13.1   Brandgefahr und Brandgase

Polyurethan-Produkte sind, wie alle organischen Produkte, brennbar. Darüber hinaus kann es bei der Fertigung von Weichschaumblöcken in seltenen Fällen zur Selbstentzündung kommen. Dies ist insbesondere der Fall bei Überdosierung mit Wasser oder bei Erhöhung der Dicke von Schaumstoffteilen. Die Entzündung kann bis zu einigen Stunden nach dem Schäumen eintreten. Deshalb sollen frisch produzierte Blöcke bis zum deutlichen Rückgang der Reaktionstemperatur unter guter Belüftung und getrennt vom Schaumstoffblocklager aufbewahrt werden. Bei anderen Fertigungsmethoden besteht im Allgemeinen keine Selbstentzündungsgefahr. Brandgefahr besteht darüber hinaus beim Einsprühen von Formen mit Trennmitteln.
Die Schädlichkeit von Brandatmosphären wird bei allen Bränden durch eine Reihe von Faktoren bestimmt:
  • heiße Brandgase,
  • Sauerstoffmangel,
  • sichtbehindernder Rauch,
  • giftige Komponenten im Brandgas.
Bei der Verbrennung oder Verschwelung von Polyurethan-Materialien entstehen sichtbare rußartige Spaltprodukte, Wasserdampf und Kohlendioxid sowie Kohlenmonoxid und stickstoffhaltige Verbindungen, darunter Stickstoffoxide und in Spuren Cyanwasserstoff sowie unter Umständen Isocyanatdämpfe. Enthalten Polyurethane halogen- oder phosphorhaltige Flammschutzmittel, so können auch in den Brandgasen Halogen- oder Phosphorverbindungen enthalten sein. (154)

13.1.1   Maßnahmen zum Schutz vor Bränden

  • In feuergefährdeten Bereichen ist die Brandlast so niedrig wie möglich zu halten, z. B. auch durch regelmäßiges Beseitigen von Staubablagerungen.
  • Vermeidung von Zündquellen (z. B. offenes Feuer, Rauchverbot).
  • Für den Brandfall ist ein Alarmplan aufzustellen.
  • Feuerarbeiten (z. B. Schweißen, Schneiden, Löten) nur mit schriftlicher Erlaubnis ausführen.

13.1.2   Brandbekämpfung

Zum Löschen von Bränden sind Feuerlöscheinrichtungen (18) entsprechend der Art und Größe des Betriebes bereitzustellen und gebrauchsfertig zu halten. Geeignet sind im Allgemeinen:
  • Wasser im Sprühstrahl,
  • Pulver- und Schaumlöscher,
  • für kleinere Brände CO2-Löscher.
Die Installation stationärer Löschanlagen ist im Einzelfall zu prüfen. Beim Einsatz von CO2-Löschanlagen sind besondere Vorkehrungen zu treffen.(138)
Von Hand zu betätigende Feuerlöscheinrichtungen müssen jederzeit schnell und leicht zu erreichen sein.
Die Stellen, an denen sich Feuerlöscheinrichtungen befinden, sind deutlich und dauerhaft zu kennzeichnen, soweit die Feuerlöscheinrichtungen nicht automatisch oder zentral von Hand betätigt werden.(16)
Selbsttätige ortsfeste Feuerlöscheinrichtungen, bei deren Einsatz Gefahren für die Beschäftigten auftreten können, müssen mit selbsttätig wirkenden Warneinrichtungen ausgerüstet sein.
Eine ausreichende Zahl von Beschäftigten ist mit der Handhabung der Feuerlöscheinrichtungen vertraut zu machen. (75) (123) (137)
Im Brandfall ist der Brandherd stets in Windrichtung zu bekämpfen, benachbarte Behälter bzw. Gebinde sind sofort mit Sprühwasser zu kühlen, wenn möglich aus der Gefahrenzone zu bringen.
Bei der Bekämpfung von Bränden sind in der Regel geeignete persönliche Schutzausrüstungen zu benutzen, z. B. von der Umgebungsatmosphäre unabhängig wirkende Atemschutzgeräte. Dies trifft insbesondere wegen der generell gegebenen Vergiftungsgefahr bei der Brandbekämpfung in geschlossenen Räumen zu.