5   Arbeitsmittel am Kassentisch

Alle Geräte, die Sie an der Kasse nutzen, müssen regelmäßig kontrolliert und je nach Arbeitsmittel geprüft werden. Hinweise zu Instandhaltungsmaßnahmen der Arbeitsmittel (Inspektion, Wartung, Instandsetzung) finden Sie in den Dokumenten des Herstellers, z. B. in der Betriebsanleitung oder in einem Produktdatenblatt.
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Für weitere Informationen siehe
Optimieren Sie die Anordnung von Arbeitsmitteln im Kassenbereich je nach Häufigkeit der Benutzung.
Abb. 6 Häufig genutzte Geräte, wie z. B. Scanner, Bildschirm oder Geldlade sollten besonderes leicht erreichbar sein.
 Häufig genutzte Geräte, wie z. B. Scanner, Bildschirm oder Geldlade sollten besonderes leicht erreichbar sein.

5.1   Scanner

Scanner arbeiten mittels Laserstrahl oder mittels Kamera.
Laserscanner werden entsprechend ihrer Gefährdung, insbesondere für die Augen, und des Jahres ihrer erstmaligen Inverkehrbringung in Klassen eingeteilt. Laserscanner an der Kasse werden meist den Klassen 1, 1M, 2 oder 2M zugeteilt. Informieren Sie sich in den technischen Unterlagen des Herstellers über Schutzmaßnahmen, z. B. den Laserstrahl nicht auf Personen richten oder keine Lupen, Ferngläser oder Linsen im Bereich der Scanner verwenden. Setzen Sie möglichst niedrige Laserklassen ein oder besser, nutzen Sie optische Scanner, die ganz ohne Laserstrahlung arbeiten.
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  • „Laserstrahlung“ (Technische Regel zur Arbeitsschutzverord­nung zu künstlicher optischer Strahlung, TROS).
Die Lesetiefe des Scanners ist so auszuwählen und zu erhalten, dass der Lesevorgang beim einmaligen Vorbeiführen der Ware erfolgt. Hebe-, Dreh- und Kippbewegungen der Ware sollen zum Scannen nicht erforderlich sein, um damit verbundene Belastungen für die Hände und Arme zu verringern. Bei Einsatz von Top-Down-Lesern können Strichcodes auch an der Oberseite der Ware erkannt werden, was Kippbewegungen der Ware minimiert.
Die akustischen Anzeigen für das Überwachen von Registriertätigkeiten sollen für das Kassenpersonal lautstärkeregulierbar sein. Sie sollen im Umgebungsgeräusch gut zu hören sein, jedoch Beschäftigte an anderen Kassen nicht ablenken. Es ist wichtig, die Beschäftigten auf die Möglichkeit der Lautstärkeregulierung des akustischen Feedbacks an den Kassensystemen hinzuweisen.
Abb. 7 Werden Handscanner eingesetzt, sind kabellose Modelle empfehlenswert zur Reduzierung der Stolpergefahr.
 Werden Handscanner eingesetzt, sind kabellose Modelle empfehlenswert zur Reduzierung der Stolpergefahr.

5.2   Bildschirm und Tastatur/Bildschirm mit Berührungseingabe, Kassenrechner

Egal ob Bildschirm oder Bildschirm mit Berührungseingabe (Touchscreen), positionieren Sie ihn so, dass die bedarfsgerechte Positionierung im Arbeitsbereich möglich ist. Besonders bei einem Touchscreen ist die Montage auf einem Geräteträger empfehlenswert, der die Justierung möglichst in drei Ebenen sowie das Ändern der Bildschirmneigung ermöglicht. Durch eine stärkere Neigung des Bildschirms kann eine möglichst neutrale Handgelenkstellung bei der Eingabe am Bildschirm erreicht werden. Der Arm darf zur Eingabe nicht über Schulterniveau gehoben werden müssen.
Abb. 8 Als vertikales Blickfeld ist der Bereich von der horizontalen Sehachse bis zu 60° nach unten anzusehen. Für eine entspannte Kopfhaltung sollte der Blick um etwa 35° aus der Waagrechten abgesenkt werden.
 Als vertikales Blickfeld ist der Bereich von der horizontalen Sehachse bis zu 60° nach unten anzusehen. Für eine entspannte Kopfhaltung sollte der Blick um etwa 35° aus der Waagrechten abgesenkt werden.
Sind Kassen mit einem Bildschirmgerät ausgestattet, d. h. mit einem Bildschirm, zugehörigem Rechner und Software, ist Anhang 6 der ArbStättV einzuhalten. Dieser beschreibt Anforderungen an den Bildschirm z. B. Flimmerfreiheit. Auch regelt er Anforderungen an tragbare Bildschirmgeräte, d. h. Tablets an der Kasse.
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Wird eine separate Tastatur verwendet und die Tastatur zum Registrieren sämtlicher Ware benötigt, muss die Tastatur im bevorzugten Arbeitsbereich und in der Arbeitshöhe liegen. Der Handballen muss in diesem Fall vor der Tastatur abgelegt werden können.
Zur besseren effizienteren Bedienbarkeit lohnt sich die Auswahl von Software nach Gesichtspunkten der Softwareergonomie, z. B. Größe und Anordnung der Schrift, Funktionsfelder und Farbgebung.

