2   Organisation des Arbeitsschutzes

Von der Gefährdungsbeurteilung über die Unterweisung und die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung bis hin zur Ersten Hilfe: Wer die Sicherheit und Gesundheit seiner Beschäftigten systematisch in allen Prozessen berücksichtigt und diese dabei beteiligt, schafft eine solide Basis für einen gut organisierten Arbeitsschutz.
Es gibt viele gute Gründe, warum Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Ihrem Unternehmen wichtig sein sollten.
In einer sicheren und gesunden Umgebung zu arbeiten, senkt das Risiko einen Arbeitsunfall zu erleiden oder bei der Tätigkeit krank zu werden. Zusätzlich kann sich ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld positiv auf das Engagement, die Motivation und die Effektivität der Beschäftigten auswirken, wodurch sich Investitionen in den Arbeitsschutz für Unternehmen auszahlen.
Die gesetzliche Unfallversicherung unterstützt Sie bei der Einrichtung des Arbeitsschutzes in Ihrem Unternehmen. Der erste Schritt: Setzen Sie die grundsätzlichen Präventionsmaßnahmen um, die auf den folgenden Seiten beschrieben sind. Sie bieten Ihnen die beste Grundlage für einen gut organisierten Arbeitsschutz und stellen die Weichen für weitere wichtige Präventionsmaßnahmen in Ihrem Unternehmen.
Dieses Ziel kann nur unter Mitwirkung aller Beschäftigten Erfolg haben.

2.1   Verantwortung der Unternehmerin oder des Unternehmers und Aufgabenübertragung

In Ihrem Unternehmen sind Sie als Unternehmerin oder Unternehmer für die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Beschäftigten verantwortlich. Dazu verpflichtet das Arbeitsschutzgesetz. Das heißt, dass Sie die Arbeiten in Ihrem Betrieb so organisieren müssen, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit Ihrer Beschäftigten möglichst vermieden wird und die Belastung Ihrer Beschäftigten nicht über deren individuelle Leistungsfähigkeit hinausgeht.
Diese Aufgabe können Sie auch schriftlich an andere zuverlässige und fachkundige Personen im Unternehmen übertragen, z. B. Stations-, Schichtleitung, Vorarbeiter oder Vorarbeiterinnen. Das entbindet Sie jedoch nicht von der Pflicht, regelmäßig zu prüfen, ob diese Personen ihre Aufgaben erfüllen.
Für weitere Informationen siehe
→  Arbeitsschutzgesetz, insbesondere zweiter Abschnitt „Pflichten des Arbeitgebers“ §§ 3–14.

2.2   Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung

Unterstützung bei der Einrichtung von sicheren und gesunden Arbeitsplätzen erhalten Sie von den Fachkräften für Arbeitssicherheit sowie Betriebsärztinnen und Betriebsärzten. DGUV Vorschrift 2 „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ gibt vor, auf welche Art und in welchem Umfang Sie als Unternehmerin oder Unternehmer diese betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung gewährleisten müssen.
Alle im Unternehmen Beschäftigten, egal ob Auszubildende, Angestellte oder Führungskräfte, können die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Beratung in Anspruch nehmen.
Für weitere Informationen siehe
→  DGUV Vorschrift 2 „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“.

2.3   Sicherheitsbeauftragte

Arbeiten in Ihrem Unternehmen mehr als 20 Beschäftigte, müssen Sie zusätzlich Sicherheitsbeauftragte bestellen. Sicherheitsbeauftragte sind Beschäftigte Ihres Unternehmens, die Sie ehrenamtlich bei der Verbesserung der Sicherheit und der Gesundheit bei der Arbeit unterstützen. Sie achten darauf, dass Schutzvorrichtungen und -ausrüstungen vorhanden sind und weisen ihre Kolleginnen und Kollegen auf sicherheits- oder gesundheitswidriges Verhalten hin. Sicherheitsbeauftragte beobachten und überprüfen die betrieblichen Abläufe in ihrer Arbeitsumgebung regelmäßig und stellen potenzielle Gefahren fest. So geben sie Ihnen verlässliche Anregungen zur Verbesserung des Arbeitsschutzes.

2.4   Qualifikation für den Arbeitsschutz

Wirksamer Arbeitsschutz erfordert fundiertes Wissen. Stellen Sie daher sicher, dass alle Personen in Ihrem Unternehmen, die mit Aufgaben im Arbeitsschutz betraut sind, ausreichend qualifiziert sind. Geben Sie diesen Personen die Möglichkeit, an Aus- und Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung bieten hierzu vielfältige Seminare sowie Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten an.
Abb. 1 Flussdiagramm der Gefährdungsbeurteilung (7 Schritte)

Flussdiagramm der Gefährdungsbeurteilung (7 Schritte)

2.5   Gefährdungsbeurteilung (Beurteilung der Arbeitsbedingungen und Dokumentation)

Wenn die Gefahren für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz nicht bekannt sind, kann sich auch niemand davor schützen. Eine der wichtigsten Aufgaben des Arbeitsschutzes ist daher die Beurteilung der Arbeitsbedingungen, auch Gefährdungsbeurteilung genannt. Diese erlaubt es Ihnen, Schritt für Schritt für jeden Arbeitsplatz bzw. jedes Arbeitsmittel in Ihrem Unternehmen mögliche Gefährdungen für die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Beschäftigten festzustellen, Maßnahmen zur Beseitigung dieser Gefährdungen festzulegen sowie diese auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen.
Beurteilen Sie dabei sowohl die körperlichen als auch die psychischen Belastungen ihrer Beschäftigten. Es gilt: Gefahren müssen immer direkt an der Quelle beseitigt oder vermindert werden. Wo dies nicht vollständig möglich ist, müssen Sie Schutzmaßnahmen nach dem T-O-P-Prinzip ergreifen. Das heißt, Sie müssen zuerst technische (T), dann organisatorische (O) und erst zuletzt personenbezogene (P) Maßnahmen festlegen und durchführen. Mit der anschließenden Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung kommen Sie nicht nur Ihrer Nachweispflicht nach, sondern erhalten auch eine Übersicht der Arbeitsschutzmaßnahmen in Ihrem Unternehmen. So lassen sich auch Entwicklungen nachvollziehen und Erfolge aufzeigen.

2.6   Arbeitsmedizinische Maßnahmen

Ein unverzichtbarer Baustein im Arbeitsschutz Ihres Unternehmens ist die arbeitsmedizinische Prävention. Dazu gehören die Beteiligung der Betriebsärztin oder des Betriebsarztes an der Gefährdungsbeurteilung, die Durchführung der allgemeinen arbeitsmedizinischen Beratung sowie die arbeitsmedizinische Vorsorge mit individueller arbeitsmedizinischer Beratung der Beschäftigten. Ergibt die Vorsorge, dass bestimmte Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ergriffen werden müssen, so müssen Sie diese für die betroffenen Beschäftigten in die Wege leiten.
Für weitere Informationen siehe
Für Unternehmen der Fahrzeugwäsche können z. B. relevant sein:
  • „Pflichtvorsorge bei
    • Feuchtarbeit von regelmäßig vier Stunden oder mehr je Tag
    • Tätigkeiten mit Lärmexposition, wenn die oberen Auslösewerte von Lex,8h = 85 dB(A) beziehungsweise LpC,peak = 137 dB(C) erreicht oder überschritten werden.
  • Angebotsvorsorge bei:
    • Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als zwei Stunden je Tag
    • Tätigkeiten mit Lärmexposition, wenn die unteren Auslösewerte von Lex,8h = 80 dB(A) beziehungsweise LpC,peak = 135 dB(C) überschritten werden.“

(Quelle: Anhang der ArbMedVV).

2.7   Unterweisung

Ihre Beschäftigten können nur dann sicher und gesund arbeiten, wenn sie über die Gefährdungen an ihrem Arbeitsplatz sowie ihre Pflichten im Arbeitsschutz informiert sind und die erforderlichen Maßnahmen und betrieblichen Regeln kennen. Deshalb ist es wichtig, dass Ihre Beschäftigten eine Unterweisung möglichst an ihrem Arbeitsplatz erhalten. Diese kann durch Sie selbst oder eine von Ihnen beauftragte zuverlässige und fachkundige Person durchgeführt werden.
Setzen Sie Beschäftigte aus Zeitarbeitsunternehmen ein, müssen Sie diese so unterweisen wie Ihre eigenen Beschäftigten. Diese Maßnahme gilt auch für Aushilfskräfte. Betriebsärztin bzw. Betriebsarzt oder Fachkraft für Arbeitssicherheit können hierbei unterstützen. Die Unterweisung muss mindestens einmal jährlich erfolgen und dokumentiert werden.
Zusätzlich müssen Sie für Ihre Beschäftigten eine Unterweisung sicherstellen:
  • vor Aufnahme einer Tätigkeit
  • bei Zuweisung einer anderen Tätigkeit
  • bei Veränderungen im Aufgabenbereich und in den Arbeitsabläufen.
Themen für die Unterweisung sind z. B.:
  • Umgang mit Maschinen und Arbeitsmitteln (z. B. Hochdruckreiniger)
  • Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, Umgang mit der Waschchemie
  • Verhalten bei Unfällen oder im Brandfall
Ausrufungszeichen
PRAXISTIPP
Sie können die zu vermittelnden Inhalte auch auf mehrere kurze Unterweisungen aufgliedern, auch bekannt als 5-Minuten-Gespräche.

