13.2.2   Explosionsgefahr bei der Verwendung von Pentan und Lösemitteln

Bei Polyurethan-Systemen, in denen n-, iso- oder cyclo-Pentan als Treibmittel eingesetzt werden, werden die Treibmittel in der Regel separat als dritte Komponente geliefert. Nur in wenigen Anwendungen werden die jeweiligen Pentane den Polyolen vorher bis zu 10 % zugemischt. Pentan und Pentan-Polyolgemische haben häufig Flammpunkte unter 23 °C und sind somit als extrem entzündbar oder leicht entzündbar einzustufen. (2)
Bei der Verwendung von Pentan ist zu bedenken, dass Pentan-Dämpfe schwerer als Luft sind, sodass sie am Boden entlangkriechen und sich in Vertiefungen sammeln können. An kritischen Stellen sollten deshalb stationäre Gaswarnsysteme (bestehend aus einem Messwertgeber (Transmitter) und einer Auswerteeinheit (Gasmesscomputer)) angebracht sein, die bei Erreichen einer Pentankonzentration von 10 %, der unteren Explosionsgrenze (UEG), Alarm geben und bei höheren Konzentrationen (maximal 40 % der UEG) die Pentandosierung automatisch abschalten. Vorratsbehälter für Pentan oder pentanhaltige Gemische können, z. B. auch mit Stickstoff, inertisiert werden. (108) (109)
Abbildung 16: Pentan-Dosierstation
Abbildung 16: Pentan-Dosierstation
Untersuchungen an Hartschaumanlagen haben gezeigt, dass in der Regel nicht mehr als 5 % des eingesetzten Pentans bei der Produktion freigesetzt werden.
Bei halbharten PU-Integralschäumen diffundiert das Pentan beim Lagern langsam aus den Schäumen heraus. Dabei ist die Emissionsrate in den ersten 48 Stunden am größten. Eine Lagerung oder Verpackung dieser Teile in verschlossenen, nicht belüfteten Behältnissen oder in engen Räumen muss vermieden werden. In Lagern ist auf eine gute Be- und Entlüftung zu achten, gegebenenfalls ist das Lager an eine zentrale Absaugung anzuschließen.
Die hinsichtlich des Pentans gemachten Aussagen treffen im gleichen Maße auch auf die Verwendung leichtflüchtiger niedrig siedender Lösemittel in Spül- und Trennmitteln sowie in Klebstoffen und Lacken zu.
Generell ist davon auszugehen, dass bei Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte sowie der dazugehörigen Kurzzeitwerte für die beschriebenen Komponenten zu keinem Zeitpunkt die untere Explosionsgrenze eines Gas-Luftgemisches erreicht werden kann. Unbeschadet hiervon müssen Akkumulationen von Lösemitteldämpfen, z. B. in Bodenbereichen mit Vertiefungen, toten Ecken o. Ä., ausgeschlossen werden, da diese bei der Grenzwertüberprüfung meist nicht berücksichtigt werden.
Explosionsgefahren bestehen bei der Verwendung in engen und schlecht gelüfteten Räumen und bei der Verwendung mehrerer PU-Schaumdosen. In gut gelüfteten Räumen entsteht keine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre.