4.1.1   Einweisen der Fahrzeuge

Beim Einweisen der Fahrzeuge halten sich Ihre Beschäftigten in unmittelbarer Nähe zu bewegten Fahrzeugen auf. Dabei besteht die Gefahr angefahren oder überrollt zu werden. Berücksichtigen Sie daher folgende Verhaltensregeln:
  • Halten Sie Blickkontakt mit den Fahrzeugführenden um sich deren Aufmerksamkeit zu vergewissern.
  • Halten Sie sich im Sichtbereich der Fahrzeugführenden auf, d. h. vermeiden Sie es, sich z. B. vor dem Fahrzeug zu bücken.
  • Halten Sie sich ohne das Wissen der Fahrzeugführenden nicht hinter dem Fahrzeug auf.
Sicherungspfosten, Leitplanken oder sonstige Abweiser erhöhen die Sicherheit zusätzlich, indem sich die Beschäftigten dahinter aufhalten, z. B. beim Einweisen der Fahrzeuge oder Kassieren der Kundinnen und Kunden im Fahrzeug. Arbeitskleidung in leuchtenden Farben oder mit reflektierenden Flächen verbessert die Erkennbarkeit der Beschäftigten.
Für weitere Informationen siehe
→  Kap. 3.2.1 „Betriebsgelände, Betriebshof, Ein- und Ausfahrten“.
Durch Nässe, Bodenfahrschienen, Fördereinrichtungen oder Ähnliches kann es im Bereich der Einweisungszone für die Fahrzeuge zu Stolper- und Rutschunfällen kommen. Beachten Sie daher:
  • Treten Sie nicht auf die Auslaufstelle der Fördereinrichtung oder die Fördereinrichtung selbst.
  • Achten Sie darauf, dass die Bereiche, in denen Fahrzeuge eingewiesen werden, ausreichend beleuchtet und dass Fußboden und Sicherheitsschuhe (mindestens der Kategorie S1) Ihrer Beschäftigten rutschhemmend ausgeführt sind.
Für weitere Informationen siehe
→  Kap. 3.1.1 „Vorwaschplatz und Waschhalle“.
Abb. 16 Verhaltensregel beim Einweisen: Stehen Sie beim Einweisen seitlich vom Fahrzeug und geben Sie eindeutige Handzeichen.
 Verhaltensregel beim Einweisen: Stehen Sie beim Einweisen seitlich vom Fahrzeug und
geben Sie eindeutige Handzeichen.
Schutz vor Witterungseinflüssen
Findet das Einweisen der Fahrzeuge unter freiem Himmel statt, beachten Sie die folgenden Hinweise.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Beschäftigte geschlossene Kleidung tragen und nicht von der Kleidung bedeckte Körperstellen durch Hautschutzmittel (Sonnencreme) schützen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Beschäftigten vor allem in der warmen Jahreszeit die Möglichkeit haben ausreichend zu trinken.
  • Ermöglichen Sie Ihren Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Vorsorge, wenn sie häufig und lange natürlicher UV-Strahlung während der Arbeit ausgesetzt sind.
Für das Arbeiten im Freien bei kalter Witterung gelten z. B. folgende Sicherheits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen:
  • Sorgen Sie, um Ausrutschunfälle zu vermeiden, für einen Winterdienst und eisfreie Arbeitsbereiche.
  • Organisieren Sie die Arbeiten so, dass sich Ihre Beschäftigten regelmäßig im Warmen regenerieren können, stellen Sie ggf. warme Getränke zur Verfügung.
  • Achten Sie darauf, dass Beschäftigte warme Kleidung und bei Nässe Regenschutz-Kleidung tragen.
Beachten Sie, dass Menschen individuell unterschiedlich auf niedrige oder hohe Temperaturen reagieren und passen Sie Ihre Maßnahmen entsprechend an. Auf Grundlage Ihrer Gefährdungsbeurteilung müssen Sie eventuell weitere Maßnahmen festlegen.
Umgang mit schwierigen Kunden und Kundinnen
In zwischenmenschlichen Beziehungen, so auch zwischen Kundschaft und Beschäftigten, kann es zu Konfliktsituationen kommen, beispielsweise wegen langer Wartezeit zu Stoßzeiten. Einige Menschen werden aggressiv und reagieren mit verbaler und körperlicher Gewalt, wenn sie sich gekränkt oder angegriffen fühlen.
Menschen wenden eher Gewalt an,
  • wenn sie selbst Gewalt erlebt haben
  • wenn sie sich einer Gruppe zugehörig fühlen, die Gewalt anwendet und gewalttätiges Verhalten in dieser Gruppe als normal angesehen wird
  • wenn sie der Überzeugung sind, dass sie durch Gewalt ihre Ziele besser erreichen können
  • wenn sie keinen Ausweg mehr wissen, ihnen z. B. die Worte fehlen und sie nicht mehr wissen, was sie sagen sollen.
Für einen sicheren Umgang mit schwierigen Kunden bietet sich z. B. ein Deeskalationstraining für Beschäftigte an. Zusätzlich gilt: Lassen Sie sich nicht provozieren, wenden Sie nicht selbst Gewalt an und denken Sie an den Eigenschutz. Ziehen Sie, wenn nötig, die Polizei hinzu.