13.2.3   Staubexplosionsgefahr

Bei Tätigkeiten mit Pulverlacken und bei der Nachbearbeitung von Polyurethan- Kunststoffen, insbesondere beim Sägen oder Schleifen von Hartschaum, entsteht Staub. Da nicht für alle Kunststoffstäube sicherheitstechnische Kennzahlen vorliegen, ist stets eine individuelle Untersuchung und Bewertung einer Kunststoffstaubprobe, z. B. beim Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA), vornehmen zu lassen. Die Datenbank „GESTIS-Staub-Ex“ des IFA bietet eine umfassende Sammlung sicherheitstechnischer Kenngrößen diverser Staubproben, die dort in der Vergangenheit untersucht wurden. Diese Datenbank kann zur ersten Einschätzung der Staubprobe zugrunde gelegt werden. (62) (165)
Grundsätzlich geht man davon aus, dass bei Korngrößen < 0,5 mm immer Staubexplosionsgefahr besteht. (46) (159)
Hat der Staub aus der Nachbearbeitung von Polyurethan-Kunststoffen eine Mindestzündenergie < 10 mJ reicht die Erdung aller Anlagenteile zur sicheren Vermeidung von Entzündungen durch elektrostatische Entladungen nicht aus. (159) (50) (112)
Die Einhaltung des allgemeinen Staubgrenzwertes der alveolengängigen Staubfraktion von 1,25 mg/m3 gibt erste Hinweise hinsichtlich der Vermeidung einer Gefährdung durch Staubexplosionen, jedoch ist für die Beurteilung von staubexplosionsfähigen Gemischen die Angabe einer mittleren Konzentration innerhalb einer Anlage nicht aussagekräftig, da von einer inhomogenen Staubverteilung innerhalb der Anlage ausgegangen werden muss. Entsprechend kann, z. B. auch bei Einhaltung des allgemeinen Staubgrenzwertes, lokal die Bildung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre möglich sein. Außerhalb von Anlagen besteht die Gefahr einer lokalen Bildung einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre vor allem aufgrund der möglichen Aufwirbelung abgelagerter Stäube. Daher müssen Ablagerungen vermieden werden. Hierfür sind die Arbeitsräume sauber zu halten und Staubablagerungen auf Böden, Apparateteilen usw. zu vermeiden und regelmäßig zu entfernen. Bereits Ablagerungen auf dem Boden mit einer Schichtdicke von 0,5–1 mm reichen aus, um einen Raum vollständig mit gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre zu füllen. (46)
Abblasen mit Druckluft ist verboten.
Als Zündquellen kommen bei Staubexplosionen vor allem elektrostatische Entladungen, mechanisch erzeugte Funken, Glimmnester und heiße Oberflächen in Betracht. (50) (112)