3.2.3   Erstbetreuung

Betroffene sollten direkt nach dem traumatischen Ereignis, möglichst noch am Unfallort, betreut werden. Dies übernehmen Erstbetreuerinnen und Erstbetreuer oder psychologische Ersthelferinnen und Ersthelfer. Sie sollen sich ausschließlich um die Betroffenen kümmern, ohne gleichzeitig andere Aufgaben erfüllen zu müssen. Bei der Erstbetreuung kommt es auf ein möglichst zeitnahes „Sich-Kümmern“ und „Nicht-Alleine-Lassen“ an.
Die wichtigsten Aufgaben der Erstbetreuer sind:
  • schnellstmögliche Kontaktaufnahme mit den Betroffenen
  • Anforderung ärztlicher Hilfe bei Bedarf
  • Gewährleisten von emotionalem Beistand (z. B. beruhigen)
  • Abschirmung gegenüber Einwirkungen von außen (z. B. Polizei, Passanten, Journalisten)
  • Begleitung zum Arzt oder Betriebsarzt
  • in Absprache mit den Betroffenen: Information Angehöriger
  • Aufklärung über betriebliche Vorgehensweise
  • Begleitung in das private Umfeld (Familie, Freunde …)
Die Erstbetreuung kann intern oder als externe Dienstleistung sichergestellt werden.
Die folgende Gegenüberstellung liefert Ihnen eine Entscheidungshilfe für eine inner- oder außerbetriebliche Erstbetreuung.
Entscheidend für die Auswahl sind:
  • die Anzahl Ihrer Beschäftigten, die als Erstbetreuer in Frage kommen
  • die Möglichkeiten, eine Betreuung während der gesamten Betriebszeit sicherzustellen
  • die Häufigkeit traumatischer Ereignisse
  • die Erreichbarkeit der Unfallstelle mit eigenen Erstbetreuern
Wenn Sie sich für innerbetriebliche Erstbetreuung entscheiden, berücksichtigen Sie, dass die Erstbetreuer:
  • während der Betriebszeiten jederzeit erreichbar sind
  • zeitnah am Unfallort sein können
  • vom eigenen Arbeitsplatz abkömmlich sind
  • eine Aus- und Fortbildung erhalten müssen
Informationen zur Aus- und Fortbildung sowie zur Qualifizierung der Ausbildenden erhalten Sie von Ihrer Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse.