3   Arbeitsplätze, Verkehrswege und Arbeitsmittel

Zur Arbeitsstätte gehören nicht nur die Waschhalle, sondern auch weitere Bereiche, wie Technikräume, Büro, Lager oder Verkehrswege. Wichtige und grundlegende Regelungen zu Bau und Betrieb von Arbeitsstätten enthalten die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR). Hierzu gehören z. B.
  • ASR A3.4 „Beleuchtung“: z. B. vorzugsweise Tageslicht statt ausschließlich künstlicher Beleuchtung, blendfreie Beleuchtung, tätigkeitsbezogene Beleuchtung anhand konkreter Anforderungstabellen
  • ASR A3.5 „Raumtemperatur“: z. B. Mindest-Temperaturwerte in Abhängigkeit der Arbeitsschwere
  • ASR A3.6 „Lüftung“: z. B. Vermeiden von Zugluft, Informationen über Raumlufttechnische Anlagen
  • ASR A3.7 „Lärm“: z. B. Maßnahmen zum Lärmschutz
  • ASR A4.2 „Pausen- und Bereitschaftsräume“: z. B. an die Beschäftigtenzahl angepasste Raumgröße
Schon bei der Neuplanung oder auch bei Umbaumaßnahmen sollten Sie Gesichtspunkte für ein sicheres Arbeiten und für die Gesunderhaltung der Beschäftigten bedenken.
Für weitere Informationen siehe
→  Bauordnungen der Länder.

3.1   Arbeitsplätze

Ob Vorwäscher oder Bürokraft; an verschiedenen Arbeitsplätzen innerhalb der Fahrzeugwaschanlage halten sich Beschäftigte im Rahmen ihrer Arbeit auf und gehen ihren jeweiligen Tätigkeiten nach. Achten Sie allgemein darauf, dass alle Arbeitsplätze gut zugänglich angelegt sind und sicher betreten und verlassen werden können.
Achten Sie bei der Einrichtung von Arbeitsplätzen auch auf gegenseitige Beeinflussung: Der Sprühnebel der Hochdruckvorwäsche sollte nicht direkt ins Büro oder zum Aufenthaltsbereich der Kollegin bzw. des Kollegen ziehen, der Kompressor mit seiner Lärmemission sollte nicht direkt neben dem Arbeitsplatz der Vorwäsche aufgestellt sein.
Abb. 3 Gegen Kälte und Regen ist eine Überdachung empfehlenswert.
 Gegen Kälte und Regen ist eine Überdachung
empfehlenswert.

3.1.1   Vorwaschplatz und Waschhalle

Vorwäsche und maschinelle Wäsche können sowohl in einer Halle als auch im Freien stattfinden. Häufig sind Kombinationen aus Vorwäsche im Freien und einer Waschhalle für die maschinelle Wäsche (Waschportal oder Waschstraße) anzutreffen.
(Vor-)Waschplätze im Freien
Ihre Beschäftigten sind ggf. mehrere Stunden arbeitstäglich unter freiem Himmel tätig. Beachten Sie die Gefährdungen durch unterschiedliche Witterungsbedingungen (Hitze, Kälte bzw. Nässe): eine Beschäftigung im Freien kann bzgl. natürlicher UV-Strahlung zu Hautschädigungen und -krebs führen. Die sommerliche Hitze birgt weitere Gesundheitsgefahren wie z. B. erhöhten Flüssigkeitsverlust. Vermindern Sie die Gefährdungen z. B. indem Sie für Sonnenschutz an den Arbeitsplätzen sorgen.
Ist ein baulicher Witterungsschutz nicht möglich, beachten Sie die organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen in Kap. 4.1.1 „Einweisen der Fahrzeuge“.
(Vor-)Waschhallen
Auch bei überdachten (Vor-)Waschhallen können durch Nässe, Radführungen oder Abläufe Rutsch- und Stolpergefährdungen für Beschäftigte sowie Kundinnen und Kunden entstehen. Beachten Sie die folgenden Hinweise zur sicheren Gestaltung des Fußbodens:
  • Nach Technischer Regel für Arbeitsstätten ASR A1.5/1,2 „Fußböden“ haben Fußböden für den Bereich der Fahrzeugwäsche die Anforderungen der Rutschhemmungsklasse R 11 und den Verdrängungsraum V4 zu erfüllen.
  • Bodenfahrschienen bei PKW-Portalwaschanlagen dürfen max. 40 mm hoch sein, bei Nutzfahrzeug-Waschanlagen sind max. 80 mm zulässig.
  • Die Wahrnehmbarkeit von Einrichtungen, die nicht planeben realisierbar sind, z. B. Radführungen oder Unterbodenwaschanlagen, muss durch entsprechende Umfeldbedingungen verbessert werden. Das sind insbesondere Beleuchtung der Waschhalle und farbliche Kennzeichnung.
  • Mit Ringleitungen in der Waschhalle, z. B. um den Hochdruckreiniger anzuschließen, können Sie Stolpergefahren minimieren.
  • Gestalten Sie Abläufe und Ablaufrinnen so, dass sie leicht zu reinigen sind und Stolperstellen vermieden sind. Bereits ab Höhenunterschieden von 4 mm und mehr spricht man von einer Stolperstelle. Eine mögliche Lösung ist z. B. die Abdeckung mit Gitterrosten.
  • Achten Sie bei der Verlegung von Gitterrosten darauf, dass diese nicht verrutschen können und die Tragfähigkeit bei eventuellem Befahren mit Fahrzeugen gegeben ist. Zur sicheren Begehbarkeit wird die Verlegung profilierter Gitterroste empfohlen.
Das Material des Fußbodens sollte eine ausreichende Widerstandsfähigkeit gegenüber dem gewählten Reinigungsverfahren, z. B. Nutzung eines Hochdruckreinigers, und Reinigungsmitteln besitzen.
Geschlossene Waschhallentore können Beschäftigte vor Witterungsbedingungen und Zugluft schützen, allerdings kann sich gleichzeitig Sprühnebel leichter sammeln und die Arbeitsbedingungen erschweren; dies gilt es gegeneinander abzuwägen. Die Einbauformen von Hallentoren sind vielfältig.
  • Achten Sie darauf, dass Quetsch- und Scherstellen zwischen dem Torflügel und seiner Umgebung, aber auch zwischen den einzelnen Segmenten des Flügels gesichert sind.
Abb. 4 Portalwaschanlage mit farblicher Kennzeichnung der Radführungen

Portalwaschanlage mit
farblicher Kennzeichnung
der Radführungen
Abb. 5 Notbetätigung an einem Waschhallentor
 Notbetätigung an einem Waschhallentor
  • Senkrecht öffnende Tore, wie z. B. Roll- oder Sektionaltore, müssen mit einer Fangvorrichtung ausgestattet sein, die verhindert, dass der Torflügel abstürzt. Bei kraftbetriebenen Toren muss auch das Schlaffwerden von Tragmitteln, z. B. Seile oder Gurte, verhindert oder abgesichert sein, um unkontrollierte Bewegungen des Flügels zu verhindern.
  • Sorgen Sie bei Einbau kraftbetriebener Tore dafür, dass die Betätigung vom Fußboden aus oder einem anderen sicheren Bedienort möglich ist, dies gilt auch für die Not-Betätigung. Auf keinen Fall darf der Bedienstandort in Verkehrswegen liegen.
  • Personen dürfen bei Stromausfall nicht eingeschlossen werden. Dies ist verhindert, wenn z. B. eine Notbetätigung, Schlupftüren im Torflügel oder ein zusätzlicher Ausgang vorhanden ist.
  • Zudem müssen kraftbetriebene Tore mind. einmal jährlich durch eine sachkundige Person geprüft werden.
Für weitere Informationen siehe
→  Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.7 „Türen und Tore“
→  DGUV Information 208-022 „Türen und Tore“.
Vollflächige Glastüren oder -wände können schlecht wahrgenommen werden. Kennzeichnen Sie durchsichtige Wände oder Türen im Bereich von Arbeitsplätzen oder Verkehrswegen deutlich auf Augenhöhe, damit sich Ihre Kundinnen und Kunden oder Beschäftigten nicht verletzen.
Glastüren oder -wände müssen bruchsicher ausgeführt sein. Hierzu eignet sich Sicherheitsglas, z. B. Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas (VSG).
Für weitere Informationen siehe
→  DGUV Information 208-014 „Glastüren, Glaswände“.

3.1.2   Büro

Sollen Schreib- bzw. Bürotätigkeiten verrichtet werden, ist ein entsprechender Büroarbeitsplatz einzurichten. Ausreichend Tageslicht sowie genügend Fläche für Schreibtisch und Bürodrehstuhl sind wichtige Gestaltungsanforderungen an Büroräume.
Für weitere Informationen siehe
→  Regel für Arbeitsstätten ASR A1.2 „Raumabmessungen und Bewegungsflächen“
→  DGUV Information 215-410 „Bildschirm- und Büroarbeitsplätze“.
Bei der Nutzung des Büros als Kassenbüro mit Tätigkeiten wie z. B. Bearbeitung von Bargeld, sollte die Tür von außen mit einem Knauf versehen sein oder abschließbar sein; außerdem kann ein eingebauter Türspion die Sicherheit erhöhen. Sinnvoll ist die Ausführung der Tür zum Kassenbüro als selbstschließende Tür. Während der Geldbearbeitung ist der Einblick von außen z. B. mit Jalousien zu verhindern (siehe auch Kap. 4.7.2 „Umgang mit Zahlungsmitteln, Verhalten bei Raubüberfall“).
Für weitere Informationen siehe
→  DGUV Regel 108-001 „Umgang mit Zahlungsmitteln in Verkaufsstellen“.
Abb. 6 Zu den Nebenräumen bei Fahrzeugwaschanlagen zählen z. B. Lager für Waschchemie und Technik- bzw. Kompressorraum.
 Zu den Nebenräumen bei Fahrzeugwaschanlagen
zählen z. B. Lager für Waschchemie und Technik- bzw.
Kompressorraum.
Abb. 7 Lagern Sie die Gefahrstoffe so, dass eventuell auftretende Leckagen schnell erkannt werden können und ausgetretene Chemie leicht aufgefangen und beseitigt werden kann.
 Lagern Sie die Gefahrstoffe so, dass eventuell auftretende
Leckagen schnell erkannt werden
können und
ausgetretene Chemie leicht aufgefangen und beseitigt
werden kann.

3.1.3   Pausen- und Sanitärräume

Stellen Sie allen Beschäftigten Toiletten und Beschäftigten, die Waschtätigkeiten ausführen, insbesondere bei schmutzenden, nassbelasteten Tätigkeiten, Waschräume bzw. Waschgelegenheiten zur Verfügung. Dabei sollte eine getrennte Aufbewahrung von Arbeitskleidung und Privatkleidung ermöglicht werden.
Steht Ihren Beschäftigten nach Arbeitszeitgesetz eine Pause zu, sind Sie verpflichtet einen Pausenraum oder Pausenbereich einzurichten.
Für weitere Informationen siehe
→  Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A4.2 „Pausen- und Bereitschaftsräume“
→  Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A4.1 „Sanitärräume“.

3.1.4   Nebenräume

Gefahren bei der Lagerung von Gefahrstoffen entstehen vor allem bei falscher Lagerung sowie bei Freisetzung infolge von Havarien oder defekten Behältnissen. Dabei kann es zu Gesundheitsschäden durch einzelne Gefahrstoffe kommen oder zu einer erhöhten Brandgefahr.
Lagern Sie Gefahrstoffe, z. B. Waschchemie, geschützt vor dem Zugriff Unbefugter und geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung. Nutzen Sie möglichst Originalbehälter oder -verpackungen.
Hinweise für den Umgang mit der Waschchemie enthält Kap. 4.2 „Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“.
Für weitere Informationen siehe
→  Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 510 „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“.
Geräte, die Lärm erzeugen, wie z. B. Kompressoren oder Hochdruckpumpen, sollten aus Gründen des Lärmschutzes in separaten Räumen mit dicht schließender Tür untergebracht werden.
Die Vibrationen, die von Maschinen, wie der Hochdruckpumpe, ausgehen, können über Rohrleitungen auf Gebäudeteile, wie z. B. Stahlträger oder Metalldächer, übertragen und zum Mitschwingen angeregt werden (Resonanzschwingung). Diese mögliche Lärmquelle sollte konstruktiv vermieden werden.
Halten Sie Zugänge zu wichtigen technischen Einrichtungen, wie z. B. dem Sicherungskasten, immer frei.

3.2   Verkehrswege

Beschädigte oder fehlende Fliesen in der Waschhalle, Reinigungsmittelreste auf dem Boden oder Fahrschienen der Waschportale: die Ursachen für Stolper- und Rutschgefährdungen sind vielfältig. Halten Sie daher sämtliche Verkehrswege sauber und entfernen Sie Verunreinigungen umgehend. Beheben Sie Bodenunebenheiten oder Beschädigungen an Fußböden. Besonders Ein- und Ausfahrten der Waschhalle sind anfällig für Wasser- bzw. Frostschäden.

3.2.1   Betriebsgelände, Betriebshof, Ein- und Ausfahrten

Zum öffentlichen Verkehrsraum zählen alle Flächen – unabhängig von den Eigentumsverhältnissen – die der Allgemeinheit wegerechtlich (per Widmung) oder tatsächlich (faktisch) zu Verkehrszwecken offenstehen, so heißt es in der Straßenverkehrsordnung (StVO). Tatsächlich öffentlicher Verkehrsraum ist eine Verkehrsfläche im privaten oder öffentlichen Eigentum, d. h. zivilrechtlich als Privatgelände verstanden, die durch die Allgemeinheit mit ausdrücklicher oder stillschweigender Duldung des Verfügungsberechtigten tatsächlich benutzt wird (praktisch privatrechtliche Widmung), dies gilt z. B. für Fahrzeugwaschanlagen.
Weisen Sie daher auf Ihrem Betriebsgelände mit Schildern auf die Gültigkeit der StVO hin und weisen Sie eine maximale Geschwindigkeit, z. B. Schrittgeschwindigkeit, aus. Möglich sind auch Bodenwellen oder Schranken zur Reduzierung der Geschwindigkeit. Sprechen Sie die Nutzung von Verkehrsschildern mit der zuständigen Verkehrsbehörde ab.
Auch die Einfahrt für Fahrzeuge zu beschränken, die über einem maximal zulässigen Gesamtgewicht liegen, ist sinnvoll in Hinblick auf die Tragfähigkeit des Bodens und der Vermeidung möglicher Beschädigungen oder Entstehung von Bodenunebenheiten durch zu schwere Fahrzeuge.
Durch unübersichtliche Verkehrsführung mit Kreuzung von Fahrspuren und Fußwegen kann es zu gefährlichen Situationen oder Zusammenstößen von Personen und Fahrzeugen kommen. Beachten Sie daher die Grundregeln für Verkehrswege:
  • Führen Sie Fuß- und Fahrwege möglichst geradlinig. Besonders empfehlenswert ist eine geradlinige Einfahrt zur Waschhalle, um Rangieren zu vermeiden. Orientieren Sie sich an den Regelungen der StVO.
  • Gestalten Sie das Betriebsgelände übersichtlich und halten Sie die Wege frei. Positionieren Sie z. B. Schilder so, dass sie die Sicht nicht behindern. Platzieren Sie Spiegel an schlecht einsehbaren Einmündungen oder Kreuzungen.
  • Kennzeichnen Sie Fuß- und Fahrwege, z. B. mit Schildern, Bodenpfeilen, Seiten- oder Haltelinien.
Die notwendige Breite der Fahrspuren richtet sich nach der größten vorkommenden Fahrzeugbreite. Beschränken Sie daher je nach gewählten Verkehrswegbreiten die Zufahrt zum Betriebsgelände über Schilder oder seitliche Kunststoffpoller auf die entsprechenden Fahrzeuge.
Abb. 8 ASR A1.8 Verkehrswege enthält Anforderungen an Verkehrswege. Berechnungsgrundlage hier: Fahrzeug mit 2,40 max. Breite.

 Verkehrswege
enthält Anforderungen
an
Verkehrswege.
Berechnungsgrundlage
hier:
Fahrzeug mit 2,40
max. Breite.
Rahmenbedingungen für Verkehrswege:
Bei kombiniertem Fahrzeug- und Fußgängerverkehr im selben Verkehrsraum muss der Randzuschlag auf je 0,75 m erhöht werden.
Breite von Fußwegen
bei bis zu 5 Personen im Einzugsgebiet0,875 m
bei bis zu 20 Personen im Einzugsgebiet1,00 m
Um die Gefahr für die Beschäftigten angefahren zu werden zu reduzieren, grenzen Sie Arbeitsbereiche, z. B. den Kassenarbeitsplatz, mit einem Sicherheitsabstand von mind. 1 m zur Fahrbahn ab. Sinnvoll sind auch stabile Sicherungspfosten, Leitplanken oder optische Signale, wie z. B. Ampeln.
Für weitere Informationen siehe
→  Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.8 „Verkehrswege“.

3.2.2   Flucht- und Rettungswege

Freie Flucht- und Rettungswege dienen dem sicheren Verlassen des Arbeitsplatzes im Falle eines Brandes oder anderen Notfalls. In Bereichen mit Kundenverkehr müssen auch betriebsfremde Personen im Ernstfall zügig den Bereich verlassen können. Für sichere Fluchtwege gilt u. a.:
  • Fluchtwege müssen deutlich erkennbar und dauerhaft gekennzeichnet sein.
  • Fluchtwege müssen ständig freigehalten werden.
  • Notausgangstüren dürfen von außen nicht verstellt oder zugeparkt werden, hier können z. B. Abstandsbügel für Fahrzeuge eingesetzt werden.
  • Notausgänge müssen sich leicht und ohne besondere Hilfsmittel öffnen lassen. Notbetätigungen, wie in Abb. 5 dargestellt, sind im Verlauf von Fluchtwegen nicht geeignet.
Für weitere Informationen siehe
→  Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“.

3.3   Anlagen und Arbeitsmittel in der Fahrzeugwäsche

Achten Sie bei der Beschaffung einer Fahrzeugwaschanlage oder einer anderen Maschine darauf, dass der Hersteller mittels EG-Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung bescheinigt, dass die Maschine die grundlegenden Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz erfüllt.
Jeder Maschine muss eine Betriebsanleitung in der Sprache des Landes, in dem die Maschine in Betrieb genommen wird, beigefügt sein. Achten Sie darauf, dass Ihnen bei Auslieferung alle diese Dokumente zur Verfügung gestellt werden.
Ausrufungszeichen
UNSER TIPP
Bei der Anschaffung empfiehlt es sich, Arbeitsmittel oder speziell Maschinen zu kaufen, für die von einem unabhängigen Prüfinstitut das Prüfzeichen GS (Geprüfte Sicherheit) zuerkannt wurde. Solche Anlagen gelten bei bestimmungsgemäßer Verwendung als sicher.
Für weitere Informationen siehe
http://www.dguv.de, webcode: d5229
Für alle Arbeitsmittel generell, egal ob z. B. Waschanlage oder Leiter, muss vor der Anschaffung eine Gefährdungsbeurteilung nach Betriebssicherheitsverordnung erstellt werden. Beziehen Sie ggf. Fachleute im Betrieb mit ein. Für Sie als Unternehmerin oder Unternehmer bleibt grundsätzlich die Pflicht, für die sichere Verwendung von Arbeitsmitteln zu sorgen. Prüfen Sie ihren Aufstellungsort, z. B. die Waschhalle, ob dort ein sicheres Arbeiten durch genügend Freiraum und ausreichende Sicherheitsabstände zu Verkehrswegen und anderen Maschinen oder Arbeitsmitteln möglich ist. Der Steuerplatz der Anlage muss außerhalb des Spritzwasser- bzw. Fahrbereichs der Fahrzeugwaschanlage liegen.
Unterweisen Sie Ihre Beschäftigten, bevor Sie neue Arbeitsmittel in Betrieb nehmen (siehe Kap. 2.7 „Unterweisung“), z. B. an Hand Ihrer Betriebsanweisung für diese Maschine (siehe Kap. 2.9 „Betriebsanweisungen“).
Durch die Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme und im Weiteren durch die regelmäßigen Prüfungen auf betriebssicheren Zustand schaffen Sie beste Voraussetzungen für sicheres und unfallfreies Arbeiten (siehe Kap. 2.16 „Regelmäßige Prüfung der Arbeitsmittel“).
Durch Mitwirkung der Beschäftigten – etwa indem sie die Betriebsanleitungen beachten, die Unterweisungen befolgen, Schäden sofort melden und auch sonst ihrer Mitwirkungspflicht nachkommen – wird das Risiko einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit zu erleiden auf ein Minimum reduziert.

3.3.1   Waschanlage, Wascheinrichtungen

Fahrzeugwaschanlagen, wie z. B. Waschstraßen oder Portalwaschanlagen, sind komplexe Maschinen, die für Personen gefahrbringende Bewegungen ausführen, sofern diese in den Bewegungsbereich bzw. Gefahrenbereich der Maschinen gelangen.
Gefahrstellen und passende sicherheitstechnische Maßnahmen
Eine Vielzahl an bewegten Teilen an Fahrzeugwaschanlagen führt zu einer Vielzahl an Gefahrenstellen z. B. Quetsch- und Scherstellen für Füße oder den Körper.
Zur Sicherung dieser Gefahrenstellen, beispielsweise zwischen kraftbetriebener Fahrzeugverschiebeeinrichtung und den Schienen des Waschportals oder zwischen dem Waschportal und dem Hallenboden, sind bereits in der Konstruktion der Waschanlage durch den Hersteller Lösungen vorzusehen. Zum Teil werden gefährliche Stellen durch minimale Abstände entschärft, durch Anbringen einer Verkleidung oder durch Abschrägungen.
Abb. 9 Halten Sie bis zu einer Höhe von 2 m über der jeweiligen Standfläche von Beschäftigten mindestens 0,5 m Sicherheitsabstand ein.

