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DGUV Information

Sicherheit und Gesundheit im Betriebspraktikum

DGUV Information 202-108
Stand: April 2020

kommmitmensch ist die bundesweite Kampagne der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland. Sie will Unternehmen und Bildungseinrichtungen dabei unterstützen, eine Präventionskultur zu entwickeln, in der Sicherheit und Gesundheit Grundlage allen Handelns sind. Weitere Informationen unter www.kommmitmensch.de

1   Einleitung

Das Betriebspraktikum ist für Schülerinnen und Schüler oft der erste Kontakt zur Arbeitswelt und dient vor allem der Berufsorientierung. Die Erfahrungen, die ihnen ein Betriebspraktikum bietet, sollen eine nachhaltige Unterstützung für ihre berufliche Entwicklung sein. Damit dies erreicht werden kann, müssen Schule und Betrieb auch dafür sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler das Praktikum sicher und gesund absolvieren können.
Das Thema Sicherheit und Gesundheit (Prävention) bei der Arbeit spielt deshalb schon in der Vorbereitung auf das Betriebspraktikum eine wichtige Rolle. Leider zeigt das Unfallgeschehen, dass Praktikantinnen und Praktikanten teilweise mit Tätigkeiten betraut werden, für die sie weder ausgebildet, noch angemessen eingewiesen oder beaufsichtigt sind und deren Auswahl dem Jugendarbeitsschutzgesetz widerspricht. Es ist deshalb wichtig und notwendig, dass die Schülerinnen und Schüler während ihres Betriebspraktikums durch die verantwortlichen Personen der Schule begleitet werden. Dies reicht von der unterrichtlichen Vorbereitung über die Vereinbarung eines Praktikumsvertrags und den Besuch im Betrieb bis zum Abschluss des Betriebspraktikums.
Die vorliegende DGUV Information möchte sowohl sach- bezogene als auch methodische Hilfen zu Fragen der Prävention im Rahmen der Vorbereitung und Durchführung des Betriebspraktikums geben.
Betriebspraktika werden je nach Regelung in den Bundesländern zwischen der 7. und 10. Jahrgangsstufe durchgeführt. Die Anforderungen an die Betriebspraktika hinsichtlich Dauer und Inhalt sind je nach Bundesland unterschiedlich.
Die nachfolgenden Empfehlungen zur Präventionsarbeit stellen eine Ergänzung der schulrechtlichen Regelungen der Länder in Bezug auf die Aspekte Sicherheit und Gesundheit im Betriebspraktikum dar.

2   Was muss die Schule tun?

2.1   Aufgaben der Schulleitung

Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter trägt die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler. Diese Verantwortung umfasst auch schulische Veranstaltungen, die außerhalb des Schulgebäudes stattfinden, z. B. Klassenfahrten, Ausflüge und vieles mehr.
Zu den schulischen Veranstaltungen zählt auch das Betriebspraktikum. Doch was bedeutet es, Verantwortung im Betriebspraktikum zu übernehmen? Ganz allgemein heißt es, dass die Schulleitung so weit wie möglich sicherstellen muss, dass Schülerinnen und Schülern auch an ihrem Praktikumsplatz sicher und gesund lernen können. Es ist deshalb wichtig, die Betriebspraktika so zu organisieren, dass möglichst keine Schülerin und kein Schüler aufgrund des Praktikums verunfallt oder erkrankt. In der Praxis hat es sich bewährt, die Betreuung der Schülerinnen und Schüler im Betriebspraktikum einer verantwortlichen Person zu übertragen.
Bestellung einer verantwortlichen Person
Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter kann die Verantwortung auf andere Lehrkräfte delegieren. Wenn nicht bereits in schulrechtlichen Regelungen der Länder gefordert, bietet es sich an, in der Schule eine fachkundige Lehrkraft als Praktikumsleitung zu benennen. Diese berät die Schülerinnen und Schüler bei der Auswahl der Praktikumsstelle, begleitet die Durchführung und steht als Ansprechperson zur Verfügung. Zu ihrem Verantwortungsbereich gehört auch, in Absprache mit dem jeweiligen Praktikumsbetrieb für die Sicherheit und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler zu sorgen. Die Benennung sowie die Übertragung der damit verbundenen Aufgaben und Befugnisse müssen schriftlich fixiert werden (siehe auch Anlage 1 „Musterformular für die Übertragung von Aufgaben und Befugnissen der Praktikumsleitung der Schule“). Bei der Schulleiterin bzw. dem Schulleiter verbleibt jedoch trotz Übertragung der Aufgaben und Befugnisse die Auswahl-, Organisations- und Kontrollverantwortung.
Abb. 1 Die Praktikumsleitung bespricht wichtige Aspekte mit den Schülerinnen und Schülern
 Die Praktikumsleitung bespricht wichtige Aspekte
mit den Schülerinnen und Schülern
© goodluz / stock.adobe.com
Auswahlverantwortung
Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter hat sicher zu stellen, dass die Praktikumsleitung in der Lage ist, die ihr übertragenen Pflichten zu erfüllen. Zu den persönlichen Voraussetzungen gehören z. B.:
  • Kenntnisse über die landesspezifischen Regelungen zum Betriebspraktikum
  • Fähigkeit zum Austausch mit den Verantwortlichen der Praktikumsbetriebe über Präventionsthemen
  • Kenntnisse zur Beurteilung von Arbeitsbedingungen
  • Fähigkeit Entscheidungen zu treffen (z. B. ob die Schülerin oder der Schüler in dem Praktikumsbetrieb verbleiben kann)
Organisationsverantwortung
Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter hat sicher zu stellen, dass die Praktikumsleitung die Möglichkeiten hat, die ihr übertragenen Pflichten zu erfüllen. Hierzu zählt z. B.:
  • die Praktikumsleitung hat ausreichend Zeit zur Verfügung, um ihre Aufgaben wahrzunehmen
  • die Reisen zu den Praktikumsbetrieben müssen möglich und umsetzbar sein
  • die notwendigen finanziellen Mittel müssen bereitgestellt werden (z. B. Persönliche Schutzausrüstung [PSA] für die Lehrkräfte, Reisekosten, etc.)
Kontrollverantwortung
Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter muss sich in regelmäßigen Abständen davon überzeugen, dass die Praktikumsleitung ihre Aufgaben wahrnimmt. Die hierfür festgelegten Zeiträume sowie Inhalte der Überprüfung sind in jeder Schule individuell abzuwägen und in der Gefährdungsbeurteilung fest zu halten.

2.2   Aufgaben der Praktikumsleitung

Zu den Aufgaben der Praktikumsleitung innerhalb der Schule gehört neben der Information und Unterweisung der Schülerinnen und Schüler auch die Information der Eltern und der Kontakt zum gewählten Praktikumsbetrieb. Abbildung 2 zeigt diese Aufgaben im zeitlichen Ablauf des Betriebspraktikums. Es wird deutlich, dass schon im Vorfeld des Praktikums eine Vielzahl von Aufgaben umgesetzt werden müssen, um die Sicherheit und Gesundheit während des Praktikums zu gewährleisten (siehe auch Anlage 2 „Checkliste für die Praktikumsleitung“).
Vorbereitung
Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler
Das Betriebspraktikum ist für die Schülerinnen und Schüler ein wichtiger Schritt, erste Eindrücke von einem beruflichen Alltag zu erhalten und einen Beruf näher kennen zu lernen. Ob der Praktikumsbetrieb durch die Schule oder die Schülerinnen und Schüler organisiert wird, ist länder- bzw. schulspezifisch geregelt. Wichtig ist aber immer: die Schülerinnen und Schüler sollen Freude an ihrem Praktikum haben sowie sicher und gesund arbeiten können. Wer nicht weiß, auf was er achten muss, ist verunsichert, kann sich in seinem Praktikum nicht optimal einbringen und erleidet im schlimmsten Fall einen Unfall.
Der erste Schritt ist es deshalb die Schülerinnen und Schüler neugierig zu machen und sie umfassend zu informieren, was vor, während und nach dem Praktikum auf sie zukommt. Bereits bei der Einführung sollten Aspekte von Sicherheit und Gesundheit thematisiert und die Schülerinnen und Schüler für das Thema sensibilisiert werden. Dabei sollten u. a. die folgenden Punkte angesprochen und ggf. geklärt werden:
  • Was heißt Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit? Was muss unter diesen Aspekten im Betrieb beachtet werden?
  • Welche Kleidung muss getragen werden (ggf. Arbeitskleidung oder PSA)?
  • Leidet eine Schülerin oder ein Schüler an einer Allergie, die sich im Rahmen des Betriebspraktikums verschlimmern könnte? Kann das Praktikum dennoch durchgeführt werden oder muss ein alternativer Praktikumsplatz gesucht werden? Muss ggf. die betriebliche Ansprechperson über die Allergie informiert werden?
Abb. 2 Aufgaben der Praktikumsleitung
 Aufgaben der Praktikumsleitung
Information der Eltern
Neben den Schülerinnen und Schülern müssen auch die Eltern über die Durchführung des Betriebspraktikums informiert werden. Die offenen Fragen der Eltern werden am besten in einem Elternabend beantwortet. Zusätzlich hat es sich bewährt, die häufigsten Fragen schon im Vorfeld zu klären. Eine Möglichkeit hierfür ist ein Elternbrief, in dem Themen wie Organisation des Betriebspraktikums und der Versicherungsschutz der Schülerinnen und Schüler angesprochen werden (siehe auch Anlage 3 „Elternbriefvorlage“).
Abschluss eines Praktikumsvertrags
Die Schülerinnen und Schüler lernen in dem Betriebspraktikum den Alltag in einem Betrieb kennen und bekommen einen Eindruck vom Berufsleben. Hierfür ist es wichtig, dass sie zudem die Verbindlichkeit ihrer Tätigkeit verstehen. Ein Praktikumsvertrag kann dazu dienen, diese Verbindlichkeit zu vereinbaren. Hierin wird festgelegt, wann das Praktikum beginnt und endet, welche Tätigkeiten ausgeführt werden und wie der Arbeitsschutz geregelt wird. Der Praktikumsvertrag wird zumeist von den Betrieben erstellt. Um sicher zu stellen, dass auch Aspekte von Sicherheit und Gesundheit beachtet werden, ist eine Präventionsvereinbarung zum Praktikumsvertrag sinnvoll, die zwischen Betrieb und Schule geschlossen wird (siehe auch Anlage 4 „Präventionsvereinbarung zum Praktikumsvertrag“).
Besuch des Praktikumsbetriebes vor Beginn des Praktikums
Bevor die Schülerinnen und Schüler in den Betrieb gehen, muss seitens der Schule im Dialog mit dem Betrieb geklärt werden, dass die Arbeitsschutzvorschriften eingehalten werden. Hierfür besucht die Praktikumsleitung die Betriebe, stellt einen ersten persönlichen Kontakt her und sieht sich die Arbeitsplätze der Schülerinnen und Schüler an.
Bei dem Besuch sollten u. a. die folgenden Punkte geklärt werden (siehe auch Anlage 5 „Themen Betriebsbesuch inkl. Besprechung zur Einhaltung des Jugendarbeitsschutzgesetzes“).
  • Welche Tätigkeiten müssen die Schülerin bzw. der Schüler ausführen?
  • Wird dabei u. a. das Jugendarbeitsschutzgesetz beachtet (z. B. keine Arbeit an gefährlichen Maschinen)?
  • Wer ist im Praktikumsbetrieb verantwortlich für die Schülerin bzw. den Schüler?
  • Wer nimmt die Unterweisung vor?
  • Wie sind die Arbeitszeiten?
  • Gibt es Tätigkeiten, bei denen PSA getragen werden muss? Wird diese vom Betrieb gestellt?
Auf Grundlage des Besuchs des Praktikumsbetriebs erstellt die Praktikumsleitung gemeinsam mit dem Betrieb eine Gefährdungsbeurteilung für die Tätigkeiten, die die Schülerinnen und Schüler ausführen. Diese soll einen Überblick über mögliche Gefährdungen geben, es erfolgt eine Risikobewertung und die vereinbarten Maßnahmen werden dokumentiert (siehe auch Anlage 6 „Gefährdungsbeurteilung“).
Hilfestellungen zur Einarbeitung in die Umsetzung betriebsspezifischer Präventionsmaßnahmen können auf den Internetseiten des für den Betrieb jeweils zuständigen Unfallversicherungsträgers abgerufen werden.
 
