2   Arbeiten an Steh-Kassenarbeitsplätzen

2.1   Steharbeit

Neben dem Steh-Kassenarbeitsplatz wird an vielen Arbeitsplätzen im Handel überwiegend im Stehen gearbeitet, z. B. bei der Betreuung von Selbst-Scan-Kassen oder an Infotresen. Gestalten Sie gute Steharbeit für Ihre Beschäftigten, indem Sie u. a. die Anforderungen an Bewegungsfläche, Fußboden sowie Freiraum unter dem Steh-Kassentisch (siehe Kapitel 3 „Anforderungen an den Kassentisch“) einhalten. Auf diese Weise sollte es Ihren Beschäftigten möglich sein, verschiedene Stehpositionen einzunehmen.
Auch eine Fußstütze o. Ä., auf der abwechselnd ein Fuß abgestellt werden kann, kann entlastend wirken (siehe Kapitel 5.6 „Sonstige Arbeitsmittel an der Kasse“). Ihre Beschäftigten sollten flaches, bequemes Schuhwerk tragen.
blaues Dreieck über blauem Balken
Für weitere Informationen siehe
  • Veröffentlichung des Länder­ausschus­ses für Arbeitsschutz und Sicherheits­technik (LASI) LV 50 „Bewegungs­ergono­mische Gestaltung von andauernder Steharbeit“.

2.2   Arbeitsorganisation

Organisieren Sie die Arbeit am Steh-Kassenarbeitsplatz so, dass einseitigen Belastungen vorgebeugt wird:
  • Vermeiden Sie andauernde Steharbeit. Die Arbeit sollte wechselnde Anteile sitzender, stehender und gehender Tätigkeit umfassen.
  • Vermeiden Sie reine Scan-Tätigkeit, d. h. stark repetitive Tätigkeit, aufgrund der damit verbundenen Belastungen für die oberen Extremitäten (Arme und Hände).
  • Vermeiden Sie ausschließliche Kassiertätigkeit im Sinne der psychischen Belastungen um vorzeitige Ermüdung und Arbeitsfehler zu vermeiden.
Dies ist z. B. möglich durch Abwechslung mit anderen Tätigkeiten oder durch Pausen.

2.3   Psychische Belastungen bei der Arbeit an der Kasse

Jede Art von Arbeit geht mit psychischer Belastung einher. Dabei ist die psychische Belastung zunächst neutral zu verstehen. Der Arbeitsplatz Kasse muss darauf analysiert werden, ob eine mangelhafte Gestaltung der Arbeitsbedingungen vorliegt, aus der sich Gefährdungen ergeben können. Anschließend gilt es, Maßnahmen abzuleiten, die oftmals keinen hohen Aufwand erfordern, aber große Wirkung bei den Beschäftigten haben, z. B.:
Gefährdung
Beispielhafte Maßnahme(n)
Schwierige Kundinnen und Kunden
Qualifizierung der Beschäftigten zu Deeskalationstechniken, Konflikt­lösungsstrategien und Gesprächs­führung, Möglichkeiten zur Mischarbeit schaffen, Handlungs- und Entschei­dungsspielräume für die Beschäftigten schaffen
traumatische Ereignisse (z. B. Gefahr eines Raubüberfalls)
Erschwernisse durch Lärm, hohe Umfeldgeräuschpegel, laute Musik, ungünstige klimatische Bedingungen