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DGUV Information

Sicherheit von kraftbetätigten Karusselltüren

DGUV Information 208-026
Stand: März 2019

kommmitmensch ist die bundesweite Kampagne der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland. Sie will Unternehmen und Bildungseinrichtungen dabei unterstützen, eine Präventionskultur zu entwickeln, in der Sicherheit und Gesundheit Grundlage allen Handelns sind. Weitere Informationen unter www.kommmitmensch.de

Vorbemerkung

Karusselltüren werden im Allgemeinen als Außentüren eingesetzt. Sie schützen das Gebäudeinnere vor Zugluft, Lärm und Schmutz. Zusätzlich reduzieren sie den Wärmeaustausch zwischen dem Innen- und Außenbereich des Gebäudes.
Im Innen- und Außenbereich werden Karusselltüren auch als Zugangskontrolle und zur Personenvereinzelung eingesetzt.
Karusselltüren bestehen im Wesentlichen aus Trommelwand und Drehkreuz. Das Drehkreuz rotiert mit seinen Türflügeln um eine vertikale Mittelachse. Es wird hand- oder kraftbetätigt angetrieben. Durch die bewegten Kammern können Personen die Tür passieren. In dieser Information werden kraftbetätigte Türen behandelt.

1   Anwendungsbereich

Diese Information beschäftigt sich ausschließlich mit kraftbetätigten Karusselltüren, deren Bewegung automatisch oder manuell eingeleitet werden kann. Im Anschluss finden Sie die Bedingungen für deren sicheren Betrieb.
Neben den Sicherheitsanforderungen enthält sie Informationen, die Betreiber bei der Planung, im Austausch mit Fachleuten und im Betrieb unterstützen sollen.

2   Begriffsbestimmungen

Break-Out ist ein System, durch das Tür- und Torflügel und Seitenteile manuell in Fluchtrichtung aufgedrückt werden können.
Flügel sind diejenigen beweglichen Bauteile, die die Türöffnung freigeben oder verschließen.
Grundposition oder Grundstellung ist die Position, in der die Flügel nach einer Passage anhalten.
Kraftbetätigte Türen liegen vor, wenn die für das Öffnen oder Schließen der Flügel erforderliche Energie vollständig oder teilweise von Kraftmaschinen zugeführt wird.
Nachlaufweg ist der Weg, den der kraftbetätigte Flügel nach Einleitung des Stoppvorganges bis zum Stillstand zurücklegt.
Mit der NOT-HALT-Einrichtung kann im Fall einer Gefährdung die Flügelbewegung bewusst zum Stillstand gebracht werden.
Schließkanten an Karusselltüren (siehe Abbildung 1) sind:
  • Hauptschließkante ist jede Schließkante eines Flügels, deren Abstand von der parallelen Gegenschließkante oder Gegenfläche die Öffnungsweite bestimmt.
  • Gegenschließkante ist jede Schließkante, die einer Haupt- oder Nebenschließkante des Flügels gegenüberliegt.
  • Nebenschließkante ist jede andere Schließkante des Flügels, die nicht Haupt- oder Gegenschließkante ist.
Abb. 1 Schließkanten an Karusselltüren
 Schließkanten an Karusselltüren
Sensor ist ein elektrisches Bauteil, das in der Lage ist, berührungslos oder durch Berührung Personen und/oder Gegenstände zu erkennen.
Schutzeinrichtungen sind Einrichtungen zum Schutz vor Gefährdungen, z. B. der Quetschgefährdung an Schließkanten:
  • trennende Schutzeinrichtungen, wie z. B. Abdeckungen
  • druckempfindliche Schutzeinrichtungen, wie z. B. Kontaktleisten oder -matten, die von den Türsteuerungen auf zuverlässige Funktion überwacht werden. Alternativ werden diese Schutzeinrichtungen auch wie folgt bezeichnet: Schaltleisten oder -matten, Sicherheitsleisten, aus dem Englischen kommt die Abkürzung PSPE (Pressure Sensitive Protective Equipment)
  • berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen (BWS), wie z. B. Lichtschranken oder Aktiv-Infrarot-Systeme, die von den Türsteuerungen auf zuverlässige Funktion zyklisch überprüft werden. Aus dem Englischen: ESPE (Electro Sensitive Protective Equipment)
Die Steuerung einer Karusselltür ist eine Kombination von Bauteilen, welche die automatische Aktivierung des Antriebs bewirkt, die Bewegung regelt und diese überwacht.
Ein Taster gegen Einschließen bietet die Möglichkeit, eine Bewegung der Karusselltür zu initiieren, um ein Verlassen des Türbereichs bzw. der Kammern in jedem Fall zu gewährleisten.