2.8   Integration von zeitlich befristeten Beschäftigten

Die Arbeitsschutzanforderungen in Ihrem Unternehmen gelten für alle Beschäftigten – auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nur zeitweise in Ihrem Betrieb arbeiten, wie z. B. Zeitarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer sowie Praktikantinnen und Praktikanten. Stellen Sie sicher, dass diese Personen ebenfalls in den betrieblichen Arbeitsschutz eingebunden sind.

2.9   Betriebsanweisungen

Eine Betriebsanweisung enthält komprimiert Hinweise auf Gefahren für Mensch und Umwelt, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln z. B. für
  • Arbeitsabläufe und den Umgang mit Arbeitsmitteln oder Maschinen
  • die Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen
  • den Umgang mit Gefahrstoffen.
Ebenfalls enthalten sind Rubriken zu Verhalten bei Störungen und Sicherheitsmängeln, Verhalten bei Unfällen/Erster Hilfe, Instandhaltung und Entsorgung.
Eine wichtige Grundlage bei der Erstellung einer Betriebsanweisung sind die Betriebsanleitung und andere Informationen des Herstellers oder Lieferanten.
Eine gute Betriebsanweisung kann als roter Faden bei der Unterweisung der Beschäftigten dienen. Sie gilt als verbindliche Anweisung der Unternehmerin oder des Unternehmers und kann z. B. per Unterschrift in Kraft gesetzt werden. Betriebsanweisungen müssen verständlich formuliert und für die Beschäftigten griffbereit ausgelegt/-gehängt werden. Ein Beispiel einer Betriebsanweisung finden Sie in Anhang 5.2.

2.10   Gefährliche Arbeiten

Es kann in Ihrem Unternehmen Arbeiten geben, die für Ihre Beschäftigten besonders gefährlich sind, beispielsweise Arbeiten in Behältern oder engen Räumen.
Sorgen Sie in solchen Fällen dafür, dass eine zuverlässige, mit der Arbeit vertraute Person die Aufsicht führt. Beachten Sie zusätzlich die Hinweise in Kap. 4.4 „Wartung und Instandhaltung“.
Gefährliche Alleinarbeit
Ist nur eine Person allein mit einer gefährlichen Arbeit betraut, sind Sie verpflichtet, für geeignete technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen zu sorgen. Dazu gehören z. B. Kontrollgänge einer zweiten Person, zeitlich abgestimmte Telefon-/Funkmeldesysteme oder Personen-Notsignal-Anlagen.

2.11   Alleinarbeit

Von Alleinarbeit spricht man, wenn eine Person außerhalb von Ruf- und Sichtweite zu anderen Personen Arbeiten ausführt. Alleinarbeit kann zutreffen z. B. bei Wartungsarbeiten an der Waschanlage oder Arbeiten im Gefahrstofflager. Es gibt auch Arbeiten, die nicht alleine durchgeführt werden dürfen, zum Beispiel Arbeiten in Behältern und engen Räumen (siehe Kap. 2.10 „Gefährliche Arbeiten“).
Alleinarbeit bedeutet immer eine besondere Gefährdung für Ihre Beschäftigten. Folgende Maßnahmen können hilfreich sein, um diese zu vermindern:
  • Legen Sie die Arbeiten fest, die nicht allein durchgeführt werden dürfen und dokumentieren Sie dies in der Arbeits- oder Betriebsanweisung.
  • Führen Sie mit den Beschäftigten regelmäßige Unterweisungen bei diesen Arbeiten durch.
  • Organisieren Sie in regelmäßigen Abständen, aber mindestens einmal pro Arbeitsschicht, Kontakt zu den Beschäftigten in Alleinarbeit.
  • Lassen Sie den Arbeitsplatz gegebenenfalls mit technischen Einrichtungen überwachen.
  • Beachten Sie bei der Organisation der Ersten Hilfe die Besonderheiten der Alleinarbeitsplätze (z. B. bzgl. der Notrufmöglichkeiten).
Für weitere Informationen siehe
→  DGUV Information 212-139 „Notrufmöglichkeiten für allein arbeitende Personen““.

