Anhang
Zusatzinformationen

A   Umgebungsbedingungen

  • Explosionsgefährdete Bereiche
    Bei Schlüsseltransfersystemen funktioniert der größte Teil der verwendeten Komponenten rein mechanisch, also ohne elektrische Energie. Dadurch können die Systeme für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen besonders geeignet sein.
    Falls für das Stillsetzen einer Maschine elektrische Schalter notwendig sind, können diese häufig außerhalb des explosionsgefährdeten Bereichs platziert oder in geeigneten Gehäusen montiert werden.
  • Temperaturen, Temperaturwechsel
    Bei besonders hohen bzw. niedrigen Temperaturen sind mechanische Schlüsseltransfersysteme besonders geeignet, da keine elektronischen Komponenten vorhanden sind, die von diesen Temperaturen negativ beeinflusst werden könnten. Gleiches gilt bei Temperaturwechsel, die zu Betauung führen können.
  • Hygiene
    Für Anwendungen zum Beispiel im Lebensmittelbereich sind Schlüsseltransfersysteme verfügbar, die in Edelstahl gefertigt sind. Diese sind unempfindlich gegen Wasser und Reinigungsmittel.
  • Staub, Schmutz
    Für Anwendungen in besonders staubigen bzw. schmutzigen Umgebungen (Stahlwerk, Gießerei, Zementwerk usw.) sind Schlüsseltransfersysteme verfügbar, die auch unter diesen Umgebungsbedingungen eine hohe Verfügbarkeit und sichere Funktion gewährleisten.
  • Stoß- und Schlagbelastung
    Auf Grund der mechanischen Konstruktion verfügen Schlüsseltransfersysteme über eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren mechanischen Einwirkungen, wie zum Beispiel Stoßen, Anfahren, Steinschlag.

B   Organisation

Ausgabeformular Generalschlüssel (Beispiel)
Tabelle 1
Maschinennummer:Standort:Verantwortliche für Schlüsselausgabe:
AusgabegrundGeneral­schlüssel­nummerDatum der AusgabeEmpfängerUnterschrift EmpfängerDatum der RückgabeUnterschrift Ver­ant­wort­liche/r
       
       
       
Formular für die Kodierungsverwaltung (Beispiel)
Tabelle 2
Maschinennummer:Hersteller des Schlüsseltransfersystems:
MaschineMaschinen­nummerSchlüsselkode (Kennung)MaschineMaschinen­nummerSchlüsselkode (Kennung)
      
      
      

C   Beispiel für die Bestimmung eines Performance Levels

Anmerkung: Die Grundlagen und Ausführungsbestimmungen für die Ermittlung sind in der harmonisierten Norm DIN EN ISO 13849-1:2016-06 [3] aufgeführt.
Zwei Wartungsklappen an einer Maschine sollen abgesichert werden (siehe Beispiel 2, Abschnitt 10). Die Maschine darf nur durch autorisiertes Personal ausgeschaltet werden. Der Gefahrenbereich hinter den Wartungsklappen ist nicht betretbar. Der Eingriff in den Gefahrenbereich darf nur bei Stillstand der gefahrbringenden Bewegung erfolgen. Ein Nachlauf der gefahrbringenden Bewegung6 findet nicht statt.
Die Risikobeurteilung hat ergeben, dass für die Realisierung der sicherheitsrelevanten Funktion: „Ein Öffnen der beiden Wartungsklappen ist erst nach Stillstand der gefahrbringenden Bewegungen möglich“ ein Performance Level c erforderlich ist (PLr = c).
Folgende Kriterien wurden bei der Ermittlung des Performance Levels für den sicherheitsgerichteten Teil der Steuerung zu Grunde gelegt:
  • B10 D-Wert des Schützes = 1,3 Mio.
    (DIN EN ISO 13849-1:2016-06 [3], Tab. C1)
  • nop = 100 Zyklen/Jahr
    (Ca. 2 x pro Woche. Aus der Applikation ermittelt)
  • PL Schlüsseltransfersystem = c
    (Vom Lieferant des Schlüsseltransfersystems)
Die Berechnung der MTTFD für das Schütz ergibt:
130 000 Jahre
(gemäß DIN EN ISO 13849-1:2016-06 [3], begrenzt auf 100 Jahre)
Unter Berücksichtigung von:
DCavg = 0
CCF nicht relevant (Einkanaligkeit)
Kategorie 1
(Unter Verwendung von:
hoher MTTFD,
grundlegender und bewährter Sicherheitsprinzipien,
bewährter Bauteile)
entspricht dies einem Performance Level = c für das Schütz7
(Gemäß DIN EN ISO 13849-1:2016-06 [3], Tab. K1)
Abb. 42 Schaltschema und Blockschaltbild
 Schaltschema und Blockschaltbild
Aus DIN EN ISO 13849-1:2016-06 [3], Tab. 11 lässt sich der Performance Level für den sicherheitsgerichteten Teil der Steuerung ermitteln.
Die PFHD Schütz und die PFHD Schlüsseltransfersystem entsprechen jeweils einem PL = c.
Das ergibt einen Gesamt PL von c.
Fußnote 6
Fußnote 7
Das Schütz wird als Subsystem betrachtet