3   Allgemeine Anforderungen

Der Hersteller einer Karusselltür muss folgende Dokumente mitliefern:
  • EG-Konformitätserklärung
  • Leistungserklärung (nach Harmonisierung der Produktnorm EN 16361 „Kraftbetätigte Türen – Produktnorm, Leistungseigenschaften – Türsysteme, mit Ausnahme von Drehflügeltüren, ohne Eigenschaften bezüglich Feuerschutz und Rauchdichtheit“)
  • Bedienungs- und Wartungsanleitung (mit Angaben zu austauschbaren (Verschleiß-)Teilen)
  • Prüfbuch
Die Tür muss mit einem Typenschild und CE-Kennzeichnung versehen sein.
Als Mindestanforderungen an die Informationen auf einem Typenschild gelten:
  • die Bezeichnung der Maschine
  • der Firmenname und die vollständige Anschrift des Herstellers oder ggf. dessen Bevollmächtigten in der Europäischen Gemeinschaft
  • die CE-Kennzeichnung
  • die Bezeichnung der Baureihe oder des Typs, ggf. die Seriennummer
  • das Baujahr
Die Kennzeichnung muss sichtbar, lesbar und dauerhaft angebracht sein.
Die Einzelheiten müssen auch in den mitgelieferten Begleitdokumenten enthalten sein.
Darüber hinaus ist in Arbeitsstätten vom Betreiber eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, die insbesondere die spezifischen Anforderungen vor Ort berücksichtigt (siehe DGUV Information 208-022). Einige Hersteller bieten für diese Gefährdungsbeurteilung Hilfsmittel an.

4   Planung und Auswahl

4.1   Bauarten

Karusselltüren gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Bauarten. Gängig sind zwei-, drei- und vierflügelige Türen (siehe Tabelle 1).
Drei- und vierflügelige Türen können mit besonderer Ausstattung auch für den Einsatz im Fluchtweg geeignet sein.
Tabelle 1 Bauarten von Karusselltüren
 DraufsichtNachtverschluss
2-flügelig
3-flügelig
4-flügelig
Sonderlösungen 

4.2   Betriebsarten

Vollautomatisch
In der Betriebsart „Vollautomatisch“ startet die Tür nach Aktivierung eines Sensors selbsttätig die Bewegung und hält nach einer einstellbaren Anzahl an Drehungen wieder in einer Grundposition an.
Eine weitere Variante dieser Betriebsart besteht darin, dass sich die Tür permanent mit geringer Drehzahl dreht und diese erhöht wird, sobald sich eine Person der Tür nähert. Nach einer einstellbaren Anzahl an Drehungen bremst die Tür wieder ab und dreht permanent mit geringer Drehzahl weiter.
Halbautomatisch
In der Betriebsart „Halbautomatisch“ werden im Wesentlichen zwei Varianten unterschieden:
a.
Push & Go: Die Tür wird durch manuelles Anschieben aktiviert und dreht sich selbsttätig bis in die Grundposition weiter.
b.
Positionierautomat: Die Tür wird durch manuelles Schieben bewegt. Wird die Tür nicht mehr manuell bewegt, positioniert sie sich selbsttätig in die Grundposition. Oft sind diese Antriebe Niedrigenergieantriebe.
Niedrigenergieantriebe
Diese Antriebe zeichnen sich durch geringe Kräfte (≤ 67 N) und niedrige Bewegungsenergie des Drehkreuzes (1,69 J) aus, so dass sie in der Regel nicht zusätzlich abgesichert werden müssen. Die Eignung von Niedrigenergieantrieben für besonders schutzbedürftige Personen muss im Einzelfall geprüft werden.
Sommerstellung
Manche Türen besitzen eine „Sommerstellung“. Dabei wird das Drehkreuz in eine bestimmte Position gefahren, in der sich z. B. durch Auffahren einer eingebauten Schiebetür oder durch Aufklappen von Türflügeln ein größerer Durchgang erzielen lässt. Dies ist ideal beim Transport von sperrigen Gegenständen oder Gepäck sowie bei Warenlieferungen.
Langsam-Fahrt
Die Drehgeschwindigkeit wird auf eine für mobilitätseingeschränkte Personen angemessene Geschwindigkeit reduziert. Jede nutzende Person kann dies mittels eines speziell gekennzeichneten Tasters (z.  B. Rollstuhl- oder Kinderwagen-Symbol) an den Tür-Zugangsbereichen auslösen. Nach einer einstellbaren Anzahl von Drehungen hält die Tür in einer Grundposition an und fährt danach wieder in Normalgeschwindigkeit.
Zugangskontrolle
Zugangskontrollsysteme dienen der Beschränkung des Zugangs auf berechtigte Personen. Dies kann z. B. durch Kartensysteme, Codeschlösser oder Fingerprints erfolgen.
Nachdem die Tür durch ein solches Zugangskontrollsystem aktiviert wurde, bewegt sie sich in der eingestellten Betriebsart.

4.3   Lage, Verkehrswege

Bei Karusselltüren ist besonders darauf zu achten, dass die Flächen vor den Ein- und Austrittsbereichen ausreichend groß bemessen und frei zugänglich sind. Dadurch wird ein gleichmäßiger Personendurchgang ermöglicht und ein Stocken der Anlage vermieden. Ebenso sollten die zu erwarteten Verkehrsströme im Umgebungsbereich berücksichtigt werden. Querverkehr ist möglichst zu vermeiden.

4.4   Beschaffenheit des Fußbodens

Innerhalb von Karusselltüren wird der Fußboden ständig von den Türflügeln überstrichen. Deshalb ist besonderes Augenmerk auf die Eigenschaften und Ausführung zu legen. Folgende Punkte sind besonders zu beachten:
  • Der Fußboden muss waagerecht und eben sein.
  • Lamellenweiten, Florhöhe, elektrostatische Aufladung und Haltbarkeit beim Einsatz von Reinstreifermatten. Unebenheiten und Spalte dürfen nicht höher bzw. breiter als 4 mm sein.
  • Reflektierende Böden können die Funktion optischer Sensoren beeinträchtigen. Einfluss auf den Reflexionsgrad haben z. B. Reinigung, Witterungsänderung, Sonneneinstrahlung und Schattenbildung.