Halten Sie bis zu
einer Höhe von 2 m
über der jeweiligen
Standfläche
von Beschäftigten
mindestens 0,5 m
Sicherheitsabstand
ein.
Abb. 10 Selbsttätig wirkende Einrichtungen sind z. B. Schaltleisten, Schaltstangen, Seilzüge oder Lichtschranken.

Selbsttätig wirkende
Einrichtungen
sind z. B. Schaltleisten,
Schaltstangen,
Seilzüge oder
Lichtschranken.
Für Sie als Betreiber ist es wichtig, nur Waschanlagen, Waschstraßen oder von Hand verfahrbare Waschanlagen zu betreiben, die ein CE-Zeichen tragen, und für die der Hersteller die Konformität u. a. gegenüber DIN 24446 „Fahrzeugwaschanlagen“ erklärt hat.
Für weitere Informationen siehe
→  Kap. 3.3 „Anlagen und Arbeitsmittel in der Fahrzeugwäsche“
→  DIN 24446 „Fahrzeugwaschanlagen“.
Sicherheitsabstände zwischen beweglichen Portalwaschanlagenteilen und Einrichtungen der Waschhalle
Zwischen bewegten Teilen der Portalanlage, wie z. B. Bürsten- Schwenkarme oder zustellbare Seitendüsen, und festen Teilen der Umgebung, z. B. Wänden, Stützen und Geländern, dürfen keine Quetsch- und Scherstellen sein.
Dieser Sicherheitsabstand von 0,5 m gilt auch zwischen zwei Waschportalen für den Fall, dass diese unabhängig voneinander verfahren werden können.
In manchen Fällen verringern Einbauten, wie z. B. Waschbecken, Heißwasserbereiter oder Kabeltrassen an den Wänden, den notwendigen Sicherheitsabstand von 0,5 m. In diesen Fällen müssen Quetsch- und Scherstellen zwischen kraftbetriebenen Teilen der Portalanlage und festen Teilen der Umgebung durch besondere, selbsttätig wirkende Einrichtungen gesichert sein. Diese Einrichtungen müssen bei Berührung oder Auslösung durch eine Person die gesamte Anlage unverzüglich zum Stillstand bringen; Bei der Auswahl der Schutzeinrichtung ist ein eventuell vorhandener Anhalteweg zu berücksichtigen.
Not-Aus-Taster müssen bewusst betätigt werden und sind daher keine selbsttätig wirkenden Einrichtungen.
Zum Wiederanlauf der stillgesetzten Anlage ist ein bewusstes Betätigen eines hierfür vorgesehenen Schalters zwingend vorgeschrieben. Ein automatisches Wiederanlaufen der Anlage durch Entriegelung, Rückkehr oder Rückstellung der Sicherheitseinrichtungen in ihre Ausgangslage ist nicht zulässig.
Eine Funktionsprüfung dieser Sicherheitseinrichtung sollte arbeitstäglich durchgeführt werden, da sie vielen schädigenden Umgebungsbedingungen, wie Nässe und Waschchemie, ausgesetzt ist.

3.3.2   Kettenförderer, Plattenbandförderer

Schwere Verletzungen entstehen immer wieder, wenn Arme oder Beine in die Fördereinrichtung der Fahrzeuge oder die Mitnehmerrollen eingezogen werden.
Kettenförderer
Dabei ist zu beachten, dass mindestens einmal täglich – vor Betriebsbeginn – kontrolliert wird, ob die Abweiser vor allen Mitnehmerrollen vorhanden sind und beschädigte sofort ausgewechselt, gelockerte sofort wieder befestigt werden.
Aus- und Einlauföffnungen für die Mitnehmerrollen sind üblicherweise durch Bodenklappen gesichert. Das ordnungsgemäße Öffnen und Schließen dieser Klappen, sollte arbeitstäglich kontrolliert werden, da diese Schutzeinrichtung schnell verschmutzen und unwirksam werden kann.
Abb. 11 An den Mitnehmerrollen von Fahrzeug-Fördereinrichtungen treten in Fahrtrichtung Einzugsstellen auf, diese sind z. B. durch Abweiser vor den Mitnehmerrollen zu sichern.

