Baustein II: Orientierung im Raum

Zu Beginn muss die Frage nach der Raumorientierung gestellt werden. Sie bildet die Voraussetzung für das spielgemäße Angriffs- und Abwehrverhalten und ist für die Realisierung der Spielidee unerlässlich. Die Erfahrung zeigt, dass innerhalb einer Gruppe sehr unterschiedliche Voraussetzungen bezüglich der Orientierung im Raum vorzufinden sind, weshalb am Anfang ein Orientierungstraining stehen sollte.
Spiel 1: Wo bin ich?
Die Schülerinnen und Schüler gehen paarweise zusammen, wobei sich eine Person die Augen verbindet. Nun begleitet die sehende Person (A) die blinde Person (B) durch die Halle, das Gebäude oder den Schulhof. Dabei können unterschiedliche Aufgaben gestellt werden:
Augenbinde
  • B muss bestimmte Orte finden, die vorher bestimmt wurden.
  • B muss erkennen, wohin A geführt hat.
  • B muss in möglichst kurzer Zeit eine bestimmte Route durchlaufen.
Spiel 2: Entfernung schätzen
Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern bekommt die Augen verbunden und startet an dem einen Ende der Sporthalle. Nun müssen diese eine vorher festgelegte Distanz zurücklegen, die nicht überschritten werden darf. Beispiel: Lauft so nah wie möglich an die andere Grundlinie/das andere Ende der Halle etc., ohne diese zu übertreten bzw. die Wand zu berühren.
Augenbinde
Spiel 3: Klatsch-Slalom
An den beiden Auslinien steht jeweils ein Schüler bzw. eine Schülerin an der 3-, 6-, 9-, 12- und 15-Meter-Linie. Zwei Gruppen stehen zudem in einer Reihe an den beiden äußeren Enden der Grundlinie. Nun soll einzeln aus der Gruppe im Slalom entlang der Auslinie um die fünf Personen herum und anschließend zurück zur Gruppe laufen. Die stehenden Personen machen sich akustisch bemerkbar (z. B. durch Klatschen), damit die Schülerin bzw. der Schüler mit Sehbehinderung die Mitspielendenumlaufen kann. In Form eines Staffelwettbewerbs kann hier unter Zeitdruck die Orientierung nach akustischen Signalen geschult werden.
Augenbinde
Spiel 4: Eierdieb
Die Schülerinnen und Schüler werden in zwei (oder wahlweise auch in mehr) Gruppen aufgeteilt. In einer bestimmten Entfernung liegen Bälle in einem Reifen oder auf einer Matte, die gestohlen und zum Startpunkt zurückgebracht werden müssen. Es darf nur einen Ball pro Lauf transportiert werden. Die Gruppe, die zuerst das „Nest“ geplündert hat, gewinnt das Spiel. Hierbei kann variiert werden, ob die Gruppen die Nester selbst finden müssen oder ob zunächst eine Person klatschend Rückmeldung über die Lage des Nests gibt. Eine andere Möglichkeit wäre, dass über taktile Linien, wie später auf dem Goalballfeld üblich, der Weg zu den Bällen vereinfacht wird.
Spiel 5: Rundreise
Um die späteren Laufwege und das Finden der eigenen Position zu schulen, sollen die Schülerinnen und Schüler (falls schon möglich) von einer festen Position auf dem Spielfeld (Mittelspieler oder Außenposition) aus starten und verschiedene Punkte (Ecke, 6-, 9-, 12-Meter-Linie) finden und danach wieder zurück zur eigenen Position finden.
Augenbinde
Taktile Linien
Zusammenfassung Baustein II
In verschiedenen Spielformen (Bewegungsaufgaben, Wettläufen, Staffeln) üben die Schülerinnen und Schüler, sich im Raum zu orientieren. Je nach Lernfortschritt können ihnen dabei akustische oder taktile Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden, um Anhaltspunkte zur Orientierung zu haben. Weiterhin soll die Hinzunahme von Druckbedingungen (Zeitdruck bei Wettkampf gegen andere Gruppe) dafür sorgen, dass sich die Orientierungsfähigkeit auch unter variablen Bedingungen festigt.