2.12   Zugang zu Vorschriften und Regeln

Machen Sie die für Ihr Unternehmen relevanten Unfallverhütungsvorschriften sowie die einschlägigen staatlichen Vorschriften und Regeln an geeigneter Stelle für alle zugänglich. So sorgen Sie nicht nur dafür, dass Ihre Beschäftigten über die notwendigen Präventionsmaßnahmen informiert werden, Sie zeigen ihnen auch, dass Sie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ernst nehmen. Bei Fragen zum Vorschriften- und Regelwerk hilft Ihnen Ihr Unfallversicherungsträger weiter.

2.13   Persönliche Schutzausrüstungen (PSA)

Auch wenn in Ihrem Unternehmen die technischen Arbeitsmittel auf dem neuesten Stand sind und der Arbeitsschutz gut organisiert ist, können weiterhin Restrisiken bestehen. Für diesen Fall muss PSA eingesetzt werden, z. B. Sicherheitsschuhe oder Gehörschutz.
Sie als Unternehmerin oder Unternehmer sind verpflichtet, Ihren Beschäftigten kostenfrei PSA zur Verfügung zu stellen. Bei der Beschaffung ist darauf zu achten, dass die PSA mit einem CE-Zeichen gekennzeichnet ist. Welche PSA dabei für welche Arbeitsbedingungen und Beschäftigten die Richtige ist, leitet sich aus der Gefährdungsbeurteilung ab. Beteiligen Sie Ihre Beschäftigten bei der Auswahl der PSA, denn sie müssen diese gegebenenfalls während ihrer gesamten Arbeitszeit tragen.
Damit PSA schützen kann, ist es wichtig, dass die Beschäftigten die PSA entsprechend der Gebrauchsanleitung und unter Berücksichtigung bestehender Tragezeitbegrenzungen bestimmungsgemäß benutzen, regelmäßig auf ihren ordnungsgemäßen Zustand prüfen und festgestellte Mängel unverzüglich melden. Durch die Organisation von Wartungs-, Reparatur- und Ersatzmaßnahmen sowie durch ordnungsgemäße Lagerung wird dafür Sorge getragen, dass die PSA während der gesamten Nutzungsdauer gut funktioniert und sich in hygienisch einwandfreiem Zustand befindet.

2.14   Brandschutz- und Notfallmaßnahmen

Im Notfall müssen Sie und Ihre Beschäftigten schnell und zielgerichtet handeln können. Dazu gehört beispielsweise die Organisation des betrieblichen Brandschutzes. Lassen Sie daher so viele Beschäftigte wie möglich zu Brandschutzhelferinnern und Brandschutzhelfern ausbilden; empfehlenswert ist ein Anteil von mindestens 5 % der Belegschaft. Damit Entstehungsbrände wirksam bekämpft werden können, müssen Sie Ihren Betrieb mit geeigneten Feuerlöschern ausstatten und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit deren Benutzung durch regelmäßige Unterweisung vertraut machen.
Für weitere Informationen siehe
→  Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“
→  ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“
→  DGUV Information 205-023 „Brandschutzhelfer – Ausbildung und Befähigung“.

2.15   Erste Hilfe

Die Organisation der Ersten Hilfe in Ihrem Betrieb gehört zu Ihren Grundpflichten. Unter Erste Hilfe versteht man alle Maßnahmen, die bei Unfällen, akuten Erkrankungen, Vergiftungen und sonstigen Notfällen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, einer Ärztin oder eines Arztes erforderlich sind.
Dazu gehört zum Beispiel: Unfallstelle absichern, Verunglückte aus akuter Gefahr retten, Notruf veranlassen, lebensrettende Sofortmaßnahmen sowie Betroffene betreuen. Den Grundbedarf an Erste-Hilfe-Material decken der „Kleine Betriebsverbandkasten“ nach DIN 13157 bzw. der „Große Betriebsverbandkasten“ nach DIN 13169 ab. Zusätzlich können ergänzende Materialien aufgrund betriebsspezifischer Gefährdungen erforderlich sein, z. B. eine Augendusche beim Umgang mit Gefahrstoffen.
Je nachdem wie viele Beschäftigte in Ihrem Unternehmen arbeiten, müssen Ersthelferinnen und Ersthelfer in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen. Diese Aufgabe können alle interessierten Beschäftigten übernehmen.
Abb. 2 Rettungskette
 Rettungskette
Voraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme an einer Erste-Hilfe-Ausbildung und die regelmäßige Auffrischung alle zwei Jahre (Erste-Hilfe-Fortbildung). Die Lehrgangsgebühren werden vom jeweiligen Träger der gesetzlichen Unfallversicherung getragen. Beachten Sie, dass auch im Schichtbetrieb und während der Urlaubszeit genügend Ersthelferinnen und Ersthelfer anwesend sein müssen.
Jede Erste-Hilfe-Leistung im Betrieb ist schriftlich zu dokumentieren. Einen Eintrag in das Verbandbuch erfüllt diese Maßnahme.
Wie viele Ersthelferinnen und Ersthelfer?
Unternehmen mit 2–20 anwesenden Beschäftigten1 Ersthelferin/Ersthelfer
Verwaltungs- und Handelsbetriebe5 % der anwesenden Beschäftigten
Sonstige Betriebe10 % der anwesenden Beschäftigten
Für weitere Informationen siehe
→  Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A4.3 „Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe“
→  DGUV Information 204-020 „Verbandbuch“
→  DGUV Information 204-021 „Dokumentation der Erste-Hilfe-Leistungen (Meldeblock)“
→  DGUV Information 204-022 „Erste Hilfe im Betrieb“.