An den Mitnehmerrollen von Fahrzeug-Fördereinrichtungen treten in Fahrtrichtung
Einzugsstellen auf, diese sind z. B. durch
Abweiser vor den Mitnehmerrollen zu sichern.
Abb. 12 Abdeckungen an Aus- und Einlauföffnungen haben Schutzfunktion, und dürfen daher nicht verändert, festgesetzt oder manipuliert werden.

Abdeckungen an Aus- und Einlauföffnungen haben
Schutzfunktion, und dürfen daher nicht verändert,
festgesetzt oder manipuliert werden.
Plattenbandförderer
Bei Plattenbandförderern besteht die Gefahr, dass z. B. Füße gequetscht werden, wenn das Spaltmaß an der Eintauchstelle des Mitnehmerkamms zwischen Förderband und Abdeckplatte nicht den Vorgaben des Herstellers entspricht. Das Spaltmaß ist deshalb stets nachzustellen.
Abb. 13 Mitnehmer und Einlaufstelle eines Plattenbandförderers
 Mitnehmer und Einlaufstelle eines
Plattenbandförderers

3.3.3   Flüssigkeitsstrahler (Hochdruckreiniger)

Hochdruckreiniger kommen handgeführt an vielen Fahrzeugwaschanlagen zum Einsatz. Für Hochdruckreiniger mit Betriebsdrücken ab 25 bar (2,5 MPa), ab einem Druckförderprodukt von 10 000 und mehr oder bei Flüssigkeiten, die mit mehr als 50 °C zur Anwendung kommen sollen, beschreibt DGUV Regel 100-500 und 100-501 „Betreiben von Arbeitsmitteln“ im Kap. 2.36 „Arbeiten mit Flüssigkeitsstrahlern“ Vorgaben zum sicheren Umgang mit diesen Geräten.
Unter anderem dürfen Hochdruckreiniger nur von Beschäftigten, die 18 Jahre oder älter sind, benutzt werden, es sei denn, sie haben das 16. Lebensjahr vollendet und benutzen den Hochdruckreiniger im Zuge Ihrer Ausbildung, d. h. unter Aufsicht.
Achten Sie bei der Wahl des Aufstellungsortes neben den ausreichenden Sicherheitsabständen zu Verkehrswegen und anderen Maschinen (siehe Kap. 3.3 „Anlagen und Arbeitsmittel in der Fahrzeugwäsche“) auf die möglichen Lärmemissionen von Hochdruckreinigern und stellen Sie diese in ausreichendem Abstand zu den Arbeitsplätzen auf.
Bei ölbefeuerten Hochdruckreinigern werden Dieselmotoremissionen freigesetzt. Diese sind ins Freie zu führen oder der Hochdruckreiniger ist im Freien aufzustellen.
Hochdruckreiniger sind vor der Inbetriebnahme auf Schäden an Druckleitungen oder der Sprühlanze zu kontrollieren. Schäden und Undichtigkeiten sind zu beseitigen. Bei allen Wartungs- und Reparaturarbeiten ist das Gerät auszuschalten und drucklos zu machen.
Weitere Hinweise zur manuellen Wäsche mit dem Hochdruckreiniger enthält Kap. 4.1.2 „Vorwäsche und manuelle Wäsche mit dem Hochdruckreiniger“.
Für weitere Informationen siehe
→  DGUV Regel 100-500 und 100-501 „Betreiben von Arbeitsmitteln“, Abschnitt 2.36 „Arbeiten mit Flüssigkeitsstrahlern“.