4.5   Kennzeichnung der Glasflächen

An Karusselltüren ist zu beachten, dass nicht nur die Flügel, sondern auch die Trommel und ggf. die Nachtverschlüsse gekennzeichnet werden. Näheres siehe DGUV Information 208-022 „Türen und Tore“, Kapitel 5 (7).

4.6   Beleuchtung

Sofern die normale Umgebungsbeleuchtung nicht ausreicht, um die Sicherheit der Nutzenden zu gewährleisten, ist eine geeignete integrale Beleuchtung (min. 50 lx) im Innenbereich von Karusselltüren vorzusehen.

4.7   Vorhersehbare Nutzung

Je nach Nutzung des Gebäudes können sich bestimmte Anforderungen an die Bauart, die vom Hersteller angebotenen Betriebsarten, die Schutzeinrichtungen oder an sonstige Konstruktionsmerkmale der Karusselltüren ergeben. Hierzu zählen z. B. die Nutzung:
  • durch Personen mit Gepäck (ausreichende Kammergröße/Eintrittsgröße)
  • durch unbeaufsichtigte Kinder (komplett berührungslose Absicherung, Verzicht auf Konstruktionen in der Tür und deren Umgebung, die zum Spielen und Mitfahren einladen)
  • durch Menschen mit Einschränkungen (komplett berührungslose Absicherung, häufig in Krankenhäusern, Altenheimen, ...)
  • durch Personen mit Haustieren
  • als Personendurchgang mit Vereinzelung oder Zugangskontrolle

4.8   Barrierefreiheit

Karusselltüren sind kein barrierefreier Zugang und daher als einziger Zugang ungeeignet.

4.9   Vermeidung des Einschließens von Personen

Damit Personen nicht eingeschlossen werden, müssen Möglichkeiten zur Befreiung vorgesehen sein:
  • bei Stromausfall
  • bei Betriebsstörungen der Tür
  • nach Betätigung des „Not-Halt“
  • wenn Personen die Kammern nicht wie vorgesehen verlassen haben
Je nach Ausführung des Türsystems können unterschiedliche Lösungen vorgesehen sein. Zum Beispiel:
  • manuelles Drehen des Drehkreuzes (Kraft ≤ 220 N)
  • Abklappen des Flügels (Break-Out-System, Kraft ≤ 220 N)
  • Auslösen einer Bewegung mit einem Taster innerhalb der Kammern gegen Einschließen

4.10   Anforderungen an Karusselltüren im Verlauf von Fluchtwegen

Ist die Karusselltür für den Fluchtweg vorgesehen, ist dies bei der Planung zu berücksichtigen, und es sind entsprechend geeignete Türen auszuwählen.
In Fluchtwegen und an Notausgängen sind nur Türen mit Break-Out-Funktion zulässig.
Die Türflügel müssen mit einer Maximalkraft von 220 N ausgerastet/abgeklappt und danach mit max. 150 N in die Panikstellung bewegt werden können.
Karusselltüren, welche nur mit Motorkraft in die geöffnete Position gebracht werden können, sind nicht geeignet.
Abb. 2 Not-Halt-Schalter mit Entriegelungsfunktion für die Türflügel – langnachleuchtend oder hinterleuchtet ausgeführt
 Not-Halt-Schalter mit Entriegelungsfunktion für die Türflügel – langnachleuchtend oder hinterleuchtet ausgeführt
In Notausgängen, die ausschließlich für den Notfall konzipiert sind und benutzt werden, sind Karusselltüren nicht zulässig (Arbeitsstättenverordnung, Anhang 2.3 Fluchtwege und Notausgänge). Um solche Notausgänge handelt es sich, wenn diese im Normalbetrieb nicht als „üblicher“ Verkehrsweg verwendet werden.
Zum Schutz vor ungewolltem Aufklappen (Windstöße oder Luftdruckunterschiede) können die Türflügel mit zusätzlichen Verriegelungen ausgestattet sein.
Eine solche zusätzliche Verriegelung (z. T. als „Sturmverriegelung“ bezeichnet) muss bei Stromausfall und durch Betätigen des Not-Halt-Schalters zuverlässig entriegelt werden.
Der in der Funktion solchermaßen erweiterte Not-Halt-Schalter muss wie gewohnt gelb-rot ausgeführt sein. Zusätzlich ist zu kennzeichnen, dass der Schalter auch die Flügel entriegelt, um diese in die Fluchtstellung klappen zu können. Dazu wird empfohlen, in unmittelbarer Nähe des Schalters das Rettungszeichen „Notausgang“ (siehe ASR A1.3, Zeichen E001 bzw. E002) anzubringen. Die Kennzeichnung muss langnachleuchtend oder hinterleuchtet sein (siehe Abbildung 2). Da eine automatische Entriegelung gegenüber der manuellen Entriegelung eine höhere Sicherheit bietet, soll, wenn eine Brand- oder sonstige Gefahrenmeldeanlage vorhanden ist, deren Ansprechen die Tür automatisch entriegeln.
In Bereichen, in denen sich nicht unterwiesene Personen aufhalten, muss entweder
  • die Meldeanlage Umfang und Zuverlässigkeit aufweisen, die gewährleisten, dass im Brand- oder Gefahrenfall die Türflügel rechtzeitig und automatisch entriegelt werden oder
  • in Sichtweite der Karusselltür zusätzlich eine Stelle ständig besetzt sein, von der aus im Notfall die Verriegelung aufgehoben werden kann.