Hinweis: Die Praktikumsleitung sollte spätestens bei dem Besuch des Betriebs klären, inwiefern das Tragen von PSA im Betrieb auch für „Gäste“ erforderlich ist. Nur so kann sie bei dem Besuch der Schülerinnen und Schüler im Praktikum ebenfalls die erforderliche PSA tragen und ihrer Vorbildrolle gerecht werden.
Klärung offener Fragen
Im Betrieb konnte die Praktikumsleitung ermitteln, welche Tätigkeiten ausgeführt werden. Oftmals ergeben sich im Nachgang offene Fragen, die mit den zuständigen Stellen zu klären sind. Regelmäßig wiederkehrende Fragen ergeben sich u. a. aus den Auflagen der Gesundheitsämter sowie bei Anforderungen zum Tragen von PSA.
So ist bei Tätigkeiten im Lebensmittelbereich zu prüfen, ob die Schülerinnen und Schüler einen Nachweis über die Belehrung gemäß § 43 Abs. 1 Nr. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) (früher Gesundheitszeugnis) benötigen. Auch für Betriebspraktika in Kindertagesstätten, Altenpflegeheimen oder Tierheimen können spezifische Erfordernisse wie z. B. Impfungen bestehen. Informationen dazu sind beim Gesundheitsamt erhältlich.
Im Betrieb hat die Praktikumsleitung u. a. geklärt, ob die Schülerinnen und Schüler PSA tragen müssen. Stellt der Betrieb bzw. die Eltern diese auf freiwilliger Basis nicht zur Verfügung, muss der Sachkostenträger die Kosten für die notwendige PSA übernehmen.
Unterrichtliche Vorbereitung und allgemeine Unterweisung
In der unterrichtlichen Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf ihre Tätigkeiten im Betrieb sollen auch Sicherheits- und Gesundheitsthemen bei der Arbeit angesprochen werden. Ziel muss es sein, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Prävention aktiv auseinandersetzen und für das Thema sensibilisiert werden.
Grundlegende Unterrichtsthemen sollten sein:
  • Erste Hilfe
  • Brandschutz und Notfallorganisation
  • Versicherungsschutz
  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
  • Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
Hilfestellungen sowie ein Verweis zu Lehrmaterialien für die unterrichtliche Vorbereitung werden in Anlage 7 aufgeführt. Ziel der Vorbereitung ist es, die Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, kritische Situationen zu erkennen und sich mit Fragen an ihre Ansprechperson im Betrieb zu wenden. Sie sollen verstehen, dass sie in unbekannten Situationen besser nachfragen, bevor sie eigenmächtig handeln und dadurch ggf. einen Unfall erleiden (siehe auch Anlage 7 „Unterrichtliche Vorbereitung“). Die unterrichtliche Vorbereitung dient auch der Unterweisung der Schülerinnen und Schüler und muss dokumentiert werden. Dies ist z. B. durch einen Eintrag ins Klassenbuch oder Kursbuch möglich. Alternativ kann ein gesondertes Unterweisungsformular genutzt werden, auf dem sowohl die unterweisende Person als auch die Schülerinnen und Schüler unterschreiben und die Unterweisung zu den behandelten Themen bestätigen (siehe auch Anlage 8 „Dokumentation allgemeine Unterweisung“).
Abb. 3 Der Besuch der Praktikumsleitung im Praktikumsbetrieb
 Der Besuch der Praktikumsleitung im Praktikumsbetrieb
© iStock/alvarez
Durchführung
Besuch des Praktikumsbetriebes während des Praktikums
Während des Praktikums besucht die Praktikumsleitung in Abstimmung mit den Verantwortlichen im Betrieb die Schülerinnen und Schüler an ihrem Praktikumsplatz. So bekommt die Praktikumsleitung einen Einblick, ob die Schülerinnen und Schüler in den Bereichen tätig werden, die mit dem Betrieb besprochen wurden. Die Praktikumsleitung kann darüber hinaus einschätzen, ob alle Vereinbarungen bezüglich der Sicherheit und Gesundheit umgesetzt werden. Außerdem erfährt die Praktikumsleitung, ob es Beschwerden vom Betrieb oder den Schülerinnen und Schülern gibt und kann ggf. eingreifen und vermitteln.
Mit dem Besuch erhält die Praktikumsleitung auch einen vertieften Einblick in den Betrieb und kann einschätzen, ob sich dieser auch für weitere Betriebspraktika eignet.
Stellt die Praktikumsleitung bei dem Besuch fest, dass bei den Tätigkeiten ein hohes Unfall- bzw. Gesundheitsrisiko besteht, müssen diese Themen mit dem Verantwortlichen im Betrieb besprochen werden. Ist keine Einigung mit dem Betrieb möglich und besteht die Gefahr, dass bei der weiteren Tätigkeit im Unternehmen die Sicherheit und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler gefährdet ist, muss das Praktikum – ggf. auch vorzeitig – beendet werden.
Zentrale Ansprechperson während des Betriebspraktikums
Während des Betriebspraktikums ist die Praktikumsleitung zentrale Ansprechperson für Betrieb, Eltern sowie für die Schülerinnen und Schüler. Hierfür ist es sinnvoll, dass die Praktikumsleitung für alle Beteiligten im Notfall erreichbar ist, z. B. über Telefon oder E-Mail.
Abb. 4 Die zentrale Ansprechperson (Praktikumsleitung) ist im Notfall für alle Beteiligten erreichbar
 Die zentrale Ansprechperson (Praktikumsleitung) ist im Notfall für alle Beteiligten erreichbar
© Ermolaev Alexandr/stock.adobe.com
Abb. 5 Die Einblicke in ein Berufsfeld sind vielfältig
 Die Einblicke in ein Berufsfeld sind vielfältig
© auremar/stock.adobe.com
Abschluss
Unterrichtlicher Abschluss
Die Praktikumsleitung stellt nach Beendigung des Praktikums sicher, dass alle Schülerinnen und Schüler einen Bericht über ihr Praktikum erstellen.
Kontakt zum Praktikumsbetrieb
Der Praktikumsbetrieb investiert in die Betreuung der Schülerinnen und Schüler viel Zeit – ein Dankeschön seitens der Schule bzw. der Praktikumsleitung ist deshalb eine wertschätzende Geste. Außerdem hat die Praktikumsleitung so die Möglichkeit zu erfahren, wie die Betreuung der Schülerinnen und Schüler durch die Schule im Betrieb wahrgenommen wird und ob ggf. Veränderungen in der Betreuung seitens der Schule erforderlich sind.
Einschätzung des Praktikumsbetriebs
Die Praktikumsleitung betreut die Betriebspraktika der Schülerinnen und Schüler und bekommt so eine gute Übersicht welche Betriebe gut oder auch eher nicht für ein Praktikum geeignet sind. Um einen systematischen Überblick zu erhalten, ist es sinnvoll eine Übersicht der Praktikumsbetriebe zu führen, in denen wesentliche Themen aufgegriffen und dokumentiert werden, wie z. B.:
  • Gab es Beschwerden von Schülerinnen und Schülern?
  • Haben die Schülerinnen und Schüler die Tätigkeiten ausgeführt, die vorher mit dem Betrieb abgesprochen waren?
  • Gab es Missstände im Bereich Sicherheit und Gesundheit?
  • Gibt es Besonderheiten im Betrieb, die Schülerinnen und Schüler bereits im Vorfeld des Praktikums wissen sollten?
Fallen Betriebe regelmäßig oder im Einzelfall auch sehr negativ auf, kann die Praktikumsleitung bei der Betreuung des Betriebspraktikums im Folgejahr auf diese Information zurückgreifen und mit den Schülerinnen und Schülern bereits im Vorfeld über einen alternativen Praktikumsplatz sprechen.

3   Was muss der Betrieb tun?

Grundlagen
Die Betriebe haben mit dem Betriebspraktikum die Möglichkeit, zukünftige Fachkräfte zu gewinnen oder für ihre Branche zu interessieren. Doch wie umgehen mit Schülerinnen und Schülern, die vielleicht das erste Mal an einer Werkbank stehen oder es nicht gewohnt sind körperlich zu arbeiten? Hierzu muss sich der Betrieb im Vorfeld Gedanken machen und festlegen, welche Tätigkeiten durch die Schülerinnen und Schüler ausgeführt werden können und was getan werden muss, um ein gesundes und sicheres Arbeiten unter Beachtung des Jugendarbeitsschutzgesetzes sowie der relevanten Arbeitsschutzvorschriften zu gewährleisten (siehe auch Anlage 9 „Checkliste für die Organisation eines Betriebspraktikums“).
Betriebliche Ansprechperson
Damit die Schülerinnen und Schüler während ihres Praktikums möglichst gut betreut werden, ist es sinnvoll eine betriebliche Ansprechperson zu benennen, die die Aufgaben des Unternehmers im Arbeitsschutz im Rahmen des Betriebspraktikums übernimmt. Hierfür ist eine schriftliche Pflichtenübertragung erforderlich (siehe auch Anlage 10 „Pflichtenübertragung für betriebliche Ansprechperson“). Die betriebliche Ansprechperson stimmt das Praktikum mit der Praktikumsleitung der Schule ab, koordiniert den Einsatz der Schülerin bzw. des Schülers im Betrieb, führt die Unterweisungen durch und ist während des Betriebspraktikums Ansprechperson für die Schülerinnen und Schüler, Eltern und die Praktikumsleitung. Außerdem sorgt die betriebliche Ansprechperson dafür, dass die Schülerinnen und Schülern alle Vorschriften einhalten, kennt die Gefährdungsbeurteilung und die daraus abgeleiteten Maßnahmen und informiert den Unternehmer, wenn die fest gelegten Schutzmaßnahmen nicht ausreichend oder nicht wirksam sind. Sie muss darüber hinaus die rechtlichen Grundlagen zum Einsatz von Jugendlichen kennen und im Betrieb für deren Umsetzung sorgen.
 