2.16   Regelmäßige Prüfung der Arbeitsmittel

Schäden an Arbeitsmitteln können zu Unfällen führen. Daher müssen die in Ihrem Unternehmen eingesetzten Arbeitsmittel regelmäßig kontrolliert und je nach Arbeitsmittel geprüft werden. Eine Funktionskontrolle zu Beginn der Arbeiten sollte für alle Beschäftigten Pflicht sein. Offensichtliche Mängel können so schnell entdeckt werden. Neben diesen Kontrollen müssen Sie für wiederkehrende Prüfungen in angemessenen Zeitabständen sorgen. Wie, von wem und in welchen Abständen dies geschehen soll, beschreiben
  • die Technische Regel für Betriebssicherheit TRBS 1201 „Prüfung von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“
  • und die TRBS 1203 „Befähigte Personen“.
Im Einschichtbetrieb hat sich bei vielen Arbeitsmitteln ein Prüfzeitraum von einem Jahr bewährt. Bei intensiverer Nutzung (z. B. im Mehrschichtbetrieb) müssen die Prüfungen in kürzeren Intervallen durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Prüfungen müssen Sie mindestens bis zur nächsten Prüfung aufbewahren. Eine Auflistung gängiger prüfpflichtiger Arbeitsmittel und Einrichtungen finden Sie in Anhang 5.3.
Ausrufungszeichen
PRAXISTIPP
Wertvolle Hinweise über die fachliche Qualifikation des Prüfers sowie über die notwendigen Prüfintervalle können auch in der Betriebsanleitung des Herstellers enthalten sein.
Für weitere Informationen siehe
→  Technische Regel für Betriebssicherheit TRBS 1201 „Prüfung von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen“
→  TRBS 1203 „Befähigte Personen“.

2.17   Planung und Beschaffung

Es lohnt sich, das Thema Sicherheit und Gesundheit von Anfang an in allen betrieblichen Prozessen zu berücksichtigen. Wenn Sie schon bei der Planung von Arbeitsstätten und Anlagen sowie dem Einkauf von Arbeitsmitteln und Arbeitsstoffen an die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Beschäftigten denken, erspart Ihnen dies (teure) Nachbesserungen.

2.18   Fremdfirmen, Lieferanten

Auf Ihrem Betriebsgelände halten sich Fremdfirmen und Lieferanten auf? Hier können ebenfalls besondere Gefährdungen entstehen, da sie Ihre betrieblichen Arbeitsabläufe nicht kennen. Treffen Sie die erforderlichen Regelungen, z. B. Zugangsbeschränkungen oder Verkehrsregelungen, und sorgen Sie dafür, dass diese Personen die betrieblichen Arbeitsschutzregelungen Ihres Unternehmens kennen und beachten. Treffen Sie Absprachen zwischen Ihren eigenen Beschäftigten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Fremdfirma, damit die Tätigkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander sicher durchgeführt werden können.

2.19   Arbeitszeit

Das Arbeitszeitgesetz dient der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Gestaltung von Arbeitszeiten, insbesondere der Höchstarbeitszeiten, Pausen- und Ruhezeiten. Es schützt auch in besonderem Maße Sonn- und Feiertage als Tage der Arbeitsruhe. Arbeitszeiten sowie Ausnahmen hiervon werden außer im Arbeitszeitgesetz auch in den Ladenöffnungsgesetzen der Länder geregelt. Die Einhaltung des Gesetzes wird durch die nach Landesrecht zuständigen Aufsichtsbehörden überwacht.
Für weitere Informationen siehe
→  Ladenöffnungsgesetze der Länder.