15.1   Allgemeines

Alle Personen, die mit Gefahrstoffen tätig sind, müssen über Erste-Hilfe- Maßnahmen unterrichtet sein und über das Verhalten bei Arbeitsunfällen unterwiesen werden.
Die von den Unfallversicherungsträgern anerkannten Anleitungen zur Ersten Hilfe sind entsprechend dem jeweiligen Gefährdungsgrad an geeigneten Stellen auszuhängen. (133)
Über jede Erste-Hilfe-Leistung sind Aufzeichnungen zu führen, z. B. in einem Verbandbuch, und fünf Jahre lang aufzubewahren. (75) (123)
Bei Verdacht auf eine Gesundheitsschädigung durch Isocyanate muss die bzw. der Betroffene den Gefahrenbereich verlassen oder aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Die Helfer und Helferinnen haben sich dabei vor Kontakt mit Isocyanaten zu schützen (Atemschutz, Schutzhandschuhe usw.).
Ärztliche Hilfe ist unverzüglich zu veranlassen. Der Ärztin oder dem Arzt sind der chemische Stoff und die bereits durchgeführten Erste-Hilfe-Maßnahmen anzugeben, z. B. mit einem vorbereiteten Unfall-Leitblatt. (159)
Um wirksame Hilfe leisten zu können, kann eine Absprache zwischen Betrieb, Betriebsärztin/Betriebsarzt, Krankenhaus oder Rettungsdienst erforderlich sein.
Erste-Hilfe-Maßnahmen, die Gegenstand der Erste Hilfe-Ausbildung sind, wie „Stabile Seitenlage“, „Herz-Lungen-Wiederbelebung“, „Schockbekämpfung“, werden in dieser Schrift nicht angesprochen. (133)(135)
Bei besonderen betrieblichen Gefährdungen, z. B. infolge Einwirkens von Isocyanaten, können Maßnahmen und Mittel der erweiterten Ersten Hilfe notwendig sein.
Diese Maßnahmen verlangen von den Ersthelferinnen und Ersthelfern bestimmte Kenntnisse und Fähigkeiten, die in der Grundausbildung nicht vermittelt werden.
Die Weiterbildung geeigneter Ersthelfer und Ersthelferinnen erfolgt insbesondere durch die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt entsprechend der im Einzelnen vorhandenen Stoffe.