Hinweis: Eine Übersicht zu Tätigkeiten in verschiedenen Gewerken und den möglichen Einsatz von Schülerinnen und Schülern bietet das Internetportal der Unfallkasse Hessen unter www.betriebspraktikum-hessen.de
Gefährdungsbeurteilung
Nach § 3 der DGUV Vorschrift 1 muss der Unternehmer eine Gefährdungsbeurteilung für alle Versicherten in seinem Unternehmen durchführen und dokumentieren.
Werden Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihres Betriebspraktikums tätig, sollte der Unternehmer prüfen, ob er bereits alle relevanten Gefährdungen in seine Gefährdungsbeurteilung aufgenommen und Maßnahmen abgeleitet hat oder ob durch das Tätigwerden von Schülerinnen und Schülern weitere Gefährdungen hinzukommen oder bekannte Gefährdungen anders eingeschätzt werden müssen. So ist z. B. das Heben und Tragen von Lasten für eine erwachsene Person anders zu bewerten als für einen Jugendlichen. Mit welchen Arbeiten Jugendliche nicht beschäftigt werden dürfen, ist in § 22 des Jugendarbeitsschutzgesetzes aufgelistet.
Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die vom Unternehmer festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung müssen dokumentiert werden. Dies erfolgt am besten mit einer Ergänzung der im Betrieb bereits vorhandenen Gefährdungsbeurteilung.
Unterweisung
Bevor Schülerinnen und Schüler im Betrieb tätig werden, müssen sie durch den Unternehmer bzw. durch die betriebliche Ansprechperson unterwiesen werden. Bei der Unterweisung ist die Notfallorganisation im Unternehmen zu erläutern sowie eine tätigkeitsbezogene Unterweisung durchzuführen. Sinnvoll ist es, mit der Schülerin bzw. dem Schüler im Rahmen der Unterweisung zur Notfallorganisation einen Rundgang durch den Betrieb zu machen. Dabei können u. a. die Themen Erste Hilfe, Brandschutz und das Verhalten im Notfall besprochen werden. Darüber hinaus muss die tätigkeitsspezifische Unterweisung am Arbeitsplatz erfolgen. Hier kann die bzw. der Unterweisende am Beispiel der Arbeitsmittel erläutern, auf was die Schülerin oder der Schüler zu achten hat, kann auf Gefahrenstellen und -situationen aufmerksam machen und die ergriffenen Schutzmaßnahmen erläutern. Die bzw. der Unterweisende muss sich davon überzeugen, dass die Inhalte der Unterweisung verstanden wurden und auch umgesetzt werden können. Außerdem muss die Unterweisung im Betrieb dokumentiert werden.
Abb. 6 Durchführung einer Unterweisung
 Durchführung einer Unterweisung
© goodluz/stock.adobe.com

4   Versicherungsschutz und Vorgehen bei einem Unfall

Schülerinnen und Schüler sind während der Betriebspraktika durch die gesetzliche Schüler-Unfallversicherung geschützt. Sie sind bei dem für die Schule zuständigen Unfallversicherungsträger versichert und nicht bei der für den jeweiligen Praktikumsbetrieb zuständigen Berufsgenossenschaft. Ob auch ein freiwilliges Ferienpraktikum oder eine so genannte „Schnupperlehre“ unter diese Regelung fällt, hängt davon ab, inwieweit es sich um eine von der Schule initiierte oder organisatorisch betreute Schulveranstaltung handelt. Unfälle während des Praktikums sind dem zuständigen Unfallversicherungsträger zu melden. Das hat z. B. Konsequenzen für alle Verwaltungsvorgänge im Zusammenhang mit Unfällen während des Betriebspraktikums. Ansprechpartner für die allgemeinbildenden Schulen ist der jeweils zuständige gesetzliche Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Für die Schülerinnen und Schüler ergibt sich aus den versicherungsrechtlichen Regelungen, dass sie
  • unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen,
  • über jeden Unfall – sei es auf dem Wege zur oder von der Praktikumsstelle oder im Praktikumsbetrieb – unverzüglich die Schule informieren müssen und
  • die gleichen Regeln zu beachten haben wie beim Schulbesuch (z. B. die Wahl des direkten Weges zwischen Wohnung und Praktikumsstätte oder kein unerlaubtes Entfernen vom Betriebsgelände während der Arbeitszeit).
Das Prinzip der Unfallmeldung ist in Abbildung 8 dargestellt. Für die Unfallverhütung in den Betrieben gelten neben den staatlichen Arbeitsschutzvorschriften die spezifischen Regelwerke der gesetzlichen Unfallversicherung für eben diesen Betrieb, also die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ ebenso wie branchen- oder betriebsspezifische Unfallverhütungsvorschriften. Zu Beginn ihres Praktikums werden die Schülerinnen und Schüler daher durch den Betrieb über die für „ihren“ Betrieb geltenden Vorschriften und Maßnahmen zur Sicherheit und Gesundheit informiert – im Praktikum unterliegen auch sie diesen Unfallverhütungsvorschriften. Für Sachschäden gelten unterschiedliche Regelungen. Informationen dazu enthalten die landesspezifischen Regelungen (siehe Kapitel 5.2).
Abb. 7 Jeder Unfall muss der Schule gemeldet werden
 Jeder Unfall muss der Schule gemeldet werden
© DGUV/Dominik Buschardt
Abb. 8 Ablaufschema einer Unfallmeldung
 Ablaufschema einer Unfallmeldung
© DGUV/Dominik Buschardt

5   Vorschriften und Regelungen

5.1   Unfallverhütungsvorschriften

Auszug aus der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“
Pflichten des Unternehmers (Zweites Kapitel)
§ 3 Beurteilung der Arbeitsbedingungen, Dokumentation, Auskunftspflichten
(1) Der Unternehmer hat durch eine Beurteilung der für die Versicherten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen entsprechend § 5 Absatz 2 und 3 Arbeitsschutzgesetz zu ermitteln, welche Maßnahmen nach § 2 Absatz 1 erforderlich sind.
(2) Der Unternehmer hat Gefährdungsbeurteilungen insbesondere dann zu überprüfen, wenn sich die betrieblichen Gegebenheiten hinsichtlich Sicherheit und Gesundheitsschutz verändert haben.
(3) Der Unternehmer hat entsprechend § 6 Absatz 1 Arbeitsschutzgesetz das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung nach Absatz 1, die von ihm festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung zu dokumentieren.
§ 4 Unterweisung der Versicherten
(1) Der Unternehmer hat die Versicherten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, insbesondere über die mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und die Maßnahmen zu ihrer Verhütung, entsprechend § 12 Absatz 1 Arbeitsschutzgesetz (…) zu unterweisen; die Unterweisung muss erforderlichenfalls wiederholt werden, mindestens aber einmal jährlich erfolgen; sie muss dokumentiert werden.
(2) Der Unternehmer hat den Versicherten die für ihren Arbeitsbereich oder für ihre Tätigkeit relevanten Inhalte der geltenden Unfallverhütungsvorschriften und Regeln der Unfallversicherungsträger sowie des einschlägigen staatlichen Vorschriften- und Regelwerks in verständlicher Weise zu vermitteln.
(3) Der Unternehmer nach § 136 Absatz 3 Nummer 3 Alternative 2 Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII) hat den Schulhoheitsträger hinsichtlich Unterweisungen für Versicherte nach § 2 Absatz 1 Nummer 8 Buchstabe b SGB VII zu unterstützen.
§ 7 Befähigung für Tätigkeiten
(1) Bei der Übertragung von Aufgaben auf Versicherte hat der Unternehmer je nach Art der Tätigkeiten zu berücksichtigen, ob die Versicherten befähigt sind, die für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Aufgabenerfüllung zu beachtenden Bestimmungen und Maßnahmen einzuhalten. Der Unternehmer hat die für bestimmte Tätigkeiten festgelegten Qualifizierungsanforderungen zu berücksichtigen.
(2) Der Unternehmer darf Versicherte, die erkennbar nicht in der Lage sind, eine Arbeit ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen, mit dieser Arbeit nicht beschäftigen.
§ 9 Zutritts- und Aufenthaltsverbote
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Unbefugte Betriebsteile nicht betreten, wenn dadurch eine Gefahr für Sicherheit und Gesundheit entsteht.
§ 13 Pflichtenübertragung
Der Unternehmer kann zuverlässige und fachkundige Personen schriftlich damit beauftragen, ihm nach Unfallverhütungsvorschriften obliegende Aufgaben in eigener Verantwortung wahrzunehmen. Die Beauftragung muss den Verantwortungsbereich und Befugnisse festlegen und ist vom Beauftragten zu unterzeichnen. Eine Ausfertigung der Beauftragung ist ihm auszuhändigen.
Pflichten der Versicherten (Drittes Kapitel)
§ 15 Allgemeine Unterstützungspflichten und Verhalten
(1) Die Versicherten sind verpflichtet, nach ihren Möglichkeiten sowie gemäß der Unterweisung und Weisung des Unternehmers für ihre Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sowie für Sicherheit und Gesundheitsschutz derjenigen zu sorgen, die von ihren Handlungen oder Unterlassungen betroffen sind. Die Versicherten haben die Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine wirksame Erste Hilfe zu unterstützen. Versicherte haben die entsprechenden Anweisungen des Unternehmers zu befolgen. Die Versicherten dürfen erkennbar gegen Sicherheit und Gesundheit gerichtete Weisungen nicht befolgen.
(2) Versicherte dürfen sich durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder anderen berauschenden Mitteln nicht in einen Zustand versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden können.
(3) Absatz 2 gilt auch für die Einnahme von Medikamenten.
Persönliche Schutzausrüstungen (Viertes Kapitel – vierter Abschnitt)
§ 29 Bereitstellung
(1) Der Unternehmer hat gemäß § 2 der PSA-Benutzungsverordnung den Versicherten geeignete persönliche Schutzausrüstungen bereitzustellen; vor der Bereitstellung hat er die Versicherten anzuhören.
(2) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die persönlichen Schutzausrüstungen den Versicherten in ausreichender Anzahl zur persönlichen Verwendung für die Tätigkeit am Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden. Für die bereitgestellten persönlichen Schutzausrüstungen müssen EG-Konformitätserklärungen vorliegen. Satz 2 gilt nicht für Hautschutzmittel.
§ 30 Benutzung
(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass persönliche Schutzausrüstungen entsprechend bestehender Tragezeitbegrenzungen und Gebrauchsdauern bestimmungsgemäß benutzt werden.
(2) Die Versicherten haben die persönlichen Schutzausrüstungen bestimmungsgemäß zu benutzen, regelmäßig auf ihren ordnungsgemäßen Zustand zu prüfen und festgestellte Mängel dem Unternehmer unverzüglich zu melden.

