4.7.2   Umgang mit Zahlungsmitteln, Verhalten bei Raubüberfall

Ein griffbereiter Geldbestand kann einen Anreiz zum Überfall darstellen. Sorgen Sie als Unternehmerin oder Unternehmer dafür, dass der Geldbestand in der Kasse einen Höchstbetrag, der sich z. B. am erforderlichen Wechselgeldbetrag orientiert, nicht übersteigt. Schöpfen Sie regelmäßig den Geldbestand ab und verwahren Sie die Einnahmen sicher in einem Tresor, z. B. mit Möglichkeit des Geldeinwurfes.
Führen Sie die Bearbeitung des Bargeldes, z. B. zählen, sortieren, bündeln, in einem Raum durch, der währenddessen nicht durch Unbefugte betreten oder eingesehen werden kann.
Der Geldtransport zur Bank sollte durch ein Werttransportunternehmen erfolgen. Ist dies nicht möglich, sollten beim Geldtransport folgende Regeln beachtet werden:
  • Gehen Sie möglichst zu zweit, setzen Sie nur Personen über 18 Jahren ein
  • Der Geldtransport soll möglichst nicht als solcher erkennbar sein, d. h. tragen Sie keine Firmenkleidung und verwenden Sie keine klassischen Geldbehältnisse, z. B. Geldkassette
  • Führen Sie keine Geldtransporte bei Dunkelheit durch
  • Variieren Sie Zeiten und Routen, nutzen Sie dabei möglichst belebte Strecken
Trainieren Sie mit Ihren Beschäftigten das richtige ruhig-defensive Verhalten bei einem Raubüberfall um körperliche Verletzungen zu verhindern und erstellen Sie einen Notfallplan zum Vorgehen nach einem Raubüberfall.
Für die Betreuung von Betroffenen nach Gewaltereignissen gibt es unterschiedliche Konzepte bei den verschiedenen Unfallversicherungsträgern. Bitte informieren Sie sich über die Regelungen bei Ihrem Unfallversicherungsträger.
Für weitere Informationen siehe
→  DGUV Regel 108-001 „Umgang mit Zahlungsmitteln in Verkaufsstellen“
→  DGUV Information 206-017 „Gut vorbereitet für den Ernstfall – Mit traumatischen Ereignissen im Betrieb umgehen“
→  BGHW Faltblatt F5 „Die BGHW hilft – Psychologische Soforthilfe“.