5   Gefahrstellen an Karusselltüren

Tabelle 2 An Karusselltüren bestehen funktionsbedingt Gefahrstellen mit den daraus resultierenden folgenden mechanischen Gefährdungen:
GefahrstelleGefährdungAbbildung
AHauptschließkante/Gegenschließ­kante *1)
  • Einziehen von Händen, Armen, Füßen, Beinen, dem Körper von kleinen Kindern
  • Quetschen von Kopf, Rumpf, Händen, Armen, Füßen, Beinen
  • Scheren von Händen, Armen, Füßen, Beinen
AHauptschließkante/Gegenschließ­kante *2)
  • Quetschen von Kopf, Rumpf, Händen, Armen, Füßen, Beinen
  • Scheren von Händen, Armen, Füßen, Beinen
BHauptschließkante/Innenwand *3)
  • Quetschen von Händen, Füßen
  • Scheren von Händen, Füßen
CNebenschließkante/Fußboden *3)
  • Quetschen von Händen, Füßen
  • Scheren von Händen, Füßen
DNebenschließkante/Decke *3)
  • Quetschen von Händen
  • Scheren von Händen
eTürflügelfläche *3)
  • Anstoßen durch den Türflügel
fDurchtrittsegmente *3)
  • Einsperren in den Durchtritt- oder Sperrsegmenten
gSicht, unzureichende Beleuchtung *3)
  • Stolpern, Hinfallen
 
Quelle: Gefahrstellen A-D nach EN 16005 Anhang H, durch Fachverband Türautomation (FTA) ergänzt um e–g.
Fußnote *1)
Bei 2-flügeligen Karusselltüren treten an der Gefahrstelle A Einzug-Gefahren auf, welche besondere Maßnahmen erforderlich machen.
Fußnote *2)
Gefahrstelle bei 3- und 4-flügeligen Karusselltüren identisch
Fußnote *3)
Gefahrstelle bei 2-, 3- und 4-flügeligen Karusselltüren identisch

6   Beispiele von Schutzeinrichtungen an Karusselltüren

Zur Sicherung der Gefahrstellen sind kraftbetätigte Karusselltüren mit Schutzeinrichtungen ausgestattet. Diese können berührungslos, druckempfindlich oder eine Kombination von beidem sein.
Nachfolgend sind die heute gebräuchlichsten Absicherungen dargestellt, gleichwohl können andere Lösungen geeignet sein.
Abb. 3 Absicherung der Haupt- und Gegenschließkante
 Absicherung der Haupt- und Gegenschließkante
Durch Sensoren, die beim Eintreten von Personen die Flügelbewegung stoppen bzw. verlangsamen. Der Erfassungsbereich muss bis in Bodennähe reichen.
Sicherung von Haupt- und Gegenschließkante erfolgt in der Regel zusätzlich durch Kontaktleisten, die über die gesamte Türhöhe an den Schließkanten angebracht sind.
Abb. 4 Absicherung des Türflügels gegen Anstoßen und Einziehen
 Absicherung des Türflügels gegen Anstoßen und Einziehen
Sicherung am Türflügel gegen Anstoßen und Einziehen. Dies kann durch berührungslos wirkende Sensoren (Bild oben, Erfassungsbereich in rot dargestellt), welche einen Langsamlauf oder Stopp initiieren und/oder Kontaktleisten (Ausschnitt unten)/Lichtschranken im fußbodennahen Bereich des Flügels, die einen Stopp auslösen, erfolgen.
Abb. 5 Taster für Langsamlauf und Not-Halt-Einrichtung
 Taster für Langsamlauf und Not-Halt-Einrichtung
Mittels Langsamlauftaster (hier im Beispiel blau) kann die Umlaufgeschwindigkeit der Tür verringert werden, damit z. B. mobilitätseingeschränkte Personen und Personen mit Kinder- oder Einkaufswagen sicher passieren können.
Nach Betätigung des Not-Halt muss die Tür zum Stillstand kommen.
Eine Not-Halt-Einrichtung muss sich gut sichtbar auf beiden Seiten und jeweils in unmittelbarer Nähe der Tür befinden. Die Norm DIN EN 16005 fordert wegen der Gefahr des Missbrauchs keinen Not-Halt an der Außenseite. Dies muss durch Gefährdungsbeurteilung geprüft werden.
© Peter Tropf