5.2   Länderspezifische amtliche Bekanntmachungen

Baden-Württemberg
  • Praktika zur Berufs- und Studienorientierung an allgemeinbildenden Schulen
  • Verwaltungsvorschrift vom 28. Juli 2007
Bayern
  • Betriebspraktikum für Mittelschulen
  • Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 23. September 2013
Berlin
  • Ausführungsvorschriften über Duales Lernen und praxisbezogene Angebote an den Schulen der Sekundarstufe I (AV Duales Lernen) vom 11. Januar 2012
Brandenburg
  • Verwaltungsvorschriften zur Umsetzung der Berufs- und Studienorientierung an Schulen des Landes Brandenburg (VV Berufs- und Studienorientierung – VV BStO) vom 8. November 2016 (Abl. MBJS/16, [Nr. 31], S. 452)
Bremen
  • Richtlinien zur Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen (BrSBl. 331.05) vom 1. August 2012 (Erlass 6/2012)
Hamburg
  • „Richtlinien für das Betriebspraktikum in den Klassen 8 bis 13 der allgemein bildenden Schulen“ Hamburg 2005
  • „Handreichung für das Betriebspraktikum in den Klassen 8–13 der allgemein bildenden Schulen“, 2008
  • „Informationen über das Betriebspraktikum für Betriebe, Eltern, Schülerinnen und Schüler“, Behörde für Bildung und Sport, Hamburg 2002
Hessen
  • „Erlass über die Zusammenarbeit von Schule und Betrieb im Bereich der allgemein bildenden und der berufsbildenden Schulen“ Erlass vom 20. 12. 2010 Gült. Verz. Nr. 7200
Mecklenburg-Vorpommern
  • „Richtlinie zur Berufsorientierung an allgemein bildenden und beruflichen Schulen“ Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur vom 14. September 2011
Niedersachsen
  • „Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen“; RdErl. d. MK vom 1. 12. 2011
Nordrhein-Westfalen
  • „Berufs- und Studienorientierung“ RdErl. d. Ministeriums für Schule und Weiterbildung v. 21. 10. 2010
Rheinland-Pfalz
  • „Erkundungen und Praktika an allgemein bildenden Schulen“ des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung vom 9. 10. 2000
Saarland
  • „Richtlinien zur Durchführung von Betriebspraktika für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I“ Gemeinsames Ministerialblatt Saarland v. 5. 6. 1996, geändert am 02. 07. 2001
Sachsen
  • „Verwaltungsvorschrift zur Durchführung von Betriebspraktika im Freistaat Sachsen“ vom 13. 7. 2000, veröffentlicht im MBl. SMK Seite 146
Sachsen-Anhalt
  • „Betriebspraktikum für Schülerinnen und Schüler im Sekundarbereich I der Gymnasien“ RdErl. des MK vom 04. 8. 2014
  • Handreichung zum Schülerbetriebspraktikum für Sekundarschulen und Gesamtschulen in Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
  • Planung und Durchführung von Betriebserkundungen und Betriebspraktika regeln die Schulen und Schulämter in eigener Zuständigkeit; sie werden unterstützt durch Kreisbeauftragte für Berufsorientierung.
Thüringen
  • „Praktika und Ferienarbeit“, Handreichung für Schulen und Unternehmen (Stand 12/2014)
  • „Berufs- und Studienorientierung an Thüringer Schulen“ Materialien-Nr. 155

Anlage 1
Musterformular für die Übertragung von Aufgaben und Befugnissen der Praktikumsleitung der Schule

 Hiermit wird gemäß § 13 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz Frau/Herrn*)
 _____________________________________________________________________________
 
für den Verantwortungsbereich
Betreuung von Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Betriebspraktikums; Praktikumsleitung
folgende dem Arbeitgeber hinsichtlich des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung obliegenden Aufgaben übertragen.
 
 
1. Aufgaben
Die Praktikumsleitung hat insbesondere dafür Sorge zu tragen, dass
  • im Praktikumsbetrieb für die Schülerinnen und Schüler geeignete Tätigkeiten unter Beachtung des Jugendarbeitsschutzgesetzes ausgewählt werden,
  • eine Gefährdungsbeurteilung für den Arbeitsplatz der Schülerin bzw. des Schülers im Praktikumsbetrieb vorliegt,
  • die Schülerinnen und Schüler vor Arbeitsbeginn über die Gefährdungen am Arbeitsplatz und über die erforderlichen Schutzmaßnahmen unterwiesen werden,
  • notwendige Persönliche Schutzausrüstung (PSA) angeschafft bzw. zur Verfügung gestellt sowie regelmäßig auf Funktionsfähigkeit überprüft wird,
  • eine wirksame Notfallorganisation im Praktikumsbetrieb (Erste Hilfe, Brandschutz und Evakuierung) sichergestellt wird sowie erforderliches Personal (z. B. Ersthelfer) bestellt ist und
  • die Schülerinnen und Schüler in Abstimmung mit dem Betrieb die erforderliche PSA tragen. Hierfür muss die Praktikumsleitung die Schulleitung über die Erfordernisse der Anschaffung informieren.
2. Befugnisse
Die Praktikumsleitung ist befugt, den Betrieb vor und während des Betriebspraktikums zu besuchen und erforderliche Informationen, beispielsweise zu den Tätigkeiten und zu den Gefährdungen einzuholen.
3. Fortbildung
Die Praktikumsleitung ist verpflichtet, sich über den aktuellen Inhalt der für ihren Aufgabenbereich einschlägigen Rechtsvorschriften und landesspezifischen Regelungen zum Betriebspraktikum zu informieren.
Dabei wird sie insbesondere von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und der Betriebsärztin bzw. dem Betriebsarzt unterstützt.
Die Schule stellt sicher, dass sich die oben genannte Person das für obige Aufgaben notwendige aktuelle Wissen aneignen kann: beispielsweise durch den Besuch von Lehrgängen (u. a. Seminare der Unfallversicherungsträger) oder von Fachveranstaltungen.
 
 
Ort, Datum Unterschrift des des Schulleiters/der Schulleiterin

Ort, Datum Unterschrift des/r Verpflichteten
Eine Ausfertigung dieser Pflichtenübertragung wird der/dem Verpflichteten ausgehändigt.
Fußnote *)
nichtzutreffendes bitte streichen

Anlage 2
Checkliste für die Praktikumsleitung

Vorbereitung
Was?Bis wann?Erledigt
Information der Schülerinnen und Schüler über das Betriebspraktikum  
Information der Eltern
  • Elternbrief
  • Elternabend
  
Vereinbarung der Nebenabrede zum Arbeitsschutz im Praktikumsvertrag mit dem Betrieb  
Kontakt zu dem Betrieb aufnehmen  
Besuch des Praktikumsbetriebes, Auswahl der Tätigkeiten  
Unterrichtliche Vorbereitung/Unterweisung der Schülerinnen und Schüler  
Durchführung
Was?Bis wann?Erledigt
Besuch des Praktikumsbetriebes  
Information der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und des Betriebes über Kontaktdaten der Praktikumsleitung für den Notfall  
Abschluss
Was?Bis wann?Erledigt
Abgabe des Praktikumsberichtes der Schülerinnen und Schüler bei der Praktikumsleitung  
Abschließender Kontakt zum Praktikumsbetrieb  
Einschätzung des Praktikumsbetriebs  

Anlage 3
Elternbriefvorlage

Schulname · Straße Hausnummer · PLZ Ort  
  Ansprechperson
   
Vorname Name Vorname Name
   
Straße Hausnummer Telefonnummer
   
PLZ Ort E-Mail
   
  tt.mm.jjjj
Informationen zum Betriebspraktikum der Klasse XY
Liebe Eltern,
Teil des Lehrplans in Klasse XY ist ein x-wöchiges Betriebspraktikum, in diesem Schuljahr terminiert vom tt.mm.jj bis tt.mm.jj.
Mit diesem Schreiben erhalten Sie nun die wesentlichen Informationen dazu, Grundlage ist [Nennung der landesspezifischen Regelung], der/die ausführlich unter [Angabe des Links] abrufbar ist. Ziel des Praktikums ist es, den Schülerinnen und Schülern die Arbeitswelt näherzubringen und ihnen erlebbare Informationen zu verschiedenen Berufsfeldern und Tätigkeiten zu ermöglichen.
Organisatorisch liegt die Vorbereitung und Auswertung des Praktikums im Unterrichtsfach XY, in dem zuvor in die Thematik als Teil des Unterrichts eingeführt wird. Über das Praktikum muss anschließend auch ein Bericht erstellt werden. Die Betreuung der Schülerinnen und Schüler erfolgt durch unsere Praktikumsleitung Frau/Herr XY. Zur Betreuung gehört auch die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler bei der selbstständigen Suche nach einem geeigneten Betrieb, mit dem die gesetzten Lernziele angemessen erreicht werden können. Dieser sollte eine gegliederte Struktur haben und möglichst Mitarbeitende verschiedener Berufe beschäftigen. Der Betrieb soll vom Wohnort in zumutbarer Entfernung liegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können. Fahrtkosten werden nach Maßgabe des [Angabe der Regelung] erstattet.
Die Praktikumsleitung überprüft die Anwesenheit der Schülerinnen und Schüler im Betrieb und besucht sie vor Ort. Dabei geht es insbesondere auch um die Einhaltung des Jugendarbeitsschutzgesetzes, das unter anderem die Arbeits- und Ruhezeiten, deren Ausnahmen sowie erlaubte Tätigkeiten regelt.
Der Betrieb benennt der Schulleitung bzw. der Praktikumsleitung eine für die Betreuung der Praktikanten geeignete, verantwortliche Person. Diese belehrt die Praktikantin bzw. den Praktikanten zu Beginn des Praktikums über die besonderen Unfall- und Gesundheitsgefahren und über die entsprechenden Unfallverhütungsvorschriften.
Schülerinnen und Schüler, die an einem Betriebspraktikum teilnehmen, sind nach § 2 Abs. 1 Nr. 8b Siebtes Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Unfallversicherung (SGB VII) – (Artikel 1 des Gesetzes vom 7. August 1996, BGBl. I S. 1254) in der jeweils geltenden Fassung gesetzlich unfallversichert. Zudem besteht ein Schutz durch die Ansprüche aus der gesetzlichen Haftpflichtversicherung (siehe auch: [Nennung der landesspezifischen Regelung]) – außer bei Mutwilligkeit. Falls Sie als Erziehungsberechtigte eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben, geht diese vor.
Für weitere Fragen wird es am tt.mm.jjjj um ss:mm Uhr (Ort/Straße/Raum) einen Elternabend geben.
Mit freundlichen Grüßen
 
