3.3.1   Waschanlage, Wascheinrichtungen

Fahrzeugwaschanlagen, wie z. B. Waschstraßen oder Portalwaschanlagen, sind komplexe Maschinen, die für Personen gefahrbringende Bewegungen ausführen, sofern diese in den Bewegungsbereich bzw. Gefahrenbereich der Maschinen gelangen.
Gefahrstellen und passende sicherheitstechnische Maßnahmen
Eine Vielzahl an bewegten Teilen an Fahrzeugwaschanlagen führt zu einer Vielzahl an Gefahrenstellen z. B. Quetsch- und Scherstellen für Füße oder den Körper.
Zur Sicherung dieser Gefahrenstellen, beispielsweise zwischen kraftbetriebener Fahrzeugverschiebeeinrichtung und den Schienen des Waschportals oder zwischen dem Waschportal und dem Hallenboden, sind bereits in der Konstruktion der Waschanlage durch den Hersteller Lösungen vorzusehen. Zum Teil werden gefährliche Stellen durch minimale Abstände entschärft, durch Anbringen einer Verkleidung oder durch Abschrägungen.
Abb. 9 Halten Sie bis zu einer Höhe von 2 m über der jeweiligen Standfläche von Beschäftigten mindestens 0,5 m Sicherheitsabstand ein.

Halten Sie bis zu
einer Höhe von 2 m
über der jeweiligen
Standfläche
von Beschäftigten
mindestens 0,5 m
Sicherheitsabstand
ein.
Abb. 10 Selbsttätig wirkende Einrichtungen sind z. B. Schaltleisten, Schaltstangen, Seilzüge oder Lichtschranken.

Selbsttätig wirkende
Einrichtungen
sind z. B. Schaltleisten,
Schaltstangen,
Seilzüge oder
Lichtschranken.
Für Sie als Betreiber ist es wichtig, nur Waschanlagen, Waschstraßen oder von Hand verfahrbare Waschanlagen zu betreiben, die ein CE-Zeichen tragen, und für die der Hersteller die Konformität u. a. gegenüber DIN 24446 „Fahrzeugwaschanlagen“ erklärt hat.
Für weitere Informationen siehe
→  Kap. 3.3 „Anlagen und Arbeitsmittel in der Fahrzeugwäsche“
→  DIN 24446 „Fahrzeugwaschanlagen“.
Sicherheitsabstände zwischen beweglichen Portalwaschanlagenteilen und Einrichtungen der Waschhalle
Zwischen bewegten Teilen der Portalanlage, wie z. B. Bürsten- Schwenkarme oder zustellbare Seitendüsen, und festen Teilen der Umgebung, z. B. Wänden, Stützen und Geländern, dürfen keine Quetsch- und Scherstellen sein.
Dieser Sicherheitsabstand von 0,5 m gilt auch zwischen zwei Waschportalen für den Fall, dass diese unabhängig voneinander verfahren werden können.
In manchen Fällen verringern Einbauten, wie z. B. Waschbecken, Heißwasserbereiter oder Kabeltrassen an den Wänden, den notwendigen Sicherheitsabstand von 0,5 m. In diesen Fällen müssen Quetsch- und Scherstellen zwischen kraftbetriebenen Teilen der Portalanlage und festen Teilen der Umgebung durch besondere, selbsttätig wirkende Einrichtungen gesichert sein. Diese Einrichtungen müssen bei Berührung oder Auslösung durch eine Person die gesamte Anlage unverzüglich zum Stillstand bringen; Bei der Auswahl der Schutzeinrichtung ist ein eventuell vorhandener Anhalteweg zu berücksichtigen.
Not-Aus-Taster müssen bewusst betätigt werden und sind daher keine selbsttätig wirkenden Einrichtungen.
Zum Wiederanlauf der stillgesetzten Anlage ist ein bewusstes Betätigen eines hierfür vorgesehenen Schalters zwingend vorgeschrieben. Ein automatisches Wiederanlaufen der Anlage durch Entriegelung, Rückkehr oder Rückstellung der Sicherheitseinrichtungen in ihre Ausgangslage ist nicht zulässig.
Eine Funktionsprüfung dieser Sicherheitseinrichtung sollte arbeitstäglich durchgeführt werden, da sie vielen schädigenden Umgebungsbedingungen, wie Nässe und Waschchemie, ausgesetzt ist.