7   Betrieb

7.1   Inbetriebnahme/Unterweisung der Beschäftigten

Um einen störungsfreien Betrieb der Karusselltür zu gewährleisten, ist es notwendig, alle Beschäftigten zu schulen, die im laufenden Betrieb in die Situation kommen können, eingreifen zu müssen (z. B. wegen einer Störung oder einer Fehlanwendung durch die nutzenden Personen).
Diese Personen sollten im Vorhinein festgelegt werden. Bei der Auswahl der Personen sollten folgende Fragestellungen berücksichtigt werden:
  • Wer hat Schließdienst bei Beginn und Ende des Geschäftsbetriebes?
  • Wer ist am Morgen oder am Abend allein und für die Tür verantwortlich?
  • Wer arbeitet in der Nähe der Tür?
  • Wer ist für Ordnung, Sauberkeit und Dekoration im Türbereich zuständig? (Aschenbecher, Werbung, Reinigung, Blumen,…)
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rezeption, des Sicherheitspersonals und der (Haus-)Technik sollten hierbei mindestens einbezogen werden, im Einzelhandel ggf. auch das Kassenpersonal. Die Einweisung sollte u. a. folgende Inhalte vermitteln:
  • Bedienung der Türanlage
  • Anordnung und Funktion von Schutzeinrichtungen
  • erste Maßnahmen bei Fehlfunktion oder ausgelösten Schutzeinrichtungen (Befreiung eingeschlossener Personen, Wiederinbetriebnahme)
  • einfache Störungsbeseitigung
  • Verhalten bei Ausfall der Energieversorgung
  • Öffnen von zusätzlichen Durchgängen oder Betriebsart „Sommerstellung“ bei zu hohem Personenaufkommen
  • mögliche Fehlbenutzung (z. B. durch ungeduldiges Drücken am Flügel oder Blockieren der Tür)
  • Situationen, die ein sicheres Stillsetzen und die Außerbetriebnahme der Karusselltür erfordern
  • Anlässe für Reinigungsarbeiten und das dazu gehörige Vorgehen
  • Umgebungseinflüsse
Hinweis: Zu den Umgebungseinflüssen, die den Betrieb der Karusselltür stören können, gehören z. B.: Laub- und Schneeansammlungen, Starkregen, Nebel, Kondensation/hohe Luftfeuchtigkeit, ungünstige Lichtverhältnisse, Sturm/Windlasten, aber auch Probleme durch Werbeaufsteller, Aschenbecher, Zigarettenrauch, Papierkörbe und Pflanzkübel im Bereich der Schutzeinrichtungen (Sensoren).
Eine Unterweisung zur bestimmungsgemäßen Nutzung der Karusselltür sollte auch auf mögliche Restrisiken hinweisen.
Den Beschäftigten sollten entsprechende Anweisungen in schriftlicher Form zur Verfügung gestellt werden (Betriebsanweisung, Checklisten etc.).

7.2   Tägliche Sicht- und Funktionskontrolle

Bei der täglichen Inbetriebnahme sollten folgende einfache Kontrollen von den Beschäftigten vorgenommen werden:
Sichtkontrolle:
  • Schutzeinrichtungen (z. B. Sensoren, Kontaktleisten) nicht überdeckt
  • Glas, Profile, Sensoren und Kontaktleisten sowie Schalter auf Beschädigung prüfen
  • Sauberkeit (keine Gegenstände im Sensorbereich), Sauberlaufzonen und Entwässerung reinigen
  • Beschriftung und (Glas-)Kennzeichnung noch erkennbar (z. B. Hinweisschilder „Nicht schieben“, „Kinder an die Hand nehmen“, „Langsam-Fahrt nutzen“)
  • Beleuchtung voll funktionstüchtig
  • Vitrinen nicht überlastet
  • Break-Out in richtiger Position
  • keine Werbung, Dekorationen, Aschenbecher, Aktionswaren, Ausstellung von Spielwaren u. Ä. im Türbereich, die die Aufmerksamkeit der nutzenden Person auf sich ziehen
Funktionskontrolle:
  • Taster für die Langsam-Fahrt
  • Programmschalterfunktionen
  • Not-Halt
  • Nachtverschluss
Die regelmäßigen Sicht- und Funktionskontrollen ersetzen nicht die jährlich durchzuführende Prüfung durch Sachkundige (siehe ASR A1.7 „Türen und Tore“, Kapitel 10).

8   Wartung und Instandsetzung

Eine regelmäßige Wartung nach den Vorgaben des Herstellers ist von einer dafür ausgebildeten Person durchzuführen, um den sicheren Betrieb und die langfristige Zuverlässigkeit der Karusselltür zu gewährleisten. Erkannte sicherheitsrelevante Mängel sind fachgerecht zu beheben. Vor der Wiederinbetriebnahme ist ggf. eine Prüfung durchführen zu lassen.
Hinweis: Es liegt in der Sorgfaltspflicht des Betreibers sicherzustellen, dass eine mit Instandsetzungsarbeiten beauftrage Firma über entsprechend befähigtes Personal verfügt. Oft sind besondere Werkzeuge oder Software zur Einstellung erforderlich.
Einen Bestandschutz gibt es im Arbeitsschutzrecht nicht. Die Arbeitsstättenverordnung mit ihren Technischen Regeln stellt das aktuell geforderte Sicherheitsniveau dar. Ist an der Tür eine Gefährdung erkennbar, so müssen Maßnahmen ergriffen werden diese abzustellen, auch wenn die Tür den zum Einbauzeitpunkt geltenden Regelwerken entsprochen hat.
Gründe für das Nichterreichen des aktuellen Sicherheitsniveaus können sein:
  • Änderungen in Nutzung und/oder Umgebung
  • Verschleiß, Alterung
  • Regeländerung/geänderter Stand der Technik/veraltete Schutzeinrichtungen
Bekannt werden diese Mängel z. B.:
  • bei der regelmäßigen Prüfung vor Ort
  • durch Unfälle oder Beinahe-Unfälle an der Tür
  • durch Informationen des Herstellers und der Medien
Der Umfang der Nachrüstung und das Ergebnis der anschließenden Prüfung sind im Prüfbuch zu dokumentieren.

