Anhang 7:
Glossar

Akzeptanzkonzentration (56)
Die Akzeptanzkonzentration ist eine stoffspezifische Größe. Es ist die Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz, die über seine ERB dem Akzeptanzrisiko entspricht und bei Unterschreitung mit einem niedrigen, hinnehmbaren Risiko assoziiert wird. Das Akzeptanzrisiko ist eine stoffübergreifende Größe, die die statistische Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Krebserkrankung zurzeit in Höhe von 4:10.000 angibt. Es ist geplant, das Risiko auf 4:100.000 zu senken. Siehe auch „Exposition-Risiko-Beziehungen“.
Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) (28) § 3 Abs. 6
Der Arbeitsplatzgrenzwert ist der Grenzwert für die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz in Bezug auf einen gegebenen Referenzzeitraum (in der Regel 8 Stunden an 5 Tagen die Woche auf die Lebensarbeitszeit gerechnet). Er gibt an, bei welcher Konzentration eines Stoffes akute oder chronische schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten sind. (52)
Biologischer Grenzwert (BGW) (28) § 3 Abs. 6
Der Biologische Grenzwert ist der Grenzwert für die toxikologisch-arbeitsmedizinisch abgeleitete Konzentration eines Stoffes, seines Metaboliten (Umwandlungsprodukts) oder eines Beanspruchungsindikators im entsprechenden biologischen Material, bei dem im Allgemeinen die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt wird. (53)
DNEL (1)
Der DNEL (Derived No-Effect Level – abgeleitete Expositionshöhe, unterhalb derer der Stoff zu keiner Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit führt) ist ein Expositionsgrenzwert, der mit der REACH-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1907/2006) eingeführt wurde. Dieser Wert wird vom Hersteller oder Inverkehrbringer im Rahmen der REACH-Registrierung abgeleitet.
Expositionsbeurteilungswert (EBW) (37)
Der Expositionsbeurteilungswert ist ein Beurteilungsmaßstab nach TRGS 402 und dient zur Bewertung der Gefährdung durch polymere Isocyanate und ist insbesondere bei Spritzapplikationen (Lacken, Klebstoffen) von Bedeutung. Er ist unter Berücksichtigung des geringeren toxischen Potenzials polymerer Isocyanate im Vergleich zu monomeren Diisocyanaten nach Anlage 2 Nr. 2.3 der TRGS 430 zu ermitteln. Der EBW ist stets produktbezogen und wird in der Regel vom Hersteller im Sicherheitsdatenblatt angegeben. Ist ein EBW vom Hersteller nicht angegeben, so gilt der AGW als EBW.
Expositionsleitwert (ELW) (37)
Der Expositionsleitwert (ELW) ist ein Beurteilungsmaßstab nach TRGS 402 für die Summe aller reaktionsfähigen NCO-Gruppen (siehe auch TRIG) von Monomeren und Polymeren in der Atemluft (einschließlich unbekannter isocyanathaltiger Gemische, Polyisocyanate und Isocyanate ohne eigenen Arbeitsplatzgrenzwert). Da die toxische Wirkung der Isocyanate weitgehend von den NCO-Gruppen bestimmt wird, kann eine Überschreitung des ELW erste Hinweise auf eine gesundheitsschädliche Exposition durch ein komplexes Isocyanatgemisch am Arbeitsplatz geben. Mit Hilfe des Expositionsleitwertes können Arbeitsplätze mit erheblich reduziertem analytischem Aufwand überprüft werden. Eine Einhaltung des ELW bedeutet immer, dass auch die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten sind.
Exposition-Risiko-Beziehungen (ERB) (56)
Die ERB eines krebserzeugenden Stoffes beschreibt den Zusammenhang zwischen der Stoffkonzentration (inhalative Aufnahme) und der statistischen Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Krebserkrankung. Die aus experimentellen oder epidemiologischen Studien abgeleitete ERB bildet die Grundlage für die Extrapolation in den Bereich geringerer Risiken, der in der Praxis im Allgemeinen weder tierexperimentell überprüft noch epidemiologisch beobachtet werden kann. Bezugszeitraum für das Risiko ist die gesamte Lebenszeit (Lebenszeitrisiko). Das Risiko ist die statistische Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer berufsbedingten Krebserkrankung während des gesamten Lebens. Die Methode zur Ableitung von Exposition- Risiko-Beziehungen und ihrer Extrapolation ist in Anlage 3 der TRGS 910 beschrieben.
HVLP (37)
Abkürzung für das Niederdruck-Lackierverfahren „High Volume low pressure“. Im Vergleich zu Hochdruckverfahren ergeben sich auf Grund des niedrigen Drucks geringere Geschwindigkeiten der Lackteilchen. Dies führt sowohl zu einer Reduzierung des Oversprays als auch zu geringeren Materialverlusten beim Lackiervorgang.
NCO-Gruppen
Isocyanatgruppen
Rohdichte
Die Rohdichte, auch scheinbare Dichte oder geometrische Dichte oder Raumgewicht genannt, ist die Dichte eines porösen Festkörpers, basierend auf dem Volumen einschließlich der Porenräume. ρroh = Massegesamt/Volumengesamt
Toleranzkonzentration (56)
Die Toleranzkonzentration ist eine stoffspezifische Größe. Es ist die Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz, die über seine ERB dem Toleranzrisiko entspricht und bei Überschreitung mit einem hohen, nicht hinnehmbaren Risiko assoziiert wird. Das Toleranzrisiko ist eine stoffübergreifende Größe, die die statistische Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Krebserkrankung in Höhe von 4 : 1 000 angibt. Siehe auch „Exposition-Risiko-Beziehungen“.
TRIG (37)
Die Bestimmung der TRIG (Totalkonzentration reaktiver Isocyanatgruppen = Gesamt-NCO) dient der Abschätzung einer potenziellen Exposition durch Isocyanate an Arbeitsplätzen. Isocyanat-Monomere mit zwei oder mehreren NCO-Gruppen, Prepolymere und komplexe Gemische wechselnder Zusammensetzung, die während des Polymerisierungsprozesses entstehen können, finden bei der Bestimmung gleichermaßen Berücksichtigung, sodass auch Isocyanate ohne AGW erfasst werden. Der analytische Aufwand ist erheblich reduziert. Als Expositionsleitwert (ELW) wurde eine TRIG von 0,018 mg NCO/m3 festgelegt. Dieser Wert ist aus den Arbeitsplatzgrenzwerten (AGW) für monomere Diisocyanate nach der TRGS 402 als Summenmesswert so abgeleitet, dass bei Einhaltung des ELW die Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) eingehalten sind.