_______________________________________________
Vorname, Name

Anlage 4
Präventionsvereinbarung zum Praktikumsvertrag

Schule____________________________________ Datum___________________
 
 _________________________________________
 
 
Schülerin/Schüler (Name, Vorname)________________________________________________
 
Praktikumsleitung Schule ___________________________________________________________
 
Beginn des PraktikumsEnde des Praktikums 
 
Praktikumsbetrieb______________________________________________________________
Tätigkeit _______________________________________________________________________
 
Betriebliche Ansprechperson__________________________________________________________________
 
Gefährdungsbeurteilung
Der Praktikums-/Kooperationsbetrieb stellt die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung für die oben genannte Tätigkeit der Schule zur Verfügung Kästchen zum Ankreuzen; zur Einsicht zur Verfügung Kästchen zum Ankreuzen; nicht zur Verfügung Kästchen zum Ankreuzen.
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Folgende PSA wird auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung zur Verfügung gestellt
PSAArtPBSPSAArtPBS
Sicherheitsschuhe
   
Schutzbrille
   
Atemschutz
   
Gehörschutz
   
Schutzhandschuhe
   
Helm
   
Schutzkleidung
   
Arbeitskleidung (nicht PSA)
   
    
Sonstiges
   
S = durch Schule PB = durch Praktikumsbetrieb
 
Unterweisung am Tätigkeitsort: Der Praktikumsbetrieb unterweist die Schülerin/den Schüler bezogen auf den Arbeitsplatz und den Aufgabenbereich in Sicherheit und Gesundheitsschutz. Dies umfasst auch die Unterweisung und Übung bei der Benutzung von PSA, die vor Gesundheitsschäden schützen soll. Die Unterweisung ist zu dokumentieren.
Erste Hilfe: Einrichtungen und Maßnahmen zur Ersten Hilfe werden vom Praktikumsbetrieb sichergestellt.
Arbeitsunfall/Berufskrankheit: Der Praktikumsbetrieb verpflichtet sich, einen Arbeitsunfall oder den Verdacht einer Berufskrankheit bei der Schülerin/dem Schüler unverzüglich der Schule mitzuteilen. Unfalluntersuchungen werden gemeinsam durchgeführt.
Arbeitsplatzbesichtigung: Die Besichtigungen des Arbeitsplatzes der Schülerin/des Schülers und die Umsetzung dieser Arbeitsschutzvereinbarung sowie gegebenenfalls Unfalluntersuchungen werden durch die Vertretung der Schule durchgeführt. Hierzu ermöglicht der Praktikumsbetrieb der Vertreterin/dem Vertreter der Schule den Zutritt zu den Arbeitsplätzen/-bereichen, in denen die Schülerin oder der Schüler tätig ist.
Maßnahmen bei Umsetzung: Eine Umsetzung des Schülers bzw. der Schülerin an einen anderen als den oben vereinbarten Arbeitsplatz/Arbeitsbereich kann nur mit Zustimmung der Schule erfolgen. Bei geänderten Tätigkeiten und Schutzmaßnahmen wird eine neue Präventionsvereinbarung erstellt.
Sonstige Vereinbarungen
 
Bitte senden Sie uns die Kopie dieser Vereinbarung unterschrieben zurück
 
Ort, DatumStempel/Unterschrift Praktikumsbetrieb Ort, DatumStempel/Unterschrift Schule

Anlage 5
Themen Betriebsbesuch inkl. Besprechung zur Einhaltung des Jugendarbeitsschutzgesetzes

ThemenNotizen
Betriebliche Ansprechperson
 
Kontaktdaten der Praktikumsleitung
 
Erläuterung zum Ablauf des Betriebspraktikums
 
Tätigkeiten der Schülerin/des Schülers
  • Wo wird die Schülerin/der Schüler tätig? (Bitte um Absprache, wenn eine Änderung vor oder im Verlauf des Praktikums erfolgt)
  • Die Schülerin/der Schüler darf nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, die Unfallgefahren bergen. Sie/Er darf insbesondere keine Arbeiten unter gesundheitsgefährdenden Einflüssen wie Lärm, Hitze, Kälte, Nässe, Erschütterungen, Strahlen oder mit gefährlichen Arbeitsstoffen verrichten. Weiterhin darf sie/er nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, die ihre/seine physische und psychische Leistungsfähigkeit übersteigt oder in denen sie/er sittlichen Gefahren ausgesetzt ist.
  • Die Schülerin/der Schüler wird nicht mit Akkordarbeit oder Arbeiten mit vorgegebenem Arbeitstempo beschäftigt.
 
Ggf. Klärung: Ist ein Nachweis über die Belehrung gemäß § 43 Abs. 1 Nr. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) erforderlich?
 
Unterweisung
  • Wer führt die Unterweisung im Betrieb durch?
  • Welche Themen werden im Betrieb angesprochen?
  • Information zu Themen, die in der schulischen Vorbereitung angesprochen werden.
 
Abstimmung zu Arbeitszeiten
  • Zulässige tägliche Höchstarbeitszeit Klassenstufe 7 bis 9: 7 Stunden, ab Klasse 10: 8 Stunden, (wöchentlich max. 35 Stunden ab Klasse 10 max. 40 Stunden)
  • Die Schülerinnen und Schüler erhalten ihre Ruhepausen rechtzeitig und in der vorgeschriebenen Dauer.
  • Eine tägliche, ununterbrochene Freizeit von 12 Stunden ist gewährleistet.
  • Die Beschäftigung erfolgt nur zwischen 6:00 und 20:00 Uhr.
  • Die 5-Tage-Woche wird eingehalten.
  • Die Beschäftigung an Samstagen, Sonn- oder Feiertagen ist nur in Ausnahmefällen, nur in bestimmten Branchen und unter Gewährleistung der 5-Tage-Woche zulässig.
 
Klärung zum Tragen von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA)
  • Muss PSA getragen werden? Wenn ja, welche?
  • Ist das Tragen von PSA auch für die Praktikumsleitung beim Besuch des Schülers/der Schülerin erforderlich?
  • Wer stellt die PSA?
 
Arbeitsplatzbesichtigung
  • Erläuterung der Arbeitsplatzbesichtigung während des Praktikums
 