3.3.4   Elektrische Anlagen

Trag- oder fahrbare Hochdruckreiniger fallen unter die mobilen elektrischen Betriebsmittel und sind regelmäßig auf elektrische Sicherheit zu prüfen. Bei der Ermittlung der Prüffristen gemäß DGUV Vorschrift 3 und 4 sind mobile Werkzeuge als ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel einzustufen. Je nach Beanspruchung sind die Prüfzyklen anzupassen. Dokumentieren Sie die Prüfungen. Achten Sie darauf, dass die Betriebsmittel nicht zweckentfremdet eingesetzt werden. Die Herstellerangaben sind zu beachten, ggf. muss PSA getragen werden.
Wenn sich elektrische Anlagen im Bereich der Waschhalle oder der Waschplätze befinden, müssen diese zusätzlichen Schutz gegen Nässe aufweisen, z. B.
Für weitere Informationen siehe
→  DGUV Information 203-005 „Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach Einsatzbedingungen“.
Durch die Umgebungsbedingungen in der Fahrzeugwäsche, wie z. B. die hohe Luftfeuchtigkeit, ist es besonders wichtig, dass die Türen von Schaltschränken immer verschlossen gehalten werden.
Elektrische Zuleitungen dürfen nicht unter Zug stehen, über scharfe Kanten geführt werden oder, z. B. an Türen, gequetscht werden.
Tätigkeiten BeispieleElektro-
technischer Laie
Elektrotechnisch unterwiesene Person (unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft)Elektrofachkraft
LeuchtmittelwechselXXX
Prüfen des Fehlerstromschutzschalters (FI) mit PrüftasteXXX
Wechseln von Sicherungen XX
Durchführung von Prüfungen an ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln nach DGUV Vorschrift 3 und 4 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ (bisher BGV A3 und GUV-V A3) X
(in Unterstützung der Elektro­fach­kraft und unter Verwendung geeigneter Prüf­ge­räte, z. B. mit Ja/Nein-­Aussage)
X
Planen, Errichten, Ändern und Instandsetzen von elektrischen Anlagen  X
Verwenden Sie keine defekten oder beschädigten Leitungen und Steckvorrichtungen, sondern entziehen Sie diese sofort der weiteren Benutzung um Sie instand setzen zu lassen oder zu entsorgen.
Beauftragen Sie Fachfirmen, wenn Ihnen im Unternehmen keine Beschäftigten mit den erforderlichen Fachkenntnissen zur Verfügung stehen.
Bei Arbeiten an Maschinen oder Anlagen sind die Angaben des Herstellers zu beachten. Eine Einweisung der Errichterfirma hat zu erfolgen, um einen gefahrlosen Umgang zu ermöglichen.
Abb. 14 Arbeiten an elektrischen Anlagen sind Elektrofachkräften vorbehalten
 Arbeiten an elektrischen Anlagen sind
Elektrofachkräften vorbehalten

3.3.5   Aufstiege, Leitern

Sollen hohe Fahrzeuge gewaschen werden oder sind Montage-, Reparatur- oder Wartungsarbeiten an hochgelegenen Teilen der Waschanlage notwendig, müssen Sie Ihren Beschäftigten geeignete Aufstiege zur Verfügung stellen, z. B. Podeste, (Roll-)Gerüste, Podestleitern. Diese sind gegenüber Steh- oder Anlegeleitern bevorzugt zu verwenden.
Arbeiten auf Leitern sind nur bis zu einer Standhöhe von 2 m zulässig oder bis zu einer Standhöhe von 5 m, sofern die Arbeiten nur zeitweilig, d. h. bis maximal 2 Std. Dauer ausgeführt werden.
Dabei dürfen Arbeiten auf Leitern nur ausgeführt werden, wenn man mit beiden Beinen auf einer Stufe oder Plattform steht; für Sprossenleitern ist die Nutzung von sogenannten Einhängepodesten erlaubt. Von tragbaren Sprossenleitern aus darf nur in besonders begründeten Einzelfällen gearbeitet werden, z. B. bei Arbeiten in engen Schächten. Diese besondere Begründung ist von Ihnen als Unternehmerin oder Unternehmer in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren.
Dient die Leiter lediglich als Verkehrsweg, um z. B. auf ein Rollgerüst zu gelangen, darf die Sprossenleiter weiterhin eingesetzt werden.
Abb. 15 Beispiel für ein Einhängepodest an einer Sprossenleiter
 Beispiel für ein Einhängepodest
an einer Sprossenleiter
Bei der Verwendung von Leitern ist besonders zu beachten, dass sie für nasse Böden geeignet sein müssen. Das Auftreten von gleitfördernden Stoffen am Boden, wie z. B. Reiniger oder Seifenlösungen, kann die Nutzung von Aufstiegen, insbesondere von Anlegeleitern, sehr gefährlich machen, da diese nur sehr schwer standsicher aufgestellt werden können. Nutzen Sie daher Anlegeleitern nur, wenn der Boden trocken und frei von Reinigerrückständen ist. Eine Einhakvorrichtung für Anlegeleitern erhöht die Standsicherheit.
Für weitere Informationen siehe
→  TRBS 2121 Teil 2 „Gefährdung von Beschäftigten bei der Verwendung von Leitern“
→  DGUV Information 208-016 „Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten“.