3.1.1   Vorwaschplatz und Waschhalle

Vorwäsche und maschinelle Wäsche können sowohl in einer Halle als auch im Freien stattfinden. Häufig sind Kombinationen aus Vorwäsche im Freien und einer Waschhalle für die maschinelle Wäsche (Waschportal oder Waschstraße) anzutreffen.
(Vor-)Waschplätze im Freien
Ihre Beschäftigten sind ggf. mehrere Stunden arbeitstäglich unter freiem Himmel tätig. Beachten Sie die Gefährdungen durch unterschiedliche Witterungsbedingungen (Hitze, Kälte bzw. Nässe): eine Beschäftigung im Freien kann bzgl. natürlicher UV-Strahlung zu Hautschädigungen und -krebs führen. Die sommerliche Hitze birgt weitere Gesundheitsgefahren wie z. B. erhöhten Flüssigkeitsverlust. Vermindern Sie die Gefährdungen z. B. indem Sie für Sonnenschutz an den Arbeitsplätzen sorgen.
Ist ein baulicher Witterungsschutz nicht möglich, beachten Sie die organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen in Kap. 4.1.1 „Einweisen der Fahrzeuge“.
(Vor-)Waschhallen
Auch bei überdachten (Vor-)Waschhallen können durch Nässe, Radführungen oder Abläufe Rutsch- und Stolpergefährdungen für Beschäftigte sowie Kundinnen und Kunden entstehen. Beachten Sie die folgenden Hinweise zur sicheren Gestaltung des Fußbodens:
  • Nach Technischer Regel für Arbeitsstätten ASR A1.5/1,2 „Fußböden“ haben Fußböden für den Bereich der Fahrzeugwäsche die Anforderungen der Rutschhemmungsklasse R 11 und den Verdrängungsraum V4 zu erfüllen.
  • Bodenfahrschienen bei PKW-Portalwaschanlagen dürfen max. 40 mm hoch sein, bei Nutzfahrzeug-Waschanlagen sind max. 80 mm zulässig.
  • Die Wahrnehmbarkeit von Einrichtungen, die nicht planeben realisierbar sind, z. B. Radführungen oder Unterbodenwaschanlagen, muss durch entsprechende Umfeldbedingungen verbessert werden. Das sind insbesondere Beleuchtung der Waschhalle und farbliche Kennzeichnung.
  • Mit Ringleitungen in der Waschhalle, z. B. um den Hochdruckreiniger anzuschließen, können Sie Stolpergefahren minimieren.
  • Gestalten Sie Abläufe und Ablaufrinnen so, dass sie leicht zu reinigen sind und Stolperstellen vermieden sind. Bereits ab Höhenunterschieden von 4 mm und mehr spricht man von einer Stolperstelle. Eine mögliche Lösung ist z. B. die Abdeckung mit Gitterrosten.
  • Achten Sie bei der Verlegung von Gitterrosten darauf, dass diese nicht verrutschen können und die Tragfähigkeit bei eventuellem Befahren mit Fahrzeugen gegeben ist. Zur sicheren Begehbarkeit wird die Verlegung profilierter Gitterroste empfohlen.
Das Material des Fußbodens sollte eine ausreichende Widerstandsfähigkeit gegenüber dem gewählten Reinigungsverfahren, z. B. Nutzung eines Hochdruckreinigers, und Reinigungsmitteln besitzen.
Geschlossene Waschhallentore können Beschäftigte vor Witterungsbedingungen und Zugluft schützen, allerdings kann sich gleichzeitig Sprühnebel leichter sammeln und die Arbeitsbedingungen erschweren; dies gilt es gegeneinander abzuwägen. Die Einbauformen von Hallentoren sind vielfältig.
  • Achten Sie darauf, dass Quetsch- und Scherstellen zwischen dem Torflügel und seiner Umgebung, aber auch zwischen den einzelnen Segmenten des Flügels gesichert sind.
Abb. 4 Portalwaschanlage mit farblicher Kennzeichnung der Radführungen

Portalwaschanlage mit
farblicher Kennzeichnung
der Radführungen
Abb. 5 Notbetätigung an einem Waschhallentor
 Notbetätigung an einem Waschhallentor
  • Senkrecht öffnende Tore, wie z. B. Roll- oder Sektionaltore, müssen mit einer Fangvorrichtung ausgestattet sein, die verhindert, dass der Torflügel abstürzt. Bei kraftbetriebenen Toren muss auch das Schlaffwerden von Tragmitteln, z. B. Seile oder Gurte, verhindert oder abgesichert sein, um unkontrollierte Bewegungen des Flügels zu verhindern.
  • Sorgen Sie bei Einbau kraftbetriebener Tore dafür, dass die Betätigung vom Fußboden aus oder einem anderen sicheren Bedienort möglich ist, dies gilt auch für die Not-Betätigung. Auf keinen Fall darf der Bedienstandort in Verkehrswegen liegen.
  • Personen dürfen bei Stromausfall nicht eingeschlossen werden. Dies ist verhindert, wenn z. B. eine Notbetätigung, Schlupftüren im Torflügel oder ein zusätzlicher Ausgang vorhanden ist.
  • Zudem müssen kraftbetriebene Tore mind. einmal jährlich durch eine sachkundige Person geprüft werden.
Für weitere Informationen siehe
→  Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.7 „Türen und Tore“
→  DGUV Information 208-022 „Türen und Tore“.
Vollflächige Glastüren oder -wände können schlecht wahrgenommen werden. Kennzeichnen Sie durchsichtige Wände oder Türen im Bereich von Arbeitsplätzen oder Verkehrswegen deutlich auf Augenhöhe, damit sich Ihre Kundinnen und Kunden oder Beschäftigten nicht verletzen.
Glastüren oder -wände müssen bruchsicher ausgeführt sein. Hierzu eignet sich Sicherheitsglas, z. B. Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas (VSG).
Für weitere Informationen siehe
→  DGUV Information 208-014 „Glastüren, Glaswände“.