Praktikumsvereinbarung
  • Erläuterung der Präventionsvereinbarung
 

Anlage 6
Gefährdungsbeurteilung

Wenn die Gefahren für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz nicht bekannt sind, kann sich auch niemand davor schützen. Eine der wichtigsten Aufgaben zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit ist daher die Beurteilung der Arbeitsbedingungen sowie in Bildungseinrichtungen auch der Lernbedingungen, auch „Gefährdungsbeurteilung“ genannt. Diese hat das Ziel, für jeden Arbeits- und Lernplatz in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Bildungseinrichtung mögliche Gefährdungen für die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Beschäftigten und Schülerinnen und Schüler festzustellen (u. a. Übersicht der Gefährdungsfaktoren) und Maßnahmen zur Beseitigung dieser Gefährdungen festzulegen.
Beachten Sie Beschäftigungsbeschränkungen und -verbote, zum Beispiel für Jugendliche, Schwangere und stillende Mütter, insbesondere im Hinblick auf schwere körperliche Arbeiten sowie den Umgang mit Gefahr- und Biostoffen. Es gilt: Gefahren müssen immer direkt an der Quelle beseitigt oder vermindert werden. Wo dies nicht vollständig möglich ist, müssen Sie Schutzmaßnahmen nach dem T-O-P-Prinzip ergreifen. Das heißt, sie müssen zuerst technische (T), dann organisatorische (O) und erst zuletzt personenbezogene (P) Maßnahmen festlegen und durchführen. Mit der anschließenden Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung kommen Sie nicht nur Ihrer Nachweispflicht nach, sondern erhalten auch eine zuverlässige Übersicht der Maßnahmen zu Sicherheit und Gesundheit in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Bildungseinrichtung. So lassen sich auch Entwicklungen nachvollziehen und Erfolge aufzeigen.
Bei der Zusammenarbeit mit einem Praktikums- beziehungsweise Kooperationsbetrieb sollten Sie daher Ihre Pflicht zur Umsetzung der erforderlichen Präventionsmaßnahmen auf die Unternehmensverantwortlichen im Praktikumsbetrieb übertragen. Dies kann zum Beispiel im Praktikumsvertrag geregelt werden. Entscheidend ist, dass die Pflichtenübertragung schriftlich erfolgt, denn nur dann ist sie wirksam. Das entbindet Sie jedoch nicht von Ihren Auswahl-, Organisations- und Überwachungspflichten. So müssen Sie beispielsweise sicherstellen, dass sich der Praktikums- beziehungsweise Kooperationsbetrieb an diese Vereinbarung hält. Dies kann bei den im Vorfeld stattfindenden Besuchen des Unternehmens durch verantwortliche Lehrkraft (Praktikumsleitung) erfolgen. Dabei führen Sie gemeinsam mit dem Betrieb unter anderem die Gefährdungsbeurteilung durch und stimmen wesentliche Aspekte wie die arbeitsmedizinische Vorsorge und arbeitsplatzbezogene Unterweisungen sowie die Zurverfügungstellung Persönlicher Schutzausrüstung ab. Die Besichtigungen werden regelmäßig wiederholt. Die Intervalle legen Sie aufgrund der jeweiligen Gefährdungslage und der vorgefundenen Gegebenheiten fest.
Bestandteil dieser Anlage sind folgende weitere Dokumente:
  • Risiko Beurteilen
  • Übersicht der Gefährdungsfaktoren
  • Checkliste 1: Sicherheitsorganisation im Praktikumsbetrieb
  • Checkliste 2: Erste Hilfe
  • Checkliste 3: Jugendschutz
  • Checkliste 4: Unterweisungen
Risiko beurteilen
Bei der Beurteilung des Risikos ist zunächst zu prüfen, ob es für die Gefährdung bindende Vorgaben in gesetzlichen Regelungen oder im Regelwerk der Unfallversicherungsträger gibt, wie beispielsweise Grenzwerte im Fall von Gefahrstoffen und Lärm.
Ist das bei der ermittelten Gefährdung nicht gegebenen, wird das Risiko, das von der Gefährdung ausgeht beurteilt, indem die Wahrscheinlichkeit des Wirksamwerdens der Gefährdung und die mögliche Schwere eines dadurch ausgelösten Gesundheitsschadens eingeschätzt werden.
Das Risiko und somit der Handlungsbedarf kann dann am einfachsten nach dem Ampel-Prinzip eingestuft werden:
Abb. 9 Beispiel einer Risikomatrix zur Einstufung des Risikos und den Handlungsbedarfs
 Beispiel einer Risikomatrix zur Einstufung des Risikos und den Handlungsbedarfs
Falls die Zuordnung der ermittelten Gefährdung oder Belastung zu einer der drei Risikostufen nicht ohne weiteres möglich ist, gibt die Risikomatrix Anhaltspunkte für die Beurteilung. Im Schnittpunkt der eingeschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und der eingeschätzten Schadensschwere, die die ermittelte Gefährdung aufweist, ist das resultierende Risiko, von gering bis hoch, zu finden. Aus der Charakterisierung des Risikos leitet sich der Handlungsbedarf zur Risikominderung ab. Ziel ist es, das Risiko im akzeptablen, grünen Bereich zu halten.
Es gibt neben der hier beschriebenen Risikomatrix (Abbildung 9) noch weitere Methoden der Risikobeurteilung, die angewandt werden können.
Übersicht der Gefährdungsfaktoren
Icon
1
Mechanische Gefährdungen
1.1
Ungeschützt bewegte Maschinenteile
1.2
Teile mit gefährlichen Oberflächen
1.3
Bewegte Transportmittel, bewegte Arbeitsmittel
1.4
Unkontrolliert bewegte Teile
1.5
Sturz, Ausrutschen, Stolpern, Umknicken
1.6
Absturz
1.7
1)
Icon
2
Elektrische Gefährdungen
2.1
Elektrischer Schlag
2.2
Lichtbögen
2.3
Elektrostatische Aufladungen
2.4
1)
Icon
3
Gefahrstoffe
3.1
Hautkontakt mit Gefahrstoffen (Feststoffe, Flüssigkeiten, Feuchtarbeit)
3.2
Einatmen von Gefahrstoffen (Gase, Dämpfe, Nebel, Stäube einschließlich Rauche)
3.3
Verschlucken von Gefahrstoffen
3.4
Physikalisch-chemische Gefährdungen „ zum Beispiel Brand- und Explosionsgefährdungen, unkontrollierte chemische Reaktionen
3.5
1)
Icon
4
Biologische Arbeitsstoffe
4.1
Infektionsgefährdung durch pathogene Mikroorganismen – zum Beispiel Bakterien, Viren, Pilze
4.2
Sensibilisierende und toxische Wirkungen von Mikroorganismen
4.3
1)
Icon
5
Brand- und Explosionsgefährdungen
5.1
Brennbare Feststoffe, Flüssigkeiten, Gase
5.2
Explosionsfähige Atmosphäre
5.3
Explosivstoffe
5.4
1)
Icon
6
Thermische Gefährdungen
6.1
Heiße Medien/Oberflächen
6.2
Kalte Medien/Oberflächen
6.3
1)
Icon
7
Gefährdungen durch spezielle physikalische Einwirkungen
7.1
Lärm
7.2
Ultraschall, Infraschall
7.3
Ganzkörpervibrationen
7.4
Hand-Arm-Vibrationen
7.5
Optische Strahlung – zum Beispiel Infrarote Strahlung (IR), Ultraviolette Strahlung (UV), Laserstrahlung
7.6
Ionisierende Strahlung – zum Beispiel Röntgenstrahlen, Gammastrahlung, Teilchenstrahlung (Alpha-, Beta- und Neutronenstrahlung)
7.7
Elektromagnetische Felder
7.8
Unter- oder Überdruck
7.9
1)
Icon
8
Gefährdungen durch Arbeitsumgebungsbedingungen
8.1
Klima – zum Beispiel Hitze, Kälte, unzureichende Lüftung
8.2
Beleuchtung, Licht
8.3
Ersticken – zum Beispiel durch sauerstoffreduzierte Atmosphäre, Ertrinken
8.4
Unzureichende Flucht- und Verkehrswege, unzureichende Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
8.5
Unzureichende Bewegungsfläche am Arbeitsplatz, ungünstige Anordnung des Arbeitsplatzes, unzureichende Pausen-, Sanitärräume
8.6
1)
Icon
9
Physische Belastung/Arbeitsschwere
9.1
Schwere dynamische Arbeit – zum Beispiel manuelle Handhabung von Lasten
9.2
Einseitige dynamische Arbeit, Körperbewegung – zum Beispiel häufig wiederholte Bewegungen
9.3
Haltungsarbeit (Zwangshaltung), Haltearbeit
9.4
Kombination aus statischer und dynamischer Arbeit
9.5
1)
Icon
10
Psychische Faktoren
10.1
Ungenügend gestaltete Arbeitsaufgabe – zum Beispiel überwiegende Routineaufgaben, Über-/Unterforderung
10.2
Ungenügend gestaltete Arbeitsorganisation – zum Beispiel Arbeiten unter hohem Zeitdruck, wechselnde und/oder lange Arbeitszeiten, häufige Nachtarbeit, kein durchdachter Arbeitsablauf
10.3
Ungenügend gestaltete soziale Bedingungen – zum Beispiel fehlende soziale Kontakte, ungünstiges Führungsverhalten, Konflikte
10.4
Ungenügend gestaltete Arbeitsplatz- und Arbeitsumgebungsbedingungen – zum Beispiel Lärm, Klima, räumliche Enge, unzureichende Wahrnehmung von Signalen und Prozessmerkmalen, unzureichende Softwaregestaltung
10.5
1)
Icon
11
Sonstige Gefährdungen
11.1
Durch Menschen – zum Beispiel Überfall
11.2
Durch Tiere – zum Beispiel gebissen werden
11.3
Durch Pflanzen und pflanzliche Produkte – zum Beispiel sensibilisierende und toxische Wirkungen
11.4
1)
Checkliste 1
Sicherheitsorganisation Praktikumsbetrieb
Nr.PrüffrageSchutzziel/
Quelle
Gefährdung/
Belastung/
Mangel
Lösungs­an­sätze/
Maßnahmen
erf. Maßnahmen/
Termin/
verantw.
wirksam?
janein
1Liegt im Praktikums­betrieb eine Gefährdungs­beurteilung vor, bei der auch Praktikanten berücksichtigt sind?§ 5 ArbSchG   
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­zen
2Ist eine Sicherheits­be­auf­tragte/ein Sicherheits­be­auf­tragter im Praktikums­betrieb bestellt?Kompetenzen einer/eines Sicherheits­be­auf­tragten werden nicht genutztBestellung von Sicherheits­be­auf­tragten in erforderlicher Anzahl ist erfolgt (Siehe hierzu auch Ziff. 4.2 DGUV Regel 100-001 und DGUV Information 211-039) 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­zen
3Steht den Schülerinnen und Schülern die für die Tätigkeit notwendige persönliche Schutzausrüstung (PSA) zur Verfügung und wird diese benutzt?§§  29 und 30 DGUV Vorschrift 1 Die erforderliche und geeignete PSA muss grundsätzlich vom Schulsach­kos­ten­trä­ger den Schülerinnen und Schülern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
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4Wird der Betriebs­ich­er­heits­tech­nisch und betriebsärztlich betreut?§§ 2ff ASiGFehlendes Fachwissen in speziellen Fragen, z. B. bei Vermeidung von Unfällen oder der Erkennung von Gesundheits­ge­fahren
Betreu­ungs­um­fang und -form sind nach Bestimmungen der DGUV Vorschrift 2 festgelegt.
Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt sind entsprechend beauftragt.
 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Checkliste 2
Erste Hilfe
Nr.PrüffrageSchutzziel/
Quelle
Gefährdung/
Belastung/
Mangel
Lösungs­an­sätze/
Maßnahmen
erf. Maßnahmen/
Termin/
verantw.
wirksam?
janein
1Sind Hinweise zur Ersten Hilfe ausgehängt und werden Angaben über Ersthelfer, Notruf usw. gemacht?
§ 2 (2) DGUV Vorschrift 82
Schnelle, wirksame Erste Hilfe ist nicht gewährleistet
Hinweise zur Ersten Hilfe und Angaben zu z. B. Ersthelfern, Notruf, Giftzentrale, Taxizentrale, Durchgangsarzt und anzufahrenden Krankenhäusern sind ausgehängt.
(Siehe hierzu z. B. Plakat
DGUV Information 204-001)
 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­zen
2Steht eine geeignete Liegemöglichkeit zur Erstversorgung von Verletzten zur Verfügung?
§ 2 (2) DGUV Vorschrift 82
Keine ungestörte, sachgerechte Erstversorgung und Betreuung von Verletzten möglich (Kollapsgefahr)Entsprechend gekennzeichneter Erste-Hilfe-Raum oder vergleichbarer Raum mit Liegemöglichkeit in möglichst ruhiger Umgebung ist vorhanden. 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­zen
3Ist durch Meldeeinrich­tun­gen und organisatorische Maßnahmen sichergestellt, dass unverzüglich die notwendige Hilfe herbeigerufen werden kann?
§ 2 (2) DGUV Vorschrift 82
§ 10 (1) Abs. 1 ArbSchG
Schnelle Alarmierung ist nicht möglich
Ein Telefonanschluss ist zugänglich.
(Für abgelegene Arbeitsplätze, Ausflüge etc. Mobiltelefon bereithalten)
 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
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4Sind Ersthelferinnen/ Ersthelfer in ausreichender Anzahl bestellt?Sofortige Einleitung von Erste-Hilfe-
Maßnahmen nicht gewährleistet
Ersthelferinnen/Ersthelfer sind in ausreichender Anzahl bestellt, so dass gewährleistet ist, das jederzeit Erste Hilfe geleistet werden kann.
(Siehe hierzu auch DGUV Information 202-089)
 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
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5Ist sichergestellt, dass Erste-Hilfe-Ma­te­ri­al in ausreichender Menge vorhanden ist, jederzeit schnell erreichbar, leicht zugänglich und in geeigneten Behältnissen geschützt zur Verfügung steht?
§ 2 (2) DGUV Vorschrift 82
Sachgerechte Durchführung von Erste-Hilfe-
Maßnahmen ist nicht möglich
Das Material wird regelmäßig auf Haltbarkeit und Vollständigkeit geprüft und ggf. ergänzt
Zugang zum Erste-Hilfe-Material ist zu jeder Zeit sichergestellt.
Aufbewahrungsorte von Erste-Hilfe-Material sind deutlich erkennbar und dauerhaft gekennzeichnet.
 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­zen
6Werden Aufzeichnungen über Erste-Hilfe-Leis­tun­gen geführt und aufbewahrt?§ 24 (6) DGUV Vorschrift 1Fehlender Nachweis des Unfalls und der Verletzung (Beweismittel)
Aufzeich­nungen (wenn keine ärztliche Behandlung und keine Unfallanzeige erfolgt) über Unfall, Zeit, Ort, Art und Umfang der Verletzung, Art der Erste-Hilfe-Leis­tung sowie Namen des Verletzten und des Erste-Hilfe-Leis­tun­gen sowie von Zeugen vornehmen.
Verwendung z. B. eines Verbandbuches, das der Unfallversicherungsträger zur Verfügung stellt (DGUV Information 204-020).
Aufzeichnungen werden mindestens fünf Jahre lang aufbewahrt.
(Siehe hierzu auch Ziff. 4.6.6 DGUV Regel 100-001 und DGUV Information 202-089)
 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­ze
Checkliste 3
Jugendschutz
Nr.PrüffrageSchutzziel/
Quelle
Gefährdung/
Belastung/
Mangel
Lösungs­an­sätze/
Maßnahmen
erf. Maßnahmen/
Termin/
verantw.
wirksam?
janein
1Werden die Beschäfti­gungs­be­schrän­kun­gen und -verbote für Jugendliche beachtet?Gesund­heits­schä­di­gung von Jugendlichen
Beschäf­ti­gungs­be­schrän­kun­gen und -verbote für Jugendliche nach JArbSchG werden beachtet.
Erforderliche Schutzmaß­nah­men werden festgelegt.
 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Checkliste 4
Unterweisungen
Nr.PrüffrageSchutzziel/
Quelle
Gefährdung/
Belastung/
Mangel
Lösungs­an­sätze/
Maßnahmen
erf. Maßnahmen/
Termin/
verantw.
wirksam?
janein
1Sind die Praktikantinnen bzw. Praktikanten bzgl. der Tätigkeiten informiert, unterwiesen bzw. angewiesen worden?Unfall- und Gesundheits­gefahr durch UnkenntnisPraktikantinnen bzw. Praktikanten werden unterwiesen. 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­zen
2Werden die Praktikantinnen bzw. Praktikanten über die spezifischen Gefährdungen bei der Arbeit (Unfall- und Gesundheitsgefahren) und das sicherheits­ge­rechte Verhalten unterwiesen und wird dies dokumentiert?Unfall- und Gesundheits­gefahr durch Unkenntnis, fehlender Nachweis der UnterweisungUnterrichtung/
Unterweisung über die spezifischen Gefährdungen und das sicherheits­ge­rechte Verhalten erfolgen vor Aufnahme der Tätigkeit und danach regelmäßig, mindestens einmal jährlich, und bei Veränderungen.
 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­zen
3Werden die Praktikantinnen bzw. Praktikanten über die in ihrem Arbeitsbereich vorhandenen Brandgefahren und Brandschutz­einrichtungen sowie das Verhalten im Gefahrenfall unterwiesen? 
Die Praktikantinnen bzw. Praktikanten werden im Hinblick auf Brandgefahren und Brandschutz­ein­rich­tungen (Feuerlösch­ein­rich­tung­en, Wandhydranten, Alarmierungs­ein­rich­tun­gen usw.) und das Verhalten im Notfall (Gebäuderäumung, Flucht- und Rettungswege, Sammelplatz) unterwiesen.
Unterweisungen werden durchgeführt
 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­zen
4Werden die Praktikantinnen bzw. Praktikanten hinsichtlich der sicheren Verwendung elektrischer Betriebsmittel unterwiesen?Gefahr von Körperdurch­strö­mungen oder BrändenUnterweisungen werden durchgeführt 
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Käst­chen zum  An­kreu­zen
Fußnote 1)
Die Aufzählung ist nicht abschließend

