Baustein VI: „Drei gegen drei“ – das Zielspiel Goalball

Nachdem die Schülerinnen und Schüler ihre räumlichen Orientierungsleistungen geschult haben und die technischen Fertigkeiten des Passens, Werfens und die Haltung in der Defensive beherrschen, steht nun der letzte Schritt, das Zielspiel Goalball noch aus. Je nachdem, wie die Rahmenbedingungen der Sporthalle es zulassen, sollte mindestens ein Spielfeld in Originalgröße aufgebaut werden, um „Drei gegen drei“ spielen zu können. Teilt man für jedes Spiel eine Spielleitung und vier Torrichter an den jeweiligen Pfosten ein. So können pro Spiel elf Lernende beschäftigt werden. Es bietet sich an, eine Partie entweder eine bestimmte Spielzeit lang oder bis zu einer festgelegten Anzahl an Toren zu spielen. Auch andere Variationen können eingebracht werden, um eine höhere Fluktuation auf dem Spielfeld zu garantieren. Bei allen folgenden Spielformen sind der Aufbau und die Materialien gleich: Tor in Spielfeldbreite, Goalball, taktile Linien, Augenbinden für alle Spielerinnen und Spieler.
Spiel 1: Fliegender Wechsel
Es werden größere Mannschaften eingeteilt, drei Mannschaftsmitglieder stehen auf dem Feld, die anderen sitzen auf der Auswechselbank. Zunächst wird ein normales Spiel gespielt, bis das erste Gegentor fällt. Das Mannschaftsmitglied, welches das Gegentor in seinem Sektor kassiert, verlässt das Spielfeld und wird durch ein Mannschaftsmitglied ersetzt, welches am längsten draußen auf der Bank gesessen hat.
Spiel 2: Rotationsgoalball
Auch hier können mehr als drei Personen in eine Mannschaft eingeteilt werden. Nach jedem erzielten Tor muss jedes Mannschaftsmitglied um eine Position weiter nach rechts rücken. Je nach Mannschaftsgröße muss der rechte Außenspieler demnach entweder das Feld verlassen und auf der Auswechselbank Platz nehmen, oder er setzt das Spiel dann wieder auf der linken Position fort. Bei dieser Variation lernen die Schülerinnen und Schüler gerade im Hinblick auf die Orientierung und das Defensivverhalten das Goalballspiel auf verschiedenen Positionen kennen.
Spiel 3: King of the Court
Ausgehend von dem gleichnamigen Spiel aus dem Volleyball werden hier drei Teams eingeteilt, wobei zwei Mannschaften mit dem Spiel beginnen und eine am Seitenrand wartet. Die Mannschaft, die zuerst ein Gegentor kassiert, muss das Feld verlassen und tauscht mit dem Team an der Seitenlinie. Ziel des Spiels ist es, dass eine Mannschaft so lange wie möglich auf dem Feld bleibt. Zudem könnte man jedem Team, das ein Tor erzielt, einen Punkt geben und am Ende die Zahl der erzielten Punkte werten.
Spiel 4: Knockout
Zwei Mannschaften spielen eine Standardpartie über eine bestimmte Spielzeit. Vor dem Spiel wird der Spielleitung von beiden Mannschaften ein Zielsektor des eigenen Tores genannt, der auf keinen Fall getroffen werden darf. Zur besseren Überprüfbarkeit kann dieser auch markiert werden. Am Ende des Spiels hat die Mannschaft, die im Spiel die meisten Tore erzielt, gewonnen. Sollte ein Team aber ein Tor im vorher festgelegten Zielsektor des Gegners erzielen, gewinnt sie unabhängig vom Spielstand die Partie durch Knockout. Ob eine Mannschaft vor dem Spiel den eigenen Sektor oder den des Gegners bestimmen darf und ob beide Sektoren den anderen Mannschaften bekannt gegeben werden, kann individuell festgelegt werden.
Augenbinden,
Goalball
Spiel 5: Tor sichern
Auch hier wird eine Standardpartie Goalball gespielt, allerdings mit einer Ausnahme: Ein erzieltes Tor hat zunächst noch keine Bedeutung für den Spielstand. Die Person, die das Tor geworfen hat, muss anschließend noch einen Penalty gegen eine selbst gewählte Person aus der gegnerischen Mannschaft werfen. Erst wenn auch der Penalty verwertet wird, geht die Mannschaft mit 1 : 0 in Führung. Diese Spielform ist für Geübtere eine weitere Herausforderung und erhöht gerade in der Offensive den Druck, präzise werfen zu müssen.
Augenbinden,
Goalball
Zusammenfassung Baustein VI
Grundsätzlich sollten die Schülerinnen und Schüler beim letzten Baustein das Zielspiel Goalball erst einmal ausprobieren. Sowohl als spielende als auch als beobachtende Person können die Lernenden in der Position des Torrichters oder der Spielleitung eine unterschiedliche Perspektive auf das für sie neue Spiel einnehmen. Die in den Bausteinen 2 bis 5 geübten Fähigkeiten der Orientierung auf dem Feld und die Fertigkeiten des Passens, Werfens und Verteidigens können nun im Wettkampf angewandt werden. Zusätzlich können mit den oben beschriebenen Spielformen neue Ideen für die Umsetzung der Spielidee integriert werden.