7.1   Betriebsanleitung

Die Betriebsanleitung muss in der Amtssprache des Verwendungslandes vorliegen und neben der bestimmungsgemäßen Verwendung auch die vernünftigerweise vorhersehbare Verwendung (Fehlanwendung) berücksichtigen. Damit dem Endanwender die notwendigen Informationen des Schlüsseltransfersystems zur Verfügung stehen, sollten abweichende Sprachfassungen beim Kauf des Schlüsseltransfersystems mitbestellt werden.
Wesentlicher Bestandteil der Betriebsanleitung eines Schlüsseltransfersystems ist der Schlüssellaufplan.
Für Schlüsseltransfersysteme sind sowohl Mindestangaben zum System, als auch zu den Komponenten unter Berücksichtigung der Applikation aufzuführen.
Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestangaben und den unter Abschnitt 4 genannten Auswahlkriterien, sind insbesondere folgende anwendungsbezogene Herstellerangaben zu beachten:
Angaben für Systeme:
  • Verwendungshinweise bzgl. unterschiedlicher Kodierungen am selben Standort
  • Spezifikation der Sicherheitsfunktion(en)
  • Systembezeichnung und allgemeine Beschreibung des Systems
  • Beschreibung der bestimmungsgemäßen Verwendung, inkl. Umgebungs-, Einsatzbereiche
  • Angabe zu vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung (Fehlanwendung)
  • Zeichnungen, Schaltpläne, Beschreibungen und Erläuterungen die für Verwendung, Wartung, Instandsetzung und Überprüfung/Störungsbeseitigung notwendig sind
  • Anleitung zur Montage, zum Aufbau und Anschluss (inkl. Zeichnungen, Schaltplänen, Befestigung, erforderliche Kurzschlussschutzeinrichtungen, Schaltvermögen/-spannung der Ausgänge)
  • Hinweise zur Inbetriebnahme und Betrieb (ggf. Hinweise zur Ausbildung/Einarbeitung/Schulung der Bediener)
  • Angabe von Restrisiken
  • Angabe der Kategorie und des Performance Levels gemäß ISO 13849-1[3] (inkl. Angabe der Fehlerausschlüsse)
  • Hinweis, dass das Gesamtkonzept (Maschine/Anlage) in welches das Schlüsseltransfersystem eingebunden wird, nach DIN EN ISO 13849-2 [4] zu validieren ist.
  • Angaben zur Funktionsprüfung
  • Ggf. Hinweise, die die Risiken der Verfügbarkeit eines Generalschlüssels erörtern und die Angabe, dass und wie dieser Schlüssel sicher zu überwachen ist.
  • Ggf. Hinweise, dass wenn aufgrund der Risikobewertung nicht ausgeschlossen werden kann, dass Personen im Gefahrenbereich eingeschlossen werden können, Zuhaltungseinrichtungen mit persönlichem Schlüssel zu verwenden sind.
Angaben für Komponenten:
  • Komponentenbezeichnung und allgemeine Beschreibung der Komponente (mit detaillierten Angaben z. B. Zuhaltekraft bei Zuhaltungseinrichtungen)
  • Angabe zu vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung (Fehlanwendung)
  • Zeichnungen, Schaltpläne, Beschreibungen und Erläuterungen die für Verwendung, Wartung, Instandsetzung und Überprüfung/Störungsbeseitigung notwendig sind
  • Anleitung zur Montage, zum Aufbau und Anschluss (inkl. Zeichnungen, Schaltplänen, Befestigung, erforderliche Kurzschlussschutzeinrichtungen, Schaltvermögen/-spannung der Ausgänge)
  • Hinweise zur Inbetriebnahme und Betrieb (ggf. Hinweise zur Ausbildung/Einarbeitung/Schulung der Bediener)
  • Angabe von Restrisiken
  • Hinweise zur Einbindung von Verzögerungseinrichtungen in Bezug auf das Zeitverhalten
  • Technische Daten (z. B. minimaler/maximaler Betätigungsradius, bei gebogenem oder vorgespanntem Betätiger, Maximale Betätigungszahl/Schaltspielzahl (mechanisch, elektrisch), MTTFD, PFHD oder B10 D-Werte
  • Hinweis dass die Zuhaltung nicht als mechanischer Anschlag verwendet werden darf, außer sie ist dafür konstruiert.
  • Angabe der Gebrauchslage