3.2.1   Betriebsgelände, Betriebshof, Ein- und Ausfahrten

Zum öffentlichen Verkehrsraum zählen alle Flächen – unabhängig von den Eigentumsverhältnissen – die der Allgemeinheit wegerechtlich (per Widmung) oder tatsächlich (faktisch) zu Verkehrszwecken offenstehen, so heißt es in der Straßenverkehrsordnung (StVO). Tatsächlich öffentlicher Verkehrsraum ist eine Verkehrsfläche im privaten oder öffentlichen Eigentum, d. h. zivilrechtlich als Privatgelände verstanden, die durch die Allgemeinheit mit ausdrücklicher oder stillschweigender Duldung des Verfügungsberechtigten tatsächlich benutzt wird (praktisch privatrechtliche Widmung), dies gilt z. B. für Fahrzeugwaschanlagen.
Weisen Sie daher auf Ihrem Betriebsgelände mit Schildern auf die Gültigkeit der StVO hin und weisen Sie eine maximale Geschwindigkeit, z. B. Schrittgeschwindigkeit, aus. Möglich sind auch Bodenwellen oder Schranken zur Reduzierung der Geschwindigkeit. Sprechen Sie die Nutzung von Verkehrsschildern mit der zuständigen Verkehrsbehörde ab.
Auch die Einfahrt für Fahrzeuge zu beschränken, die über einem maximal zulässigen Gesamtgewicht liegen, ist sinnvoll in Hinblick auf die Tragfähigkeit des Bodens und der Vermeidung möglicher Beschädigungen oder Entstehung von Bodenunebenheiten durch zu schwere Fahrzeuge.
Durch unübersichtliche Verkehrsführung mit Kreuzung von Fahrspuren und Fußwegen kann es zu gefährlichen Situationen oder Zusammenstößen von Personen und Fahrzeugen kommen. Beachten Sie daher die Grundregeln für Verkehrswege:
  • Führen Sie Fuß- und Fahrwege möglichst geradlinig. Besonders empfehlenswert ist eine geradlinige Einfahrt zur Waschhalle, um Rangieren zu vermeiden. Orientieren Sie sich an den Regelungen der StVO.
  • Gestalten Sie das Betriebsgelände übersichtlich und halten Sie die Wege frei. Positionieren Sie z. B. Schilder so, dass sie die Sicht nicht behindern. Platzieren Sie Spiegel an schlecht einsehbaren Einmündungen oder Kreuzungen.
  • Kennzeichnen Sie Fuß- und Fahrwege, z. B. mit Schildern, Bodenpfeilen, Seiten- oder Haltelinien.
Die notwendige Breite der Fahrspuren richtet sich nach der größten vorkommenden Fahrzeugbreite. Beschränken Sie daher je nach gewählten Verkehrswegbreiten die Zufahrt zum Betriebsgelände über Schilder oder seitliche Kunststoffpoller auf die entsprechenden Fahrzeuge.
Abb. 8 ASR A1.8 Verkehrswege enthält Anforderungen an Verkehrswege. Berechnungsgrundlage hier: Fahrzeug mit 2,40 max. Breite.

 Verkehrswege
enthält Anforderungen
an
Verkehrswege.
Berechnungsgrundlage
hier:
Fahrzeug mit 2,40
max. Breite.
Rahmenbedingungen für Verkehrswege:
Bei kombiniertem Fahrzeug- und Fußgängerverkehr im selben Verkehrsraum muss der Randzuschlag auf je 0,75 m erhöht werden.
Breite von Fußwegen
bei bis zu 5 Personen im Einzugsgebiet0,875 m
bei bis zu 20 Personen im Einzugsgebiet1,00 m
Um die Gefahr für die Beschäftigten angefahren zu werden zu reduzieren, grenzen Sie Arbeitsbereiche, z. B. den Kassenarbeitsplatz, mit einem Sicherheitsabstand von mind. 1 m zur Fahrbahn ab. Sinnvoll sind auch stabile Sicherungspfosten, Leitplanken oder optische Signale, wie z. B. Ampeln.
Für weitere Informationen siehe
→  Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.8 „Verkehrswege“.