9   Prüfung

Die Prüfpflicht für Karusselltüren ist in der Arbeitsstättenregel ASR A1.7 „Türen und Tore“ verankert. Aus dieser Schrift ist zu entnehmen:
„Kraftbetätigte (Karussell-)Türen müssen nach den Vorgaben des Herstellers vor der ersten Inbetriebnahme, nach wesentlichen Änderungen sowie wiederkehrend sachgerecht auf ihren sicheren Zustand geprüft werden. Die wiederkehrende Prüfung sollte mindestens einmal jährlich erfolgen. Die Ergebnisse der sicherheitstechnischen Prüfung sind aufzuzeichnen und in der Arbeitsstätte aufzubewahren.“
Die in der ASR geforderte jährliche (d. h. alle 12 Monate durchzuführende) Prüfung geht von normaler Nutzung und Umgebungsbedingungen aus. Aufgrund von besonderen Umgebungsbedingungen (z. B. Witterung, aggressive Medien) oder intensiver Nutzung können sich kürzere Intervalle für die Prüfung und/oder Wartung ergeben. Der Betreiber sollte die Angaben des Herstellers bei seiner Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen.
Auch für nicht kraftbetätigte Türen ist eine solche Prüfung empfehlenswert.
Weiter heißt es in der ASR A1.7:
„Die sicherheitstechnische Prüfung von kraftbetätigten Karusselltüren darf nur durch Sachkundige durchgeführt werden, die die Funktionstüchtigkeit der Schutzeinrichtungen beurteilen und mit geeigneter Messtechnik, die z. B. den zeitlichen Kraftverlauf an Schließkanten nachweist, überprüfen können. Des Weiteren sind die länderspezifischen baurechtlichen Bestimmungen (z. B. Technische Prüfverordnung) zu beachten.“
Sachkundig ist, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung, Tätigkeit und Erfahrung sowie seiner Kenntnisse der für den Betrieb kraftbetätigter Türen und Tore einschlägigen Arbeitsschutzvorschriften, Arbeitsstättenregeln und allgemein anerkannter Regeln der Technik in der Lage ist, den arbeitssicheren Zustand von Türen und Toren zu beurteilen.
Wird die Kraftbegrenzung zur Absicherung der Tür eingesetzt, ist die Wirksamkeit im Rahmen der regelmäßigen Prüfung festzustellen (z. B. Schließkraftmessung, beschrieben in Abschnitt 10.2 der DGUV Information 208-022).
Hinweis: Es liegt in der Sorgfaltspflicht des Betreibers sicherzustellen, dass eine mit der Prüfung beauftrage Firma über entsprechend befähigtes Personal verfügt. Es sind besondere Prüf- und Messmittel erforderlich.
Die Ergebnisse der Prüfungen sind in einem Prüfbuch zu dokumentieren. Das Prüfbuch ist zusammen mit der Bedienungsanleitung und sonstigen technischen Dokumentationen am Betriebsort aufzubewahren und zur Einsicht bereit zu halten.

10  Literaturverzeichnis

Nachstehend sind die insbesondere zu beachtenden einschlägigen Vorschriften, Regeln und Informationen zusammengestellt.
10.1   Vorschriften, Regeln und Informationen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
Bezugsquelle:
Bei Ihrem zuständigen Unfallversicherungsträger und unter www.dguv.de/publikationen
DGUV Information 208-010 „Verschlüsse für Türen von Notausgängen“
DGUV Information 208-022 „Türen und Tore“
Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.7 „Türen und Tore“
10.2   Normen
Bezugsquelle:
Beuth-Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin
bzw. VDE-Verlag, Bismarckstraße 33, 10625 Berlin
DIN EN 16005: „Kraftbetätigte Türen – Nutzungssicherheit – Anforderungen und Prüfverfahren“, Ausgabe Deutsche Fassung EN 16005:2012

Anhang 1
Sicherheitsmängel an Karusselltüren – Beispiele unzureichender Absicherung