Anlage 7
Unterrichtliche Vorbereitung

Das Schulportal der DGUV „Lernen und Gesundheit“ unter https://www.dguv-lug.de bietet eine Vielzahl von Unterrichtsmaterialien an, die für die Unterweisung zu Themen der Sicherheit und Gesundheit genutzt werden können. Auch die Unfallkasse Hessen hat auf ihrer Internetseite https://www.betriebspraktikum-hessen.de einige Informationen, Arbeitsblätter und Unterrichtshilfen zum Download veröffentlicht, die ebenfalls hilfreich sein können.
Mit den nachfolgenden Informationen erhalten Sie eine Übersicht der Themen, die im Rahmen der schulischen Unterweisung umgesetzt werden sollen sowie Hilfestellungen und Lehrmaterialien für den Unterricht:
Thema: Erste Hilfe
Hilfestellungen/Lehrmaterialien:
Thema: Was tun, wenn‘s brennt „ Brandschutz und Notfallorganisation
Hilfestellungen/Lehrmaterialien:
Thema: Versicherungsschutz
Hilfestellungen/Lehrmaterialien:
  • Informationsblatt zum Versicherungsschutz von Schülerinnen und Schüler
  • https://www.dguv-lug.de , Thema: Arbeitsunfall: Was nun? Webcode: lug929583
  • DGUV Präventionsfilm „In guten Händen“, https://www.dguv.de; Webcode: d962874
Thema: Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
Hilfestellungen/Lehrmaterialien:
Thema: Persönliche Schutzausrüstung
Hilfestellungen/Lehrmaterialien:
Thema: Persönliche Vorbereitung – Arbeitsschutz in meinem Betrieb
Hilfestellungen/Lehrmaterialien:
  • Arbeitsblatt: Schutz von Sicherheit und Gesundheit in meinem Praktikumsbetrieb (Möglichkeit den eigenen Praktikumsbetrieb in einem Kurzreferat vorzustellen)
  • Film: Napo in „Starte sicher“, https://www.dguv.de ; Webcode: d963413
  • Digitaler Lernraum der DGUV zum Schülerbetriebspraktikum, https://lernraum.dguv.de/

Arbeitsblatt
Erste Hilfe und Brandschutz

 SchuleBetrieb
Erste Hilfe  
Ersthelfer/-helferin ist Frau/Herr  
Das Verbandbuch liegt  
Den Verbandkasten finde ich  
Einen Unfall melde ich bei  
Wenn jemand Hilfe braucht, rufe ich die folgende Nummer an:  
Brandschutz  
Brandschutzhelfer/-helferin ist Frau/Herr  
Der nächste Flucht- und Rettungswegeplan hängt  
Der Sammelplatz befindet sich  
Wenn es brennt, rufe ich die folgende Nummer an:  
Informationsblatt zum Versicherungsschutz für Schülerinnen und Schüler 
Bitte gehe auch ruhig mit kleinen Blessuren zur Erste-Hilfe-Station und melde es deiner Ansprechperson im Betrieb bzw. deiner Praktikumsleitung.
An der Erste-Hilfe-Station wird deine medizinische Versorgung in das „Verbandbuch“ eingetragen und ist somit für die Nachverfolgung gut dokumentiert.
Solltest Du einen Unfall haben, versuche bitte Namen von Zeugen festzuhalten. Das gilt besonders für Unfälle auf dem Weg zur oder von der Praktikumsstelle.
Das Betriebspraktikum ist eine schulische Veranstaltung und steht daher unter dem Schutz der gesetzlichen Schüler-Unfallversicherung. Du bist also während deines Praktikums bei dem für deine Schule zuständigen Unfallversicherungsträger unfallversichert.
Der Versicherungsschutz gilt auch für den direkten Weg zwischen Wohnung und Praktikumsstelle.
Abstecher, z. B. nach Feierabend in eine Gaststätte oder der Besuch von Freunden, gelten nicht mehr als versichert.
Auch der schnelle Gang zum Kiosk außerhalb des Betriebsgeländes zwischendurch ist nicht versichert.
Solltest Du während deines Praktikums in einen Wege- oder Betriebsunfall verwickelt werden, informiere bitte deine Schule:
 
Frau/Herr ________________________________________________________
 
Telefon __________________________________________________________

Arbeitsblatt
Sicherheitskennzeichnung am Arbeitsplatz

Verbotszeichen – Farbe: .....................................................
Sicher­heits­zei­chen: Rauchen verboten
Sicher­heits­zei­chen: Keine offene Flamme
Sicher­heits­zei­chen: Für Fußgänger verboten
Sicher­heits­zei­chen: Kein Trinkwasser
Sicher­heits­zei­chen: Mit Wasser löschen verboten
.......................................................................................................................................
.......................................................................................................................................
Gebotszeichen – Farbe: .....................................................
Sicher­heits­zei­chen: Augenschutz benutzen
Sicher­heits­zei­chen: Kopfschutz benutzen
Sicher­heits­zei­chen: Gehörschutz benutzen
Sicher­heits­zei­chen: Fußschutz benutzen
Sicher­heits­zei­chen: Handschutz benutzen
.......................................................................................................................................
.......................................................................................................................................
Warnzeichen – Farbe: .....................................................
Sicher­heits­zei­chen: Warnung v. Flurförderzeugen
Sicher­heits­zei­chen: Warnung v. gefährlicher elektrischer Spannung
Sicher­heits­zei­chen: Warnung v. Gefahrenstelle
Sicher­heits­zei­chen: Warnung v. schwebender Last
Sicher­heits­zei­chen: Warnung v. giftigen Stoffen
.......................................................................................................................................
.......................................................................................................................................
Gefahrenkennzeichnung – Farbe: .....................................................
Grafik
 
Rettungszeichen – Farbe: .....................................................
Sicher­heits­zei­chen: Erste Hilfe
Sicher­heits­zei­chen: Beispiel für Rettungsweg/Notausgang
Sicher­heits­zei­chen: Notausstieg
Sicher­heits­zei­chen: Sammelstelle
......................................................................................................................................
......................................................................................................................................

