2   Zündtemperaturbestimmung in verdichtetem Sauerstoff

Zur Untersuchung werden Feststoffe zunächst zerkleinert, Flüssigkeiten werden auf Keramikfaser aufgetragen. Eine Probenhülse, die etwa 0,1 g bis 0,5 g der Probe enthält, wird dann in einen Autoklaven von ca. 34 cm3 Volumen gegeben. Mit Hilfe einer Niederfrequenzanlage wird die Probe nahezu linear mit etwa 110 °C/min induktiv aufgeheizt.
Die Temperatur wird am Boden der Probenhülse mittels eines Thermoelements registriert und der Druck mit Hilfe eines Druckaufnehmers verfolgt.
Beurteilungskriterium:
Die Entzündung der Probe ist an einem plötzlichen steilen Temperatur- und Druckanstieg erkennbar.
Die maximale Betriebstemperatur der Probe wird auf einen Wert festgelegt, der im Allgemeinen 100 °C unter der ermittelten Zündtemperatur liegt. Diese Sicherheitsspanne soll hauptsächlich berücksichtigen, dass die Zündtemperatur einerseits keine Konstante ist und andererseits stets von der gewählten Prüfmethode, der Probenzubereitung und anderen Parametern abhängt. Publikationen in der Fachliteratur sowie Untersuchungen in der BAM bestätigen diesen Sachverhalt.
Die Sicherheitsspanne von 100 °C hat sich in jahrzehntelanger Praxis bewährt. Bei der Verwendung von Materialien im Sauerstoffbereich bei Temperaturen bis 60 °C führt die BAM je nach angedachtem Verwendungszweck nur eine Druckstoßprüfung (Prüfmethode 1) oder eine Flanschprüfung (Prüfmethode 4) durch.