5.3   Geldlade, Bezahlautomat

Die Geldlade ist im bevorzugten Arbeitsbereich auf Höhe der Arbeitsfläche anzuordnen. Geldschubladen haben den Nachteil, dass bei jedem Herausfahren die Arbeitshaltung verändert werden muss, was besonders bei Sitz-Steh-Kassenarbeitsplätzen oder bei Steh-Kassenarbeitsplätzen mit Stehhilfe problematisch ist.
An Geldladen können Anschlagdämpfer verwendet werden, sodass nicht bei jedem Schließvorgang impulshaltiger Schall entsteht.
Abb. 9 Geldladen mit Klappdeckel sind gegenüber Geldschubladen zu bevorzugen.
 Geldladen mit Klappdeckel sind gegenüber Geldschubladen zu bevorzugen.

Beste Praxis
Bezahlautomaten haben den Vorteil, dass die Beschäftigten keinen Umgang mit Bargeld haben, was das Risiko eines Raubüberfalles signifikant senkt (siehe Kapitel 7 „Umgang mit Zahlungsmitteln und Raubüberfallprävention“). Bezahlautomaten, die von Beschäftigten bedient werden, müssen die Beschi­ckungsöffnung im Arbeitsbereich haben.
Werden Einrichtungen zur Abschöpfung von Bargeld, z. B. Abwurfwertgelasse oder Kassenrohrpostsysteme, eingesetzt, ist die Beschickungsöffnung ebenfalls im Arbeitsbereich anzuordnen.
Abb. 10 Warensicherungsantenne am Ausgang
 Warensicherungsantenne am Ausgang

5.4   Elektronische Artikelsicherungssysteme (EAS)

Elektronische Artikelsicherungssysteme, kurz: EAS, nutzen elektromagnetische Felder zur Sicherung von Waren gegen Diebstahl. EAS bestehen aus einem Etikett zur Sicherung der Ware, Warensicherungsantennen am Ausgang sowie einem Deaktivator, mit dem die Sicherungsetiketten deaktiviert werden können. Dieser ist nicht immer direkt erkennbar, meist befindet er sich unter der Kassentischfläche, ggf. ist über dem Deaktivator das Hinweisschild „hier keine EC-Karte ablegen“ angebracht.
Störbeeinflussungen von aktiven Implantaten wie Herzschrittmacher, Defibrillator oder Insulinpumpe können nicht immer ausgeschlossen werden. Elektromagnetische Felder können z. B. zu einer Fehlfunktion des Implantats führen.
Führen Sie, insbesondere für Beschäftigte mit einem aktiven Implantat, eine Gefährdungsbeurteilung durch. Die Herstellerangaben zum EAS müssen Auskunft über mögliche Gefährdungen und Hinweise für Maßnahmen enthalten. Ziehen Sie bei Bedarf Betriebsärztin oder Betriebsarzt hinzu.
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5.5   Arbeitsstuhl, hoch; Stehhilfe; Fußstütze

Zu einem kombinierten Sitz-Steh-Kassenarbeitsplatz gehört immer ein Arbeitsstuhl, hoch, mit verlängerter Gasdruckfeder sowie eine separate Fußstütze.
Für den Arbeitsstuhl, hoch, gilt es u. a. zu beachten:
  • drehbar
  • Sitzhöhe passend zur Arbeitsflächenhöhe verstellbar
  • gepolsterte Sitzfläche
  • Rückenlehne
  • Aufstiegshilfe, z. B. in Form eines Rings oder einer Trittstufe
Für die Fußstütze gelten u. a. die Anforderungen:
  • Ganzflächiges Aufsetzen der Füße muss möglich sein.
  • Höhe mindestens verstellbar zwischen 140 und 465 mm, Höhenverstellung am besten mit dem Fuß bedienbar.
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Für weitere Informationen siehe
  • DIN 68877:2016-05 „Industrie-Arbeits­stuhl“ Teil 1: „Maße, Bestimmung der Maße“, Teil 2: „Sicherheitsanfor­derungen und Prüfverfahren“.
Stehhilfen können bei ansonsten reiner Steharbeit entlasten, sind aber keine vollwertige Sitzgelegenheit und damit kein Ersatz für einen Stuhl. Stehhilfen müssen u. a. folgende Anforderungen erfüllen:
  • Sitzhöhe mindestens verstellbar zwischen 650 und 800 mm.
  • Nach vorn geneigte Sitzfläche um 15-30°.
  • Sitzfläche mit einer Tiefe von ca. 150 mm und einer abgerundeten Vorderkante, auch sattelartig geformte Sitzflächen sind möglich.
  • Beckenstütze zur Begrenzung der Sitzhaltung nach hinten.
  • Alle Verstell-Einrichtungen leicht auffindbar und leicht handhabbar.
  • Geringes Gewicht, um leicht versetzt werden zu können.
Pendelstehhilfen werden aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen.

5.6   Sonstige Arbeitsmittel an der Kasse

Bondrucker und Kartenlesegerät können bis zum maximalen Arbeitsbereich angeordnet werden. Das Kassenpersonal kann entlastet werden, wenn der Kunde oder die Kundin selbst die Karte in das Lesegerät einführt und wieder entnimmt bzw. sie selbst vorhält. Auch die Bonentnahme kann durch den Kunden oder die Kundin selbst erfolgen.
Eine Kassentischheizung ist meist elektrisch z. B. im Fußboden, im Beinraum oder als Deckenpanel verbaut. Bei Einbau im Beinraum müssen die Mindestmaße auch mit Heizung eingehalten werden.
Ist eine Überfallmeldeanlage vorhanden, so sollte sie unauffällig, d. h. ohne Haltungswechsel betätigt werden können. Sichern Sie den Taster oder Schalter, wenn möglich, gegen unbeabsichtigtes Auslösen.