Diamin im Weichschaum festgelegt. Die sehr schwer flüchtigen Amine MDA und TDA treten nur in frisch mit Wasser als Treibmittel hergestellten Schaumstoffen und dann auch nur in sehr geringen Mengen auf, sodass eine Gefährdung über die Atemluft nicht anzunehmen ist. Da MDA und TDA jedoch über die Haut aufgenommen werden können, müssen bei manuellen Tätigkeiten mit frischen Weichschaumstoffen geeignete Schutzhandschuhe getragen werden. Die betroffenen Beschäftigten sind in das Expositionsverzeichnis aufzunehmen (siehe Abschnitt 8.5). (179)