Prägnante Beispiele defekter oder manipulierter Absicherung werden nachfolgend dargestellt:
Abb. 6 Manipulation von Schutzeinrichtungen
Unwirksame Kontaktleiste durch nachträglich angebrachtes U-Eisen, das die Kontaktleiste im Bodenbereich überdeckt. Ein Fuß würde gequetscht, die Kontaktleiste ist unwirksam.
 Manipulation von Schutzeinrichtungen
Unwirksame Kontaktleiste durch nachträglich angebrachtes U-Eisen, das die Kontaktleiste im Bodenbereich überdeckt. Ein Fuß würde gequetscht, die Kontaktleiste ist unwirksam.
© Olaf Mewes; IFA
Abb. 7 Eingerissene Kontaktleiste
Durch Beschädigung kann Schmutz und Feuchtigkeit eindringen, was die sichere Funktion der Kontaktleiste beeinträchtigt.
 Eingerissene Kontaktleiste
Durch Beschädigung kann Schmutz und Feuchtigkeit eindringen, was die sichere Funktion der Kontaktleiste beeinträchtigt.
© Olaf Mewes; IFA
Abb. 8 Kontaktleiste ohne Wirkung
Durch den vorstehenden Rahmen des Nachtverschlusses wird die dahinter liegende Kontaktleiste unwirksam gemacht. Die Hauptschließkante des beweglichen Türflügels würde eine Person oder ein Körperteil gegen den Rahmen des Nachtverschlusses drücken, ohne dass die Kontaktleiste berührt und ausgelöst werden kann.
 Kontaktleiste ohne Wirkung
Durch den vorstehenden Rahmen des Nachtverschlusses wird die dahinter liegende Kontaktleiste unwirksam gemacht. Die Hauptschließkante
des beweglichen Türflügels würde eine Person oder ein Körperteil gegen den Rahmen des Nachtverschlusses drücken, ohne dass die Kontaktleiste berührt und ausgelöst werden kann.
© Olaf Mewes; IFA
Abb. 9 Defekte Kontaktleistenbefestigung
Die lose Befestigung der Kontaktleiste lässt ein präzises Schalten nicht zu. Ein Überfahren und Einziehen von Körperteilen unter den Türflügel ist möglich.
 Defekte Kontaktleistenbefestigung
Die lose Befestigung der Kontaktleiste lässt ein präzises Schalten nicht zu. Ein Überfahren und Einziehen von Körperteilen unter den Türflügel ist möglich.
© Olaf Mewes; IFA
Abb. 10 Mögliche Manipulation von Schutzeinrichtungen
Der Schaltkasten am Türflügel ermöglicht, dass Schutzeinrichtungen abgeschaltet werden können. Diese gefährliche Manipulationsmöglichkeit taucht dort auf, wo der Personendurchsatz zu Lasten der Sicherheit erhöht werden soll.
 Mögliche Manipulation von Schutzeinrichtungen
Der Schaltkasten am Türflügel ermöglicht, dass Schutzeinrichtungen abgeschaltet werden können. Diese gefährliche Manipulationsmöglichkeit taucht dort auf, wo der Personendurchsatz zu Lasten der Sicherheit erhöht werden soll.
© Olaf Mewes; IFA
Abb. 11 Dies ist kein Not-Halt!
Die Ausführung entspricht nicht den Anforderungen.
 Dies ist  Not-Halt!
Die Ausführung entspricht nicht den Anforderungen.
© Olaf Mewes; IFA

Anhang 2
Erfüllung der zusätzlichen Anforderungen an Karusselltüren aus EN 16005

Tabelle 3
Zusatz-Anforderung
(Nummerierung aus EN 16005)
Geforderte Maßnahme
4.7.1.1 UmfangsgeschwindigkeitØ < 3000 mm; vmax = 1000 mm/s
Ø < 3000 mm; vmax = 750 mm/s
4.7.1.2 Sicherheitsabstände für Fingerschutz
Mindestens 25 mm zwischen Türflügelvorderkante und Trommelwand.Schützt Finger und Hände gegen Scheren und Quetschen.
4.7.1.2 Bodenbeschaffenheit
maximale Bodenunebenheit 4 m
und
maximale Spaltbreite im Bodenbereich 4 mm breit.
4.7.1.3 bei schwenkbaren Türflügeln Break-Out-FunktionBei Auslenkung der Flügel > 15° wird der Antrieb gestoppt.
4.7.1.4 Not-HaltNach EN 16005: 1 x an der Zugangsstelle auf der Gebäudeinnenseite.
4.7.1.5 Ausreichende BeleuchtungUmgebungsbeleuchtung leuchtet den/die Durchtrittbereich(e) aus (min 50 lx, 1 m über OKFFB*)
Zusätzliche Beleuchtung integrieren (min. 50 lx, 1 m über OKFFB*)
4.7.1.6 Schutz gegen EinschließenTür muss mit max. 220 N aus Normalbetrieb oder Stromausfall bewegbar sein.
Türverriegelung durch Taste(n) im Durchtrittbereich aufheben.
*) OKFFB: Oberkante Fertigfußboden

