Anhang 3:
Vergießen von Kondensatoren (169)

Dieser Anhang zeigt eine Gefährdungsbeurteilung eines konkreten realen Arbeitsplatzes – keine Mustergefährdungsbeurteilung
Gefährdungs-
beurteilung
 Vergießen von Kondensatoren
Dokumentation nach GefStoffV
Ersteller/in: ………………………………………...................
 
Verantwortliche/r: ............................................................
Datum:.....................
Arbeitsbereich: Herstellung elektronischer Bauteile
Tätigkeit: Vergießen von Kondensatoren
Beschreibung der Tätigkeiten
Vergießen von Hand in Gehäuseteile mit PUR-Gießharz. Das PUR-Gießharz sowie der Härter werden aus Druckbehältern dem Vergießkopf zugeleitet und hier gemischt. Das Vergießen der Kondensatoren erfolgt über die automatische Dosierung. Die Dosieranlage wird abgesaugt, ebenso die Behälter für Reste und verunreinigte Reinigungstücher. Die vergossenen Kondensatoren verbleiben im Arbeitsbereich. Am Ende der Schicht sowie vor Pausen erfolgt eine Reinigung des Dosierkopfes. Gelegentliche Spritzer werden mit Einweg-Papiertüchern aufgenommen.
Verwendete/freigesetzte Gefahrstoffe
BezeichnungKennzeichnung/H-SätzeMenge
PUR-Vergussmassesiehe EG-Sicherheitsdatenblatt5 kg/Schicht Mischungsverhältnis 50:50
100 ml/Schicht
PUR-Härter 300 enthält:
  • Diphenyl­methan-­diiso­cyanat (MDI)
  • Ethanol
  • Karzinogenität, Kat. 2; H351 Akute Toxizität, Kat. 4 (inhalativ); H332
  • Spezifische Zielorgan-Toxizität
  • (wiederholte Exposition), Kat. 2; H373
  • Augenreizung, Kat. 2; H 319
  • Spezifische Zielorgan-Toxizität
  • (einmalige Exposition), Kat. 3; H335
  • Reizwirkung auf die Haut, Kat. 2; H315
  • Sensibilisierung der Atemwege, Kat. 1; H334
  • Entzündbare Flüssigkeit, Kat. 2; H225
 
Beurteilung
Gefahren durch Inhalation:
Einatmen und Hautkontakt zu Isocyanaten kann nicht ausgeschlossen werden. Die Expositionsdauer beträgt 8 Stunden. Messungen der Isocyanatkonzentration ergab eine Konzentration < 0,005 mg/m3 (kleiner Bestimmungsgrenze). Die geringe Menge Ethanol führt zu keiner zusätzlichen Gefährdung.
Gefahren durch Hautkontakt:
Es besteht eine mittlere Hautgefährdung durch Hautkontakt gemäß TRGS 401.
Physikalisch-chemische und sonstige Gefahren:
nicht gegeben.
 
Schutzmaßnahmen/WirksamkeitZuständigkeit (Termin)
Ersatzstoffe stehen für den Verguss der Kondensatoren nicht zur Verfügung.Unternehmer/in
  
Die Dosieranlage entspricht dem Stand der Technik, CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung liegen vor.Unternehmer/in
  
Die Verarbeitung der Vergussmasse erfolgt nach Herstellerangaben (siehe Arbeitsanweisung).Unternehmer/in, alle Beschäftigte
  
Nutzung der vorhandenen Absaugung.alle Beschäftigte
  
Jährliche Prüfung der Absauganlage mit Dokumentation des Wirksamkeitsnachweises.Unternehmer/in, jährlich
  
Einhaltung des Ess-, Trink- und Rauchverbotes.Unternehmer/in, alle Beschäftigte
  
Betriebsanweisung hängt aus, Unterweisung und arbeitsmedizinisch- toxikologische Beratung erfolgt.Unternehmer/in, Betriebsärztin/-arzt
  
Hautschutz wird nach Hand- und Hautschutzplan umgesetzt. Für Reinigungsarbeiten stehen Schutzhandschuhe aus Nitrilkautschuk, Schichtdicke 0,5 mm, zur Verfügung.Unternehmer/in, alle Beschäftigte
  
Angebot der arbeitsmedizinischen Vorsorge.Unternehmer/in, Betriebsarzt/-ärztin
  
Abfallgebinde sind abgesaugt und gekennzeichnet.Unternehmer/in