2   Was sind Polyurethane?

Unter dem Begriff Polyurethane (PU) fasst man makromolekulare Stoffe zusammen, die durch Polyaddition von Isocyanaten und Polyolen (Polyethern und Polyestern) entstehen. Polyurethane lassen sich durch die Auswahl der in großer Zahl zur Verfügung stehenden Roh- und Hilfsstoffe gezielt mit nahezu beliebigen Eigenschaftsspektren (z. B. hart, weich, flexibel, elastisch) herstellen.
Die Polyurethanchemie ist auf Otto Bayer (1902 bis 1982) zurückzuführen, der im Jahr 1937 das Bildungsprinzip der Polyurethane (siehe Abbildung 1) fand. In den letzten 30 Jahren haben Polyurethane einen Anteil von ca. 6 % am Weltverbrauch aller Kunststoffe erlangt.
Abbildung 1: Reaktionsgleichung zur Herstellung von Polyurethanen
Abbildung 1: Reaktionsgleichung zur Herstellung von Polyurethanen
Unter Polyurethan-Produkten (PU-Produkten) werden verwendungsfertige Erzeugnisse, z. B. Schäume oder Elastomere, verstanden. Es handelt sich dabei um ausreagierte Polymere, die durch Polymerisation eines Isocyanats mit mindestens zwei Isocyanatgruppen mit einem anderen Monomer mit mindestens zwei Hydroxylgruppen entstanden sind.
PU-Produkte sind weit verbreitet. Viele dieser Produkte begegnen uns in unserem täglichen Leben und sind überhaupt nicht mehr wegzudenken. Eine Auswahl zeigt Abbildung 2.
Abbildung 2: PU-Produkte
Abbildung 2: PU-Produkte
Wegen der Vielzahl der eingesetzten Roh- und Hilfsstoffe kann nur ein zusammenfassender Überblick über die aus der Sicht des Arbeitsschutzes wichtigen Stoffe gegeben werden. Weitere wichtige Informationen sind z. B. in Ullmann´s Encyclopedia of Industrial Chemistry, im Kunststoff- Handbuch, Band VII (Polyurethane), GESTIS, GisChem, WINGIS-online und in den Sicherheitsdatenblättern zu finden. (153) (154) (165) (158) (168)