Anhang 3
Gefahrstellen an Karusselltüren mit empfohlenen Schutzmaßnahmen

Tabelle 4 Absicherung der Gefahrstelle „A“ bei 2-flügeligen Karusselltüren
GefahrenartEmpfohlene Schutzmaßnahme
Einziehen/Anstoßen/
Scheren**) und Quetschen
a)druckempfindliche Kontaktleiste an der Hauptschließkante nach EN 16005, 4.6.8
und
druckempfindliche Kontaktleiste an der Gegenschließkante nach EN 16005, 4.6.8
und
Zusätzlich berührungslos wirkende, stationäre Schutzeinrichtungen vor der Gegenschließkante nach EN 16005, 4.6.8
und (bei Türdurchmesser > 3 m)
Zusätzlich berührungslos wirkende, mitfahrende Schutzeinrichtungen vor der Hauptschließkante nach EN 16005, 4.6.8
**) Scheren muss über den konstruktiv geforderten Abstand (> 25 mm) vermieden werden
Tabelle 5 Absicherung der Gefahrstelle „A“ bei 3- und 4-flügeligen Karusselltüren
GefahrenartEmpfohlene Schutzmaßnahme
Quetschena)druckempfindliche Kontaktleisten an den Hauptschließkanten nach EN 16005, 4.6.8 (Kräfte müssen eingehalten werden!)
oder
b)druckempfindliche Kontaktleisten an der Hauptschließkante nach EN 16005, 4.6.8 (Kräfte müssen eingehalten werden!)
und
druckempfindliche Kontaktleisten an der Gegenschließkante nach EN 16005, 4.6.8
oder
c)druckempfindliche Kontaktleisten an den Hauptschließkanten nach EN 16005, 4.6.8 (Kräfte müssen eingehalten werden!)
und
Zusätzlich berührungslos wirkende, stationäre Schutzeinrichtungen vor den Gegenschließkanten nach EN 16005, 4.6.8
Anstoßen/Quetschen/
Scheren**)
oder
d)druckempfindliche Kontaktleisten an den Hauptschließkanten nach EN 16005, 4.6.8
und
druckempfindliche Kontaktleisten an den Gegenschließkanten nach EN 16005, 4.6.8
und
Zusätzlich berührungslos wirkende, stationäre Schutzeinrichtungen vor den Gegenschließkanten nach EN 16005, 4.6.8
oder
e)Niedrigenergie nach EN 16005, 4.6.4 (Nur für leichte Türen ohne Windlast)
**) Scheren muss über den konstruktiv geforderten Abstand (> 25 mm) vermieden werden
Auswahl der Schutzmaßnahme a), e) bzw. der Maßnahmenbündel b) – d) ist von der Türmasse, dem Türdurchmesser, dem Bremsverhalten des Antriebs, dem Ansprechverhalten der Sensorik und von der Nutzung abhängig und muss vom Hersteller dimensioniert werden.
Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird bei der Inbetriebnahme überprüft.
Tabelle 6 Absicherung der Gefahrstelle „B“ Türflügel zur Trommelwand
GefahrenartEmpfohlene Schutzmaßnahme
Quetschen und Scheren**) von Händen und Füßena)druckempfindliche Kontaktleiste an der Hauptschließkante nach EN 16005, 4.6.8
oder
b)Mitfahrende, berührungslos wirkende Sensoren
oder
c)***)Niedrigenergie nach EN 16005, 4.6.4
**) Scheren muss über den konstruktiv geforderten Abstand (> 25 mm) vermieden werden
***) bei Windlast ungeeignet
***) nur für leichte Türen geeignet
Tabelle 6a Darstellung der Lösungen zu „B“ Türflügel zur Trommelwand
a) Kontaktleisteb) berührungslos wirkender Sensor
Tabelle 7 Absicherung Gefahrstelle „C“ Nebenschließkante Türflügel/Boden
GefahrenartEmpfohlene Schutzmaßnahme
Quetschen und Scheren von Händen und Füßen4*)a)Bodenabstand ≤ 8 mm
oder
b)Bodenabstand > 8 mm
und
druckempfindliche Kontaktleiste an der Nebenschließkante nach EN 16005, 4.6.8
4*) Scheren muss konstruktiv vermieden werden
Tabelle 7a Darstellung der Lösungen zu „C“ Nebenschließkante Türflügel/Boden
a)a)b)
a)
Sicherheitsabstand ≤ 8 mm und keine scharfen Kanten
a)
Abdeckung, Sicherheitsabstand ≤ 8 mm und keine scharfen Kanten
b)
Kontaktleiste
Tabelle 8 Absicherung Gefahrstelle „D“ Nebenschließkante Türflügel/Decke
GefahrenartEmpfohlene Schutzmaßnahme
Quetschen und Scheren von Händen
5*)
6*)
a)Abstand zur Decke ≤ 8 mm
und
Deckenöffnungen ≤ 8 mm
oder
b)Abstand zur Decke > 25 mm
und
Deckenöffnungen ≤ 8 mm
oder
c)Deckenöffnungen > 8 mm
und
Abstand zur Decke > 25 mm
und
Druckempfindliche Kontaktleiste an der Nebenschließkante nach EN 16005, 4.6.8
5*) In Bereichen mit unterwiesenen Nutzerinnen und Nutzern kann davon ausgegangen werden, dass keine unbewussten Berührungen der Decken durch die Türbenutzer/-innen auftreten. Dann ist keine weitere Absicherung nötig.
6*) Keine Maßnahme erforderlich, wenn Deckenhöhen > 2500 mm.
Tabelle 8a Darstellung der Lösungen zu „D“ Türflügel/Decke
Tabelle 9 Absicherung Gefahrstelle „E“ Anstoßen durch Türflügel
GefahrenartEmpfohlene Schutzmaßnahme
Anstoßena)Mitfahrende, berührungslos wirkende Schutzeinrichtung auf dem Türflügel
oder
b)Kontaktleiste an der Türflügelunterkante
oder
c)4*)
Niedrigenergie nach EN 16005, 4.6.4
4*) Scheren muss konstruktiv vermieden werden
Tabelle 9a Darstellung der Lösungen zu „C“ Nebenschließkante Türflügel/Boden
Grafik
a)b)
a)
Bei Türdurchmessern > 3000 mm zwingend erforderlich nach EN 16005 Anhang C.
Bei Türdurchmessern < 3000 mm werden die Türsegmente für diese Art der Absicherung in der Regel zu klein.
b)
Bei Türdurchmessern < 3000 mm ist eine Absicherung mit Kontaktleisten ausreichend.
Das Restrisiko durch ungeschütztes Anstoßen muss anlagenspezifisch angemessen berücksichtigt werden (z. B. Warnhinweis).