6.1.2   Akute Gesundheitsgefahren

Bei Grenzwertüberschreitung besteht die Gefahr einer konzentrationsabhängigen Reizwirkung auf Augen, Nase, Rachen und Luftwege, die bei leichter Exposition reversibel ist.
In besonderen Fällen, z. B. der störungsbedingten Freisetzung größerer Mengen Isocyanate, können sogar lebensbedrohliche Lungenfunktionsstörungen auftreten.
Verzögertes Auftreten der Beschwerden und Entwicklung einer Überempfindlichkeit sind möglich. Bei überempfindlichen bzw. sensibilisierten Personen können Reaktionen vom Hustenreiz bis hin zu ausgeprägten Asthmaanfällen schon bei sehr geringen Isocyanatkonzentrationen ausgelöst werden, auch unterhalb des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW). Bei (intensiver) Exposition kann es zu einem zunehmenden Reizzustand auch der unteren Atemwege, zu Bronchitis und zum lebensbedrohlichen Lungenödem kommen. Bei (intensivem) Hautkontakt sind Reizzustände der Haut oder in seltenen Fällen Sensibilisierungen (Kontaktekzem) möglich.
Isocyanathaltige Spritzer können Hornhautschäden am Auge verursachen.
Bei 2,4-TDI liegt die geruchliche Wahrnehmungsschwelle im Bereich von 20 bis 50 ppb, also deutlich über dem AGW von 5 ppb.