Anhang 4:
Einsetzen von Sicherungskästen

Dieser Anhang zeigt eine Gefährdungsbeurteilung eines konkreten realen Arbeitsplatzes – keine Mustergefährdungsbeurteilung
Gefährdungs-
beurteilung
 Einsetzen von Sicherungskästen
Dokumentation nach GefStoffV
Ersteller/in: ………………………………………...................
 
Verantwortliche/r: ............................................................
Datum:.....................
Arbeitsbereich: Elektroinstallation, Baustelle
Tätigkeit: Einsetzen von Sicherungskästen
Beschreibung der Tätigkeiten
Der Sicherungskasten wird in die vorgesehenen Wandöffnungen eingesetzt und mit dem PU-Montageschaum in seiner korrekten Lage und Ausrichtung fixiert. Die Montageschäume werden aus Druckgaspackungen mit einem aufgesetzten Röhrchen oder einer Pistole in die Öffnungen gespritzt. Die Dauer pro Arbeitsgang beträgt ca. 5 Minuten. Die Tätigkeit kann sich mehrmals pro Schicht wiederholen.
Verwendete/freigesetzte Gefahrstoffe
BezeichnungKennzeichnung/H-SätzeMenge
PPU-Montageschaum, isocyanathaltig
Enthält: 4,4'-Diphenyl­methan­diisocyanat (MDI)
  • Akute Toxizität, Kategorie 4, Einatmen; H332
  • Spezifische Zielorgan-Toxizität (wiederholte Exposition), Kategorie 2; H373
  • Augenreizung, Kategorie 2; H319
  • Spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition), Kategorie 3; H335
  • Reizwirkung auf die Haut, Kategorie 2; H315
  • Karzinogenität, Kategorie 2; H351
  • Sensibilisierung der Atemwege, Kategorie 1; H334
  • Sensibilisierung der Haut, Kategorie 1; H317
1 Dose
(300–750 ml)
Brennbares Treibgas: Propan, Butan, Dimethylether
  • Entzündbares Gas, Kategorie 1; H222
 
 
Beurteilung
Gefahren durch Inhalation:
Vereinzelte Messungen der BG BAU auf 4,4'-Diphenylmethandiisocyanat [GISCODE PU80] zeigen, dass der Grenzwert eingehalten ist. Dennoch kann es in Einzelfällen zu Reizungen der Atemwege kommen, z. B. Husten, Atemnot. Darüber hinaus kann es zu allergischen Reaktionen an den Atemwegen kommen. Isocyanat-sensibilisierte Personen können schon auf sehr geringe Konzentrationen reagieren und sollen keine Tätigkeiten mit diesem Produkt durchführen.
Gefahren durch Hautkontakt:
Hautkontakt kann zu Gesundheitsschäden führen. Durch direkten Hautkontakt mit frischem Bauschaum kann es zu Reizungen der Augen und Haut kommen, z. B. Tränen und Brennen der Augen. Darüber hinaus kann es zu allergischen Reaktionen an der Haut kommen. Isocyanat-sensibilisierte Personen können schon auf sehr geringe Konzentrationen reagieren. In der Praxis besteht in der Regel kein Kontakt mit dem Bauschaum, sodass bei bestimmungsgemäßem Gebrauch eine geringe Gefährdung gemäß TRGS 401 vorliegt.
Physikalisch-chemische und sonstige Gefahren:
Durch die Verwendung brennbarer Treibgase ist das Produkt hochentzündlich. Beim Versprühen besteht erhöhte Entzündungsgefahr! Darüber hinaus bilden die Treibmitteldämpfe mit Luft explosionsfähige Gemische. Sie sind schwerer als Luft und können sich in Hohlräumen und am Boden anreichern sowie in angrenzenden und tieferliegenden Bereichen ausbreiten. Explosionsgefahren bestehen bei der Verwendung in engen und schlecht gelüfteten Räumen und bei der Verwendung mehrerer Spraydosen. In gut gelüfteten Räumen entsteht keine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre.
 
Schutzmaßnahmen/WirksamkeitZuständigkeit (Termin)
Alle vergleichbaren Produkte enthalten Isocyanate (MDI). Aufgrund der höheren Brandgefahr bei PU-Montageschäumen mit hochentzündlichen Treibmitteln (GISCODE PU80) sind, wenn technisch möglich, Montageschäume mit nicht brennbaren Treibmitteln (GISCODE PU70) zu verwenden.Unternehmer/in
  
Bestimmungsgemäße Verwendung des PU-Schaums nach Herstellerangaben ist sichergestellt.Unternehmer/in, alle Beschäftigte
  
Einhaltung des Ess-, Trink- und Rauchverbotes.Unternehmer/in, Betriebsarzt/-ärztin
  
Arbeitsmedizinisch-toxikologische Beratung erfolgt.alle Beschäftigte
  
Eine Betriebsanweisung ist erstellt. Die Beschäftigten werden unterwiesen. Auf die haut- und atemwegssensibilisierende Eigenschaft wird besonders hingewiesen.Unternehmer/in, Sicherheitsfachkraft, Betriebsärztin/-arzt