4.2   Tätigkeiten mit Gefahrstoffen

In allen Fahrzeugwaschanlagen werden Gefahrstoffe gehandhabt, meist in Form von Waschchemie. Die Behältnisse sind z. B. wie folgt gekennzeichnet.
Gesundheitsgefahren durch Gefahrstoffe entstehen durch direkten Kontakt bzw. durch Aufnahme in den Körper. Dies kann durch Einatmen von Dämpfen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut erfolgen.
Substitutionsprinzip
Verschaffen Sie sich einen Überblick über alle im Betrieb vorhandenen Gefahrstoffe. Gehen Sie regelmäßig den Bestand durch und prüfen Sie, ob stark ätzende oder sehr giftige Stoffe durch weniger gefährliche Gefahrstoffe ersetzt werden können. Dokumentieren Sie diese Prüfung (Substituierungsprüfung).
Ausrufungszeichen
WICHTIG!
Auf den Einsatz von Fluss-Säure in der Fahrzeugwäsche ist nach heutigem Stand der Reinigungschemie und der großen Gesundheitsgefahr, die von diesem Stoff ausgeht, ganz zu verzichten.
Entsorgen Sie nicht mehr benötigte Gefahrstoffe sachgerecht und umweltverträglich.
Beschaffen von Informationen zu den Gefahrstoffen
Fordern Sie zu Gefahrstoffen in Ihrem Betrieb aktuelle Sicherheitsdatenblätter der Hersteller an, und archivieren Sie diese. So können die Sicherheitsdatenblätter leicht zur Informationsbeschaffung herangezogen werden.
Stoffdatenbanken liefern Hinweise zu Reinstoffen:
www.gischem.de
Erstellen Sie ein Gefahrstoffverzeichnis (Gefahrstoffkataster) und aktualisieren Sie dieses regelmäßig.
Sicherer Umgang mit Gefahrstoffen
Durch technische und organisatorische Maßnahmen, z. B. technische Absaugung, Lüftungsanlage, muss die Exposition von Beschäftigten gegenüber Gefahrstoffen grundsätzlich verhindert werden. Kann bei Freisetzung eines Gefahrstoffs, z. B. bei Dosierung oder Leckage, eine kurzzeitige hohe Exposition nicht ausgeschlossen werden, sind Sie als Unternehmerin oder Unternehmer dazu verpflichtet den Beschäftigten geeignete persönliche Schutzausrüstungen (PSA) zu stellen und für deren Benutzung zu sorgen.
Stellen Sie bei Bedarf zusätzliche Ausstattung zur Ersten Hilfe zur Verfügung (z. B. Augenspüleinrichtungen).
Veranlassen Sie bzw. bieten Sie arbeitsmedizinische Vorsorge an, wenn Tätigkeiten durchgeführt werden, die dies erfordern oder wenn Erkrankungen auf Tätigkeiten mit Gefahrstoffen zurückzuführen sind. Für weitere Informationen siehe auch Kap. 2.6 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“.