4.3   Tätigkeiten mit Kontakt zu Biostoffen

Ausrufungszeichen
DEFINITION BIOSTOFFE
Für den Geltungsbereich dieser DGUV Information versteht man unter Biostoffen/biologischen Arbeitsstoffen im Wesentlichen Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten, die beim Menschen Infektionen, sensibilisierende und toxische Wirkungen verursachen können.
Bei Tätigkeiten in Fahrzeugwaschanlagen kommt es über das Fahrzeugwaschwasser zu einem Kontakt mit Biostoffen, denn Biostoffe kommen unter normalen Betriebsbedingungen im Waschwasser sowie in der Umgebungsluft vor. Zu den Tätigkeiten in Fahrzeugwaschanlagen zählen auch Reinigungs-, Wartungs- oder Instandsetzungsarbeiten. Es handelt sich hierbei um Tätigkeiten nach Biostoffverordnung, die keiner Schutzstufe zuzuordnen sind (BioStoffV § 6). Mögliche Gefährdungen durch Infektionserreger oder aufgrund sensibilisierender oder toxischer Wirkungen sind unabhängig voneinander zu beurteilen und zu einer Gesamtbeurteilung zusammenzuführen, auf deren Grundlage die Schutzmaßnahmen festzulegen und zu ergreifen sind. (BioStoffV § 4).
In Anhang 5.1 „Ergebnisse aus mikrobiologischen Untersuchungen“ finden Sie eine Auswertung der Analysen von Luft- und Waschwasserproben an Fahrzeugwaschanlagen. Diese können als Bewertungshilfe herangezogen werden, wenn in einem Betrieb Messergebnisse zu Biostoffen vorliegen.
Für weitere Informationen siehe
→  „Ergebnisbericht der mikrobiologischen Untersuchungsreihen von Betriebswasser in Fahrzeugwaschanlagen“ (Juli 2003), Seite 28, Abb. 8. Herausgeber: damalige Süddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft, Mainz.
→  ÖNORM B 5107, Ausgabe: 2004-12-01 „Wasserrecyclinganlagen für Fahrzeug-Waschanlagen“.
Als Unternehmerin oder Unternehmer sind Sie verpflichtet, allgemeine Hygienemaßnahmen festzulegen. Bei allen Tätigkeiten mit Kontakt zu Biostoffen sind daher mindestens die allgemeinen Hygienemaßnahmen nach § 9, Absatz 1 der BioStoffV festzulegen. Weitergehende Schutzmaßnahmen sind nach der jeweiligen betrieblichen Situation auszuwählen und stoff- und arbeitsplatzbezogen anzupassen (siehe Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe TRBA 500).
Zu den Hygiene- und Schutzmaßnahmen gehören insbesondere:
  • Reinigungsarbeiten nur in Arbeitskleidung und, gegebenenfalls, mit Persönlichen Schutzausrüstungen ausführen.
  • Vermeidung von Tätigkeiten und Arbeitsverfahren mit Staub- oder Aerosolbildung, ggf. Atemschutzmaske FFP2 tragen.
  • Manuelle Hochdruckreinigung nur mit Frischwasser ausführen.
  • Gründliches Reinigen der Hände vor Eintritt in die Pausen und nach Beenden der Tätigkeit.
  • Bei Tätigkeiten mit Kontakt zu Biostoffen nicht essen, trinken, rauchen oder Kosmetika benutzen.
  • Arbeitskleidung und Persönliche Schutzausrüstungen regelmäßig und bei Bedarf reinigen oder wechseln.
  • Straßenkleidung getrennt von Arbeitskleidung und Persönlichen Schutzausrüstungen aufbewahren.
  • Sanitär-, Pausen- und Arbeitsräume regelmäßig und bei Bedarf feucht reinigen.
  • Pausenräume nicht mit verschmutzter Arbeitskleidung oder persönlichen Schutzausrüstungen betreten.
  • Durchnässte Arbeitskleidung unverzüglich tauschen.
  • Vor Tätigkeitsbeginn, bei Arbeitsunterbrechungen und nach Beenden der Tätigkeit Hautschutzmaßnahmen nach Hautschutzplan durchführen.