Arbeitsblatt
Sicherheitskennzeichnung am Arbeitsplatz (Lösung für Lehrkräfte)

Verbotszeichen – rot/schwarz: .....................................................
Sicher­heits­zei­chen: Rauchen verboten
Sicher­heits­zei­chen: Keine offene Flamme
Sicher­heits­zei­chen: Für Fußgänger verboten
Sicher­heits­zei­chen: Kein Trinkwasser
Sicher­heits­zei­chen: Mit Wasser löschen verboten
Rauchen verbotenFeuer, offenes Licht, offene Flamme und Rauchen verbotenFür Fußgänger verbotenKein TrinkwasserMit Wasser löschen verboten
Gebotszeichen – blau: .....................................................
Sicher­heits­zei­chen: Augenschutz benutzen
Sicher­heits­zei­chen: Kopfschutz benutzen
Sicher­heits­zei­chen: Gehörschutz benutzen
Sicher­heits­zei­chen: Fußschutz benutzen
Sicher­heits­zei­chen: Handschutz benutzen
Augenschutz benutzenKopfschutz benutzenGehörschutz benutzenFußschutz benutzenHandschutz benutzen
Warnzeichen – schwarz/gelb: .....................................................
Sicher­heits­zei­chen: Warnung v. Flurförderzeugen
Sicher­heits­zei­chen: Warnung v. gefährlicher elektrischer Spannung
Sicher­heits­zei­chen: Warnung v. Gefahrenstelle
Sicher­heits­zei­chen: Warnung v. schwebender Last
Sicher­heits­zei­chen: Warnung v. giftigen Stoffen
Warnung vor FlurförderzeugenWarnung vor elektrischer SpannungAllgemeines WarnzeichenWarnung vor schwebender LastWarnung vor giftigen Stoffen
Gefahrenkennzeichnung – gelb/schwarz: .....................................................
Grafik
 
Rettungszeichen – grün: .....................................................
Sicher­heits­zei­chen: Erste Hilfe
Sicher­heits­zei­chen: Beispiel für Rettungsweg/Notausgang
Sicher­heits­zei­chen: Notausstieg
Sicher­heits­zei­chen: Sammelstelle
Erste HilfeBeispiel für Rettungsweg/ Notausgang mit RichtungspfeilNotausstiegSammelstelle

Arbeitsblatt
Schutz von Sicherheit und Gesundheit in meinem Praktikumsbetrieb

Welche typischen Gefährdungen gibt es in dem Betrieb, in dem ich mein Praktikum mache?
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Was kann mir im Betrieb passieren? Wo kann ich mich verletzen?
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Wovon kann ich krank werden?
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Welche Schutzmaßnahmen gibt es im Betrieb und auf was muss ich achten?
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Anlage 8
Dokumentation allgemeine Unterweisung

Bestätigung der Unterweisung
Schule/Klasse
 
Unterweisung am______________________ durch Herrn/Frau*) _____________________________
 
Themen:Erste Hilfe, Brandschutz, Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung, Persönliche Schutzausrüstung, Versicherungsschutz
 
Ich bestätige, dass ich zu den oben aufgelisteten Themen unterwiesen wurde und den Inhalte der Unterweisung verstanden habe.
 
Name, Vorname (Druckschrift)UnterschriftName, Vorname (Druckschrift)Unterschrift
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
Bemerkungen ______________________________________________________________
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Unterschrift des Unterweisenden/der Praktikumsleitung: ____________________________
Fußnote *)
nichtzutreffendes bitte streichen

Anlage 9
Checkliste für die Organisation eines Betriebspraktikums
Für den Praktikumsbetrieb

 Vor dem Betriebspraktikum
Käst­chen zum An­kreu­zen
Kann ich eine Praktikantin/einen Praktikanten für die Dauer des Praktikums sinnvoll beschäftigen?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Habe ich während der geplanten Praktikumszeit ausreichend Zeit für meine Praktikantin/meinen Praktikanten?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Sind Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter, die auch sonst Auszubildende betreuen, in der Praktikumszeit verfügbar und sind sie bereit, die zusätzliche Aufgabe zu übernehmen? Ist geregelt, wer die Aufgabe im Krankheitsfall übernehmen kann?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Sind die Regeln zum Jugendarbeitsschutz bekannt und können diese eingehalten werden?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Gibt es eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung für die Tätigkeiten, die die Praktikantin/der Praktikant ausführen soll?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Sind besondere Aspekte des Jugendarbeitsschutzes bei der Gefährdungsbeurteilung beachtet worden?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Habe ich den Praktikumsbewerbenden eine Rückmeldung zu ihren Unterlagen und dem Vorstellungsgespräch gegeben?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Ist die Praktikumsvereinbarung o.ä. sowie die Präventionsvereinbarung unterschrieben und an die Praktikantin/den Praktikanten sowie an die Schule geleitet worden?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Sind alle erforderlichen Unterlagen wie Verschwiegenheitserklärung und Gesundheitszeugnis abgegeben und unterschrieben worden?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Habe ich (zusammen mit der Praktikantin/dem Praktikanten) einen Praktikumsplan erstellt?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Sind alle rechtlichen Details geklärt, beispielsweise die Arbeitszeiten, denn diese sind bei minderjährigen Praktikantinnen und Praktikanten unter Umständen anders geregelt?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Ist sichergestellt, dass alle nötigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Empfang/Pforte, Sekretariat und Fachbereiche) Bescheid wissen, wenn die Praktikantin/der Praktikant an ihrem/seinem ersten Tag im Betrieb ankommt?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Liegen am ersten Tag ggf. Zugangskarte/Schlüssel, Essenskarte/-marken bereit?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Ist bei Bedarf ein Büro-Arbeitsplatz eingerichtet und sind die nötigen Passwörter für den PC bekannt?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Habe ich – in Absprache mit der Schule – Schutzausrüstung/ggf. Arbeitskleidung in der passenden Größe für die Praktikantin/den Praktikanten, für den ersten Praktikumstag?
 Während des Betriebspraktikums
Käst­chen zum An­kreu­zen
Hat die Praktikantin/der Praktikant am ersten Tag eine Sicherheitsunterweisung erhalten?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Habe ich für Notfälle die Kontaktdaten der Erziehungsberechtigten und der Schule?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Kann ich mir möglichst oft die Zeit nehmen, um der Praktikantin/dem Praktikanten Feedback zu geben?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Sind die Erfolgskriterien klar, nach denen das Praktikum und die/der Jugendliche bewertet werden können?
 Nach dem Betriebspraktikum
Käst­chen zum An­kreu­zen
Habe ich am letzten Tag ausreichend Zeit für ein Feedback-Gespräch eingeplant und mir bei Bedarf auch Informationen über die Arbeit des Praktikanten/der Praktikantin in einzelnen Bereichen geholt?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Ist die Praktikumsbescheinigung komplett ausgefüllt und der Praktikantin/dem Praktikanten ausgehändigt worden?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Sind die ausgehändigten Schlüssel/Zugangs-/Essenskarten und ggf. Schutzausrüstung wieder im Firmenbesitz?
Käst­chen zum An­kreu­zen
Wenn kurz danach Geburtstag/Weihnachten ist: Nehme ich die Praktikantin/den Praktikanten als kleines Dankeschön in die Liste der Grußkartenempfänger auf, um sie/ihn später vielleicht als Auszubildende/Werkstudierende zu gewinnen?

Anlage 10
Pflichtenübertragung für betriebliche Ansprechperson

Hiermit werden gemäß § 13 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz und § 13 DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“
Frau/Herr*) ____________________________________________________________________
für den Verantwortungsbereich Betreuung von Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Betriebspraktikums als betriebliche Ansprechperson folgende dem Arbeitgeber hinsichtlich des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung obliegenden Aufgaben übertragen.
1. Aufgaben
Die oben genannte Person hat im Rahmen ihrer/seiner*) betrieblichen und finanziellen Kompetenzen in eigener Verantwortung insbesondere dafür Sorge zu tragen, dass
  • die Gefährdungsbeurteilung durchgeführt und fortgeschrieben wird.
  • die Praktikantin/der Praktikant vor Arbeitsbeginn, über die Gefährdungen am Arbeitsplatz und über die erforderlichen Schutzmaßnahmen unterwiesen werden.
  • ausschließlich sichere und geeignete Arbeitsmittel zum Einsatz kommen.
  • notwendige Persönliche Schutzausrüstungen angeschafft bzw. zur Verfügung gestellt, regelmäßig auf Funktionsfähigkeit überprüft und entsprechend den Vorgaben von der Praktikantin/dem Praktikanten eingesetzt und getragen werden.
  • festgestellte Sicherheitsmängel unverzüglich beseitigt bzw. entsprechende Informationen und Maßnahmen zu deren Beseitigung eingeleitet werden.
  • für den zuständigen Bereich Anweisungen (z. B. zu Maschinen und Gefahrstoffen) erstellt werden, die Praktikantin/den Praktikanten hierin unterwiesen und ihre Anwendung und Umsetzung kontrolliert werden.
  • eine wirksame Notfallorganisation (Erste Hilfe, Brandschutz und Evakuierung) sichergestellt wird, erforderliches Personal (z. B. Ersthelfer/-helferin) bestellt ist und für dessen ordnungsgemäße Aus- und Fortbildung gesorgt wird.
  • ein guter Kontakt mit der schulischen Praktikumsleitung gepflegt wird.
2. Befugnisse
Die oben genannte Person ist befugt, zur Erfüllung ihrer/seiner*) vorstehenden Aufgaben
  • verbindliche Weisungen gegenüber der Praktikantin/ dem Praktikanten zu erteilen.
  • notwendige Anschaffungen (z. B. persönliche Schutzausrüstungen) bis zu einem Kostenaufwand von insgesamt _______ Euro pro Jahr zu tätigen.
3. Fortbildung
Die oben genannte Person ist verpflichtet, sich über den aktuellen Inhalt der für ihren/seinen*) Aufgabenbereich einschlägigen Rechtsvorschriften zu informieren.
Sie/Er*) wird dabei insbesondere von der Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Betriebsärztin/dem Betriebsarzt unterstützt.
Der Betrieb stellt sicher, dass sich die oben genannte Person, das für die festgelegten Aufgaben notwendige aktuelle Wissen aneignen kann: beispielsweise durch den Besuch von Lehrgängen (u. a. Seminare der Unfallversicherungsträger), Fachveranstaltungen und Messen (u. a. Arbeitsschutzmessen).


Ort, Datum


Ort, Datum


Unterschrift des Arbeitgebers


Unterschrift des/r Verpflichteten
Eine Ausfertigung dieser Pflichtenübertragung wird der/dem Verpflichteten ausgehändigt.
Fußnote *)
nichtzutreffendes bitte streichen
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Herausgegeben von:
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Fax: 030 13001-9876
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Internet: www.dguv.de
Sachgebiet Schulen des Fachbereichs Bildungseinrichtungen der DGUV
Ausgabe: April 2020
DGUV Information 202-108
zu beziehen bei Ihrem zuständigen Unfallversicherungsträger oder unter www.dguv.de/publikationen Webcode: p202108