6.2.2   Amine

Vielen bei der Polyurethan-Herstellung verwendeten Aminen ist eine starke Basizität und eine gute Fettlöslichkeit gemeinsam. Sie sind in flüssiger Form häufig ätzend und zeigen aufgrund ihrer Fettlöslichkeit eine ausgeprägte Tiefenwirkung im Organismus. Bei Exposition, insbesondere gegenüber aliphatischen Aminen, kann es an Haut und Schleimhäuten schnell zu Reizungen bis hin zu tiefgehenden Verätzungen kommen.
Gelangen Amine in die Augen, treten starke Reizungen und Verätzungen des äußeren Auges auf, die unter Umständen eine Hornhauttrübung bis hin zur Erblindung zur Folge haben können. In einigen seltenen Fällen traten Blauschleier- und Hofsehen bei Beschäftigten auf, die Entgratungsarbeiten an nicht vollständig ausgehärteten PU-Produkten ausführten.
Amine haben einen intensiven, äußerst unangenehmen Eigengeruch, der eine deutliche Warnwirkung ausübt. Werden Amine eingeatmet, so können Reizungen, Verätzungen, Entzündungen und schwere Schädigungen der Atemwege die Folge sein.