Baustein V: „Defense!“   Verteidigung im Goalball

Im Vergleich zu anderen Mannschaftssportarten sind beim Goalball die Aufgaben innerhalb eines Teams nicht unterschiedlich verteilt, alle Mannschaftsmitglieder müssen gleichermaßen sowohl Defensiv- als auch Offensivaufgaben übernehmen. Bei der Verteidigung muss die Richtung des entgegenkommenden Balls antizipiert werden und gegebenenfalls zwecks einer erfolgreichen Torverteidigung agiert werden. Deshalb sind gerade Stärken in der auditiven Wahrnehmungsfähigkeit zum erfolgreichen Handeln wichtig. Hinzu kommt eine entsprechende Körperhaltung zur Abwehr des Balls, damit dieser nicht über oder neben die verteidigende Person ins Tor gerät. Spezielle Übungen, sowohl für die akustische Orientierung als auch für eine sichere Körperhaltung in der Defensive, lassen die Schülerinnen und Schüler Spielsituationen unter Zeitdruck schneller erkennen.
  • Grundposition: In der Grundposition wird eine Position gewählt, bei der Hände und Füße Kontakt zum Boden haben, um sich zu beiden Seiten abstoßen zu können. Die Entscheidung, in welche Richtung man handwärts bzw. zu welcher Seite man fußwärts rutscht, ist einem selbst überlassen.
  • Verteidigungsposition: Sobald die Richtung des ankommenden Balles geortet wurde, wird die Verteidigungsposition eingenommen. Hierbei ist es wichtig, dass der obere Arm das Gesicht schützt und der Körper angespannt ist.
Spiel 1: Links oder rechts?
Die Schülerinnen und Schüler gehen paarweise zusammen. Eine Person pro Paar verbindet die Augen und nimmt die Grundposition der Defensive ein. Die andere Person stellt sich entweder davor oder dahinter. Auf ein akustisches Signal hin soll die blinde Person nun entweder in Richtung Hand- oder Fußseite rutschen. Das Signal kann beispielsweise mit einem Ball simuliert werden, der entweder nach links oder rechts auf den Boden geprellt wird, so dass er aus einer Richtung wahrgenommen wird. Ohne bereits direkten Kontakt mit einem ankommenden Ball zu haben, lernen die Schülerinnen und Schüler so, spontan in eine bestimmte Richtung zu rutschen.
Spiel 2: Rutschweg
Bei dieser Spielform sollen die Schülerinnen und Schüler aus der Grundposition durch Rutschen zur Hand- oder zur Fußseite eine möglichst weite Strecke zurücklegen. Wem gelingt es mit den wenigsten Versuchen, zur anderen Hallenseite zu kommen? Um eine größere Vergleichbarkeit herzustellen, sollten alle Lernenden zunächst beispielsweise erst handwärts und anschließend fußwärts rutschen.
Materialien: keine Materialien notwendig
Spiel 3: Duell
Bei diesem Spiel ist es sinnvoll, mehrere (kleine) Spielfelder in der Turnhalle einzurichten, um den Schülerinnen und Schülern möglichst viel Bewegungszeit zu garantieren. Als Tor reicht hier jeweils die flache Seite einer umgelegten Bank. Zwei Personen stehen sich auf einem Spielfeld gegenüber. Das Los entscheidet, welcher der beiden zuerst den Ball bekommt. Ähnlich wie beim Elfmeterschießen im Fußball hat nun jeder abwechselnd fünf Würfe, die er im Rahmen des Regelwerks auf das Tor des Gegenübers werfen soll. Die erlernte Technik aus Baustein IV soll hierbei helfen, ein Tor zu erzielen. Die verteidigende Person soll in der Ausgangsposition auf den Torwurf warten, um dann schnellstmöglich in die Richtung des Balles zu rutschen, damit sie diesen vor seinem Tor verteidigen kann.
Spiel 4: Wer schafft mehr?
Genau wie in Spiel 3 werden erneut mit zwei einzelnen Bänken als Toren mehrere Spielfelder in der Halle aufgebaut und die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen auf die verschiedenen Spielfelder verteilt. Das Ziel des Spiels kann unterschiedlich formuliert werden, je nachdem, ob der Schwerpunkt eher auf der Offensive oder auf der Defensive liegen soll. Beispielsweise könnte eine Gruppe aus sechs Lernenden wettbieten, wer von ihnen die meisten Würfe halten kann. Diejenigen die am höchsten bieten gehen in die Defensive, die anderen werfen auf das Tor. Umgekehrt könnten diejenigen, die die meisten Treffer bieten, in die Offensive gehen und der Rest der Kleingruppe abwechselnd versuchen, die Bälle zu halten.
Spiel 5: Eins gegen eins
Die in Spiel 4 eingeteilten Kleingruppen bestimmen zwei Personen, die zuerst auf dem Spielfeld gegeneinander spielen, der Rest teilt sich in Spielleitung und Torrichter auf. Zum ersten Mal in dieser Unterrichtseinheit wird ein Spiel nach den zuvor festgelegten Regeln (siehe Regelwerk) gespielt, weshalb neben den Toren auch fühlbare Linien zur Orientierung aufgeklebt werden sollten. Auf diese Weise können nun auf jedem Spielfeld Turniere gespielt werden, bei denen pro Spiel entweder eine feste Anzahl an Toren erzielt werden muss oder die Person gewinnt, die nach Ablauf der zuvor festgelegten Spielzeit die meisten Tore erzielt hat.
Zusammenfassung Baustein V
Der fünfte Baustein beinhaltet mit der Verteidigung im Goalball eine Technik, die im Vergleich zu den zuvor thematisierten Bausteinen Passen und Werfen kaum auf bereits erlernte Bewegungsmuster zurückgreift. Deswegen sollte zu Beginn erst die saubere Ausführung des handseitigen und fußseitigen Rutschens geübt werden. Zunächst könnte es vorkommen, dass aus Angst vor dem Aufprall des Balles verkrampfte Haltungen eingenommen werden. Wird die Grund- und die Verteidigungsposition beherrscht, so kann anschließend in den beschriebenen Spielformen zunächst das Verteidigen auf ein akustisches Signal hin geübt werden, bevor im weiteren Verlauf entgegenkommende Bälle vor dem eigenen Tor verteidigt werden. Zum Abschluss des Bausteins wird zum ersten Mal die Spielidee des Goalballs im Duell „Eins gegen eins“ umgesetzt.